Gliederung:
1. Die Entwicklung des Personenzentrierten Ansatzes. Seite 3
2. Grundgedanke und Ziel des Personenzentrierten Ansatzes. Seite 4
3. Der Erwerb der Kompetenz. Seite 6
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1. Die Entwicklung des Personenzentrierten Ansatzes.
Der Personenzentrierte Ansatz (PZA) kommt ursprünglich aus der Pädagogik und wurde von
entwickelt. 1 Er bewies, dass Therapeuten, deren Klienten am Ende der Psychotherapie günstige Veränderungen im Testwert aufwiesen, sich gemäß Einschätzungen der Tonaufnahmen durch neutrale Bewerter und durch Einschätzungen der Klienten deutlich achtungsvoll, wertschätzend, sowie einfühlsam und aufrichtig gegenüber dem Klienten verhielten. 2
Dem theoretischen Ansatz Rogers liegt ein humanistisches Menschenbild zugrunde. Anders als in der Psychoanalyse und den kognitiven Theorien, wo unbewusste Triebe bzw. Reiz-Reaktions-Verhalten den Menschen bestimmen, geht die humanistische Psychologie von der Selbststeuerung des Individuums aus. Der Mensch wird als ganzheitliches Wesen (Kognition, Emotion und Motivation) betrachtet, dessen Ziel die Selbstverwirklichung ist. 3 Diese Ergebnisse Rogers wurden 1991 durch Annemarie und Reinhard Tausch an über 900 Klienten in Einzel und Gruppenpsychotherapie bestätigt. 4 Zuvor entwickelten sie schon in den 70er Jahren den Ansatz von Rogers weiter und zentrierten ihn zur Schule hin 5 . Die Gesellschaft für wissenschaftliche Gesprächspsychotherapie setzt sich seit der PISA-Studie vermehrt dafür ein, dass der Ansatz in das Schulsystem integriert wird. 6 Im gehaltenen Referat und seiner vorliegenden Ausarbeitung wird der Grundgedanke des Personenzentrierten Ansatz und seine Einsatzmöglichkeiten für die schulische Praxis vorgestellt.
1 Personenzentrierte Kultur verbessert Schulklima und Leistungsfähigkeit von Schülern und Lehrern. Interview mit Dr.
Thomas Fleischer. In: Gesprächspsychotherapie und Personenzentrierte Beratung 1/04. S.9-14.
2 Tausch, Reinhard 1999: Achtung und Einfühlung Kompass für didaktische und erzieherische Handlungen von
Lehrern und Erziehern. In: Beate Bender, Thomas Fleischer, Birke Mersmann (Hg.): Person und Beziehung in
Schule und Unterricht. Ein Beitrag des Personenzentrierten Ansatzes zur Professionalisierung des Lernens in der
Schule. Köln, S. 312.
3 Köck, Janina: Der personenzentrierte Ansatz nach Carl R Rogers. http://www.wege.org/der-personenzentrierte-ansatz-
nach-carl-r-rogers.html(30.05.2009)
4 Tausch, Reinhard: Achtung und Einfühlung - Kompaß für didaktische und erzieherische Handlung von Lehrern und
Erziehern. .S.3.
5 Personenzentrierte Kultur verbessert Schulklima und Leistungsfähigkeit von Schülern und Lehrern. Interview mit Dr.
Thomas Fleischer. S.9.
6 Ebd.
3
2. Grundgedanke und Ziel des Personenzentrierten Ansatzes
Der personenzentrierte Ansatz besteht in erster Linie aus humanen Grundeinstellungen: Wertschätzung, Einfühlsamkeit und Echtheit. Der Klient als gleichberechtigter Partner des Psychologen bildet den Mittelpunkt der Therapie. Ziel ist es, das Erleben und Verhalten des Klienten, mittels Gesprächen, zu verändern. Es geht um konstruktive Kommunikations- und Kooperationsformen, um zwischenmenschliche Beziehung und um die Entwicklung einer Person. Vorwegzunehmen ist, dass der PZA keine Technik ist, sondern Grundlage und Rahmenbedingung konstruktiver menschlicher Begegnungen 7 . Bei Fragen, die nach dem persönlichen Erleben von Situationen und Geschehen, nach der Wahrnehmung und der Bewertung von sich und anderen fragen, bietet der Ansatz eine gute Ausgangslage.
Die Untersuchungen von Annemarie und Reinhard Tausch zeigen, dass Achtung und Wärme, sowie Einfühlung in den Patienten positive Effekte erzielten. Beispielsweise trugen Achtung und Wärme der Helfenden beim Belasteten zu einer Zunahme von Selbstachtung und Selbstakzeptierung, von Vertrauen, Hoffnung und dem Gefühl von Geborgenheit sowie zur Beruhigung und Entspannung bei. Weiterhin wurde Angstminderung, die Abnahme negativer Selbstbewertung und die Verminderung von Verwirrung bewirkt. 8
Einfühlungsvermögen des Helfenden fördert beim Belasteten, das Gefühl des Ernstgenommenwerdens, eine tiefe Erfahrung des Verstandenwerdens, das Gefühl von Nähe und die Verminderung von Widerstand und Trotz. Achtung und Einfühlung zusammen bedingen also eine gute zwischenmenschliche Beziehung, Kooperation, Zufriedenheit mit der Begegnung, ein sich wohlfühlen und Bereitschaft zur Aufrechterhaltung dieser Beziehung, sowie förderliche Aktivitäten und Rücksichtnahme auf andere in den eigenen Handlungen. 9
Tausch und Tausch zeigen, dass es sinnvoll ist, diesen Grundgedanken auch auf die Schule zu übertragen. Sie fordern ein Vorgehen, dass die innerpsychische Situation des Kindes mehr im Auge hat, als das bis dato der Fall ist. Das Kind soll dort angesprochen werden, wo es
7 Personenzentrierte Kultur verbessert Schulklima und Leistungsfähigkeit von Schülern und Lehrern. Interview mit Dr.
Thomas Fleischer. S.10.
8 Tausch, Reinhard: Achtung und Einfühlung-Kompaß für didaktische und erzieherische Handlung von Lehrern und
Erziehern.S. 5.
9 Ebd.
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Arbeit zitieren:
Bachelor of Arts Charlotte Baier, 2010, Soziale Rollen - Die Lehrerrolle verstehen, München, GRIN Verlag GmbH
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