Inhaltsverzeichnis
Einleitung 2
1. Vorgeschichte 2
2. Der Erste Kontinentalkongress 4
2.1 Die Delegierten 4
2.2 Der Verlauf des Ersten Kontinentalkongresses 5
2.3 Die Suffolk-Resolutionen 6
2.4 Galloways „Plan of Union“ 7
3. Beschlüsse des Kongresses 8
3.1 Die „Declaration of Rights“ 8
3.2 Die „Association" 8
4. Weiterer Verlauf 9
5. Fazit 10
6. Bibliographie 11
6.1 Quellen 11
6.2 Literatur 12
Einleitung
„Ein Drittel Tories, ein Drittel Whigs, der Rest Bastards“. 1 So bezeichnete der spätere Gründungsvater der Vereinigten Staaten, John Adams, die Delegierten, die vom 5. September bis zum 26. Oktober 1774 in Philadelphia beim Ersten Kontinentalkongress tagten. Durch dieses Zitat, das nicht einmal zwei Jahre vor der amerikanischen Unabhängigkeit ausgesprochen wurde, wird deutlich, dass sich die Delegierten bei Beginn des Kongresses noch keineswegs einig darüber waren, wie sich das Verhältnis der Kolonien zu England gestalten sollte. Auf der einen Seite gab es eine - vom zitierten John Adams geführte - radikale Fraktion, die die Unabhängigkeit der Kolonien anstrebte, auf der anderen Seite stand ein konservativ royalistisches und um ein versöhnliches Verhältnis zu England bemühtes Lager.
Bevor der bekanntere Zweite Kontinentalkongress im Jahr 1775 offiziell den Kriegs-zustand mit England erklären konnte, kam es bereits zu Gefechten zwischen den amerikanischen Milizen und der englischen Armee. Wie konnten die Radikalen durch den Ersten Kontinentalkongresses so plötzlich die Führung übernehmen, während die Gemäßigten fast verstummten? Diese Arbeit soll durch eine Analyse des Ersten Kontinentalkongresses und des Konfliktes zwischen den Radikalen und den Gemäßigten eine Antwort auf diese Frage finden. Dabei wird auch kurz auf die Ereignisse vor und nach dem ersten Kongress eingegangen um seine historische Bedeutung zu ergründen.
1. Vorgeschichte
Nach der Boston Tea Party im Jahre 1773 verstärkte England den Druck auf die Kolonien, besonders auf Massachusetts. Vier „Acts“ wurden beschlossen um die Kolonien einzuschüchtern und Massachusetts zu isolieren. Diese „Acts“, auch „Intolerab-
1 Nach:Herre, Franz: Die amerikanische Revolution. Geburt einer Weltmacht. Köln 1976, S. 88.
le Acts“ bzw. „Coercive Acts“ genannt, betrafen zwar hauptsächlich Boston, lösten aber in allen Kolonien Solidaritätserklärungen und Protest aus.
Das erste Gesetz war der „Boston Port Act“. Dieses beinhaltete eine Blockade des Bostoner Hafens durch die englische Flotte. Die Blockade sollte solange bestehen, bis Massachusetts Schadenersatz für den bei der Boston Tea Party vernichteten Tee leisten würde. 2 Der „Massachusetts Government Act“ brachte bedeutende Einschnitte in die politische Selbstverwaltung und die Eigengerichtsbarkeit von Massachusetts. Die Charta von 1691 wurde praktisch aufgehoben, da der englische Gouverneur von nun an den Gouverneursrat, die Richter und sogar die Geschworenen ernennen konnte und somit „an die Stelle des Wahlprinzips das Ernennungsprinzip trat“. 3 Ferner durften die „Town Meetings“, ein Hauptbestandteil der amerikanischen politischen Selbstbestimmung, nur noch einmal ohne besondere Erlaubnis des Gouverneurs im Jahr zusammentreten. Die Eigengerichtsbarkeit von Massachusetts wurde durch den „Administration of Justice Act“ noch stärker eingeschränkt. Der Gouverneur durfte nun die Prozesse nicht nur in andere Kolonien, sondern sogar nach England verlegen. Das vierte Gesetz der „Intolerable Acts“, genauer der „Quartering Act“, betraf schließlich alle Kolonien. Die englischen Soldaten waren jetzt berechtigt, Quartiere zu requirieren, wenn keine passenden Unterkünfte vorhanden waren.
Die „Coercive Acts“ brachten die Kolonien bereits in Aufruhr. England beschloss jedoch ein weiteres Gesetz, den „Quebec Act“. Dieser stand zwar nicht in direktem Zusammenhang mit der Boston Tea Party, steigerte aber ebenfalls die anti-britische Stimmung der Kolonialisten. Quebec bekam von den Kolonien beanspruchte Gebiete im Norden des Ohio von England zugesagt, dafür wurde Quebec ein Geschworenensystem und eine Repräsentativversammlung verwehrt. Des Weiteren wurde der Katholizismus toleriert. Die Kolonien fürchteten nun, dass es ihnen ebenso wie den Kanadiern ergehen könnte. 4
2 Vgl. Schröder, Hans Christoph: Die Amerikanische Revolution. Eine Einführung. München 1982, S.
45.
3 Vgl. Dippel, Horst: Die Amerikanische Revolution 1763-1787. Frankfurt a.M. 1985, S. 58.
4 Vgl. Schröder: Die Amerikanische Revolution, S. 46.
Arbeit zitieren:
Oliver Birkmann, 2010, Erster Kontinentalkongress: Eine Kraftprobe zwischen Radikalen und Gemäßigten, München, GRIN Verlag GmbH
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