übergangen zu werden. Nach diesem sich selbst ergebenden Aspekt gab es natürlich Gründe, aus welchen die kriegführenden Mächte den Krieg begonnen beziehungsweise in diesen eingetreten waren. Diese Gründe ergaben sich wiederum aus Zielen, die sie durch den Abschluss eines Friedens erreicht wissen wollten.
Auch wenn der Kaiser und der sächsische Kurfürst den Prager Frieden möglicherweise als Basis für die Beendigung des Konflikts mit Schweden und Frankreich angesehen haben, so ist in ihm neben dem innenpolitischen Ziel, auch das bereits erwähnte Ziel der Vertreibung der fremden Mächte vom deutschen Territorium enthalten. Dies impliziert, dass die Ziele der ausländischen Mächte keine Erfüllung finden sollten, sondern dass Schweden und Frankreich sich ohne irgendwelche 'Belohnungen' aus dem Deutschen Reich zurückziehen sollten. Darüber hinaus war diese Zielstellung von deutscher Seite nicht ohne Überzeugung der ausländischen Mächte durchführbar. Schweden und Frankreich durch den Einsatz von Gewalt vom deutschen Territorium zu vertreiben war nicht möglich, da das Deutsche Reich zu einer gewaltsamen Lösung militärisch nicht in der Lage war.
Auf französischer Seite konnte dieser Aspekt des Prager Friedens nicht toleriert werden, da diese Zielsetzung den Ausschluss Frankreichs aus dem Reich bedeutet hätte und ihm damit untersagte, Bündnisse mit den Reichsständen zu schließen und Einfluss auf das Reich zu nehmen. Frankreichs Gegner in diesem Konflikt, das habsburgische Spanien, konnte bei dieser Sachlage seinen Einfluss hingegen weiter ausbauen und festigen, da Spanien mit dem deutschen Kaiser durch die Linie der Habsburger verbunden war und der Kaiser ohnehin einen Friedensschluss unter Einbeziehung Spaniens anstrebte. Hiermit kollidierte der Prager Friede mit dem Ziel Frankreichs, den habsburgischen Einfluss zurückzudrängen.
Die andere Macht, die es von deutscher Seite aus zu vertreiben galt war Schweden. Das Königreich hatte gänzlich andere Ziele als Frankreich. Ursprünglich war es in dem Konflikt von schwedischer Seite um die Vormachtstellung im Ostseeraum und um Hilfe für die deutschen Protestanten gegangen. Darüber hinaus verfolgte Schweden das Ziel, eine Entschädigung in Form territorialer und finanzieller Zugeständnisse zu erhalten. Ein weiterer wichtiger Aspekt, den das protestantische Königreich als Bedingung für einen Friedensschluss forderte, war die Wiederherstellung des politisch-konfessionellen Vorkriegszustands, also die Rückgabe der Rechte an die Protestanten, die diese vor dem Restitutionsedikt inne gehabt hatten. Der Kaiser hatte dieses mit der Aussetzung um vierzig Jahre zwar indirekt revidiert, es galt aber dennoch nicht für alle Reichsstände. Vor allem in Süddeutschland war die Amnestie bis zum Zeitpunkt des Prager Friedens von
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Anna Wengel, 2009, Warum führte der Prager Friede von 1635 nicht zur Beendigung des Dreißigjährigen Krieges?, München, GRIN Verlag GmbH
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