Inhaltsverzeichnis
1) Einleitung 3
2) Das Motiv des künstlichen Menschen in der Literatur ein Überblick 4
3) 8
4) Das Motiv des künstlichen Menschen in E.T.A. Hoffmanns 10
5) Schlussbetrachtung 13
6) Literatur 15
2
1) Einleitung
Eines der größten Ziele, die der Mensch schon immer vor Augen hatte, ist es, die Welt beziehungsweise das Leben in allen Einzelheiten zu verstehen. Seit Anbeginn der Zeit hat er deshalb vieles versucht, um diesem Ziel ein Stückchen näher zu kommen. Dennoch kann man auch im Jahr 2010 immer noch nur von einem winzigen Teil an Wissen sprechen, was die Frage nach dem Leben angeht. Die Wissenschaft gelangt jeden Tag zu neuen Erfolgen, die jedoch nur minimal weiterhelfen. Trotz dass das Ziel unerreichbar zu sein scheint, investieren die Menschen sehr viel, haben sie immer schon sehr viel investiert. Sie beobachteten die unterschiedlichsten Lebensformen, tun dies immer noch, halten ihre Ergebnisse fest und wenden sie auf anderen Gebieten (z.B. in der Medizin) an. Doch beim reinen Beobachten bleibt es nicht. Viele Versuche werden unternommen, es wird experimentiert und ein Teilbereich scheint herauszustechen als ein wichtiger und trotzdem gefährlicher, Angst einflößender Schritt hin zum oben genannten Ziel. Dieser Bereich widmet sich der Erschaffung von künstlicher
unterstützen, oder wichtige Fortschritte in der Frage nach dem Leben zu machen.
Gerade dieser angsteinflößende Gedanke vom künstlichen Menschen ist es, der nicht nur in den Köpfen der Wissenschaftler hängen bleibt. Vor allem die Literatur beschäftigt sich schon seit der Antike mit dem Gedanken von durch Zauber oder schwarze Margie zum Leben erweckte, künstliche Kreaturen, die den perfekten Menschen darstellen und den echten Menschen dienen sollen. Die Protagonisten spielen Gott, ganz nach ihren realen Vorbildern, und vergessen dabei nicht selten ihre Grenzen und Verantwortungen. Die Maschinen, Automaten, Puppen und der gleichen sind in den Werken der großen Schriftsteller, ausgehend von den Ängsten, die damit verbunden sind, ausgestattet mit Gefühlen und der Fähigkeit zu denken und zu handeln, wie es ihnen passt. Dadurch entgleiten sie den Händen ihrer Schöpfer und es kommt häufig
- Ausgehendvon den literarischen Beispielen solcher künstlichen Menschen lassen sich nach Helmut Swoboda 1 drei Möglichkeiten zur Erschaffung von künstlichen Menschen feststellen:
Zum Einen die magisch-mythische Erschaffung. Diese knüpft direkt an die
1 Vgl. H. Swoboda
3
Schöpfungsmythen an und lässt den Wunsch des Menschen erkenn, Gott ähnlich beziehungsweise gleich zu sein. Der Golem beispielsweise wird aus Ton und Lehm geformt und durch mystische Zeichen erweckt.
Zum Zweiten die biologische Erschaffung. Diese genetische Kopie des Menschen spiegelt dessen Streben nach dem Wissen vom Leben und seinen Geheimnissen am besten wieder. Ein Beispiel hi
Und zum Dritten die technische Erschaffung, die dem Menschen als ebenbürtiger
Durch die Vielfältigkeit der künstlichen Menschen in der Literatur stellt sich die Frage, worin sich der Gebrauch dieses Motives unterscheidet, welche verschiedenen Nachrichten er dem Leser zukommen lassen will. Nachdem ich einen kurzen Überblick über das Motiv des künstlichen Menschen in der Literatur allgemein gegeben habe, werde ich diese Frage untersuchen, wozu ein Vergleich zweier Werke nötig sein wird.
ich mich im
auseinandersetzen.
2) Das Motiv des künstlichen Menschen in der Literatur ein
Überblick
Das Motiv des künstlichen Menschen zieht sich schon seit Anbeginn des Schreibens durch die Werke großer Autoren wie ein roter Faden. Schon immer beschäftigte das Schaffen von Leben die Wissenschaftler aller Zeiten. Allerdings veränderte sich dieses Motiv geringfügig in den verschiedenen Epochen. Eine grobe Einteilung lässt sich hierbei wie folgt vornehmen: die Antike, das Mittelalter, die Aufklärung, die Romantik und schließlich das zwanzigste Jahrhundert und die heutige Literatur.
Die antike Literatur ist geprägt von Zauber und Mystik, von Göttern, Halbgöttern und mystischen Wesen wie Drachen, dreiköpfigen Schlangen etc. Dementsprechend wird auch die Erschaffung von künstlichen Menschen geschildert beziehungsweise in die Werke mit eingebaut. Betrachtet man zum Beispiel den Titan Prometheus so stellt man
4
fest, dass Ovids 2 Held Menschen aus Lehm und Wasser formt und diesen auf eine magische Art und Weise Leben einhaucht. Ohne Frage lassen sich gerade bei diesem Beispiel epochenübergreifende Gemeinsamkeiten zu der Figur des Golem feststellen, die unter anderem in Harry Mulischs zu dem zu einem späteren Zeitpunkt noch viel gesagt werden wird zu finden ist. Auch die Göttin Aphrodite Metamorphosen 3
bekannte Protagonist Pygmalion verliebt sich unsterblich in eine wunderschöne Frauenstatue aus Stein. Auf sein Flehen hin erbarmt sich die Göttin der Liebe und belebt die steinerne Frau. In beiden Fällen spielt die Mystik eine besondere Rolle, der Akt der Schöpfung ist den Göttern überlassen. Außerdem enthalten diese Szenen weitere Aspekte der damaligen Welt. Prometheus töpfert den Menschen, eine hoch geschätzte Kunst im alten Griechenland. Und dass die Liebe etwas Heiliges war und sogar eine Göttin beanspruchte, braucht wohl nicht weiter erklärt zu werden. Der Akt der Schaffung war demnach etwas Kunstvolles und Heiliges beziehungsweise Mystisches. Allerdings entwickelte sich das Motiv des künstlichen Menschen schon in der Antike ein Stück weiter. Wie beschrieben war die Erschaffung dieser Menschen anfangs nur den Göttern oder gottähnlichen Wesen vorbehalten. Außerdem waren ihre Geschöpfe, wenn auch ursprünglich nur Stein, Lehm oder ähnliches, spätestens nach dem Belebungsakt aus Fleisch und Blut. Dies änderte sich allerdings mit dem Handwerker Dädalus. Dieser stellt das menschliche Gegenstück zu den Göttern dar, der über sein Handwerk als Schöpfer tätig werden konnte.
Die Literatur des Mittelalters beschäftigte sich ebenfalls öfters mit dem Motiv. Hier gab es drei Möglichkeiten der Belebung: die Belebung durch eine dem Gegenstand innenwohnende Kraft, die Belebung durch die Magie und die Belebung durch die Natur. Letzteres findet sich beispielsweise in Achim von Arnims mittelalterlichem Werk Isabella von Ägypten 4 . So oder so, die Belebung fand, ebenso wie bei Dädalus auch, nicht mehr durch Götter statt, was gerade in der Religion auf großen Widerstand stieß. Schöpfung sollte demnach nur dem einzig wahren Gott möglich sein. Hinter diesem Standpunkt steht wohl die Angst vor eine Gleichstellung mit Gott, aber auch die Angst waren
neu und beliebt, aber auch gefährlich. Dennoch hatte das Motiv christliche Züge, die
2 Vgl. Ovid
3 Vgl. Ovid
4 Vgl. Achim von Armin
5
Arbeit zitieren:
Matthias Wein, 2010, Das Motiv des künstlichen Menschen in der Literatur, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Der Tempel des Mars Ultor auf dem Augustusforum
Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
Hausarbeit, 16 Seiten
Neologismen am Beispiel des PONS-Medienpreises
Hausarbeit (Hauptseminar), 33 Seiten
Bedeutungswandel: Voraussetzungen, Ursachen und Verlauf
Germanistik - Semiotik, Pragmatik, Semantik
Hausarbeit, 13 Seiten
Die Marquise von O Drehbuchartigkeit vom Kleists Novelle und die film...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit (Hauptseminar), 24 Seiten
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft: Das Motiv des künstlichen Menschen in der Literatur ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft: neuer Titel erschienen: Das Motiv des künstlichen Menschen in der Literatur
Matthias Wein hat einen neuen Text hochgeladen
Erotik in der europäischen Literatur
Textualisierung, Zensur, Motiv...
Herbert van Uffelen, Andrea Seidler
0 Kommentare