Inhaltsverzeichnis
1. Mein Erlebnis mit dem ästhetischen Objekt 2
2. Sachanalyse 4
2.1. Was ist ein Schlüsselproblem? 4
2.2. Was sind Massenmedien? 5
2.3. Das Massenmedium Fernsehen 6
2.3.1. Die geschichtliche Entwicklung des Fernsehens in der BRD 7
2.3.2. Die aktuelle Verbreitung von Fernsehgeräten in der BRD 13
3. Didaktische Analyse 14
4. Methodischer Vorschlag - 18
4.1. Projektverlauf 19
4.2. Lernziele 21
5. Literatur- Quellenverzeichnis 22
6. Abbildungsverzeichnis 22
7. Anhang 23
1
1. Mein Erlebnis mit dem ästhetischen Objekt
Das, was sich im Nachhinein zu meinem ästhetischen Objekt entwickeln sollte, erwartete mich am Morgen eines ganz gewöhnlichen Montags auf der Theke einer Bäckerei. Diese Bäckerei liegt nur einen Katzensprung von dem Haus, in dem ich wohne, entfernt, was wohl auch der Grund dafür gewesen sein mag, dass ich mich vor Tau und Tag aufrappeln konnte, um mir ein paar Brötchen für das Frühstück zu besorgen. Da ich nicht der einzige hungrige Frühaufsteher war, reihte ich mich wohl erzogen in die Schlange der Wartenden ein, um auf die erlösenden Worte der Frau Was darfs sein?.
Während ich wartete, schweifte mein verschlafener Blick durch die gerade renovierte Bäckerei bzw. durch das kleine Café, zu dem sich diese entwickelt hatte. Beim Umherschweifen traf mein Blick auf eine Zeitung und reflexartig machte sich mein Gehirn an die Arbeit, das Gesehene auch zu lesen. Auf diese Weise wurde etwas, was ich mir nie selbst gekauft, geschweige denn bewusst als ästhetisches Objekt in Erwägung gezogen hätte, zu genau diesem. Es entspricht in keiner Weise dem, was ich im Vorfeld als ästhetisches Objekt angedacht hatte (wie ein Gedicht Erich Frieds, ein Film von Sam Mendes, die Institution des Zivildienstes oder Ähnliches). Das so genannte ästhetische Objekt müsste laut Fremdwör stilvoll-schön bzw. geschmackvoll 1 sein. Die Bild-Zeitung ist jedoch weder das eine, noch das andere. Trotzdem drängte sie sich mir förmlich auf, was vermutlich genau daran liegen wird, dass sie dieser Definition nicht entspricht. Denn durch das unfreiwillige Lesen der Überschriften wurde mir wieder schlagartig bewusst, dass die Bild-Zeitung (meiner Meinung nach) weniger auf fundierte und informierende Inhalte setzt, als dass sie durch wohl selektierte und meist überspitzte Themen versucht, die Menschen zu verunsichern und aufzustacheln. Mit anderen Worten heißt das, dass die betreffenden Redakteure alles daran setzen, Menschen anzusprechen und in die Haltung zu versetzen, dass sie sich die Bild-Zeitung kaufen. An diesem Punkt schließt sich wiederum der Kreis bezüglich der Ästhetik des Objekts, denn diese Montagsausgabe der Bild-Zeitung sprach mich nicht nur an, wie es in der Definition des Wortes ästhetisch im Fremdwörterduden steht, die Beschäftigung mit den provokanten Inhalten und dem unfreiwilligen Kopfschütteln darüber verselbständigte sich genau genommen.
1 Drosdowski 1994, S. 99
2
Schützt uns endlich! Die Politiker reden, reden, reden und
tun nichts!
2
) zeigte mir zwar, dass
ich,
als erwachsener Mensch, in der Lage war, diese Methode des Umsatz-Machens zu durchschauen, die Überschriften und Artikel somit nicht ernst zu nehmen und mir deswegen meine Meinung durch andere Informationen und Erfahrungen bilden würde. Doch was ist mit der Vielzahl an Kindern, die ebenfalls bei diesem Bäcker kaufen und dort, oder in unzähligen
anderen Geschäften, ohne Zutun diese Artikel lesen? Die meisten dieser Kinder haben (noch) nicht das (Welt-)Wissen, mit dem ich dieser Zeitung begegne und haben ebenso wenig die Möglichkeit, sich vor diesem negativen Einfluss zu wehren.
Diese Gedanken, die ich einem ungeplanten Bäckereibesuch verdanke, haben mir und ihre esonders auf die Fähigkeiten
einzugehen, die nötig sind, um in der heutigen Informations- & Kommunikationsgesellschaft kompetent und weitestgehend selbst bestimmt leben zu können.
2 Bild-Zeitung (Bremen), Ausgabe vom 04.09.2006
3
2. Sachanalyse
2.1. Was ist ein Schlüsselproblem?
Ein Schlüsselproblem ist ein Teil des so genannten Schlüsselproblemansatzes von Wolfgang Klafki (Jahrgang 1927).
Schlüsselprobleme ergeben sich für Klafki aus den epochaltypischen Problemen und Aufgaben, mit denen sich die Menschheit aktuell und auf unbestimmte Zeit hin konfrontiert sieht, zum Beispiel: Die Friedensfrage, traditionelle und alternative Lebensformen, Arbeit und Arbeitslosigkeit, Behinderte und Nichtbehinderte, soziale Ungleichheit und ökonomisch-gesellschaftliche Machtpositionen, die menschliche Sexualität und das Verhalten der Geschlechter zueinander oder die Umweltfrage. 3 Ersichtlich ist, dass eine Auflistung von Schlüsselproblemen aufgrund der Veränderung der Welt und der Entwicklung der Menschheit niemals dauerhaft vollständig oder endgültig sein kann.
Der von Klafki entwickelte Schlüsselproblemansatz sieht vor, dass der Mensch durch die Thematisierung der gegenwärtigen Schlüsselprobleme die wesentlichen Bildungsinhalte vermittelt bekommt bzw. sich aktiv aneignet. Dementsprechend definiert Klafki Allgemeinbildung wie folgt:
Bildung bzw. Allgemeinbildung bedeutet , ein geschichtlich vermitteltes Bewußtsein [sic!] von zentralen Problemen der gemeinsamen Gegenwart und der voraussehbaren Zukunft gewonnen zu haben, Einsicht in die
Mitverantwortlichkeit aller angesichts solcher Probleme und Bereitschaft,
sich ihnen zu stellen und am Bemühen um ihre Bewältigung teilzunehmen. 4
Zusammenfassend sei gesagt, dass der Gegenstand dieses Portfolios, also Massenmedien und ihre Wirkungen, mehr als je zuvor eines dieser zentralen Probleme bzw. epochaltypischen Schlüsselprobleme darstellt. Diesen Umstand näher zu erläutern und zu begründen, ihn didaktisch zu hinterfragen und daraus einen methodischen Vorschlag abzuleiten, ist Aufgabe dieser Hausarbeit.
3 vgl. Kaiser 2004, S. 71f
4 Klafki 1985, S. 20, zitiert nach: Kaiser 2004, S. 71
4
2.2. Was sind Massenmedien?
Zur Erläuterung von Massenmedien stelle ich eine Definition des Begriffs Medium an den Anfang. Ein Medium (bzw. im Plural Medien, selten Media) ist danach eine Einrichtung, [ein] organisatorischer und technischer Apparat für die Vermittlung von Meinungen, Informationen oder Kulturgütern 5
Medien sind somit im weitesten Sinne Kommunikations- und Informationsmittel für Menschen. Die gängigsten Medien sind die Printmedien (Buch und Zeitung, ebenso der Flyer und das Plakat), Telefon und Mobilfunk, Film und Fernsehen, Hörfunk (umgangssprachlich Radio), Fotografie und Internet.
Massenmedien teilen diese Definition zu einem großen Teil. Auch Massenmedien sind Vermittler von Meinungen, Informationen und Kulturgut. Niklas Luhmann stellt in diesem Zusammenhang alle Einrichtungen der Gesellschaft, die sich zur Verbreitung von Kommunikation technischer Mittel der Vervielfältigung bedienen 6 , als Massenmedien bezeichnet werden können. Der Unterschied zu den Medien besteht offenkundig in der Zielgruppe, da die Massenmedien, wie der Name bereits sagt, auf große Massen ausgerichtet sind. Merkmal der Massenmedien ist demzufolge die Massenkommunikation, die durch sie ermöglicht wird. Die größten Unterschiede sind folglich in der Verbreitung und in der verwendeten Technik und weniger in dem übergeordneten Sinn (Kommunikation) zu sehen. Als Massenmedien gelten die Printmedien, das Fernsehen, der Hörfunk und das Internet, obwohl sie umgangssprachlich beständig mit dem Begriff Medien betitelt werden.
Entgegen einigen gängigen Definitionen befinde ich die einseitige Kommunikation als Merkmal der Massenmedien für nicht (mehr) allgemein zutreffend 7 . Zwar ist die Einflussnahme durch Einzelne, also die individuelle Interaktion zwischen Produzent und Konsument, ausgenommen einiger Einrichtungen wie Mit-Mach-Fernsehen, Spartenkanäle oder Leserbriefe, kaum gegeben. Doch spätestens mit der Öffnung des Internets für die Öffentlichkeit wurde eine Plattform geschaffen, auf der einerseits anonymes und eingleisiges Kommunizieren und Informieren möglich ist,
Gruppen gesprochen, gechatet oder gemailt werden kann. Bei all den unendlichen
5 Drosdowski 1994, S. 644
6 http://de.wikipedia.org/wiki/Massenmedien (08.09.2006)
7 vgl. ebd.
5
Arbeit zitieren:
M.Ed. Georg Rabe, 2006, Schlüsselproblem-Portfolio: Massenmedien und ihre Wirkungen, München, GRIN Verlag GmbH
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