Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 3
2. Wer sind die „Russen“ und welche Rolle spielen sie in der Deutschen
Gesellschaft ? 4
3. „Deutsch“ sind „wir“ - Sind die Ausländer „die Anderen“? 7
4. Die Darstellung der russischsprachigen Bevölkerung in der deutschen Presse 10
4.1. Alkoholkonsum. 11
4.2. Gewalt / Kriminalität 12
4.3. „Russen - Mafia“ 14
4.4. Armut 15
4.5. Symbolisierte Bezeichnungen. 16
4.6. Gemeinsamkeiten 17
5. Fazit. 18
6. Bibliographie. 20
2
1. Einleitung
Das Thema „Ausländer“ ist ständig präsent im politischen Diskurs, in den Medien und im alltäglichen Leben in Deutschland. Immer wieder tauchen solche Begriffe wie „Ausländer“, „Immigranten“, „Asylanten“, „Aussiedler“, „Menschen mit einem Migrationshintergrund“ in den Diskussionen über „ausgeglichene Gesellschaft“, „überlastete nationale Werte“ und „die Einheit des Deutschen Volkes“ auf. Es ist kein Wunder. Mehr als sieben Millionen Ausländer, das sind fast neun Prozent der Bevölkerung, leben zurzeit in Deutschland. Hinzu kommen etwa 1,5 Millionen eingebürgerte ehemalige Ausländer und etwa 4,5 Millionen Aussiedler. Das bedeutet, dass etwa jeder sechste Einwohner selbst zugewandert ist oder aus einer Migrantenfamilie stammt. Eine besondere Zuwanderergruppe bilden die in Deutschland aufgenommenen Spätaussiedler. Hierbei handelt es sich um Personen deutscher Herkunft, die in den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion und in den anderen ehemaligen Ostblockstaaten gelebt haben. 1 Einen großen Teil der in Deutschland lebenden Migranten aus der ehemaligen Sowjetunion bilden also Aussiedler bzw. Spätaussiedler, die zu verschiedenen Zeiten nach dem zweiten Weltkrieg, besonders nach 1993 nach Deutschland gekommen sind. Außerdem gibt es noch zahlreiche jüdische Einwanderer aus der ehemaligen UdSSR, die ebenfalls Anfang der 1990er Jahre nach Deutschland emigriert sind. Die kleinste Gruppe der Immigranten aus der ehemaligen UdSSR (da der Zuzug streng begrenzt ist) bilden die Menschen, die aus anderen Gründen (Studium, Arbeit oder Heirat) eingewandert sind und in Deutschland bleiben möchten. Jeder Deutsche hat schon mal von den „Russen“ gehört. Es wäre doch interessant zu untersuchen, was für ein Bild die Medien in Deutschland über die Menschen vermitteln, die ihre Vergangenheit in der ehemaligen Sowjetunion zurückgelassen haben und die ihre Zukunft hier in Deutschland suchen. Wie werden diese Menschen dargestellt?
1 http://www.zuwanderung.de/1_spaetaussiedler.html
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2. Wer sind die „Russen“ und welche Rolle spielen sie in
der Deutschen Gesellschaft?
Migration russischsprachiger Menschen nach Deutschland hat eine lange Tradition. Für das 20. Jahrhundert lassen sich 4 Wellen der Migration nach Deutschland unterscheiden, die durch verschiedene Veränderungen in der politischen Ordnung Russlands bzw. der Sowjetunion ausgelöst wurden:
1917 „Erste Welle“: Etwa 500.000 russische Migranten siedeln sich nach der Oktoberrevolution zeitweise in Deutschland an. Ihre Gemeinsamkeit ist die Gegnerschaft zum Bolschewismus.
1945 „Zweite Welle“: Zahlreiche Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und Militärs, die gegen die Sowjetunion gekämpft haben, widersetzen sich nach dem Zweiten Weltkrieg ihrer Rückführung und bleiben in Deutschland.
1959-1990 "Dritte Welle": Während des Kalten Kriegs übersiedeln mehrheitlich Dissidenten und Regimegegner aus der UdSSR nach Deutschland. Außerdem sind es Deutsche Volkszugehörige, deren Lebensgrundlagen in Ost- und Mitteleuropa durch den Zweiten Weltkrieg und anschließende Verfolgung oder Vertreibungen zerstört oder massiv beeinträchtigt wurden, die seit den 50er Jahren als Aussiedler bzw. seit 1993 als Spätaussiedler nach Deutschland kommen. Die junge Bundesrepublik hat die gesetzliche Grundlage für diese Einwanderung 1953 durch das Bundesvertriebenengesetz geschaffen. Diese Aussiedler gelten lt. Verfassung als “Deutsche Staatsangehörige”, wenn sie oder ihre direkten Vorfahren vor dem 8. Mai 1945 in den ehemaligen deutschen Ostgebieten, in Albanien, Bulgarien, Danzig (Gdansk), Estland, Lettland, Litauen, Jugoslawien, Polen, Rumänien, der UdSSR, der Tschechoslowakei oder Ungarn hatten. Zwischen 1950 und 1987 kamen pro Jahr ca. 20.000 bis 60.000 Menschen als deutsche Volkszugehörige in die Bundesrepublik, insgesamt ca. 1,4 Millionen.
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Ab 1987 stieg die Zahl dieser Einwanderer schnell an: die Liberalisierung und Demokratisierung in den Ostblockländern machte dies möglich. Als Reaktion auf den Anstieg der Aussiedlerzahlen wurde der Zuzug 1993 kontingentiert, 1999 wurde diese Bestimmung noch einmal verschärft: wer nach dem 31.12.1992 geboren wurde, gilt nicht mehr als Aussiedler. Antragsteller, die als Aussiedler anerkannt werden wollen, müssen nachweisen, dass ihnen in der Familie deutsche Sprache, Kultur oder Erziehung vermittelt worden ist. Sie müssen sich zur deutschen Nationalität bzw. zum deutschen Volkstum bekennen. Das Auswanderungs- bzw. Einwanderungsverfahren beginnt schon im Ursprungsland, wer als Aussiedler nach Deutschland kommen will, muss im Herkunftsland einen Test bestehen. 2
Seit 1991 "Vierte Welle": Anfang der 90er Jahre beschloss die Bundesrepublik ein relativ formloses Einwanderungsverfahren für Juden aus der ehemaligen Sowjetunion. Der Antragsteller muss seine jüdische Religionszugehörigkeit durch Geburtsurkunde und Pass - in der Sowjetunion galt Jüdisch-Sein als Nationalitätnachweisen. 3
„Aufgrund der wirtschaftlichen Bedrängnis und des Antisemitismus, der versagten politischen Partizipation und religiösen Entfaltung in der ehemaligen UdSSR, sowie die Aussichten auf politische Freiheiten und soziale Verbesserungen in den Aufnahmeländern fanden massiven Auswanderungen der Juden aus der UdSSR statt.
Die Migrationsbewegung, begann für Deutschland Ende 1989, als mit dem Fall der Berliner Mauer sowjetische Juden verstärkt mit Touristenvisa auch nach Ostberlin einreisten. Nachdem der Ostberliner "Runde Tisch" bereits im Februar 1990 die damalige DDR-Regierung unter Modrow aufgefordert hatte, die Einreise von Juden (egal welcher Staatsangehörigkeit) zu ermöglichen, beschloss die Folgeregierung unter de Maizière im Juli, die sowjetischen Flüchtlinge unbürokratisch aufzunehmen und unterzubringen. Die Botschaft "Deutschland nimmt auf" verbreitete sich schnell bis in den "letzten Winkel" der Sowjetunion. Neben den Spätaussiedlern begannen tausende von Juden aus der UdSSR nach Deutschland auszureisen.“ 4
2 http://www.ifla.org/VII/s32/conf/Schneehorst-de2003.pdf
3 http://www.ifla.org/VII/s32/conf/Schneehorst-de2003.pdf
4 http://www.berlin-judenturm.de/gemeinde/migration-3.htm
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In den 90er Jahren wanderten so ca. 140.000 Juden in die Bundesrepublik ein, die mittlerweile die jüdischen Gemeinden in Deutschland stärken. 5
Russischsprachige Spätaussiedler und jüdische Zuwanderer werden in Deutschland nach einem Schlüssel auf die Bundesländer verteilt, wenn sie keine Arbeit haben, kann ihnen ein Wohnort zugewiesen werden - nur an diesem Ort erhalten sie Hilfe zum Lebensunterhalt.
Russischsprachige Migranten haben in den letzten zehn Jahren in Deutschland ein russisches Netzwerk geschaffen: vom Lebensmittelgeschäft bis zur Videothek, vom Friseursalon bis zum Verlag: das Netzwerk umfasst so ziemlich alle Dienstleistungssektoren. Es gibt inzwischen eine lebendige russische Medienkultur in Deutschland: nur im Rundfunk und Fernsehen sind die Russen nicht präsent, da die Vergabe von Sendelizenzen in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern sehr reglementiert ist. Mehrere Zeitschriften, Zeitungen, Infodienste informieren die russischsprachige Bevölkerung über Neuigkeiten aus der alten und der neuen Heimat. 6
Russische Migranten sind überall in Deutschland zahlreich und in allen Bereichen präsent. Man kann sie auf der Strasse treffen, in der Nachbarschaft oder auf der Arbeit. Manchmal fallen sie auf und manchmal nicht.
Haben die Menschen in Deutschland eine bestimmte Vorstellung von den „Russen“, bestimmte Klischees im Kopf? Haben sie sich ihre Meinung selbst gebildet oder haben die Medien nachgeholfen?
Was schreibt eigentlich die Presse über die Menschen, die selbst mit einem Deutschen Pass in der Tasche trotzdem immer noch „Russen“ genannt werden? Was macht Einen überhaupt zu einem Deutschen?
5 http://www.ifla.org/VII/s32/conf/Schneehorst-de2003.pdf
6 http://www.ifla.org/VII/s32/conf/Schneehorst-de2003.pdf
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Arbeit zitieren:
Olesya Franiel, 2007, Die mediale Darstellung der russischesprachigen Bevölkerung in den deutschen Medien, München, GRIN Verlag GmbH
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