Alfred Schütz: Grundlegung der Theorie - Das Problem der Intersubjektivität i
1. Einleitung 1
2. Ausgangslage für die sozialphänomenologische Handlungstheorie 1
3. Das Problem der Intersubjektivität - eine Erörterung 2
3.1 Der subjektive Sinn 3
3.2 Der Handlungsentwurf 4
3.3 Die Variabilitäten des Sinns 5
3.4 Die Motive 7
3.4.1 Das „Um-zu“ Motiv 7
3.4.2 Das „Weil“ Motiv 7
3.5 Typisierungen als Lösung des Intersubjektivitätsproblems 8
3.6 Generalthesis der Reziprozität der Perspektiven 10
3.6.1 Idealisierung der Austauschbarkeit der Standpunkte 11
3.6.2 Idealisierung der Übereinstimmung der Relevanzsysteme 11
4. Zusammenfassende Darstellung 12
5. Literaturverzeichnis 13
Alfred Schütz: Grundlegung der Theorie - Das Problem der Intersubjektivität S. 1
1. Einleitung
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Grundlagen der sozialphänomenologischen Handlungstheorie von Alfred Schütz, wobei der Fokus auf dem Problem der Intersubjektivität des sozialen Handeln in der Alltagswelt liegt. Ziel der Arbeit ist es, zu erörtern, ob und wie Schütz dieses Problem gelöst sieht. Zunächst wird Schütz’ Theorie grob in das Gesamtfeld der
Kommunikationswissenschaft eingeordnet, indem dargelegt wird, welche bestehenden Theorien seine Untersuchungen veranlassten und prägten sowie welche zentralen Fragestellungen und Anliegen der sozialphänomenologischen Handlungstheorie zugrunde liegen. Desweiteren erfolgt eine Abgrenzung der der Abhandlung zugrundeliegenden wesentlichen Begriffe.
Die Grundlagen der Schützschen Theorie werden im zweiten Abschnitt unter dem Gesichtspunkt des Problems der Intersubjektivität und dessen Lösung erörtert. Unterstützend wird dazu ein veranschaulichendes Beispiel herangezogen, an dem zentrale Termini und Thesen erläutert werden.
Abschließend erfolgt eine zusammenfassende Darstellung der von Schütz in seiner soz. Handlungstheorie ausgearbeiteten Thesen. Insbesondere wird hierbei auf die Relevanz der von ihm zugrundegelegten Tatbestände zur Lösung des Problems der Intersubjektivität eingegangen.
2. Ausgangslage für die sozialphänomenologische Handlungstheorie Den wissenschaftlichen Arbeiten Schütz’ liegt eine detaillierte Auseinandersetzung mit der „verstehenden Soziologie“ Max Webers zugrunde. Diese wiederum baut auf der leitenden Idee Georg Simmels auf, die besagt, dass alle materiellen sozialen Phänomene auf die Verhaltensweisen Einzelner zurückzuführen seien. Die besondere gesellschaftliche Form solcher individuellen Verhaltensweisen sei demnach deskriptiv zu erfassen. 1
Weber führt entsprechend alle Arten sozialer Beziehungen und Gebilde sowie Kulturobjekte auf das soziale Verhalten Einzelner zurück. Der Sinn, der diesen sozialen Phänomenen zugrunde liegt, ist demnach der, den ein Einzelner mit seinem
1 Vgl. Schütz 1960: 2
Alfred Schütz: Grundlegung der Theorie - Das Problem der Intersubjektivität S. 2
Verhalten verbindet. Nach Weber hat die Soziologie die Aufgabe, den subjektiven Sinn sozialen Verhaltens deutend zu verstehen. („Verstehende Soziologie“) Schütz legt diese Definition seinen Arbeiten zwar zugrunde, bemerkt jedoch kritisch, dass Weber zahlreiche Prämissen gebildet habe, die so nicht als gegeben hingenommen werden könnten. Vielmehr könne „nur eine radikale Analyse der echten und ursprünglichen Elemente des sozialen Handelns eine gesicherte Fundierung der weiteren gesellschaftlichen Arbeit“ 2 liefern.
Schütz’ zentrales Anliegen ist es daher, mit der sozialphänomenologischen Handlungstheorie - die, ebenso wie Webers Erörterungen, in den soziologisch und philosophisch geprägten Bereich der Kommunikationswissenschaft einzuordnen istein theoretisches Fundament zu Webers Theorie sinnhaften Handelns zu liefern, indem er der Frage nachgeht, wie der subjektive Sinn von Handlungen in der Alltagswelt konstituiert wird. 3
Folglich verlangt Schütz, dass der bei Weber benutzte Begriff des sozialen Handelns differenziert werden müsse. Er schlägt daher eine Unterscheidung in Handeln (Prozess) und Handlung (abgeschlossenes Ereignis) vor. Auch wird bei Weber der Begriff des Motivs mehrdeutig verwendet. Nach Schütz soll hier ebenfalls eine Differenzierung erfolgen: Es gebe weder eine Kongruenz des Motivs und des Sinns eines Handelns, noch des Motivs vor und nach der Handlung. Letztlich kritisiert Schütz in diesem Zusammenhang, dass Weber davon ausgeht, dass der Sinn während der Handlung auftaucht. Schütz hingegen erkennt zwei Dimensionen des Sinns, den subjektiv gemeinten Sinn und den Sinn als Ergebnis einer Handlung, woraus sich eine zeittheoretische Argumentation ableiten lässt. Auf diese, auf die Abgrenzung der Sinnbegriffe sowie auf die Unterscheidung zwischen „Um-zu-Motiv“ und „Weil-Motiv“ wird im folgenden Abschnitt eingegangen.
3. Das Problem der Intersubjektivität - eine Erörterung Im Folgenden werden Grundlagen der Schützschen Theorie mit dem Ziel erörtert, aufzuzeigen, worin das Problem der Intersubjektivität liegt und welche Lösungsmöglichkeiten bestehen.
Anhand eines einheitlichen Beispiels werden im Folgenden unterstützend Begriffe und Thesen verdeutlich. An dieser Stelle erfolgt zunächst nur ein kurzer Umriss der
2 Schütz 1960: 4
3 Vgl. Schneider 2002: 284
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Anne-Kathrin Müller, 2002, Alfred Schütz: Grundlegung der Theorie - Das Problem der Intersubjektivität, Munich, GRIN Publishing GmbH
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