Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 1
2. Grundlagen des Logistik-Controllings. 1
2.1. Logistik: Definition, Aufgaben und Ziele 1
2.2. Controlling: Definition, Aufgaben und Ziele 3
3. Logistik-Controlling 5
3.1. Definition 5
3.2. Aufgaben und Ziele 5
3.2.1. Strategische Aufgaben 6
3.2.2. Operative Aufgaben 7
3.3. Ablauf und Instrumente des Logistik-Controlling 7
3.3.1. Logistische Kosten- und Leistungsrechnung 7
3.3.1.1 Begriff und Arten von Logistikkosten 8
3.3.1.2 Begriff und Arten von Logistikleistungen 8
3.3.1.3 Notwendigkeit und Aufgaben der logistischen Kosten- und
Leistungsrechnung 9
3.3.2. Logistik Budget 9
3.3.3. Logistik Kennzahlen 9
3.4. Probleme des Logistik-Controlling 10
4. Schlussbetrachtung und Ausblick 11
Literatur - und Quellenverzeichnis 12
- 1 - 1.Einleitung
Was haben der Bau der Pyramiden von Giseh vor über 4500 Jahren, Hannibals Feldzug über die Alpen vor über 2200 Jahren und die Berliner Luftbrücke Ende der 40ger Jahre gemein? 1 Dies alles sind historisch gesehen enorme logistische Leistungen, die in dieser Art und Weise nie ohne sorgfältige Planung, Steuerung und Koordination möglich gewesen wären. Die mittlerweile sehr gebräuchlichen und „alltagstauglichen“ Schlagwörter Logistik und Controlling haben somit ihren Ursprung in der Praxis und sind erst wesentlich später von der Wissenschaft übernommen worden.
Bereits in der Antike überquerten Warenströme Länder und Kontinente und dienten der Versorgung und dem Informationsaustausch zwischen den Imperien und Metropolen. „Handel war demnach immer Grundlage von Zivilisation.“ 2
Jedoch erst durch die heutige Entwicklung und Vernetzung der globalen Unternehmensbeziehungen in der Weltwirtschaft hat die Logistik enorm an Bedeutung gewonnen, ist als wesentlicher Erfolgsfaktor für die Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen erkannt worden und fand so ihren Weg in die Wirtschaftswissenschaften.
Neue Managementkonzepte wie Supply Chain Management, E-Business und diverse Innovationen auf dem Gebiet der Informations- und Kommunikationstechnologien hatten eine komplette Neugestaltung der unternehmensweiten Wertschöpfungssysteme zu Folge. Das Angebot an logistischen Ideen, Konzepten und Möglichkeiten ist inzwischen stark angewachsen und erscheint als nahezu grenzenlos. Nicht zu vernachlässigen ist aber bei all den Innovationen und Möglichkeiten die Sicherstellung einer entsprechenden Transparenz der Logistikkosten und Logistikleistungen.
An dieser Stelle knüpft das Controlling an. Logistische Aktivitäten ob über Land, zu Wasser oder in der Luft müssen mit Hilfe einer guten, fundierten Informationsbasis zielorientiert geplant, gesteuert und kontrolliert werden. Die Anwendung des Controllings auf die Logistik dient der Nutzung und Ausschöpfung aller möglichen Rationalisierungspotentiale.
Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über Ziele, Aufgaben und Instrumente des Logistik-Controllings.
2. Grundlagen des Logistik-Controllings
2.1. Logistik: Definition, Aufgaben und Ziele
In der deutschsprachigen Literatur wird der Logistik-Begriff kontrovers diskutiert, da die Funktionen und Aufgaben, die der Logistik zugerechnet werden, voneinander abweichen. 3 Bliesener versteht unter Logistik, „alle Prozesse, die der Raumüberwindung und der Zeitüberbrückung sowie deren Steuerung und Regelung dienen.“ 4
Laut Duden hat der Begriff Logistik zwei Bedeutungen. Zum einen bezeichnet er das militärische Nachschubwesen, zum anderen die Gesamtheit aller Aktivitäten eines Unternehmens von der Beschaffung der Materialien bis zur Auslieferung der Fertigprodukte. 5 Oeldorf / Olfert erläutern den Begriff Logistik wie folgt: „Logistik bezeichnet das das Nachschub-, Versorgungs- und Transportwesen als Führungsaufgabe sowie die Unterhaltung aller Einrichtungen, insbesondere von Kommunikations- und Verkehrsverbindungen.“ 6
1 Vgl. Ingo Harloff: Kennzahlen im Logistikcontrolling (2008), S. 4
2 O.-E. Heiserich, Gabler Verlag (2002), „Logistik - Eine praxisorientierte Einführung“, S. 3
3 Vgl. Voegele, A. R., Logistik-Organisationssysteme, 1988, S. 17.
4 Vgl. Bliesener, Logistik-Controlling, S. 4.
5 Vgl. DUDEN, Rechtschreibung, 1996, S. 463.
- 2 -Da die Logistik als ein Konzept in der Unternehmenspraxis entstand und später erst von der Wissenschaft übernommen wurde 7 , sind die Sichtweisen der Logistik unterschiedlich, was sich auch auf einen kontinuierlichen Entwicklungsprozess zurückführen lässt. Eine Analogie zum Controlling besteht darin, dass sich die Logistik idealtypischerweise ebenfalls in vier Entwicklungsphasen unterscheiden lässt (vgl. Abb. 1). Unter anderem führen diese aufeinander aufbauenden Phasen dazu, dass nicht jeder dasselbe unter dem Begriff Logistik versteht, weil sich jedes Unternehmen in einer anderen Entwicklungsphase befindet. 8
Die erste Stufe der Logistik stellt die material- und warenflussbezogene Dienstleistungsfunktion in den Vordergrund. Dabei geht es insbesondere darum, Transporte, Umschlagsvorgänge und Lagerung (sog. TUL-Logistik) sicherzustellen und effizient zu gestalten, um damit auch Rationalisierungspotential ausschöpfen zu können. Diese Art der Logistik ist auch heute noch weit verbreitet und ist die Basis für die Versorgungssicherheit der Unternehmen. 10 Die darauf folgende Phase fokussiert sich nicht mehr nur auf die Funktion an sich, sondern stellt jetzt auch die Bedarfskoordination verschiedener Funktionsbereiche in den Vordergrund, um auch weiterhin Rationalisierungsgewinne sicherstellen zu können. Als auch dieses Rationalisierungspotential ausgeschöpft war, ging man in der dritten Phase schließlich dazu über, die Logistik als eine flussorientierte, alle dem Wertschöpfungsprozess beteiligten Funktionen eines Unternehmens, durchlaufende Funktion zu sehen. 11 Sie hat nicht mehr nur die Funktion für einen abgestimmten Material- und Warenfluss zu sorgen, sondern wird schon als Führungsfunktion gesehen, welche die Wertschöpfungskette flussorientiert gestalten soll. 12 Somit kommen, mit dem Eintritt in die dritte Phase, auf das Unternehmen erhebliche Veränderungen zu. In der derzeit letzten Phase, die Logistik als unternehmensübergreifende Flussorientierung, wird jetzt nicht mehr nur das eigene Unternehmen betrachtet, sondern vor-und nachgelagerte Stufen der Wertschöpfungskette bzw. in Liefer- und Leistungsbeziehungen
6 Oeldorf, G./Olfert, K., Materialwirtschaft, 1995, S. 341.
7 vgl. Weber, J.: Logistikkostenrechnung. Kosten-, Leistungs- und Erlösinformationen zur erfolgsorientierten Steuerung der Logistik, 2. Aufl., Berlin u.a.: Springer 2002, S. 4
8 vgl. Weber, J.: Logistik-Controlling: Stand und Entwicklungsperspektiven, a.a.O., S. 102
9 Weber, J.: Logistikkostenrechnung. Kosten-, Leistungs- und Erlösinformationen zur erfolgsorientierten Steuerung der Logistik, 2. Aufl., Berlin u.a.: Springer 2002, S. 5
10 vgl. Weber, J.: Logistik- und Supply Chain Controlling, a.a.O., S. 9
11 vgl. Weber, J.: Logistik- und Supply Chain Controlling, a.a.O., S. 9
12 vgl. Weber, J. Dehler, M. Wertz, B.: Supply Chain Management und Logistik a.a.O., S. 264
- 3 -stehenden Unternehmen mit in die Gestaltung der Logistikaufgabe einbezogen, von der Gewinnung des Rohmaterials bis zum Konsum. Dies schafft nochmals Rationalisierungseffekte, die bei nicht koordinierten Unternehmen nicht entstehen. Neben diesem ökonomischen Vorteil verschafft ein Unternehmen sich auch Wettbewerbsvorteile, indem die Reaktionszeit auf Kundenwünsche minimiert wird. Die unternehmensübergreifende Flussorientierung der Logistik wird international meist als Supply Chain Management bezeichnet. 13 Jedoch sind die Begriffe Logistik und Supply Chain Management nicht synonym zu verwenden, da es sich bei dem SCM eher um die letzte Entwicklungsstufe der Logistik handelt. Das Supply Chain Management wird als ein Konzept gesehen, dass alle Prozesse (von der Rohstoffgewinnung bis zum Konsum) vom Hersteller über den Groß-und Einzelhandel bis zum Endverbraucher koordinieren soll.
Übergreifend zu den verschieden Ausführungen kann der Logistikbegriff von Sommerer wegen seiner Umfassendheit als allgemeine Definition vorangestellt werden. Danach beinhaltet Logistik die „komplexe Planung und Steuerung des Material-, Teile-, und Erzeugnisflusses einschließlich des dazu erforderlichen Informationsflusses mit dem Ziel der Beschleunigung des Gesamtflusses und der Minimierung des Gesamtaufwandes für den Prozessdurchlauf.“ 14 In Praxis und Theorie ist man sich folglich einig, dass die Kernfunktion der Logistik in der Gewährleistung der Versorgungssicherheit besteht.
2.2. Controlling: Definition, Aufgaben und Ziele
In der Literatur wird der Begriff Controlling ebenso mannigfaltig wie der Logistikbegriff ausgelegt.
Das Wort „Controlling“ wird vom Englischen „to control“ abgeleitet und heißt demnach übersetzt: kontrollieren, regeln, beherrschen, überwachen und steuern. Das tatsächliche Aufgabengebiet ist jedoch wesentlich weiter gefasst.
Horváth beschreibt Controlling „als Subsystem der Führung, das Planung und Kontrolle sowie Informationsversorgung systembildend und systemkoppelnd ergebniszielorientiert koordiniert und so die Adaptation und Koordination des Gesamtsystems unterstützt. Controlling stellt somit eine „Unterstützung der Führung dar.“ 15
Bliesener und Preißler definieren den Controlling-Begriff als ein „funktionsübergreifendes Führungskonzept, das der Unterstützung des unternehmerischen Entscheidungs- und Steuerungsprozess durch zielgerichtete Informationser- und -verarbeitung dient. Dabei soll das Controlling durch systematische Planungsunterstützung, Kontrolle u. Koordination zur zielgerichteten Steuerung der Unternehmensaktivitäten beitragen und somit das Erreichen der Unternehmensziele sicherstellen.“ 16
13 vgl. Weber, J.: Logistik-Controlling: Stand und Entwicklungsperspektiven, a.a.O., S. 103
14 Sommerer, G, Unternehmenslogistik, 1998, S. 15.
15 Horváth, Controlling, S. 151.
16 Bliesener, Logistik-Controlling, S. 5;
17 vgl. Bliesener, Logistik-Controlling, S. 5.
Arbeit zitieren:
Natalie Zonis, 2009, Logistik-Controlling: Ziele, Aufgaben und Instrumente, München, GRIN Verlag GmbH
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