A. Was ist Evolution
Das Wort Evolution stammt von dem lateinischen Wort „evolvere“, was soviel bedeutet wie „sich entwickeln“. Evolution kann folglich also als die Entwicklung von allen Lebewesen gesehen werden.
Die Frage nach dem Leben beschäftigt die Menschen schon sehr lange. So waren es anfangs nicht nachweisbare, aus heutiger Sicht abstruse Mythen, die den Menschen halfen ihre Existenz zu erklären. In der heutigen Zeit dagegen, kann man durch die Forschungen zahlreicher Wissenschaftler eine ziemlich genaue und größtenteils belegbare Aussage zur Entwicklung der Lebewesen machen. Diese Seminararbeit soll einen historischen Rückblick von den anfänglichen Schöpfungsmythen, bis hin zur Entstehung des modernen Evolutionsgedankens geben.
B. Die Geschichte der Evolutionstheorie
I. Schöpfungsmythen
Seit Anbeginn der Zeiten machen sich die Menschen Gedanken über die Entstehung des Lebens. So entstanden schon sehr früh zahlreiche, vom jeweiligen Zeitalter und Kulturkreis abhängige Schöpfungsmythen. In diesen entstehen die Lebewesen nicht auf natürliche Weise, sondern werden meist durch einen einmaligen Schöpfungsakt, der von übernatürlichen Kräften oder von Göttern vollzogen wird, erschaffen.
1. Finno-ugrische Völker
Es gibt aber auch einige außergewöhnlichere Überzeugungen zur Entstehung des Lebens. Ein Beispiel dafür ist der Schöpfungsmythos der finno-ugrischen Völker. Sie gingen davon aus, dass es früher nur ein endloses Meer und den Himmel gab. Im Himmel lebte Luonnatar, die Göttin der Lüfte. Als diese nach siebenhundert Jahren Einsamkeit ihren Gefühlen Ausdruck verleiht entsteht aus ihren Worten ein weißer Vogel. Dieser legt zwei Eier auf Luonnatars Knie, weil er diese für Land hält. Die Eier fallen allerdings ins Meer, wo sie zerbrechen. Aus den Eierschalen entstehen Erde und
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Himmel, das Eidotter wird zur Sonne, das Eiweiß bildet Sonne, Mond, Sternen und Wolken. Luonnatar beginnt darauf hin aus dem entstandenen Land eine Welt zu formen mit all ihren Lebewesen und dem Menschen. 1
2. Biblische Schöpfungsgeschichte
Die bis heute am weitesten verbreitete Religion ist das Christentum. Damit verbunden ist der biblische Schöpfungsbericht, der für die Menschen bis ins 19. Jahrhundert eine enorme Wichtigkeit besaß. Die Grundlage dafür war die Bibel, die vor allem bis Anfang des 15. Jahrhunderts eine unumstößliche Wirklichkeit darstellte. Es herrschte die Überzeugung, dass alleine der allmächtige Gott die ganze Welt, die Tiere und Menschen nur durch seine Worte geschaffen hatte. So glaubte man, dass die Lebewesen sich nicht langsam entwickelt haben, sondern jedes Tier und auch der Mensch seit der Entstehung der Erde existierten. Diese Überzeugung lässt sich auch auf die meisten anderen großen Religionen wie den Islam oder das Judentum übertragen und entspricht der Theorie der Artenkonstanz, die beinhaltet das alle Lebewesen zur selben Zeit geschaffen wurden und sich seither nicht verändert haben. 2
II. Antike
Bereits in der Antike, insbesondere bei den griechischen Philosophen, kann man Schriften finden die sich ansatzweise mit dem Evolutionsgedanken beschäftigen. So gibt es eine Überlieferung von Anaximander (611 bis 564 v. Chr.) in der er beschreibt: „Die Tiere sind aus dem Feuchten, das unter der Einwirkung der Sonne verdunstet, hervorgegangen. (…) Die Ahnen des Menschen sind aus Fischen entstanden und vom Meer auf das Land gestiegen.“ 3 Damit führte er die Idee von Thales von Milet fort, der als einer der Ersten der Auffassung war, dass der Ursprung des Lebens das Wasser war.
1 vgl. http://www.philognosie.net/index.php/article/articleview/295/
2 vgl. E. Mayr, Das ist Evolution, S. 19 f.
http://www.bibel-online.net/buch/01.1-mose/1.html
3 vgl P. Hoff u. a., Evolution, S. 8
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Auch bei Aristoteles (384 bis 322 v. Chr.) sind erste Ansätze, die sich auch in der modernen Evolutionstheorie wieder finden zu erkennen. Er entwickelte die Ideenlehre seines Lehrers Platon weiter. Aristoteles hat die Vorstellung, dass die Natur aus Ideen gebildet wird. Aus diesem Gedanken heraus entwickelte er einen Stufenaufbau der Natur. Aristoteles unterscheidet hierbei vier Stufen, die nach dem Grad der Ideenverwirklichung geordnet sind.
Die unterste Stufe bilden die unbeseelten, unbelebten Dinge. Danach folgen die belebten Dinge, die Pflanzen die im Vergleich zu den belebten Dingen fast beseelt wirken, allerdings im Verhältnis zu den belebten und empfindenden Dingen, den Tieren, doch unbeseelt sind. Die höchste Stufe bildet der Mensch der belebt, empfindend, und beseelt ist.
Dieser Stufenaufbau basiert auf dem Prinzip des Endzweckes. Dieses Prinzip besagt, dass die Natur nach immer größerer Perfektion strebt und sich daher immer weiter entwickelt. Der Mensch ist demnach das Lebewesen, das diese Idee am ehesten verwirklicht. Des Weiteren besagt das Prinzip, dass Lebewesen, die zur
Perfektionierung beitragen bestehen bleiben, jene die nicht geeignet sind, allerdings aussterben. Diese Auffassung nimmt den Gedanken der Auslese der auch in der modernen Evolutionstheorie geschildert wird vorweg. 4
III. Mittelalter
Das Leben im Mittelalter wurde stark von der Kirche beherrscht. Die Menschen lebten nach den Wertevorstellungen der Bibel und diejenigen, die gegen die Kirche rebellierten mussten mit hohen Strafen, bis hin zum Tod rechnen. Daher kam es auch zu einer Stagnation in der Wissenschaft. Besonders im Bereich der Evolutionstheorie versuchte die Kirche jegliche Forschung zu unterbinden, da der biblische Schöpfungsbericht als die einzige Wahrheit galt und auch so von der Kirche proklamiert wurde. Jede neue Erkenntnis über die Entstehung der Erde, die nicht mit der Bibel übereinstimmte wäre somit eine enorme Schwächung der Kirche gewesen.
4 vgl. R. Kleinert u. a., Biologie Oberstufe Evolution, S. 31
W. Nestle, Aristoteles Hauptwerke, S. 382 f.
W. Kleesattel, Evolution, S.20
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IV. Beginn der modernen Naturwissenschaften
1. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse
Im 15. Jahrhundert nimmt der Einfluss der Kirche stark ab und die Wissenschaft spielt eine immer größere Rolle. So wird 1450 der moderne Buchdruck erfunden und das vorhandene Wissen kann schnell und vor allem jedem zugänglich gemacht werden. Auch der Schiffbau, genauso wie die Technik im allgemeinem machen große Fortschritte, so können Nachrichten aus fremden Ländern schneller übermittelt werden und das Weltbild der Menschen erweitert sich durch die Entdeckung von Amerika. Des Weiteren werden im Bereich der Astronomie neue, bedeutende Erkenntnisse gewonnen. Nikolous Kopernikus stellte 1543 erstmals die These auf das die Sonne der Mittelpunkt des Universums sei und nicht wie bisher angenommen die Erde. Diese Theorie des heliozentrischen Weltensystems wird von Galileo Galilei noch durch exakte Messungen und Beobachtungen untermauert, was dazu führt das die Menschen immer mehr davon abrücken die Bibel wörtlich zu nehmen, in der die Erde als Mittelpunkt beschrieben wird.
2. Leonardo da Vinci
Einer der bedeutendsten Wissenschaftler dieser Zeit war Leonardo da Vinci. Er stellte in fast allen Bereichen der Wissenschaft Forschungen an. So seziert er beispielsweise Leichen, was in dieser Zeit von der Kirche auf das schärfste Verboten war. Er untersucht so die Anatomie der Menschen. In einer seiner bedeutenden Zeichnungen vergleicht da Vinci die Gliedmaßen eines Pferdes mit den Menschlichen. Leonardo da Vinci geht davon aus, dass beide dieselben Grundbaupläne gehabt haben müssen. Seine detaillierten Zeichnungen zeigen auch, dass nun gezielt geforscht wird und die Sachverhalte überprüft werden, nicht wie früher als man alten Schriften, ohne diese
selbst kontrolliert zu haben vertraute. Allerdings glaubt man weiterhin an die
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Arbeit zitieren:
Tashina Werner, 2010, Entstehung des Evolutionsgedankens, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
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