Inhaltsverzeichnis
1. PROBLEMSTELLUNG. 1
2. ZWISCHEN WUNSCH UND WIRKLICHKEIT 2
2. 1 DER WUNSCH DER JUGENDLICHEN EINE DUALE AUSBILDUNG ZU ABSOLVIEREN. 2
UND DIE REALISATION DIESES WUNSCHES. 2
2.1 1 DIE BERUFLICHEN PLÄNE VON JUGENDLICHEN. 2
2.1. 2 REALISIERTE PLÄNE DER JUGENDLICHEN. 3
2.1.3 DER WUNSCHBERUF : WER UND WIE VELE JUGENDLICHE VERFOLGEN MIT IHRER
AUSBILDUNG NUN AUCH IHREN BERUFSWUNSCH? 5
2.1.4 KEIN AUSBILDUNGSPLATZ, UND JETZT? 5
2. 2 WENN DIE NACHFRAGE UNGLEICH DEM ANGEBOT IST. 6
2.2.1 FORDERUNGEN DER UNTERNEHMEN: AUSBILDUNGSREIFE - DIE UNENDLICHE
WUNSCHLISTE. 6
2.2.2 WAS ARBEITGEBER BIETEN 7
2.3 BERUFSWAHLKRITERIEN: WORAUF JUGENDLICHE BEI DER WAHL EINES BERUFES ACHTEN 8
3. DIE „BERUFSBERATER“ DER JUGENDLICHEN 9
3.1 ELTERN. 99
3.2 PEERGROUPS. 111
3.3 SCHÜLERPRAKTIKUM UND SCHULE 111
3.4 PROFESSIONELLE BERUFSBERATUNG. 122
4. DIE BEDEUTUNG DER BERUFSBEZEICHNUNG 133
5. SCHLUSSBETRACHTUNG UND AUSBLICK. 144
6. QUELLENVERZEICHNIS III
7. ANHANG. V
II
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Übereinstimmung von Wunsch- und Ausbildungsberuf
Abbildung 2: Übereinstimmung von Wunsch und Ausbildungsberufen (2006):
Geschlechterspezifisch
Abbildung 3: Zusammenhang zwischen Schulabschluss und Erreichen des
Ausbildungswunsches (2006)
Abbildung 4: Statusverteilung nach dem Verlassen der allgemein bildenden Schule
Abbildung 5: Kriterien zur Ausbildungsreife
Abbildung 6: Berufswahlkriterien von Jugendlichen
Abbildung 7: Wahrgenommene Attraktivität einiger Berufe
III
1. PROBLEMSTELLUNG
„Ausbildungsbilanz 2007: mehr Ausbildungsstellen, weniger unversorgte Bewerber“ verkündete die Bundesregierung Anfang diesen Jahres auf ihrer Webpage. 1 Diese Neuigkeiten klingen zuerst einmal positiv: 10.400 mehr betriebliche Ausbildungsplätze machen den Jugendlichen Hoffnung. Doch immer noch gibt es wesentlich mehr Ausbildungssuchende als Ausbildungsstellen angeboten werden. Die Ausbildungsplatzlücke belief sich im Jahr 2007 auf 187.520. Damit ist im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang der Lücke festzustellen, allerdings darf nicht vergessen werden, dass auch die Schülerzahl im Vergleich zum Vorjahr um 114000 gesunken ist. 2
Die bestehende Ausbildungsplatzproblematik lässt die pessimistische Stimmung auf dem Arbeitsmarkt bereits erahnen: Auf der einen Seite haben die Arbeitgeber extrem hohe Anforderungen an ihre Auszubildenden und sind mit den Bewerbern immer häufiger unzufrieden, auf der anderen Seite sitzen verzweifelte, ängstliche Jugendliche, die das Gefühl haben, den Anforderungen kaum gerecht werden zu können. „Generation kann nix“ 3 , „Unternehmen klagen über schlechte Schüler“ 4 oder „Arbeitgeber halten Jugend für zu dumm“ 5 titeln populäre deutsche Zeitungen und demonstrieren so die Einstellung der Gesellschaft und Unternehmen gegenüber der heutigen Jugend. Dabei wäre es besonders wichtig, das Potential der heutigen Jugend effektiv zu nutzen und die jungen Menschen zu entsprechenden Fachkräften auszubilden: Die demographisch rückläufige Anzahl junger Menschen wird in einen Fachkräftemangel münden, der schon bald zu erheblichen Problemen führen wird. Die eben genannten Aspekte machen die Berufswahl für die Jugendlichen zu einer noch schwierigeren psychischen Last, als sie dies ohnehin schon ist: Sie sollen sich in einer unübersichtlichen Fülle an beruflichen Möglichkeiten zu Recht finden um für sich den passenden Beruf herauszupicken. Doch Globalisierung und technischer Fortschritt, die zu einer rasanten Marktdynamik geführt haben, erfordern heutzutage die Bewältigung von wesentlich vielfältigeren Aufgaben in den verschiedenen Berufen. Die Komplexität der Aufgaben in den einzelnen Berufen nimmt ständig zu.
All diese Faktoren üben einen unglaublichen Druck auf die Jugendlichen bei der Berufssuche aus, die sich der Tragweite ihrer Entscheidung für einen Beruf durchaus bewusst sind 6 .
Im Folgenden wird zuerst betrachtet, wer und wie viele (anteilig) Jugendliche überhaupt ihren Wunsch nach einem Ausbildungslatz erfüllt bekommen und wie häufig dieser Ausbildungsplatz dann auch dem Wunschberuf entspricht. Anschließend wird das Augenmerk auf die
1 RegierunggOnlinee
2 JugendVerdi,,S.11
3 DieeWelttOnlineevomm21..Aprill200444
4 BilddZeitunggvomm10.05.20055
5 TAZZonlineevomm16.02.20055
6 Tschöpe//Witzki,,S.500
11
hohen Anforderungen der Unternehmen an die Bewerber, die Qualität einiger Ausbildungsstätten sowie die Berufswahlkriterien der Jugendlichen gelenkt: Schließlich haben auch sie Anforderungen an ihren Beruf. Abschließend werden die Einflussfaktoren bei der Berufswahl der Jugendlichen, die ‚Berufsberater‘ der heutigen Zeit sowie der Einfluss der Berufsbezeichnung auf Berufswähler genauer unter die Lupe genommen.
2. ZWISCHEN WUNSCH UND WIRKLICHKEIT
2. 1 DER WUNSCH DER JUGENDLICHEN EINE DUALE AUSBILDUNG ZU ABSOLVIEREN UND DIE REALISATION DIESES WUNSCHES 7
Nach dem Beenden der schulischen Laufbahn stellt sich für jeden Jugendlichen, egal welche Schulform er zuvor besucht hat oder welchen Alters er ist, die Frage nach der beruflichen Zukunft. Dabei glauben immer weniger Jugendliche daran, ihre beruflichen Vorstellungen verwirklichen zu können: 2006 waren es noch 50% der Hauptschüler, 57% der Realschüler und 65% der Gymnasiasten (Daten aus der Shell-Jugendstudie 2006). Besonders bei den Hauptschülern ist die Zuversicht in den letzten Jahren massiv zurück gegangen. Außerdem wächst die Furcht vor Arbeitslosigkeit, wobei dieser Anstieg bei höheren Schulabschlüssen geringer ist als bei niedrigeren Schulabschlüssen. 8
2.1 .1 DIE BERUFLICHEN PLÄNE VON JUGENDLICHEN
7 alleeDatenn&&AbbildungennsinddausdemmBerufsbildungsbericht2007,,S..59976,,soweittnichttanderssgekennz.
8 Langness,,Anja//Leven,,Ingo//Hurrelmann,Klauss(2006),,S.711766
22
Die Schulabgängerbefragung 2006 des BiBB hat (unter anderem) Folgendes ergeben: Mit 57% möchten mehr als die Hälfte aller Befragten am Ende des Schuljahres 2005/2006 eine duale Berufsausbildung beginnen. (1) Dabei unterscheidet sich das Interesse zwischen männlichen und weiblichen Jugendlichen um fast 7 Prozentpunkte. Dieser Unterschied ist mit dem unterschiedlichen Interesse der Geschlechter zu begründen: Weibliche Jugendliche streben häufig höhere Abschlüsse an; so beginnen sie nach der Schulzeit eher ein Studium, eine andere Berufsausbildung (beispielsweise im Öffentlichen Dienst) oder aber erweitern ihre Kompetenzen durch einen höheren allgemein bildenden Schulabschluss. (2) Schulabsolventen aus den neuen Bundesländern haben ein größeres Interesse an einer dualen Ausbildung als ihre Kameraden aus den alten Bundesländern (62,9% in den alten Bundesländern im Gegensatz zu 55,5% in den neuen Bundesländern). In den alten Bundesländern wechseln die Schüler nach ihrem ersten Schulabschluss eher auf eine allgemein bildende und berufliche oder berufliche Vollzeitschule um ihre Einstiegschancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern.
(3) Bei dem Wunsch nach einer dualen Ausbildung spielen die Migrationshintergründe keine Rolle, d.h. für Jugendliche mit Migrationshintergrund scheint eine duale Ausbildung genauso attraktiv wie für Jugendliche ohne Migrationshintergrund (~ 57%). Dagegen streben Jugendliche ohne Migrationshintergrund viel häufiger ein Studium an als die andere Gruppe. Grund hierfür könnte unter anderem die fehlende Zugangsberichtigung für die Hochschule aufgrund niedrigerer Schulabschlüsse sein.
(4) Betrachtet man nur die Absolventen von Hauptschule, Realschule und Gymnasium, kann man sagen, dass mit zunehmendem Schulabschluss, das Interesse an einer dualen Ausbildung sinkt. Ein Gymnasiast hat beispielsweise wesentlich mehr Möglichkeiten bei der Wahl der Berufsausbildung als ein Hauptschüler. Auffällig ist jedoch, dass mittlerweile fast ein viertel (22,5%) der Gymnasialabsolventen Interesse an einer dualen Ausbildung haben. Im Jahr 2006 waren dies ‚nur‘ 17,1%.
2.1. 2 REALISIERTE PLÄNE DER JUGENDLICHEN
Vergleicht man die beruflichen Pläne der Jugendlichen mit den realisierten Berufswegen, so lässt sich insgesamt festhalten, dass lediglich 32,8% der befragten Jugendlichen auch wirklich zum nächstmöglichen Termin nach Schulabschluss eine duale Ausbildung begonnen haben. Geplant hatten es dagegen 57%. Allerdings hat sich die Einmündungsquote der Jugendlichen in das duale Ausbildungssystem mit 32,8% im Vergleich zum Vorjahr (28,0%) erhöht. Die gestiegene Anzahl der realisierten dualen Ausbildungen ist unter anderem der gestiegenen Anzahl abgeschlossener Ausbildungsverträge zu verdanken.
33
(1) Entsprechend den bereits beschriebenen Unterschieden zwischen weiblichen und männlichen Jugendlichen haben 2006 mehr männliche als weibliche Jugendliche eine Ausbildung begonnen.
(2) Ebenfalls sind entsprechend den Erwartungen mehr Jugendliche der neuen Bundesländer in eine duale Ausbildung eingetreten als ihre Kameraden aus den alten Bundesländern. (3) Drastische Unterschiede treten bei Jugendlichen mit und Jugendlichen ohne Migrations-hintergrund auf: Hatten doch beide Gruppen gleichermaßen eine duale Ausbildung angestrebt, können die Jugendlichen mit Migrationshintergrund den Wunsch nach der dualen Ausbildung offensichtlich seltener realisieren (nur 27,4% im Vergleich zu 34,2% ohne Migrati-onshintergrund).
(4) Vergleicht man bei den Schultypen die Einstiegsquoten in eine duale Ausbildung mit denjenigen aus dem Vorjahr, so ist festzustellen, dass mittlerweile mehr Absolventen mit höherem Schulabschluss, beispielweise 15,4% aus dem Gymnasium, eine duale Ausbildung beginnen als noch vor einem Jahr (8,4%). Hauptschüler haben offensichtlich auch schlechtere Chancen dem Wunsch einer dualen Ausbildung nachzukommen: Nur 35,7% Jugendliche -im Vergleich zu 69,9% ‚Planenden‘- realisierten ihr Vorhaben (somit realisierten nur ungefähr die Hälfte aller Hauptschüler ihren Plan bezüglich der dualen Ausbildung). Bei den Gymnasiasten sind es 22,5% die eine duale Ausbildung planten und 15,4%, die anschließend auch wirklich eine Ausbildung machen (hier realisieren 68% der Gymnasiasten ihren Plan, eine duale Berufsausbildung zu absolvieren). Die große Auswahl an Auszubildenden (wie aus Punkt 2.1 ersichtlich) und die als höherwertig gesehenen Fähigkeiten der Gymnasiasten gehören zu den Gründen, die den Hauptschülern das Leben bei der Verwirklichung ihrer beruf-
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Arbeit zitieren:
Susanne Metzger, 2008, Zwischen Wunsch und Wirklichkeit, München, GRIN Verlag GmbH
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