Inhaltsverzeichnis Seite
1. Einleitung. 3
2. Begriffsdefinition ,,Hinduismus. 4-5
3. Innerfamiliäre Struktur. 5
3.1 Wichtigkeit der Familie. 5-8
3.2 Zusammenleben in der Großfamilie. 8-9
3.3 Autorität in der Familie und in der Gesellschaft. 9-10
3.4 Die Stellung und die Rolle der Frau. 11-12
3.5 Die Stellung und die Rolle des Vaters. 12-13
3.6 Heirat. 13-15
4. Kastensystem in der Gesellschaft. 15-17
5. Religiöses Leben der Inder. 17-18
6. Einfluss des Westens. 18-19
7. Resümee. 19-20
8. Literaturverzeichnis. 20
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1. Einleitung
In der postmodernen Zeit spielt die Familie eine immens wichtige Rolle in der Gesellschaft. Tugenden beziehungsweise Charaktereigenschaften wie
Barmherzigkeit, Freundlichkeit, Liebe, Verantwortung und Altruismus erwirbt jedes Individuum zuerst einmal im Familienleben. Aus dieser Erkenntnis lässt sich resultieren, dass die Glückseligkeit der Gesellschaft von der Glückseligkeit der Familie abhängt. 1 Es ist mittlerweile unumstritten, dass die Art der Familienstruktur je nach Ort, Tradition, Kultur und Religion bedingt ist. Demnach muss man den Begriff ,,Familie“ kontextuell betrachten und permanent die von mir erwähnten Komponenten in den Vordergrund ziehen. Es gibt im wahrsten Sinne des Wortes hochgradige Unterschiede zwischen der okzidentalen und der orientalischen Familie hinsichtlich der innerfamiliären Struktur und der Lebensform. In der vorliegenden Arbeit wird nicht auf die Unterschiede zwischen der okzidentalen und orientalischen Familie eingegangen. Vielmehr wird die indische Familie in den Vordergrund gestellt und thematisiert. Es werden weiterhin die typischen Merkmale einer indischen beziehungsweise hinduistischen Familie wiedergegeben und dies ist schließlich eine ideelle Chance für den Leser, sich einen Eindruck von einer orientalischen Familienstruktur, die ja teils von der hinduistischen Kultur geprägt ist, zu verschaffen.
Die indische Familie lässt sich aus vielen Faktoren zusammensetzen, daher werde ich in der vorliegenden Arbeit auf grundlegende Themen eingehen, die von Bedeutung sind. Zunächst einmal wird die innerfamiliäre Struktur verdeutlicht und dazu gehören Komponenten wie ,,die Wichtigkeit des Zusammenhalts, Solidarität und Liebe“, ,, die Rolle des Vaters und der Mutter im Familienleben“, und ,, Heirat“. Außerdem wird meinerseits die Bedeutsamkeit von Religion, die ja in Form von Befolgung von spezifischen Riten erfolgt, thematisiert. Viel wichtiger ist jedoch die Frage, inwieweit der Hinduismus das alltägliche Leben der Inder beeinflusst? Aufgrund der Globalisierung und der sehr rapiden technologischen Entwicklung hat sich die Welt mittlerweile zu einem globalen Dorf umgewandelt. Es ist Faktum, dass die westliche Kultur in aller Welt ihren Zugang gefunden hat.
1 Erdil, Kemalettin; Aile Okulu, Dizgi Verlag, Ankara 1999, S. 19 3
Es stellt sich demnach die Frage, ob der Westen auch den Hinduismus beziehungsweise die Inder beeinflusst hat? Auf diese Fragen wird jedoch im Laufe der Hausarbeit eingegangen.
2. Begriffsdefinition ,,Hinduismus“
Es ist von sehr großer Wichtigkeit, dass man sich, bevor man den Hinduismus und seine Wirkung auf die Gesellschaft auf die Lupe nimmt, zunächst einmal den Begriff ,,Hinduismus“ definiert, mit der Absicht, einen weitreichenden Überblick von der Religion zu erhalten. 2 Terminologisch liegt der Ursprung des Begriffes Hinduismus im Namen des Flusses Indus. 3 Im Persischen heißt der Begriff Indus ,,Hindu“, und daher kommt auch der eigentliche Begriff. Hindus waren in der Hinsicht nicht von den Indern zu unterscheiden. 4 Da der Ursprung des Begriffes im Namen des Flusses liegt, sind Hindus demnach Menschen, die an dem Fluss Indus, oder in der Nähe wohnhaft waren beziehungsweise sind. 5
Es stellt sich nun die Frage, wo der Begriff ,,Hinduismus“ ihren Ursprung hat? In der Kolonialzeit fügte man dieses Wort in den Sprachgebrauch der Inder ein. Die Intention bestand demnach darin, die säkularen von den religiösen beziehungsweise traditionellen Menschen zu unterscheiden. 6 Säkulare nannte man Inder, und Menschen, die fest an ihrer Tradition, Kultur und Religion hielten, bezeichnete man als Hindu. Es gibt jedoch auch eine andere Erklärung hinsichtlich dem Entstehungsgrund des Begriffes ,, Hinduismus“. Demzufolge entstand der Begriff ,,Hinduismus“ im 19. Jahrhundert in Bengalen, wo ihn die Angehörigen der englischen East India Company einführten, nicht um die religiösen von den säkularen zu unterscheiden, sondern um die zahlreichen religiösen Sekten der Inder in einem Begriff zusammenzufassen. 7
2 Bäumer, Bettina; Hinduismus, Verlagsanstalt Tyrolia, Innsbruck 2003, S. 315
3 Bäumer, Bettina; Hinduismus, Verlagsanstalt Tyrolia, Innsbruck 2003, S. 315
4 Bäumer, Bettina; Hinduismus, Verlagsanstalt Tyrolia, Innsbruck 2003, S. 315
5 Heinrich von Stietencron; Der Hinduismus, C.H Beck Verlag, München 2010, S. 7
6 Bäumer, Bettina; Hinduismus, Verlagsanstalt Tyrolia, Innsbruck 2003, S. 315
7 Heinrich von Stietencron; Der Hinduismus, C.H Beck Verlag, München 2010, S. 7
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Was das Wesen des Hinduismus angeht, kann man sagen, dass die Religion eine vielfältige ist und viele Facetten von Lehren enthält. Heinrich von Stietencron fasst diese Vielfalt mit folgenden Worten zusammen ,, Ihre Religion umfasst die archaischen Lebensformen und Riten der in Stammesgruppen lebenden Urbewohner Indiens ebenso wie die hochentwickelten und deutlich verschiedenen theologisch- philosophischen Systeme der Vishnuiten, Shiaviten, Shaktas und Monisten.“ 8
3. Innerfamiliäre Struktur
3.1 Wichtigkeit der Familie
Wenn man die indische Familie im Gesamtkontext betrachtet, kommt man zu der Erkenntnis, dass der Begriff ,, Familie“ eine immens wichtige Rolle in der indischen Gesellschaft spielt. Sie nimmt an dem alltäglichen Leben eines Inders permanent Teil. So sehr, dass die Interessen der Familie vor denen der einzelnen Mitglieder stehen. 9 Demnach kann man zu dem Urteil kommen, dass das Familiengefüge im Zentrum eines jeden Individuums ist, und in der Seele tief verankert ist. 10 Man muss jedoch auch erwähnen, dass die Familie nicht nur im Familienleben eine bedeutende Rolle spielt, sondern auch im gesellschaftlichen Leben. 11 Um diese Erkenntnis zu präzisieren, kann man ein vortreffliches Beispiel zur Erwähnung bringen. Der Ruf eines Individuums in der Gesellschaft hängt von dem Ansehen der Familie ab. Die persönlichen Erfolge, die man erzielt, sind hinsichtlich des Wertes des Menschen irrelevant. 12 Man kann dies ebenfalls mit folgenden Worten thematisieren. Die Familie prägt sowohl das Individuum als auch seinen Stellenwert in der Gesellschaft. 13
8 Heinrich von Stietencron; Der Hinduismus, C.H Beck Verlag, München 2010, S. 82
9 Ritter, Maren; Hinduismus in Indien, Grin Verlag, Frankfurt am Main 2000, S. 4
10 Ritter, Maren; Hinduismus in Indien, Grin Verlag, Frankfurt am Main 2000, S. 4
11 Kakar, Katharina; Die Inder, C.H Beck Verlag, München 2006, 3. Auflage, S. 16
12 Kakar, Katharina; Die Inder, C.H Beck Verlag, München 2006, 3. Auflage, S. 16
13 Kakar, Katharina; Die Inder, C.H Beck Verlag, München 2006, 3. Auflage, S. 16
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Katharina Kakar drückt die Importanz der Familie im indischen Leben folgendermaßen aus ,, Individueller Erfolg oder Misserfolg bekommen entsprechend erst im ,,familiären Kontext“ Sinn.“ 14
Ein anderes Beispiel unterstützt beziehungsweise untermauert die Aussage, dass die Qualität eines Individuums von dem Ruf der Familie abhängt und nicht getrennt betrachtet werden darf. Ausdrücke wie ,, Wie kann sich der Sohn der Familie X nur so benehmen?“ 15 oder ,, Natürlich musste aus ihr etwas werden, sie ist schließlich die Tochter der Familie Y.“ 16 zeigen eindeutig, dass das Leben der Inder sowohl im Familienleben als auch im Gesellschaftsleben Familienzentrisch abläuft.
Nachdem die Bedeutung beziehungsweise die Importanz der Familie im indischen Leben geschildert wurde, stellt sich nun die Frage, wie das Verhältnis der Familienangehörigen zueinander ist? Wie auch in jeder beliebigen Familie der Fall ist, gibt es auch innerhalb der indischen Familie Streitigkeiten, die jedoch durch den starken Zusammenhalt und Harmonie besänftigt werden. 17 Das Besondere in der Hinsicht ist jedoch, dass diese Streitigkeiten, die schließlich eine negative Wirkung bei den Familienangehörigen hinterlassen, nicht in die Außenwelt ausgestrahlt werden. 18 Man kann jedoch nicht zu dem Schluss kommen, dass indische Familien geprägt sind von Streitigkeiten. Ganz im Gegenteil, da Familienangehörige sehr eng aneinander gebunden sind, herrscht somit eine Lebenskraft. 19 Zu der Frage, wie die Lebenskraft beziehungsweise die Lebensenergie gewonnen wird, kann man sagen, dass der Zusammenhalt zwischen den Familienangehörigen dies ermöglicht. 20 Da die physische und psychische Bindung bei Indern sehr stark geprägt ist, wohnen Eltern, Kinder, Onkeln, Tanten, Vettern und Kusinen zusammen, und stellen somit sowohl materielle als auch immaterielle Einheit dar. 21
14 Kakar, Katharina; Die Inder, C.H Beck Verlag, München 2006, 3. Auflage, S. 16
15 Kakar, Katharina; Die Inder, C.H Beck Verlag, München 2006, 3. Auflage, S. 16
16 Kakar, Katharina; Die Inder, C.H Beck Verlag, München 2006, 3. Auflage, S. 16
17 Kakar, Katharina; Die Inder, C.H Beck Verlag, München 2006, 3. Auflage, S. 13
18 Kakar, Katharina; Die Inder, C.H Beck Verlag, München 2006, 3. Auflage, S. 13
19 Kakar, Katharina; Die Inder, C.H Beck Verlag, München 2006, 3. Auflage, S. 13
20 Kakar, Katharina; Die Inder, C.H Beck Verlag, München 2006, 3. Auflage, S. 16
21 Kakar, Katharina; Die Inder, C.H Beck Verlag, München 2006, 3. Auflage, S. 13 6
Arbeit zitieren:
Student Fatih Kilic, 2011, Hinduismus - Die indische Familie, München, GRIN Verlag GmbH
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