Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Die Autoren 1
2.1 Paul Parin 1
2.2 Fritz Morgenthaler. 2
2.3 Goldy Parin Matthey 2
3. Psychoanalyse 2
4. Die Dogon 3
4.1 Männer und Frauen 4
4.2 Die Menstruation. 5
4.3 Die Kindheit 6
4.4 Die Maskentänze 6
5. Die Gesprächsprotokolle 7
5.1 Hintergrund und Technik der Gespräche 8
5.2 Jamalu. 9
5.2.1 Lebensgeschichte und Situation zum Zeitpunkt des Gespräches. 9
5.2.2 Gesprächsverlauf 10
5.2.3 Ursprünge und Deutung der Konflikte. 11
5.3 Amba Ibem 12
5.3.1 Lebensgeschichte und Situation zum Zeitpunkt des Gespräches. 12
5.3.2 Gesprächsverlauf 12
5.3.3 Ursprünge und Deutung der Konflikte. 15
6. Die analytische Auswertung. 15
6.1 Der Ödipuskonflikt. 15
6.2 Die Ambivalenz in der Bedeutung der Menstruation. 16
7. Fazit 17
Literaturverzeichnis 18
1. Einleitung
1963 erschien die erste Auflage des Buches „Die Weissen denken zuviel“ von Paul Parin, Fritz Morgenthaler und Goldy Parin Matthey. Das Werk zählt seitdem zu den Grundlagen der so genannten Ethno-Psychoanalyse, weil die Forscher zum ersten Mal die Methode der Psychoanalyse für ethnologische Forschung nutzten. Parin, Parin Matthey und Morgenthaler führten 1960 mit dreizehn Personen des Dogon Volkes, darunter 9 erwachsene Männer, 2 erwachsene Frauen und 2 Jungen, eine Psychoanalyse durch. Es wurden Personen die als „normal“ gelten und ein traditionelles Leben führen für die Forschung ausgewählt. Durch sich täglich wiederholende einstündige Gespräche wollten sie mit der Technik der Psychoanalyse nach Sigmund Freud das Innenleben der Dogon erforschen. „Der Sinn der Untersuchung ist der, Afrikaner so zu uns sprechen zu lassen, wie sie selber fühlen und denken, und sie dabei zu verstehen“ (S.34).
2. Die Autoren
Zwischen 1951 und 1971 unternahmen Parin, Morgenthaler und Parin Mattehey zusammen sechs Forschungsreisen zu den Dogon und den Agni nach Westafrika. Die daraus resultierenden Forschungsergebnisse fassten die drei in den Büchern „Die Weissen denken zuviel“ (1963) und „Fürchte deinen Nächsten wie dich selbst“ (1971) zusammen. Diese Werke bilden noch heute die Grundlagen der Ethno - Psychoanalyse.
2.1 Paul Parin
Paul Parin wurde am 20. September 1916 in Graz geboren und wuchs in Slowenien auf. Er studierte Medizin in Graz, Zagreb und Zürich, wo er 1943 promovierte. 1944 - 1945 ging er mit seiner Frau Goldy Parin Matthey nach Jugoslawien und baute auf der Seite der Partisanen medizinische Hilfszentren auf. Nach seiner Rückkehr absolvierte Parin eine Ausbildung zum Facharzt für Neurologie und zum Psychoanalytiker. Anschließend eröffnete er 1952 seine erste
1
psychoanalytische Privatpraxis. Heute lebt Paul Parin als freier Schriftsteller in Zürich.
2.2 Fritz Morgenthaler
Fritz Morgenthaler wurde 1919 in der Schweiz geboren und starb 1984. Er durchlief eine psychoanalytische Ausbildung. Neben seinen Reisen mit Parin und seiner Frau reiste Morgenthaler nach Südamerika und Papua Neuguinea. Sein wichtigstes Werk „Homosexualität, Heterosexualität und Perversion“ (1987) übt Kritik an der traditionellen Psychoanalyse hinsichtlich der Definition von „normaler“ und „pathologischer“ Sexualität.
2.3 Goldy Parin Matthey
Goldy Parin Matthey wurde 1911 geboren. 1937 ging sie nach Spanien um gegen Franco zu kämpfen. Nach ihrer Rückkehr entschloss sie sich zusammen mit Paul Parin nach Jugoslawin zu gehen, um dort medizinische Zentren für die Partisanen zu errichten. Nach dem Krieg durchlief sie eine psychoanalytische Ausbildung in Zürich. Dort praktizierte sie anschließend bis zu ihrem Tod am 25. April 1997 als Psychoanalytikerin.
3. Psychoanalyse
Parin, Parin Matthey und Morgenthaler stützen sich bei ihrer Untersuchung auf das Begriffssystem der Psychoanalyse nach Sigmund Freud. Grundlage der Forschung bilden die ungekürzten Protokolle der Gespräche, die mit den Dogon geführt wurden. Außerdem werden Einzelbeobachtungen ausgewertet und allgemeine Kenntnisse über das Leben der Dogon eingebracht. Die Kenntnisse beruhen unter anderem auf den Forschungen anderer Ethnologen. Viele Beobachtungen würden auch andere Deutungen zulassen als diejenigen, die im Buch dargestellt wurden (vgl. S. 531). Die Untersuchung ist in diesem Fall nur bedingt als Psychoanalyse zu bezeichnen, da die Dauer der Forschung viel zu
2
kurz war. Jedoch waren wichtige Elemente der Psychoanalyse darin enthalten, weswegen die drei Forscher den Begriff weiterverwenden (vgl. S. 531).
Wichtige Punkte der Psychoanalyse:
Übertragung: Übertragung bedeutet das Zuweisen oder Übertragen von Emotionen auf eine nicht betroffene Person. Deutung von Widerständen: Störungen von außen, den Reaktionen des Analysanden darauf und andere Widerstände, die sich während der Analyse zeigen, bringen die Analyse voran. Sie verweisen auf unbewusste Vorgänge und ihre Deutung ist besonders wichtig.
Parin, Parin Matthey und Morgenthaler betonen, dass sie keine Rückschlüsse auf die Mentalität des gesamten Volkes ziehen oder die „Psychologie des Volkes der Dogon“ (S. 532).
Sie haben außerdem festgestellt, dass es vielleicht eines neuen Begriffssystems bedürfte, um die „traditionsgeleiteten“ (S. 532) Dogon zu beschreiben. Die psychoanalytischen Begrifflichkeiten, die auf den „innengeleiteten Europäer“ (S. 532) zugeschnitten sind, greifen nicht vollständig und überzeugend. Des Weiteren werden „sekundäre psychische Funktionssysteme“ (S. 532) erstellt, die von europäischen Maßstäben ausgehen.
4. Die Dogon
Die Dogon stellten für die Forscher einen nahezu perfekten Forschungsgegenstand dar. Man suchte ein Volk, welches die europäische Sprache sprechen sollte, welches sich seine traditionellen Lebensformen beibehalten hatte und welches schon von anderen Ethnologen ausführlich erforscht und beschrieben worden war (vgl. S. 25). Alle diese Voraussetzungen erfüllten die Dogon. Ihre Sprache war durch die französische Kolonialverwaltung geprägt überwiegend Französisch, ihre Tradition baute auf Mythen, Bräuchen und Ritualen auf und der Ethnologe Marcel Griaules hatte sie schon ausführlich erforscht (vgl. S. 25).
3
Im Land angekommen mussten die Forscher eine passende Gegend bzw. Siedlung für ihre Untersuchungen finden. Letztendlich fiel die Entscheidung auf die Dörfergruppe Sanga, da hier viele Dörfer mit Französisch sprechenden Dogon leicht zu erreichen waren (vgl. S. 26).
Das Dogon Volk umfasst knapp 250.000 Mitglieder. Die Dogon leben in der „Falaise“ von Bandiagara über der Ebene von Gondo. Hier haben sie sich an einem fast 200 km langem Felsabfall angesiedelt und viele ihrer Dörfer sind in den Felshang gebaut (vgl. S. 35). Die Sprache der Dogon ist das „So“, welches allerdings noch einmal in zahlreiche Dialekte unterteilt ist (vgl. S 35). Mythen und Legenden spielen eine große Rolle im Leben der Dogon. Gerade in der Religion spiegelt sich dies wieder. Es wird eine Art Ahnenkult betrieben. An oberster Stelle steht der Gott Amma, der alles geschaffen hat (vgl. S. 38). Als seine Frau gilt die Mutter Erde. Sein erster Sohn Yurugu steht für das Böse, da er seinen leiblichen Zilling verloren hat, als er den Schoß seiner Mutter verließ. So brachte er Inzest und Menstruation, also das Böse, in die Welt. Die Nommos hingegen gelten als zweite Zeugung Ammas, mit denen er sein zweites Wort, also das Gute, in die Welt gebracht hat (vgl. S. 96 - 97). Die Dogon leben in Großfamilien, die an den Wohnsitz des männlichen Vorfahren gebunden sind. Der Erbgang folgt der männlichen Linie und das Oberhaupt der Familie bildet der so genannte Familienälteste, der „Ginna bana“ (vgl. S. 54). Alle „Gina bana“ eines Dorfes bilden den Ältestenrat, welcher über öffentliche Angelegenheiten entscheidet (vgl. S. 55).
4.1 Männer und Frauen
Frauen gelten in Familien als Fremde. Sie müssen bereits mit 8-12 Jahren das Elternhaus verlassen und sich zusammen mit gleichaltrigen einen Platz bei einer alleine lebenden Frau suchen. So leben die Mädchen in einer Art Gemeinschaft zusammen (vgl. S. 59).
Bei den Dogon gibt es drei Formen der Ehefindung. Grundsätzlich ist es dem Mann erlaubt zwei Frauen zu haben, wenn er in der Lage ist beide gleich zu behandeln und zu versorgen (vgl. S. 63). Bei der ersten Form der Ehefindung
4
Arbeit zitieren:
Benjamin Müller, 2007, Das Buch "Die Weissen denken zuviel" als Grundlagen der Ethno-Psychoanalyse, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Ethnologie / Volkskunde: Das Buch "Die Weissen denken zuviel" als Grundlagen der Ethno-Psychoanalyse ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Ethnologie / Volkskunde: neuer Titel erschienen: Das Buch "Die Weissen denken zuviel" als Grundlagen der Ethno-Psychoanalyse
Benjamin Müller hat einen neuen Text hochgeladen
Nationales Strafrecht in rechtsvergleichender Darstellung
Allgemeiner Teil. Band 2: Gese...
Ulrich Sieber, Karin Cornils
Nationales Strafrecht in rechtsvergleichender Darstellung.
Allgemeiner Teil. Band 3: Obje...
Ulrich Sieber, Karin Cornils
Ethno-Ornithology: Birds and Indigenous Peoples, Culture and Society
Sonia Tidemann, Andrew Gosler
0 Kommentare