Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Biographische Angaben 3
3. Doce cuentos peregrinos - Prolog 6
4. La Santa 8
5. Milagro en Roma 9
6. Vergleich zwischen Text und Film 10
7. Interview mit Lisandro Duque Naranjo 15
8. Zusammenfassung 17
Literaturverzeichnis 18
2
1. Einleitung
Gabriel García Márquez ist ein berühmter kolumbianischer Schriftsteller und Journalist. Neben vielen anderen Büchern, veröffentlichte er im Jahre 1992 das Buch „Doce cuentos peregrinos“, welches in Deutschland unter dem Namen „Zwölf Geschichten aus der Fremde“ bekannt wurde. Dieses Buch diente als Grundlage für das Seminar.
In dieser Arbeit beschäftige ich mich mit der Kurzgeschichte „La Santa“, die im Buch „Doce cuentos peregrinos“ erschienen ist. Zunächst einmal wird ein Blick auf das Leben von Gabriel García Márquez geworfen, damit die Kurzgeschichte besser verstanden und auch aus einem anderen Blickwinkel betrachtet werden kann. Im Folgenden soll dann der Prolog genauer untersucht werden, aus dem persönliche Intentionen des Autors hervorgehen. Im Hauptteil wird vorerst das Augenmerk auf den Inhalt der Kurzgeschichte sowie der dazugehörigen Verfilmung „Milagro en Roma“ gerichtet. Im Anschluss vergleiche ich die Geschichte mit dem Film, wobei Unterschiede und Gemeinsamkeiten herausgestellt werden sollen. Danach gehe ich auf ein Interview mit dem Filmregisseur Lisandro Duque Naranjo ein, der sich zu seinem Film „Milagro en Roma“ und zur Person Gabriel García Márquez in einem Fernsehprogramm befragen ließ. Abschließend folgt eine Zusammenfassung, der sich das Literaturverzeichnis anschließt.
2. Biographische Angaben
Gabriel García Márquez wurde in einem kleinen Dorf namens Aracataca in der kolumbianischen Provinz Magdalena geboren. Über sein Geburtsdatum gibt es allerdings Zweifel, da keine Geburtsurkunde existiert. 1 Einige Quellen geben das Jahr 1928 an, während in anderen Büchern das Jahr 1927 genannt wird. Er wuchs bei seinen Großeltern auf. Diese erzählten ihm viele Geschichten, die García Márquez bis heute nachhaltig prägen. Nach dem Tod seines Großvaters zog García Márquez wieder zu seinen Eltern nach Barranquilla, wo er in die Grundschule ging. Im Alter von etwa 12 Jahren besuchte er eine Jesuitenschule und absolvierte auf einem Gymnasium in
1 vgl. Weiß-Pawliska, Maria, Gabriel García Márquez und Isabel Allende. Verwandlung und
Verwandtschaft, Paderborn: Igel-Verlag 1993, S. 9.
3
Zipaquirá im Jahre 1946 sein Abitur. 2 Nach dem Abitur begann er mit einem Jurastudium an der Nationalen Universität in Bogotá, das er allerdings schnell wieder abbrach. In der Zeitung „El Espectador“ erschienen 1947 in der literarischen Beilage erste Erzählungen von García Márquez. Im Jahre 1949 wurde er zum Redakteur bei der Zeitung „El Universal“ aus Cartagena de Indias und im Jahre 1950 ebenfalls bei der Zeitung „El Heraldo“ de Barranquilla. 3 Vier Jahre später zog es ihn in die Hauptstadt Bogotá, wo er für den „El Espectador“ arbeitete und 1954 zum eigenen Schutz als Korrespondent nach Europa geschickt wurde, da die Reportage „Relato de un náufrago“ einen nationalen Skandal auslöste. 4 Er berichtete aus Genf und Venedig und unternahm als Journalist weitere Reisen nach Rom, Polen, Ungarn, Paris, Barcelona, Mexiko, Caracas und New York. Außerdem wurde sein erstes Buch namens „La hojarasca“ veröffentlicht. Im Jahre 1956 wurde die Zeitung „El Espectador“ durch die Militärregierung verboten. García Márquez lebte ohne Einkommen, was ihn aber nicht davon abhielt, weiterhin Romane zu schreiben. 1957 musste der General Gustavo Rojas Pinilla seine Macht in Kolumbien abgeben, so dass García Márquez zurückkehren konnte. Da er Redakteur bei einer venezolanischen Zeitschrift wurde, zog er Ende 1957 nach Caracas. Dort heiratete er seine Frau Mercedes Barcha Pardo, die er bereits aus seinem Jurastudium kannte, und bekam 1959 einen Sohn mit ihr. Im Jahre 1960 ging García Márquez nach Havanna, wo er für die „Prensa Latina“ arbeitete. Ein Jahr später reiste er als stellvertretender Leiter mit seiner Familie nach New York, wo er allerdings nicht lang verweilte und nach Mexiko zog. 1962 kam sein zweiter Sohn zur Welt. Im Laufe der Jahre veröffentlichte er immer mehr Romane und schrieb auch an Drehbüchern. Besonders hervorzuheben ist das Buch „Cien años de soledad“, das 1967 erschien. Es verschaffte García Márquez weltweite Anerkennung und viel Lob. Im gleichen Jahr lernte er Mario Vargas Llosa kennen, einen peruanischen Schriftsteller und Politiker, der 1971 eine Studie zum Leben und Werk von García Márquez publizierte. 1972 erhielt García Márquez den Romulo-Gallegos-Preis und zog 1974 von Barcelona nach Mexiko. In den folgenden Jahren übernahm er weitere Arbeiten als Journalist und veröffentlichte neben anderen Büchern und Aufsätzen „El otoño del patriarca“ (1975), „Crónica de una muerte anunciada“ (1981), „El amor en los tiempos de cólera“ (1985), „El general en su laberinto“ (1989), „Doce cuentos peregrinos“ (1992), „Del amor y otros demonios“ (1994), „Vivir para contarla“ (2002) und „Memorias
2 vgl. http://www.garciamarquez.de/biografie (25.09.2008).
3 vgl. http://www.nobelpreis.org/Literatur/marquez.htm (25.09.2008).
4 vgl. http://www.garciamarquez.de/biografie (25.09.2008).
4
de mis putas tristes“ (2004). Zu erwähnen ist außerdem, dass García Márquez 1982 einen Literaturnobelpreis in Stockholm bekam und 1986 die „Escuela Internacional de Cine y Televisión de San Antonio de los Baños“ in Kuba zusammen mit dem argentinischen Filmproduzenten Fernando Birri förderte. Die Schule gehört der „Fundación del Nuevo Cine Latinoamericano“ zur Integration des lateinamerikanischen Kinos an, bei der García Márquez bis heute als Präsident fungiert. 5 Im Jahre 1990 schrieb García Márquez Drehbücher für sechs Fernsehfilme unter dem Titel „Amores difíciles“. Zu dieser Fernsehserie gehört unter anderem auch der Film „Milagro en Roma“, der im Laufe der Arbeit noch genauer untersucht wird. Über seinen Beruf als Schriftsteller sagt García Márquez selbst, dass er Schriftsteller aus Schüchternheit geworden sei. Für ihn sei der Beruf Schriftsteller ein außerordentlicher Verdienst. Er zögere bei jedem Wort, sei aber sehr zielstrebig und halsstarrig. 6 In seinen Büchern, aber auch in den Drehbüchern vermischt García Márquez Fantasie und Realität, denn durch Cesare Zavattini, einem italienischen Drehbuchautor, bekam García Márquez eine andere Sichtweise des Lebens vermittelt. Das unglaublichste und unwahrscheinlichste Ereignis wird als realer Bestandteil des Lebens betrachtet. 7 In „La Santa“ und im Film „Milagro de Roma“ wird auch genau dieser Aspekt deutlich. Heutzutage wird Gabriel García Márquez als einer der herausragenden „Boomautoren“ in der lateinamerikanischen Literatur gesehen. So macht das folgende Zitat von Roberto Herrera abschließend noch einmal seinen Ruf und seine Prominenz deutlich:
De los escritores hispanoamericanos galardonados con el Premio Nobel de la Literatura,
quizás haya sido Gabriel García Márquez el que ha tenido una carrera ascendente más
rápida, y el que ha logrado su consagración definitiva, no sólo en la América española, sino
en todo el mundo, con una sola obra fundamental: su famosísima novela Cien años de
soledad, publicada en 1967 y actualmente traducida a casi todos los idiomas del orbe. 8
5 vgl. http://www.cinelatinoamericano.org/fncl.aspx?cod=53 (25.09.2008).
6 vgl. García Márquez, Gabriel, „Autobiographische Notiz“, in: Koenigs, Tom (Hg.), Mythos und
Wirklichkeit. Materialien zum Werk von Gabriel García Márquez, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1985,
S.303-304.
7 vgl. Kaiserkern, Babette, Carlos Fuentes, Gabriel García Márquez und der Film: kritische
Untersuchung zu Geschichte und Phänomenologie des Films in der Literatur, Frankfurt am Main:
Peter Lang 1995, S.180.
8 Herrera, Roberto, „Gabriel García Márquez: el hombre“, in: Hernández de
López, Ana María (Hg.), En el punto de mira: Gabriel García Márquez, Madrid: Editorial Pliegos
1985, S. 345.
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Arbeit zitieren:
Kathrin Hanses, 2008, Zu "La Santa" von Gabriel García Márquez - Milagro en Roma, München, GRIN Verlag GmbH
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Margaret Eustella Fau, Gabriel Garcia Marquez, Unknown
Bibliographic Guide to Gabriel Garcia Marquez, 1992-2002
Nelly S. Gonzalez, Nelly Sfeir de Gonzalez
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