Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung Seite 2
2 Zur Entstehung von Kellys Theorie Seite 2
3 Zur Psychologie der Persönlichen Konstrukte Seite 4
4 Zur praktischen Umsetzung von Kellys Theorie in der Grund- Seite 6
schule
5 Literatur- und Quellenverzeichnis Seite 8
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1 Einleitung
Im März dieses Jahres jährte sich der Todestag George A. Kellys zum vierzigsten Mal. Der US-amerikanische Psychologe und Psychotherapeut gilt als Begründer der Psychologie der Persönlichen Konstrukte. In dieser Hausarbeit soll zum einen die Theorie Kellys und seine Entstehung vereinfacht dargestellt werden. Des Weiteren wird der Frage nachgegangen, ob und in wieweit sich Kellys Ansatz auf das Themengebiet Kindheit und Entwicklung anwenden ließe und so möglicherweise im Grundschulbereich praktische Umsetzung erfahren könnte.
2 Zur Entstehung von Kellys Theorie
George Alexander Kelly wurde am 28. April 1905 auf einer Farm in der Nähe von Perth im US-Bundesstaat Kansas geboren. Im Laufe seiner formellen Ausbildung erwarb er einen Ba-chelor of Arts am Park College, seinen Magistertitel an der Kansas University, einen Bachelor of Education in Edinburgh und schließlich im Alter von 26 Jahren den Doktor der Philosophie in Psychologie an Universität von Iowa (vgl. Bischof 1983, S.321). Genauer betrachtet unterscheidet sich seine Biographie jedoch vielfach von der eines durchschnittlichen Akademikers. So war seine frühe Kindheit u. a. vom Leben auf einer Farm, sporadischen Schulbesuchen und mehreren Umzügen, seine Jugend von der Unterbringung in einem Internat in Wichita, Kansas beprägt (vgl. Boeree 2006, S.4). Zudem erwarb Kelly reichlich Berufserfahrung in Anstellungen, die dem Lehrberuf eher fern liegen: Während des Zweiten Weltkrieges diente Kelly in der US-Navy als Psychologe im Bereich Luftfahrt (vgl. ebd.), arbeitete von 1945 bis zum seinem Tode als Berater der staatlichen Veteranenversorgung und von 1948 bis 1953 ebenfalls als Berater des Generalarztes der US-Marine (vgl. Bischof 1983, S.321f). Von 1931 bis 1943 arbeitete Kelly als assoziierter Professor für Psychologie am Kansas State College in Fort Hayes (vgl. ebd.). Zu der Zeit waren die Menschen im US-Bundesstaat Kansas, ebenso wie die Menschen in allen Industrienationen, von der Weltwirtschaftskrise, der einsetzenden Depression und den für sie spürbaren Folgen wie z.B. Massenarbeitslosigkeit gezeichnet. Die Lebenssituation der Einwohner von Kansas und einiger umliegender Bundesstaaten wurde rschlecht
eine extreme Dürreperiode mit enormen Sandstürmen, die natürlichen Ursprungs ist und in großen Zeitabständen regelmäßig auftritt. In den betreffenden Dürrejahren von 1931 bis 1936 wurden durch Zerstörung der Ackerflächen und ausbleibende Ernteerträge ca. 650.000 Farmer mit insgesamt 400.000 km² Landbesitz ruiniert, wobei viele von ihnen das Gebiet verließen und in Großstädte oder an die Westküste zogen (vgl. www.lgi.geographie.uni-
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kiel.de/projekte/usa03/contentGP/h_GP_buff_dust.htm [04.08.2007]). Die leidvolle und entbehrungsreiche Lebenssituation der Farmer veranlasste Kelly dazu, einen ländlichen klinischen Dienst einzurichten. Da die meisten seiner Klienten jedoch nicht einmal Geld hatten, um ihn für die Sitzungen in der Stadt aufzusuchen, reisten Kelly und seine Studenten ihrerseits, manchmal mit mehrstündigen Fahrtzeiten, zu den Farmern. Anfänglich verwandte Kelly in seinen Sitzungen die Psychoanalyse Freuds, ließ die Klienten auf einer Couch liegen, um ihre freien Assoziationen und Träume zu äußern, welche vom ihm wiederum gedeutet wurden. Die Erklärungen Kellys wurden von den Farmern mit großer Dankbarkeit aufgenommen
Freud nicht so sicher. Er fand sie ein wenig zu weit hergeholt, dem Leben einer Farmersfamilie in Kansas nicht angemessen ebd.). Als er selbst seine Traumdeutungen nicht mehr für gültig befand, begann Kelly damit, sich Erklärungen sozusagen auszudenken. Die Reaktion der Klienten blieb gleich; so nahmen sie die Deutungen dankbar an und erzielten zudem dieselben kontinuierlichen Fortschritte, wie bei den vor
Auf diesen Erfahrungen aufbauend, kristallisierten sich für Kelly zwei Faktoren heraus, die von Seiten des Klienten für eine wirkungsvolle Behandlung wichtig sind; Erstens jemanden, der ihnen Erklärungen für ihre Schwierigkeiten bzw. eine Ordnung für ihr Chaos aufzeigt, und zweitens ein lebensweltlicher Bezug der Erklärungen (je näher die Deutungen an der eigenen Lebenssituation orientiert sind, desto willkommener werden sie aufgenommen) (vgl. ebd.). Gerade der zweite Faktor war für Kelly in der vorherrschenden psychologischen Praxis nach
1999, S.7). Der Mensch als Individuum sollte in den Mittelpunkt gerückt werden, sollte mehr als nur ein Objekt darstellen und sich aktiv in die Behandlung mit einbringen können. So äußerte sich Kelly 1966 zu der Frage, was er mit der Veröffentlichung seiner Theorie bewirken wollte:
derart vom Verständnis der Wunder der Menschheit und der Wahrheit menschlicher Beziehungen abgeschnitten zu sein! Ich fragte mich, ob ich nicht mit dem Schreiben der Konstrukt-Theorie einen Weg ausarbeiten könnte, der ihnen hilft, die Menschen zu entdecken und sich dabei noch als ordentlicher Wissenschaftler zu fü 1999, S.12)
Die Verwirklichung seines Vorhabens verlangte von Kelly, sich über weite Strecken autodidaktisch mit der Materie zu beschäftigen, da er nur eine unzureichende psychologische Ausbildung genossen hatte und aufgrund seiner Tätigkeit an einem Provinzcollege kaum fachliche
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Arbeit zitieren:
M.Ed. Georg Rabe, 2007, Psychologie der Persönlichen Konstrukte, München, GRIN Verlag GmbH
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