Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung. 1
2 Forschungsstand 2
3. Die Fortführung der islamischen Offline- in der Online-Welt.3
3.1 Das Verhältnis von (islamischer) Offline- und Online-Welt 3
3.2 Die islamische Online-Welt und innerislamische Diversität. 4
3.4. 7
3.4.1 -Begriff. 7
3.4.2 Kollektivität. 7
3.4.3 Transnationalität. 8
3.4.4 9
4. Die Konsequenzen der Internetnutzung für Islam und
Muslime. 11
4.1 Autoritätsproblematik. 11
4.2 Authentizitätsproblematik und Anonymität 11
4.3 Freie Meinungsäußerung unter besonderer Berücksichtigung von muslimischen
Minderheiten 13
4.4 Sprachproblematik 14
4.5 Individualisierung des Glaubens 15
4.6 Freier Informationszugang 16
4.7 Schaffen einer neuen, virtuellen muslimischen Öffentlichkeit 16
5 Relativierung bezüglich der islamischen Onlinepräsenz 17
6 Zusammenfassung. 17
7 Quellen 19
1 Einleitung
Life, C. S.] environment just as she does in the physical one. She described how much she enjoys being able to activate listen to the call that ein Kommentar über die Singapurerin Imotali Antiesse in einem
2007 auch eine virtuelle Nachbildung der Welt von Al-Andalus gibt, in der das friedliche Miteinander von Muslimen, Christen und Juden weitergelebt wird. Imotali nutzt das virtuelle Al-Andalus dazu, um in der dortigen Moschee zusätzli-
Moschee oft überfüllt ist (vgl. Fouts. In: Saudi Aramco World 4/2010: 15). Noch lange vor dieser technisch und graphisch hochwertigen Internetpräsenz des Islams bestanden die ersten Online-Inhalte der Religion aus Koranauszügen und -Sammlungen, die von technisch versierten Muslimen, die in der USamerikanischen Diaspora studierten oder arbeiteten, ins Internet gestellt wurden. Später entstanden auch erste elektronische Diskussionsforen über den Islam (vgl. Anderson. In: Social Research 3/2003: 894f.). Heute wächst das online gestellte Material zum Islam, wie generell jegliche Informationsmenge im Internet, ständig an. Umso wichtiger erscheint daher eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Material (vgl. Lohlker 2000: o. S.), wie sie auch mit der vorliegenden Arbeit vorgenommen werden soll. Ihr Schwerpunkt liegt auf den Akteuren der islamischen Internetpräsenz, die immer in ihrer Beziehung zur realen Offline-Welt gesehen werden müssen. Nach Wiedergabe des aktuellen Forschungsstandes im ersten Kapitel, geht die Arbeit im dritten Kapitel auf die innerislamische Diversität und die Digital Divide der Internetnutzer ein und untersucht das ge- a im virtuellen Rahmen. Schließlich sind die
Konsequenzen der Internetnutzung für Muslime Gegenstand des vierten Kapitels, das jedoch keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.
1
2 Forschungsstand
Seit den frühen 60er-Jahren des 20. Jahrhundert gibt es die Internettechnologie. Seit etwas mehr als zehn Jahren existiert seine wichtigste Anwendung, das World Wide Web 1 , das einen enormen Nutzerzuwachs in kürzester Zeit verzeichnete. 2 Dieses in der Menschheitsgeschichte noch nie dagewesene Phänomen rechtfertigt den hohen Forschungsbedarf zum Internet und zu seinen gesellschaftlichen Auswirkungen (vgl. Dawson/ Cowan 2004: 5).
Seit den späten 1990er Jahren gab es die ersten empirischen Studien zur Internetnutzung allgemein im Bezug auf Religionen (vgl. ebd.: 8f.). 3 Trotz zahlreicher neuer empirischer Studien, wer wie und mit welchem Zweck das Internet nutzt (vgl. ebd.: 10), besteht im Vergleich zu anderen Medien noch immer ein erheblicher Forschungsbedarf. Problematisch an der Internetforschung ist die fehlende Archivierung von Internetmaterial, sowie dessen schnelles und regelmäßiges Erscheinen und Verschwinden. So sind bereits viele Online-Inhalte für die Forschung verloren gegangen, was künftig vermieden werden muss (vgl. Bunt 2003: 6, 17), denn auch z. B. religiöse Homepages sind vollwertige religionswissenschaftliche Quellen (vgl. Beckerlegge. In: dies. 2001: 223f.). Außerdem muss die Forschung in Zukunft stärker auf die Verbindung von technologischen und religiösen Elementen des Internets eingehen, d. h. verstärkt untersuchen, welche sozialen und kulturellen Auswirkungen die Internettechnologie für Religionen hervorbringt (vgl. Bunt 2006: 154). Für Mandaville steht insbesondere die Frage im Vordergrund, wie traditionelle (Religions-) Gemeinschaften durch den Kontakt mit neuen Kommunikationstechnologien verändert werden - eine Frage, mit der sich seiner Meinung nach immer noch zu wenige Forscher auseinandersetzen und die auch im Folgenden dieser Arbeit aufgegriffen werden soll (vgl. ders. In: Mohammadi 2002: 61).
1
soll die Bezeichnung auch in den folgenden Ausführungen dieser Arbeit verwendet und keine
exakte Unterscheidung vorgenommen werden.
2 Nutzer weltweit: 1995: 16 Mio., 2000: 378 Mio., 2002: mehr als 500 Mio. (Wellman/ Haythornwaite 2002: 11), Ende 2010: > 2 Mrd. (dts 2010)
3 z. B. Brooke, Tal (1997): Virtual Gods: The Seduction of Power and Pleasure in Cyberspace, Eugene.; Zaleski, Jeffrey P. (1997): The Soul of Cyberspace: how technology is changing our
spiritual lifes, San Francisco.
2
Islamische Online-Inhalte werden erst seit einigen Jahren wissenschaftlich untersucht, wobei die Studien weder statistisch noch inhaltlich repräsentativ für ihren Forschungsgegenstand sind (vgl. Harms 2007: 93) und im Wesentlichen von privaten Initiativen ausgehen. Die Internetnutzer innerhalb der islamischen Welt stellen zwar aktuell noch eine Minderheit dar, doch die enorme Reichweite ihres Kommunikationskanals lässt sie überproportional an Einfluss gewinnen und rechtfertigt, Harms zufolge, den großen Forschungsbedarf bei islamischen Online-Inhalten (vgl. ebd.: 123). Lohlker fordert angesichts der sich ständig wandelnden und wachsenden islamischen u. a. religiösen Präsenz im Internet öffentlich geförderte Forschung, die technisch gut ausgerüstet und institutionell abgesichert ist (vgl. ders. 2000: o. S.). Bunt ist zudem der Meinung, dass die akademische Forschung insbesondere auf die zunehmende Ausdifferenzierung muslimischer Online-Inhalte eingehen muss (vgl. ders. 2000: 11) (Stichwort: innerislamische Diversität siehe Kap. 3.2).
3. Die Fortführung der islamischen Offline- in der Online-
Welt
3.1 Das Verhältnis von (islamischer) Offline- und Online-Welt
Dawson und Cowan zufolge ist das Internet ein Spiegel und Schatten der realen Welt. Online findet man nur wenige Inhalte, die nicht auch in der Offline-Welt ihre Grundlage haben (vgl. dies. In: dies. 2004: 6). Dies gilt auch für Religionen und so gehen Gläubige auch im Netz ihrer religiösen Praxis nach, nur eben auf eine andere Weise als in der realen Offline-Welt (vgl. ebd.: 1). Angelehnt an den analogen oder Offline-Islam haben sich digitale oder Online-Formen der Religion herausgebildet (vgl. Bunt 2009: 1). So entstanden in den letzten zehn Jahren eine große Palette islamischer Internetinhalte, die ihren Ursprung in der religiösen Offline-Welt y - -Sammlungen, Gebetsanleitungen per Videoplayer, etc. (vgl. Harms 2007: 122f.).
3
3.2 Die islamische Online-Welt und innerislamische Diversität
- Internetvertretenen muslimischen Weltansichten in all ihrer Verschiedenheit (vgl. ders. 2009: 45). So kategorisiert er z. B. sunnitische, schiitische und sufische Webpräsenzen oder stellt orthodoxen islamischen Online-Inhalten esoterische gegenüber (vgl. ders. 2004: 123f.).
Diese innerislamische Diversität ist ein Ergebnis verschiedener kultureller, ethnischer und nationaler Einflussfaktoren. Sie hat sich im Laufe der Jahrhunderte herausgebildet, in denen sich der Islam, ausgehend von der Arabischen Halbinsel, insbesondere auf dem asiatischen und afrikanischen Kontinent, später auch in Nordamerika und Westeuropa ausbreitete und sich vor Ort mit bereits bestehenden Traditionen vermischte (vgl. Mandaville. In: Mohammadi 2002: 66). Nun zeigt sie sich diese Diversität auch im Internet, deren Gemeinsamkeit in ihrer Referenz zu den fünf Säulen des Islams und Links zu spezifischen islamischen Onlineaktivitäten, z. B. Chatrooms zu islamischen Themen, besteht (vgl. Bunt 2009: 45).
Lohlker nennt neun Akteure, die die islamische Internetpräsenz in ihrer Verschiedenheit aktuell konstituieren (vgl. ders. 2000: o. S.): 1. Netzwerke (z. B. US-amerikanische Muslim Students Association) 2. islamische Bildungseinrichtungen (z. B. Al-Azhar-Universität in Kairo) 3. Regierungen 4. Individuen
5. muslimische Minderheiten (z. B. Sufibewegung wie der Mevlevi-Orden) 6. politische Parteien und Organisationen (z. B. syrische Ba c -Partei)) 7. islamische Zentren und Vereinigungen (z. B. Belfast Islamic Centre)
9. Forschungsinstitutionen und vereinigungen (z. B. GIGA Institut für Nahoststudien)
Die Mehrheit der im Internet präsentierten islamischen Akteure hat jedoch weniger einen offiziellen als vielmehr einen alternativen Status, d. h. es sind mehrheit-
4
Arbeit zitieren:
Cornelia Steinigen, 2010, Welche Konsequenzen hat das Internet für das Religionsverständnis und die Religionsausübung im Islam?, München, GRIN Verlag GmbH
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