INHALTSVERZEICHNIS:
1. Problemstellung 1
1.1 Die Bedeutung privater Kapitalanlagen. 1
1.2 Zentrale Eigenschaften von Kapitalanlagen 2
1.3 Der Einfluss der Besteuerung auf den Anlageerfolg 5
2. Aufbau und Vorgehensweise der Arbeit. 8
3. Die Abgeltungsteuer 9
3.1 Hintergrund der Abgeltungsteuer 9
3.2 Anwendungsbereich und Wirkungsweise der Abgeltungsteuer 10
4. Ausgewählte Kapitalanlagen aus steuerlicher Perspektive. 13
4.1 Einfache Sparanlagen 13
4.1.1 Tagesgeld, Festgeld, Sparbuch und Sparbrief als Kapitalanlage. 13
4.1.2 Steuerliche Belastungen von einfachen Sparanlagen 15
4.2 Anleihen. 18
4.2.1 Anleihen als Kapitalanlage 18
4.2.2 Steuerliche Belastungen von Kapitalanlagen in Anleihen. 20
4.3 Zertifikate. 23
4.3.1 Zertifikate als Kapitalanlage. 23
4.3.2 Steuerliche Belastungen von Kapitalanlagen in Zertifikaten 25
4.4 Aktien. 26
4.4.1 Aktien als Kapitalanlage. 26
4.4.2 Steuerliche Belastungen von Kapitalanlagen in Aktien 28
4.5 Offene Investmentfonds. 33
4.5.1 Offene Investmentfonds als Kapitalanlage 33
4.5.2 Steuerliche Belastungen von Kapitalanlagen in offenen
Investmentfonds. 34
4.6 Immobilien. 38
4.6.1 Immobilien als Kapitalanlage 38
4.6.2 Steuerliche Belastungen von direkten Immobilieninvestitionen 39
4.6.3 Steuerliche Belastungen von offenen Immobilienfonds. 44
4.7 Geschlossene Immobilien- und Schiffsfonds 46
4.7.1 Geschlossene Fonds als Kapitalanlage 46
4.7.2 Steuerliche Belastungen von Geschlossenen Immobilienfonds 47
4.7.3 Steuerliche Belastungen von Schiffsfonds 50
4.8 Kapitallebens- und Rentenversicherungen mit Kapitalwahlrecht. 52
4.8.1 Kapitallebens- und Rentenversicherungen mit Kapitalwahlrecht als
Kapitalanlage 52
4.8.2 Steuerliche Belastungen von Kapitallebensversicherungen und
Rentenversicherungen mit Kapitalwahlrecht. 53
4.9 Physische Sachwerte und Fremdwährungsguthaben 56
4.9.1 Kapitalanlagen in physischen Sachwerten und
Fremdw ährungsguthaben. 56
4.9.1 Kapitalanlagen in physische Sachwerte und Fremdwährungsguthaben
aus steuerlicher Perspektive. 57
5 Zusammenfassung und Fazit der Arbeit 59
ABBILDUNGSVERZEICHNIS :
Abbildung 1: Das magische Dreieck der Kapitalanlage. 3
Abbildung 2: Das magische Vieleck der Kapitalanlagen 5
Abbildung 3: Rendite-Steuer-Fokus im magischen Vieleck 5
Abbildung 4: Vergleich von Wertentwicklungen in verschiedenen Steuerszenarien
6
Abbildung 5: Systematik des Anwendungsbereichs der Abgeltungsteuer 10
Abbildung 6: Berechnung des Gewinns einer Kapitalanlage 12
Abbildung 7: Vergleich von Nachsteuerrenditen einfacher Zinsanlagen mit
Sparer -Pauschbetrag 15
Abbildung 8: Vergleich von Nachsteuerrenditen einfacher Zinsanlagen ohne
Sparer -Pauschbetrag 16
Abbildung 9: Steuerbelastung des "normalen" Sparbriefs 17
Abbildung 10: Steuerbelastung des aufgezinsten Sparbriefs. 17
Abbildung 11: Fiktive Quellensteueranrechnung für Zinsen und Dividenden. 21
Abbildung 12: Laufende Verzinsung nach Steuern mit und ohne fiktive
Quellensteueranrechnung. 22
Abbildung 13: Aufteilung des Zertifikatemarktes nach Produktkategorien. 24
ii
Abbildung 14: Steuerliche Behandlung von Zertifikaten in der Übergangszeit zur
Abgeltungsteuer .....................................................................................................26 Abbildung 15: Besteuerungen von Dividenden nach neuer und alter Rechtslage
(Grenzbetrachtung) ................................................................................................29 Abbildung 16: Besteuerung von Aktien-Kursgewinnen nach neuer und alter
Rechtslage..............................................................................................................30 Abbildung 17: Abgeltungsteuer und Teileinkünfteverfahren im Vergleich..........31 Abbildung 18: Belastungsvergleich Teileinkünfteverfahren vs. Abgeltungsteuer 32 Abbildung 19: Besteuerungsvergleich ausschüttende und thesaurierende
Investmentfonds.....................................................................................................37 Abbildung 20: Berechnungsschema für laufende Nachsteuer-Verzinsung von
vermieteten Immobilien.........................................................................................42 Abbildung 21: Besteuerung von Immobilienveräußerungen bei Haltedauer >10
Jahre .......................................................................................................................43 Abbildung 22: Besteuerung von Immobilienveräußerungen bei Haltedauer <10
Jahre .......................................................................................................................44 Abbildung 23: Schiffsgrößenabhängige "Pauschalgewinnfaktoren" zur
Tonnagesteuerberechnung .....................................................................................50 Abbildung 24: Besteuerung von Gewinnen aus Versicherungen im Vergleich ....55 Abbildung 25: Kapitalanlagen im steuerlichen Attraktivitätsvergleich ................62
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS:
abz. - abzüglich
bzw. - beziehungsweise EStG - Einkommensteuergesetz ggf. - gegebenenfalls GrEStG - Grunderwerbsteuergesetz InvG - Investmentgesetz ital. - italienisch max. - maximal min. - mindestens p.a. - pro anno
iii
pers. - persönlich SolZ - Solidaritätszuschlag z.B. - zum Beispiel zzgl. - zuzüglich
iv
LITERATURVERZEICHNIS:
Ashauer-Moll, Ellen/Rösch, Sonja: Abgeltungsteuer. Kapital schützen - Steuern optimieren. Verlag Gabler, Wiesbaden. 1. Auflage 2008.
Basisinformationen über Vermögensanlage in Wertpapieren. Grundlagen, wirtschaftliche Zusammenhänge, Möglichkeiten und Risiken. Bank-Verlag Medien, Köln. Stand: November 2008.
Bruns, Florian/Meyer-Bullerdiek, Frieder: Professionelles Portfoliomanagement. Aufbau, Umsetzung und Erfolgskontrolle strukturierter Anlagestrategien. Verlag Schäffer Poeschl, Stuttgart. 4., überarbeitete und erweiterte Auflage 2008.
Bundestag Drucksache 16/4714 vom 19.02.2007
Deutsche Bundesbank (Hrsg.): Geld und Geldpolitik. Frankfurt, 2008.
Feyerabend, Hans-Jürgen (Hrsg.): Besteuerung privater Kapitalanlagen. Verlag C.H. Beck. München 2009.
Götzenberger, Anton-Rudolf: Anlagestrategien nach Einführung der Abgeltungsteuer. Gestaltungstipps für die steuereffiziente Geldanlage im In- und Ausland. Verlag Linde International, Wien. 2., überarbeitete Auflage 2009.
Gstädtner, Thomas: Die Besteuerung privater Kapitalanlagen. Bank-Verlag Medien Köln.1. Auflage 2008.
HSBC Trinkaus Investment Products (Hrsg.): Optionsscheine, Zertifikate und strukturierte Produkte. Ein Standardwerk für die zeitgemäße Geldanlage. Düsseldorf, 7. Und erweiterte Auflage.
Kirchhoff, Ulrike/ Schneider, Norbert: Steuern sparen für Immobilieneigentümer. So machen Sie alle Kosten und Aufwendungen richtig geltend. Deutscher Taschenbuch Verlag München. 2009.
v
Kuckelkorn, Dieter: Verlorenes Jahrzehnt für den DAX. In: Börsenzeitung. Jahresschlussausgabe S.2. Frankfurt, 31.12.2009
Mankiw, N. Gregory: Makroökonomik. Verlag Schäffer Poeschl, Stuttgart. 5., überarbeitete Auflage 2003.
Pelikan, Edmund: Chancen mit Geschlossenen Fonds. Attraktive Renditen und effektive Risikosteuerung für das private Portfolio. Verlag Gabler, Wiesbaden. 1. Auflage 2007.
Schlotthauer, Karl-Heinz: Anhang der Seminarunterlagen Kapitalanlagen. Fachhochschule Frankfurt am Main, Sommersemester 2009.
Stiftung Warentest (Hrsg.): Finanztest Jahrbuch 2010. Berlin, 2010.
Stiftung Warentest (Hrsg.): Finanztest 01/2010. Berlin, 2010.
Stiftung Warentest (Hrsg.): Private Altersvorsorge. 6., komplett überarbeitete Auflage. Berlin, 2010.
Stiftung Warentest (Hrsg.): Spezial Versicherungen. Berlin, 2009.
INTERNETQUELLEN:
http://www.alles-zur-abgeltungssteuer.de/anlageformen/sonstige-anlageformen/finanzinnovationen, 17.03.2010.
http://www.alles-zur-abgeltungssteuer.de/anlageformen/zinsanlagen/zerobonds/zero-bonds, 15.03.2010.
http://www.bankenverband.de/einlagensicherung, 02.03.2010.
http://www.boerse-go.de/nachricht/Ausblick-2009-staatlich-garantierte-Anleihen-laufen-Covered-Bonds-den-Rang-ab,a1100051.html, 20.02.2010.
vi
http://www.boerseonline.de/finanzen/abgeltung/:ABGELTUNGSSTEUERSERIE-TEIL-III--Die-Steuererklaerung-droht/503574.html?eid=503515, 01.03.2010
http://www.bvi.de/de/presse/pressemitteilungen/presse2010/2010_02_08_statistik/ PM_Jahresbilanz_2009_FINAL_oa.pdf, 27.03.2010
http://www.cecu.de/1012+M5099e0ce464.html, 22.02.2010
http://www.dai.de/dai_publikationen, 05.03.2010.
https://www.deka.de/decontent/produkte/fonds/portrait/portraitDE0009809566.jsp #, 15.03.2010.
http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Navigation/ Statistiken/Bevoelkerung/Bevoelkerung.psml, 05.03.2010.
http://www.deutscher-derivate-verband.de/DE/Showpage.aspx?pageID=29, 25.03.2010
http://www.deutsche-stiftung-musikleben.de/admin/pdf/FAS%2028%2001%2007%20Geld%20und%20Mehr% 20S%2049.pdf, 25.03.2010.
http://www.finanzen.de/newsbeitrag/items/zahl-der-aktionaere-in-deutschland-nimmt-zu-000473.html, 05.03.2010.
http://www.finanz-lexikon.de/kapitalanlage_41.html, 20.02.2010
http://www.focus.de/finanzen/steuern/abgeltungsteuer/tid-7080/abgeltungsteuer_aid_69450.html, 20.03.2010.
http://www.forium.de/redaktion/sparbuch-und-sparbrief-als-sichere-geldanlageform-wieder-gefragt/1/, 02.03.2010.
http://www.forium.de/redaktion/sparbuch-und-sparbrief-als-sichere-geldanlageform-wieder-gefragt/3/, 03.03.2010
http://www.geldanlage-az.de/tagesgeld.html, 02.03.2010
http://www.geldanlage-az.de/festgeld.html, 02.02.2010.
http://www.geld-welten.de/grundlagen/grundlagen-der-geldanlage/bedeutunggeld.html, 14.02.2010
http://www.handelsblatt.com/finanzen/zertifikate-nachrichten/transparenz-zertifikate-branche-rechnet-mit-neuen-regeln;2530503, 20.02.2010.
http://www.handelsblatt.com/finanzen/zertifikate-nachrichten/zertifikate-transparenz-ist-nicht-alles;2342458, 23.03.2010
vii
http://www.helaba.de/de/misc/Download/StrukturierteProdukte/Aktienprodukte/A ktienanleiheCommerzbank032010Flyer.pdf, 25.02.2010.
https://www.ing-diba.de/sparen/, 03.03.2010
http://www.kanam-grund.de/index.php?id=958, 15.03.2010
http://www.online-artikel.de/article/platzierungsvolumen-bei-geschlossenen-fonds-2009-stark-geschrumpft-38778-1.html, 20.03.2010.
http://www.wirtschaftslexikon24.net/d/aktienarten/aktienarten.htm, 05.03.2010
www.zweitmarkt.de, 10.03.2010
viii
1. Problemstellung
1.1 Die Bedeutung privater Kapitalanlagen
Sei es eine geplante Weltreise, die Anschaffung eines neuen Autos, der Erwerb oder die Renovierung des Eigenheims, die Finanzierung der Ausbildung der eigenen Kinder in der Zukunft, der vorgezogene Ruhestand oder die Vorsorge für das Alter: Das Erreichen vieler Lebensziele, die die Menschen in unserer Gesellschaft verfolgen, ist unmittelbar an die Verfügbarkeit seines Kapitalstocks bzw. von (Geld-)Vermögen gekoppelt.
Es verwundert daher wenig, dass Geld ein Thema ist „über das alle reden“ 1 und ebenso wenig, dass die Menschen bereit sind, einen großen Teil ihres Lebens dem Gelderwerb hinzugeben. 2 Der Reiz des Geldes liegt folglich nicht am materiellen Wert des Geldes an sich, sondern an den Möglichkeiten, den Spielräumen und den (Entscheidungs-)Freiheiten, die es seinem Besitzer eröffnet. Aus volkswirtschaftlicher Perspektive betrachtet, erfüllt Geld drei wesentliche Funktionen 3 : Es dient einerseits als Zahlungs- bzw. als Tauschmittel für Waren und Dienstleistungen. Andererseits dient es als Wertmaßstab bzw. als Recheneinheit, die es erlaubt „den Wert aller Güter in Einheiten derselben Bezugsgröße auszudrücken und dadurch vergleichbar zu machen.“ 4 Die dritte Funktion des Geldes ist seine Fähigkeit, geschaffene bzw. verdiente Werte zeitlich aufzubewahren bzw. zu sparen um sie in der Zukunft nutzbar zu machen. An diese Sparfunktion des Geldes knüpfen unmittelbar die eingangs erwähnten Wünsche und Lebensträume der Menschen an, für deren Erfüllung in
1 Weber in: Deutsche Bundesbank (Hrsg.) (2008), S.4.
2 vgl. http://www.geld-welten.de/grundlagen/grundlagen-der-geldanlage/bedeutung-geld.html, 14.02.2010.
3 vgl. Mankiw 2003, S.54ff.
4 Reischle in: Deutsche Bundesbank (Hrsg.) (2008), S.12.
1
der Zukunft bereits heute vorgesorgt werden soll, indem verfügbares Vermögen durch Konsumverzicht zu Gunsten späterer Ziele zurückgelegt wird. Das zentrale Medium zum Erreichen dieser Ziele stellen Kapitalanlagen dar. „Kapitalanlagen sind auch als Geld- oder Vermögensanlagen bekannt und meinen die Investition von Vermögen (Geld, Kapital) in ein entsprechendes Finanzprodukt- oder objekt mit dem Ziel, die Bargeldhaltung zu mindern und das Vermögen wertmäßig anwachsen zu lassen. Dabei differenziert man diverse Formen der Kapitalanlage.“ 5
Für den Anleger ist die Wahl der für ihn richtigen Kapitalanlage zum Erreichen seiner Ziele von entscheidender Bedeutung. Dabei kommt es in der Regel nicht darauf an, lediglich eine geeignete Kapitalanlage zu finden, vielmehr ist es erforderlich eine auf die Bedürfnisse des Anlegers zugeschnittene und entsprechend gewichtete Kombination einzelner Anlagen zu einem Portfolio zu finden.
Für beide Zwecke - Einzelanlage oder Portfoliobildung - ist es erforderlich, die Eigenschaften einzelner Kapitalanlagen mit den Zielen des Anlegers abzugleichen und dabei sämtliche Eigenschaften der einzelnen Kapitalanlage zu berücksichtigen.
1.2 Zentrale Eigenschaften von Kapitalanlagen
Ohne Berücksichtigung der Produkte der Altersvorsorge steht dem Anleger mit einfachen Sparanlagen, Aktien, Anleihen, Investmentfonds, Zertifikaten,
Immobilien(fonds), Rohstoffen, Edelmetallen, Schiffsbeteiligungen, Private Equity Fonds und weiteren alternativen Investments gegenwärtig eine große Bandbreite an Anlagemöglichkeiten zur Verfügung, von denen jede einzelne Form noch über zahlreiche Unterarten verfügt.
So kann beispielsweise innerhalb der von deutschen Emittenten begebenen Anleihen unterschieden werden zwischen (inflationsindexierten und nichtindexierten) Staatsanleihen, Länderanleihen und Kommunalobligationen, Unternehmensanleihen sowie zwischen unbesicherten Anleihen einerseits und besicherten öffentlichen Pfandbriefen und Hypothekenpfandbriefen (Covered Bonds) andererseits, die zuletzt durch die neuen staatlich garantierten Anleihen
5 http://www.finanz-lexikon.de/kapitalanlage_41.html, 20.02.2010.
2
enorme Konkurrenz erfahren haben. 6 Eine Unterscheidung nach dem Kupon legt eine Einteilung in Zerobonds, fest- oder variabel verzinsliche, niedrig verzinsliche oder hochverzinste Anleihen nahe.
Eine analoge Vielfalt an individuellen Instrumenten und Gestaltungsvarianten lässt sich bei differenzierter Betrachtung auch hinter den anderen genannten Anlageformen erkennen. Insbesondere im Bereich der Zertifikate ist das Angebot so vielseitig und damit auch intransparent, dass die Produkte und ihre Emittenten zunehmender Kritik ausgesetzt sind. 7
Eine sinnvolle Unterscheidung und Einordnung von Kapitalanlagen kann aufgrund des Angebotsreichtums nur anhand von Kriterien geleitet erfolgen bzw. anhand der Bestimmung von wesentlichen Charakteristika der Kapitalanlagen. Das gängigste Differenzierungskriterium ist dabei die Unterscheidung der Kapitalanlagen nach den Aspekten Rendite, Risiko und Liquidität bzw. Liquidierbarkeit innerhalb eines bestimmten Zeithorizonts.
Abbildung 1: Das magische Dreieck der Kapitalanlage 8
Dabei gilt der elementare Zusammenhang, dass eine positive Korrelation zwischen Risiko und Rendite besteht. Kapitalanlagen, die dem Anleger eine hohe
6 vgl. http://www.boerse-go.de/nachricht/Ausblick-2009-staatlich-garantierte-Anleihen-laufen-Covered-Bonds-den-Rang-ab,a1100051.html, 20.02.2010.
7 vgl. http://www.handelsblatt.com/finanzen/zertifikate-nachrichten/transparenz-zertifikate-branche-rechnet-mit-neuen-regeln;2530503, 20.02.2010.
8 Bruns/Meyer-Bullerdiek (2008), S.1.
3
Rendite in Aussicht stellen (z.B. Small Cap Aktien), werden im Gegenzug auch eine höhere Volatilität bzw. höhere Verlustrisiken beinhalten, als Anlagen, die entsprechend geringere Erträge versprechen (z.B. Staatsanleihen). Im Umkehrschluss gehen mit niedriger Risikobereitschaft auch entsprechend niedrige Renditeerwartungen einher.
Neben dem Zusammenhang von Rendite und Risiko ist auch das Verhältnis von Rendite und Liquidierbarkeit zu berücksichtigen: In der Regel muss für höhere Renditen eine schlechtere Liquidierbarkeit (z.B. bei geschlossenen Fonds) in Kauf genommen werden. Dagegen werden leicht liquidierbare Anlagen (z.B. Geldmarktpapiere) eine geringere Rendite erwirtschaften. Das hier aufgezeigte magische Dreieck der Vermögensanlage wird dem Leser der von Banken und Sparkassen überreichten „Basisinformationen zur Vermögensanlage in Wertpapieren“ 9 als vermeintlich hilfreiches Erklärungstool für Funktionszusammenhänge von Kapitalanlagen an die Hand gegeben. Dabei wird nur auf die „großen“ Faktoren Rendite, Risiko und Liquidität abgestellt und nicht berücksichtigt, dass für die Klassifizierung von Anlageklassen weitere Merkmale von Bedeutung sind.
Schlotthauer führt an, dass als Beurteilungskriterien zur Bildung von Anlageklassen auch die Teilbarkeit, die Mühewaltung und die Portabilität wichtige Beurteilungskriterien sind. 10 Weiterhin regt er an, bei der Klassifizierung zusätzlich nach Transaktionskosten, nach der Art und dem Umfang der Besteuerung und den erzielbaren Nachsteuerrenditen zu unterscheiden. In der Summe zeigt sich das folgende, umfassendere Spannungsfeld von Beurteilungskriterien zur Klassifizierung von Kapitalanlagen, bei dem schematisch der vermeintliche Hauptzusammenhang von Rendite, Risiko und Liquidität angedeutet wird, aber auch die weiteren relevanten Kriterien Transaktionskosten, Portabilität, Steuerbelastung, Mühewaltung und Teilbarkeit eine angemessene Berücksichtigung finden.
9 Basisinformationen, über Vermögensanlage in Wertpapieren (2008), S.10.
10 Schlotthauer (2009), Anhang Seminarunterlagen „Kapitalanlagen“.
4
Abbildung 2: Das magische Vieleck der Kapitalanlagen 11
1.3 Der Einfluss der Besteuerung auf den Anlageerfolg
Im Rahmen dieser Arbeit liegt der Schwerpunkt der Betrachtung auf dem Aspekt der Steuerbelastung, denen die verschiedenen Kapitalanlagen für Privatanleger ausgesetzt sind.
Obgleich Steuern im so genannten magischen Dreieck gar nicht berücksichtigt werden und auch im oben entwickelten Vieleck nur eines von acht Beurteilungskriterien darstellen, sollte der Einfluss der Besteuerung auf den Erfolg einer Kapitalanlage aus den folgenden beiden Hauptgründen nicht unbeachtet bleiben: Einerseits ergeben sich zwischen Vor- und Nachsteuerrenditen bei den meisten Kapitalanlagen beträchtliche Unterschiede und andererseits verschiebt sich die relative Attraktivität von Kapitalanlagen zueinander aufgrund unterschiedlicher Besteuerungsverfahren bzw.
unterschiedlicher Steuersätze.
Abbildung 3: Rendite-Steuer-Fokus im magischen Vieleck 12
11 eigene Darstellung.
5
Das folgende Beispiel veranschaulicht beide Gesichtspunkte, indem es erstens aufzeigt, welche Renditeunterschiede sich grundsätzlich durch die Beachtung der Besteuerung ergeben und andererseits verdeutlicht, inwiefern sich die Attraktivität einer Anlageklasse dadurch verändern kann, dass sich das Besteuerungsverfahren ändert bzw. ein gänzlich neues Verfahren zur Anwendung kommt. Unterstellt wird, dass ein Anleger für 20.000 € eine Aktie erwirbt, die einen jährlichen Wertzuwachs von 8% erzielt. Dabei wird angenommen, dass die Aktie 10 Jahre lang gehalten wird und der Wertzuwachs allein aus Dividenden besteht, während der Kurs der Aktie unverändert bleibt. Die vereinnahmten Dividenden werden sofort reinvestiert. Anfallende Kostenbelastungen werden bewusst vernachlässigt, um ausschließlich die aus der Besteuerung resultierenden Effekte darzustellen. 13 Der persönliche Steuersatz des Anlegers soll 25% betragen.
Steuerszenarien 14
Unter der Annahme, dass Wertzuwächse keiner Besteuerung unterlägen, ergäbe
12 eigene Darstellung.
13 Beispiel in Anlehnung an: http://www.cecu.de/1012+M5099e0ce464.html, 22.02.2010.
14 eigene Darstellung.
6
Arbeit zitieren:
Jan Lukas Delp, 2010, Relative Attraktivität von Kapitalanlagen unter Berücksichtigung von Steuern, München, GRIN Verlag GmbH
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