Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Bewegung im Leben von Kindern 5
2.1 Bedeutungsaspekte der Bewegung für die kindliche Entwicklung 5
2.2 Folgen bewegungshemmender Bedingungen 6
3. Bewegte Grundschule 7
3.3.1 Der Klassenraum 7
3.3.2 Das Sitz- und Arbeitsverhalten 7
3.3.3 Die Bewegungspause 8
3.3.4 Bewegter Unterricht 8
3.3.5 Sportunterricht 8
3.3.6 Außerunterrichtliche Bewegungsangebote 9
3.3.7 Der Schulhof - Die Pausengestaltung 9
4. Projekt: „Mehr Bewegung auf dem Schulhof. Planen- Gestalten- Spielen.“ 10
4.1 Das Projektverständnis nach Gudjons 10
4.2 Darstellung der Projektplanung 12
4.2.1 Ideen sammeln 12
4.2.2 Gespräch mit der Schulleitung 14
4.2.3 Spendenaktion 16
4.2.4 Der Aktionstag 19
4.2.5 Umsetzung 20
4.3 Konzeption der Schulhofumgestaltung 21
4.4 Ist das Projekt „wirklich“ ein Projekt? 22
5. Schlusswort 24
6. Literatur 25
2
1. Einleitung
„Früher war alles anders!“
Diese Beobachtung machen heute viele ältere Menschen, aber auch Erzieherinnen, Lehrerinnen und Lehrer. Die Gründe sind vielfältig und liegen außer in familiären Veränderungen auch in gesellschaftlichen und sozial- ökologischen Strukturen. Kindheit befindet sich in einem stetigen Wandel, der vor allen Dingen in den letzten Jahrzehnten so rasch abgelaufen ist, wie nie zuvor. Besonders auffällig finde ich hierbei, dass sich die Wissenschaft häufig an den negativen Veränderungen von Kindern orientiert und sowohl die Stärken als auch die Vorteile der veränderten Gesellschaft außer Acht lässt oder ins Abseits rückt.
Spricht man von veränderter Kindheit, so spricht man von veränderten Familienstrukturen in denen die Kinder teilweise schon seit der Geburt nur mit einem Elternteil aufwachsen, die Scheidung ihrer Eltern im Kindesalter hautnah miterleben müssen oder anschließend in einer Patchworkfamilie aufwachsen.
Spricht man von veränderter Kindheit, so spricht man auch von beengten Wohnverhältnissen in denen den Kindern keine Spiel- und Bewegungsräume zur Verfügung stehen und somit keine ausreichende Bewegung im Kindesalter gewährleistet werden kann. Der Alltag der Kinder verlagert sich von draußen nach drinnen. Wurde früher die nähere Umgebung oder die Straße als Spiel- und Erlebnisraum genutzt, ist es für die Kinder in der heutigen Zeit zumeist die elterliche Wohnung.
Daraus wiederum folgt, dass durch den ansteigenden Bewegungsmangel und die einseitige Ernährung viele Kinder an Übergewicht leiden, ebenso Herz- Kreislauf- Schwächen, Haltungs- und Koordinationsschwächen auftreten. Betrachtet man diese Darstellung so fällt ein Kreislauf auf, der sich durch das Leben der Kinder ziehen kann, die keine Gelegenheit zur Bewegung haben oder keine Freude daran finden. Kinder, die sich nicht ausreichend bewegen, können gesundheitliche Probleme bekommen und gesundheitliche Probleme führen wiederum zu Schwierigkeiten sich zu bewegen, somit zu Unlust an der Bewegung und einhergehendem Motivationsverlust. Denkt man an „Verhäuslichung“, wie die neue Wohnsituation gerne in der Wissenschaft betitelt wird, spielt die Nutzung der Medien in fast jedem Haushalt eine große Rolle. Kinder verbringen heute leider einen Großteil ihrer Freizeit vor dem Fernseher, der durch seine domestizierende Funktion sie dazu zwingt, in der Wohnung zu bleiben und andere Aktivitäten in den Hintergrund zu stellen. Durch die Medien Fernsehen, Computer usw. erfahren die Kinder nicht selten eine Überstimmulierung der Sinnenseindrücke wohingegen Stimmulierungen im emotionalen, sozialen und vor allen Dingen in motorischen Bereichen fehlen.
Einen letzten Punkt, den ich ansprechen möchte, sind die kindliche Zeiterfahrung und das kindliche Zeiterleben. Im Zuge einer steigenden Kinderfreizeitkultur wird die Freizeit der Kinder neben der Schule meist von den Eltern häufig für mehrere Tage in der Woche fest verplant, sodass den Kindern schon früh das Gefühl vertraut wird, keine Zeit zu haben. Eine verplante
3
Freizeit (Musik- und Englischunterricht usw.) erhöht den „Freizeitstress“ und ist keine günstige Möglichkeit dem Bewegungsmangel entgegenzuwirken, wenn es sich nicht um sportliche Freizeitaktivitäten handelt.
Die Bewegte Schule hat somit die Aufgabe, den Folgen der veränderten Kindheit zu begegnen und ihren negativen Auswirkungen entgegenzuwirken. Hauptsächlich soll eine Bewegte Schule jedoch auch vorbeugen und die Kinder für die große Bedeutung von Bewegung für ihre Gesundheit sensibilisieren.
Im folgenden Teil soll vorerst die große Bedeutung von Bewegung verdeutlicht werden, wobei im Anschluss die Aspekte und Inhalte einer Bewegten Schule aufgezeigt und erläutert werden. Außerdem soll das Projekt:
skizziert werden, welches zu einer optimalen Pausenhofgestaltung und somit einer bewegungsreichen Pause führen würde.
Um am Ende der Arbeit klären zu können, ob unser Projekt „wirklich“ ein Projekt ist, möchte ich vor der Projektdarstellung den Projektbegriff Gudjons erläutern.
Als Ziele dieses Projekts sehe ich zum einen die Erhebung der derzeitigen Schulhofstruktur undnutzung aus Sicht der Kinder und Lehrerinnen, um eine Basis für die Umgestaltung zu schaffen. Außerdem die Erarbeitung von Umgestaltungsideen, die den tatsächlichen Bedürfnissen und Wünschen der Kinder entsprechen, wobei ich das direkte Einbeziehen aller Kinder in den Planungsprozess als sehr wichtig erachte, um das Verantwortungsgefühl für den Schulhof zu wecken und zu stärken.
Wenn ich in der folgenden Arbeit von dem Projekt spreche, meine ich in erster Linie die Organisation des Aktionstages als Basis für den Umbau des Schulhofes.
Das Projekt wurde von 4 weiteren Kommilitoninnen und mir im Rahmen des Seminars „Projektunterricht. Konzepte und Unterrichtsbeispiele“ im Grundsatz erarbeitet und ausgedacht und somit nie zuvor genau auf diese Weise an einer Schule durchgeführt. Trotz gemeinschaftlicher Erarbeitung werde ich eigene Schwerpunkte setzen und das Projekt an gewissen Stellen verändern, sodass meine Darstellung von der der anderen abweichen kann.
4
2. Bewegung im Leben von Kindern
Warum ist Bewegung im Kindesalter wichtig?
2.1 Bedeutungsaspekte der Bewegung für die kindliche Entwicklung
Bewegung ermöglicht differenzierte Wahrnehmungen und vielfältige Erfahrungen Wahrnehmungen werden als Prozesse der subjektiven Informationsaufnahme und der Verarbeitung bezeichnet. Sie vermitteln dem Kind Kenntnisse über sich selbst und deren Umwelt. Wahrnehmungen können dabei beeinflusst werden von Gefühlen, Erwartungen, Motivationen usw. Dabei ist es für die kindliche Entwicklung von besonderer Bedeutung Erfahrungen aus erster Hand zu machen. Gerade Spiel- und Bewegungssituationen bieten vielfältige Handlungsgelegenheiten, wodurch die Kinder unmittelbar durch und mit ihren Bewegungen Erfahrungen mit und über ihren Körper machen können (vgl. Grupe 1992, 27).
Bewegung hilft beim kognitiven Lernen
Unter kognitivem Lernen wird die Aneignung von Wissen mittels Lernstrategien verbunden. Wie eben erwähnt, bildet die Grundlage jeglichen Lernens ein gut ausgeprägtes Wahrnehmungssystem. Da die Wahrnehmung durch Bewegung gefördert wird, kann davon ausgegangen werden, dass die Bewegung den Lernprozess unterstützt. Dabei ist zu beachten, dass Wissen umso länger gespeichert werden kann, je mehr Kanäle für die Wahrnehmung genutzt werden (vgl. Zimmer 1996, 30). Wird also der „Bewegungssinn“ während dem Lernen angesprochen, kann das Kind auf zusätzliche Informationen zurückgreifen. Betrachtet man psychologische Aspekte so kann zusammenfassend gesagt werden, dass bewegungseingeschränkte Tätigkeiten oft zu Ermüdung und damit verbundenen Denk- und Konzentrationsschwierigkeiten führen können, wohingegen leichte Bewegungen helfen diese Erscheinungen zu überwinden.
Bewegung fördert das soziale Lernen
Bewegungs- und Spielsituationen können aus verschiedenen Gründen vielfältige soziale Lernmöglichkeiten (gewünschte soziale Eigenschaften und Fähigkeiten) bieten. Die meiner Meinung nach drei wichtigsten sollen an dieser Stelle genannt werden. Bewegungssituationen sind Gelegenheiten für soziale Begegnungen bei denen Kontakte geknüpft werden, aber auch die Fähigkeit entwickelt wird, sich verbal und nonverbal verständlich zu machen und andere zu verstehen.
Bewegungssituationen erfordern oft gegenseitige Hilfe, Akzeptanz und Toleranz. Bewegungsziele können oft nur durch gemeinsames Handeln erreicht werden und erfordern Interaktionen, wie die Bewältigung von Konflikten, das Treffen und Akzeptieren sozialer Vereinbarungen usw. (vgl. Müller 1999, 22)
5
Bewegung als Voraussetzung für die motorische und gesunde körperliche Entwicklung Die kindliche Entwicklung kann in die motorische und die körperliche Entwicklung unterteilt werden.
Die motorische Entwicklung umfasst dabei alle Prozesse der Steuerung und Kontrolle von Haltung und Bewegung und deren lebensalterbezogenen Veränderungen (vgl. Singer/Bös 1994, 19). Dabei können Bewegungshandlungen vor allen Dingen Veränderungen bezüglich der motorischen Fähigkeiten (konditionelle und koordinative Fähigkeiten und der Beweglichkeit), aber auch der motorischen Fertigkeiten (Grundformen der Bewegung wie Gehen, Laufen, Springen, Werfen usw.) bewirken.
Die körperliche Entwicklung bezieht sich auf qualitative und quantitative Veränderungen des Körpers (vgl. Crasselt 1994, 106).
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass regelmäßige und entsprechend dosierte Bewegungsreize zu Anpassungsvorgängen im Herz-Kreislauf-System sowie im Atmungssystem führen können. Genauer gesagt, kann eine regelmäßige Bewegung die Hirndurchblutung steigern, wodurch es zur verbesserten Sauerstoffversorgung und erhöhten Energiebereitschaft im Gehirn kommt, außerdem werden die Funktionen der Gehirnzellen optimiert usw.
Zusammenfassend ist der Anspruch zu formulieren: Kinder müssen sich bewegen!
2.2 Folgen bewegungshemmender Bedingungen
Blickt man auf Punkt 1 dieser Arbeit zurück, wird deutlich, wie viele Faktoren das Bewegungsverhalten der Kinder in der heutigen Zeit hemmen können. An dieser Stelle möchte ich skizzenhaft darstellen, welche Auswirkungen ein solch reduziertes Bewegungsverhalten haben kann.
Bei einer Vielzahl von Kindern sind Wahrnehmungsstörungen festzustellen. Diese äußern sich vor allen Dingen in Unkonzentriertheit und im nicht mehr zuhören können. Außerdem können Störungen im sozialen Verhalten auftreten. Diese äußern sich unter anderem in ausgeprägter Ich-Bezogenheit, Einzelgängertum, Streitlust, aggressivem Verhalten oder Kontaktproblemen.
Die Unterdrückung des Bewegungsbedürfnisses kann außerdem zu Erregungs- oder Gefühlsstauungen und dadurch zu erheblicher Reizbarkeit, zu starken
Stimmungsschwankungen usw. führen.
Außerdem können Koordinationsschwächen, motorische Unruhe oder ungesteuerte Motorik wahrgenommen werden.
6
3. Bewegte Grundschule
Zahlreiche Schulen haben versucht ihre pädagogische Arbeit neu auszurichten und sich dadurch auf veränderte Lernvoraussetzungen und Lebensvorstellungen der Kinder besser einzustellen. In zahlreichen Veröffentlichungen in Fachzeitschriften oder Büchern stößt man auf den Begriff der Bewegten Schule. Eine allgemeingültige Definition konnte ich in der Literatur noch nicht finden, allerdings könnte man sagen, dass sich hinter diesem Begriff unterschiedliche Ideen eines neuen Schulkonzeptes verbergen, welches mehr Bewegung in die Schule bringen möchte. Da unterschiedliche Konzepte von unterschiedlichen Autoren entwickelt wurden, werde ich nicht einzelne Modellentwürfe vorstellen, sondern die meines Erachtens wichtigen Merkmale einer bewegungsfreudigen Schule zusammenstellen und inhaltlich beschreiben.
3.3.1 Der Klassenraum
Das übergeordnete Ziel bei einer Umgestaltung der Räume sollte die Schaffung von anregenden Bewegungsräumen sein, die das Sich- Bewegen herausfordern. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass Räume geschaffen werden in denen sich die Kinder angenommen fühlen und eine wohnliche Atmosphäre herrscht. Der Raum soll den Kindern die Möglichkeit bieten sich frei zu bewegen und unterschiedliche Lernhaltungen einzunehmen. Dafür wären mobile Sitzmöbel hilfreich und eine eventuelle Unterteilung in Lese-, Kuschel- oder Experimentierecke.
3.3.2 Das Sitz- und Arbeitsverhalten
Ein bewegter Unterricht soll der Tatsache entgegenwirken, dass Lernen nur im Sitzen stattzufinden hat. Das monotone lang andauernde Sitzen soll durch aktives dynamisches Sitzen ersetzt werden. Dabei ist es wichtig im Laufe des Tages verschiedene Sitzpositionen einzunehmen und auf verschiedene Sitzmöglichkeiten zurückzugreifen (Bälle, Säcke, Würfel etc.).
2 http://www-cgi.uni-regensburg.de/Einrichtungen/Sportzentrum/isw/files/koe_15.pdf
7
Arbeit zitieren:
Sabrina Spahr, 2008, Eine Bewegte Grundschule als Antwort auf die veränderte Kindheit, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Pädagogik / Erziehungswissenschaften: neuer Titel erschienen: Eine Bewegte Grundschule als Antwort auf die veränderte Kindheit
Sabrina Spahr hat einen neuen Text hochgeladen
Bewegte Schule! Spiele und Übungen für die 1./2. Klasse
Bewegung, Entspannung und Konz...
Stephan Zopfi
Bewegte Schule! Spiele und Übungen für die 3./4. Klasse
Bewegung, Entspannung und Konz...
Stephan Zopfi
Bewegte Schule - Anspruch und Wirklichkeit
Grundlagen, Untersuchungen, Em...
Regensburger Projektgruppe
Veränderte Kindheit: Konsequenzen für die Lehrerbildung
Andreas Hartinger, Rudolf Bauer, Rudolf Hitzler
Die "Bewegte Schule" auf dem Weg in die Praxis
Theoretische und empirische An...
Ansgar Thiel, Hilke Teubert, Christa Kleindienst-Cachay
Bewegungskonzepte in der ganzt...
Aline Becker, Matthias Michel, Ralf Laging
0 Kommentare