Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG 3
2. DER BEGRIFF REFORMPÄDAGOGIK. 3
3. DIE LABORSCHULE BIELEFELD 4
3.1. DIE GESCHICHTE DER LABORSCHULE 4
3.2. DIE ZUKÜNFTIGEN AUFGABEN DER LABORSCHULE. 5
3.3. ALLGEMEINE ANGABEN DER LABORSCHULE 6
3.4. DIE REFORMPÄDAGOGIK AN DER LABORSCHULE. 7
4. SCHLUSSBEMERKUNGEN 11
5. LITERATURVERZEICHNIS 12
2
1. Einleitung
Obwohl die Reformpädagogik bereits vor etwa 126 Jahren begonnen hat (vgl. Röhrs 1986, S. 13) und heutzutage eigentlich nichts mehr Neues ist, gibt es gegenwärtig jedoch nur sehr wenige Schulen in Deutschland, die die Vorstellungen von Ellen Key, Maria Montessori oder Peter Petersen, welche drei bedeutende Vertreter waren, in ihren Erziehungsauftrag und ihren Unterricht mit einarbeiten.
Eine dieser besonderen Reformschulen ist die Bielefelder Laborschule, die im Mittelpunkt der vorliegenden Arbeit steht und vorgestellt werden soll.
Der erste Teil der Arbeit gibt einen kurzen Überblick über den Begriff und die Geschichte der Reformpädagogik. Der Hauptteil der Arbeit befasst sich jedoch mit der Laborschule in Bielefeld, welche im zweiten Teil der Arbeit behandelt wird. Dabei steht vor allem das reformpädagogische Konzept im Mittelpunkt der Untersuchung. Am Rande wird in diesem Teil außerdem auch noch auf die Entwicklung, die Aufgaben und die Ziele sowie auf allgemeine Angaben der Laborschule eingegangen.
2. Der Begriff Reformpädagogik
Der Begriff Reform stammt aus dem Neulateinischen und bedeutet Neuordnung bzw. Verbesserung.
Die Reformpädagogik in Deutschland lässt sich als eine Epoche bezeichnen, die etwa um 1880 begann und noch bis in die Gegenwart andauert (vgl. Röhrs 1986, S 13). Die ersten Anzeichen hierfür gab es in den Bewegungen der Kunsterziehung und der Arbeiter. Lichtwarks, der sich für eine Veränderung des öffentlichen und privaten Lebens einsetzte, war einer der ersten Vertreter in dieser Epoche (vgl. Röhrs 1986, S 15). Danach breitete sie sich auf weitere Bereiche aus, wie zum Beispiel auf Bildungs- und Erziehungsanstalten, Musikerziehung, Erwachsenenbildung oder auch auf die Jugendarbeit (vgl. Röhrs 1986, S 14).
„Die Reformbewegung ist (…) von Anbeginn eine (…) Bewegung, die über die nationalen Grenzen hinweg an einem gemeinsamen Ziel orientiert ist“ 1 . Vor allem sind die Bildungsstätten in diesem Prozess mit inbegriffen, da die Allgemeinheit mit den Lernmethoden der Schule nicht mehr einverstanden war. Diese vermittelte lediglich rein theoretisches Wissen. Für die Lösung dieses Problems wurden in erster Linie die Vorstellungen von Johann Heinrich Pestalozzi und Jean-Jacques Rousseau, der das Konzept der negativen Erziehung entwickelt hat, in Betracht gezogen (vgl. Röhrs 1986, S 15). Diese „negative Entwicklung setzte eine umfassende Kontrolle
1 Röhrs 1986, S. 14
3
des Pädagogen über sich selbst, das Kind und seine Umgebung voraus“ 2 , da das Kind ein Recht darauf hat, seine kindliche Persönlichkeit zu entfalten und zu entwickeln. Die Schule sollte somit mehr auf das Individuum eingehen und anstatt nur durch theoretische Vermittlung, sollten die Kinder auch durch praktische Erfahrungen lernen. Auch die Eltern sollten mehr in das Schulleben ihrer Zöglinge integriert werden. Diese Vorhaben blieben jedoch vorerst nur auf die Volksschulen begrenzt. Erst mit der Zeit wurden auch andere Schulen von den Konzepten Ellen Keys, Alfred Lichtwarks oder Maria Montessoris bestärkt (vgl. Röhrs 1986, S 16). Einen kurzen Einschnitt in die Reformpädagogik brachten die Jahre zwischen 1933 bis 1945, also die Zeit des Nationalsozialismus. Obwohl sie unterdrückt wurde, gab es jedoch selbst in diesem Zeitabschnitt Bewegungen, „die eine pädagogische Befreiung der Menschen“ 3 als Ziel hatten.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Reformpädagogik wieder aufgenommen und vor allen in Grundschulen und Kindergärten angewandt. Ab den 70er Jahren wurde damit begonnen, Gesamt- und Alternativschulen zu erbauen, welche jedoch noch bis heute sehr vereinzelt auftreten (vgl. Röhrs 1986, S 18).
3. Die Laborschule Bielefeld
3.1. Die Geschichte der Laborschule
Die Idee, eine solche Reformschule zu gründen, stammt von Hartmut von Hentig, der 1968 eine Arbeitsstelle an der neu errichteten Reformuniversität in Bielefeld bezog, um dort die pädagogische Fachrichtung mit errichten zu können (vgl. Thurn/Tillmann 2005, S. 10). ,„Nie wieder ein zweites 1933“‘ 4 war wohl der wichtigste Leitgedanke von Hentigs. Schon „in den 60er Jahren hatte von Hentig (…) die Theorie einer zeitgemäßen Schule entworfen“ 5 , aus welcher nachfolgend seine Vorstellung der Bielefelder Laborschule entstand (vgl. Thurn/Tillmann 2005, S. 11). Diese neuartige Bildungsstätte sollte für deren Schülerinnen und Schüler ein „Lebens- und Erfahrungsraum, (…) eine Gesellschaft im Kleinen“ 6 sein, eine Lehranstalt, deren Ziel es ist, dem Nachwuchs dabei zu helfen, sich in der Gesellschaft selbstständig und verantwortungsbewusst zurechtzufinden (vgl. Demmer-Dieckmann 2005, S. 13). Gleichzeitig „sollte sie ein Laboratorium für die Erziehungswissenschaft sein“ 7 , bei dem
2 Helsper 2004, S. 27
3 Röhrs 1986, S. 17
4 Thurn/Tillmann 2005, S. 10
5 Thurn/Tillmann 2005, S. 11
6 Thurn/Tillmann 2005, S. 10
7 Thurn/Tillmann 2005, S. 11
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Arbeit zitieren:
Susanne Zocher, 2009, Die Reformpädagogik am Beispiel der Laborschule Bielefeld, München, GRIN Verlag GmbH
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