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1. Was ist Surfen?
Der Begriff Surfen ist so vielfältig, das es schwer ist, eine genaue Definition für dieses Phänomen zu finden. Was genau ist also surfen? Eine (Leistungs-) Sportart, ein Lifestyle, eine Trendsportart, ein Extremsport, eine Subkultur oder einfach eine Freizeitbeschäftigung. „Die Subkultur der Surfer weist keine klaren sozialen und demographischen Konturen auf“ (Pressler 2007, S. 85). Daher ist es schwer eine klare Abgrenzung des Begriffes Surfen zu finden, welcher allgemeine Gültigkeit hat. So bietet es sich an nach Merkmalen zu suchen, welche all denen die sich als Surfer bezeichnen gemeinsam ist, nämlich die Tätigkeit die sie ausüben. Am besten passend erscheint mir in diesem Falle die Definition der I.S.A. (International Surfing Association), welche das Surfen wie folgt definiert:
„ Any sport in which the primary force that moves the participant’s surfing equipment is a wave either of natural or artificial source. An activity on the waves on any type of equipment used for surfing. An activity in calm waters on any type of equipment used for surfing” (www.isasurf.org)
Diese Definition der I.S.A. schließt das Surfen auf den verschiedensten Gegenständen mit ein. Surfboards, Bodyboards, Kajaks, Wakeboards, Kiteboards, Luftmatratzen und sogar das reine paddeln auf Seen und Flüssen. In meiner Hausarbeit möchte ich unter dem Begriff Surfen lediglich das Abreiten einer natürlich entstandenen Welle im Stehen, auf einem Surfbrett verstehen.
1.1 Begriffsdefinitionen
1.1.1 Allgemeine Begriffe des Surfens - Surf Talk
Surfer verwenden eine Art eigene Sprache mit Begriffen, welche Zusammenhänge und Bedeutungen kurz und prägnant beschreiben und somit eine leichtere Kommunikation untereinander ermöglicht. Im Folgenden werde ich kurz einige dieser Begriffe erklären, die in meiner Hausarbeit immer wieder auftauchen werden.
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• Backside: Mit dem Rücken zur Welle surfen
• Bottom-Turn: Gefahrene Kurve am Fuß der Welle
• Break: Stelle im Wasser, an der eine Welle bricht. Auch Ausdruck für Surfspot.
• Channel: Durch Strömungen oder tiefes Wasser verursachte Stellen im Wasser, an denen keine oder nur wenige Wellen brechen
• Duckdive: Fortgeschrittene Technik, um mit dem Brett unter der Welle durchzutauchen
• Groundswell: Kräftige Dünung durch von der Küste weit entfernten Sturm
• Leash: Surfleine, mit der das Brett am Fuß befestigt ist
• Line-up: Stelle im Wasser, wo die Wellen brechen und Surfer auf die Welle warten.
• Nose: Spitze des Surfbretts
• Offshore: Ablandiger Wind, macht die Wellen hohl
• Onshore: Auflandiger Wind, macht die Wellen platt und unruhig
• Rails: Ränder des Surfbrettes
• Set: Eine Gruppe von Wellen
• Shortboard: Kurzes Brett um sechs-Fuß Länge für fortgeschrittene Surfer
• Surfspot: Surfstrand
• Swallow Tail: Schwalbenschwanzartiges Tail
• Swell: Dünung
• Tail: Hinterteil des Surfbrettes
• Take-Off: Aufstehbewegung bei Beginn des Wellenritts
• Top-Turn: Kurve an der oberen Kante der Welle
• Turn: gesurftes Manöver auf der Welle
• Weißwasser: Wellenschaum der gebrochenen Welle
• Windswell: Oft nur kurz andauernde Dünung, entstanden durch starken Wind in Küstennähe (vgl. Diel, Menges 2003, 172-176)
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1.1.2 Spezielle Definition des „Top Turn“
Unter Top-Turn versteht man im Allgemeinen den Richtungswechsel am oberen Teil der Welle, in Richtung des Wellentales. Um dieses Manöver ausführen zu können, benötigt der Surfer ausreichend Geschwindigkeit, welche er aus dem Take-Off und dem vorangegangenen Bottom-Turn gewinnt. Der Bottom-Turn ist das Gegenstück zum Top-Turn und wird am tiefsten Punkt der Welle, im Wellental durchgeführt. Der Surfer fährt hier eine Kurve hin zur Welle und erreicht so, dass er diese hoch fährt. Nur durch einen sauber gefahrenen Bottom-Turn kann der Surfer die Geschwindigkeit vom Heruntergleiten der Welle nach dem Take-Off mitnehmen und so einen gelungenen Top-Turn fahren. „Und zwar, indem du deinen hinteren Fuß stark belastest. Deinem hinteren Bein gibst du zusätzlich den Impuls, das Tail (hinterer Teil des Bretts) durch die Kurve zu drücken, so, als ob du mit dem Tail das Wasser wegdrücken wolltest. Diese Bewegung ist der eines gerutschten Schwungs beim Snowboarden sehr ähnlich. Du drückst das Tail einfach durch den Turn. Dein vorderer Fuß ist praktisch der Drehpunkt, der hintere die Lenkung für dein Manöver“ (Diel, Menges 2003, S. 52).
1.1.3 Spezielle Definition des „Backside“ surfen
Das Backside fahren im Surfen bezeichnet eigentlich kein eigenständiges Manöver. Trotzdem ist es eine Sache, die konstant geübt werden sollte, um sie zu beherrschen. Aber nicht nur deshalb ist das Backside fahren bei vielen Surfern eher unbeliebt. Im Wesentlichen gibt es zwei Hauptprobleme: „Zunächst fährst du mit dem Rücken zur Welle. Du siehst schlecht, was hinter dir passiert. Zusätzlich musst du, um etwas von der Welle zu sehen, ständig nach hinten über deine Schulter schauen. Dieses leichte drehen des Kopfs macht es schwieriger, das Gleichgewicht zu halten. Auch das Be- und Entlasten fällt nicht mehr ganz so leicht“ (Diel, Menges 2003, S. 54). Speziell für die ideale Ausführung des Backside Top-Turn (siehe Anhang) gibt es noch einige wertvolle Tipps zu beachten, um diesen leichter durchführen zu können: „Der Top-Turn fällt um einiges leichter, wenn du dein Gewicht relativ stark zum Wellental hin verlagerst. Am Anfang kannst du einfach mal versuchen, im Moment des Turns dein Gesäß rauszustrecken. Gleichzeitig drückt dein hinterer Fuß das Tail in Richtung Wellenkamm. Dies gibt dem Brett den Drehimpuls“ (Diel, Menges 2003, S. 54).
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2. Spezielle Trainingslehre des Surfens
Für das Surfen im speziellen spielen sowohl die Konditionellen Fähigkeiten, als auch die Koordinativen Fähigkeiten eine maßgebliche Rolle. Im Folgenden werde ich diese beiden Bereich bezogen auf den Surfsport darstellen.
2.1 Konditionelle Fähigkeiten
1. Kraft:
• Allgemeine Kraft: sportartunabhängige Kraft aller Muskelgruppen
• Spezielle Kraft: sportartspezifische Kraft
• Maximalkraft: höchstmögliche willkürlich zu aktivierende Kraft
• Schnellkraft: Fähigkeit, den Körper, Teile des Körpers oder Gegenstände maximal schnell zu bewegen
• Kraftausdauer: Ermüdungswiderstandsfähigkeit bei längerem Krafteinsatz
Die Kraft tritt in den verschiedenen Sportarten immer in einer Kombination beziehungsweise Mischform der konditionellen, physischen Leistungsfaktoren auf (vgl. Weineck 1997).
Beim Surfen ist ein gewisses Maß an Kraft in folgenden Bereichen nötig:
• Extremitätenmuskulatur: Arme (Paddeln, Take-Off), Beine (Manöver)
• Rumpfmuskulatur: Bauch- und Rückenmuskulatur (Kraftübertragung zwischen Ober- und Unterkörper, Prävention von Rückenproblemen)
2. Ausdauer:
Aerobe Ausdauer (Energiegewinnung erfolgt ohne Eingehen einer Sauerstoffschuld): Fähigkeit, eine Belastung geringer bis mittlerer Intensität über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten, und zwischen höheren Belastungen schnell wieder zu regenerieren. Beim Surfen wird diese Art von Ausdauer beim Paddeln benötigt, um in Position zu kommen/zu bleiben, vor allem an Spots mit starken Strömungen, aber auch beim Surfen längerer Wellen.
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Arbeit zitieren:
Benjamin Müller, 2010, Trainingslehre des Wellenreitens , München, GRIN Verlag GmbH
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