Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Kommunikation als Vorraussetzung für (guten) Unterricht 4
2.1 Funktionen nonverbaler Kommunikation im Unterricht 5
3. Terminologie 6
3.1 Paralinguistik 7
3.2 Nonverbal, nonvokale Kommunikation 7
4. Mimik 8
5. Blickkontakt 9
5.1 Blickkontakt als Kommunikationsmittel 10
5.2 Blickkontakt im Gespräch 11
6. Gestik 11
7. Körperorientierung und Körperhaltung 12
8. Proxemisches Verhalten 14
9. Fazit 15
Literaturverzeichnis 17
2
1.Einleitung
Die Körpersprache ist die älteste Form der zwischenmenschlichen Verständigung und gilt als Ergänzung für die verbale Kommunikation.
Die Körpersprache umfasst jede bewusste oder unbewusste Bewegung eines Körperteils oder des ganzen Körpers, die von einem Menschen benutzt wird, um der Außenwelt Botschaften zu übermitteln. Man bezeichnet Körpersprache auch als nonverbale nonvokale Kommunikation (vgl. dazu 3.2).
Was in der Persönlichkeitsforschung und der Verkaufspsychologie schon fast zum Alltagswissen gehört, bekommt in der pädagogischen Ausbildung immer noch zu geringen Wert. Nonverbale Kommunikation ist allerdings in der Rhetorik unverzichtbar. Viele Informationen würden verloren gehen, wenn Körpersprache bei der Kommunikation außer Betracht gelassen werden würde. Kaum jemand macht sich Gedanken über seine eigene Körpersprache, obwohl diese kontinuierlich produziert wird und großen „Einfluss auf den Lern- und Erziehungsprozess“ 2 hat.
Selbst erfahrene Lehrer kennen oft weder ihr nonverbales Verhalten, noch dessen Wirkung einzuschätzen. „Vielleicht langweilen sich Generationen von Schülern im Unterricht, weil ihre Lehrer sie nicht wirklich sehen, und weil sich ihre Lehrer nicht darüber im Klaren sind, wie sie selbst nichtverbal wirken" 3
Der Erfolg des Unterrichts hängt in besonderem Maße davon ab, inwieweit es dem Lehrer gelingt, zwischen seiner Verbalsprache und seiner Körpersprache einen Gleichklang zu erzielen. Wenn die Verbalsprache anderes vermittelt als die zeitgleich ausgesandte Körpersprache, können sich die zu übermittelnden Botschaften im harmloseren Fall gegenseitig neutralisieren. Im ungünstigsten Fall erzeugt das auseinanderklaffen von Verbal-und Körpersprache Verunsicherung und Verwirrung bei den Schülern, da sie nicht wissen wie sie die widersprüchlichen Aussagen des Lehrers deuten sollen. Häufig resultieren Unterrichtsstörungen aus diesem Phänomen. Bittet beispielsweise ein Lehrer seine Schüler mit zitternder, unsicherer und leiser Stimme um Ruhe, so schließen Schüler daraus, der Lehrer
1 Molcho, S.: Körpersprache München, 1989, S.93
2 Hammer, W.: Körpersprache des Lehrers, 1995, S.2
3 Fitzner, T.: Expressives nichtverbales Lehrerverhalten,1984, S.58
3
habe Probleme, seine Forderungen durchzusetzen. Die Folge ist, dass die Schüler denken, weiter stören zu können.
In dieser Arbeit sollen die Elemente der Körpersprache dargestellt werden. Das primäre Ziel ist dabei ein Bewusstsein für die eigene Körpersprache und die der Mitmenschen zu entwickeln. Das Bewusstsein soll dazu genutzt werden, diese gezielt expressiv im Unterricht einzusetzen und so den Lernerfolg der Schüler zu erhöhen. Weiterhin soll ein Überblick darüber gegeben werden, wie nonverbale Kommunikation und schulische Erziehung in Beziehung stehen.
Die vorliegende Arbeit wird aus Gründen der Lesbarkeit, auf die formale Differenzierung von Personen- und Berufsgruppen (,,Lehrer/innen" oder ,,Schüler/innen)") verzichten. Der Begriff „Lehrer“ bzw. „Schüler“ schließt Lehrerinnen bzw. Schülerinnen mit ein.
2. Kommunikation als Voraussetzung für (guten) Unterricht
Die Schüler deuten täglich das nonverbale Verhalten des Lehrers und versuchen dabei herauszufinden, wie dieser z.B. gelaunt ist, oder ob ihre Antwort richtig ist. Im Gegenzug bekommt der Lehrer durch die Körpersprache der Schüler eine Resonanz zum Lernerfolg bzw. Verständnis des Lernstoffs. Sowohl für die Schüler, als auch für die Lehrer würde es beim Verlust der Körpersprache keine Rückmeldefunktion mehr geben. Daher ist nonverbale Kommunikation im Unterricht sehr wichtig und unausweichlich. Besonders die anthropologisch und entwicklungspsychologisch begründeten Arbeiten von Darwin 4 , Eibl-Eibesfeld 5 und Argyle 6 zeigen die enorme Bedeutung von nonverbaler Kommunikation. Die Kommunikation in den ersten beiden Lebensjahren findet fast ausschließlich nonverbal statt. Gerade diese Jahre sind prägend und entscheidend für die individuelle Bildungsphase im Leben. 7
Auch nach erlernen der verbalen Sprache, bleibt nonverbale Kommunikation beim kommunikativen Austausch zwischen Menschen bedeutsam, und daher im Bereich von Unterricht noch stärker zu beachten. Zum einen wird Unterricht durch Interaktionen zwischen
4 Darwin, C.:The expression of the emotions in man and animals, 1872, (deutsch: Der Ausdruck der
Gemütsbewegungen bei dem Menschen und den Tieren, 2000)
5 Eibl-Eibesfeld, I.: Die Biologie des menschlichen Verhaltens, 1984
6 Argyle, M.: Bodily Communication (deutsch: Körpersprache und Kommunikation), 1997
7 vgl. Hassenstein, B.: Biologische Kybernetik, 1973
4
Schülern und Lehrern konstruiert, zum anderen befindet sich die Klientel noch in der Entwicklungs- und Prägungsphase.
„Da körperliche, geistige und emotionale Entwicklung des Menschen von Kommunikation abhängig ist, muss Kommunikationshygiene besonders dann beachtet werden, wenn die Kommunikationspartner im Entwicklungsprozess […] sind“. 8 Das Ziel ist dabei, eine störungs- und widerspruchsfreie, ökonomische und verständliche Kommunikation zu erreichen. Durch Missachtung nonverbaler Signale treten oft Störungen auf der Beziehungsebene zwischen Lehrer und Schüler ein, die sich auf den kognitiven Bereich auswirken können. 9
2.1 Funktionen nonverbaler Kommunikation im Unterricht
Chars Galloway stellte 1984 schon fest, dass unterrichtliche Kommunikation „multivelled und „multimasseged“ ist, also auf vielen Ebenen abläuft und viele Botschaften enthält. Sie hat die Funktion von der Übermittlung inhaltlicher Aspekte (Lernstoff), der Übermittlung prozessualer Aspekte (Regelung von Interaktionsprozessen) und der Übermittlung von Beziehungsbotschaften (Einschätzung von Personen, Gefühl, Äußerung zu Zustimmung etc.). 10
Abb. Nr. 1: Triade der Grundfunktionen unterrichtlicher Kommunikation
Quelle: Meyer, H.: Unterrichtsmethoden II, Frankfurt 1989 (2.) S. 378
8 Rosenbusch, H.: Nonverbale Kommunikation im Unterricht, 1996, S.170
9 vgl. Rosenbusch, H.: Nonverbale Kommunikation im Unterricht, 1996, S. 180
10 vgl. Rosenbusch, H.: Nonverbale Kommunikation im Unterricht, 1996, S.174
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Arbeit zitieren:
2006, Körpersprache des Lehrers im Unterrricht, München, GRIN Verlag GmbH
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