Die Interaktion zwischen Pflegekraft und Arzt in ihrer
Auswirkung auf das Selbstbild der Pflegenden
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 4
2. Sozialisation: Eine Interaktionserfahrung und ein konstruktiver Lernprozess 5
2.1 Berufliche Sozialisation 8
2.1.1 Sozialisation von Pflegekräften 10
2.1.2 Sozialisation von Ärzten 12
2.2 Die Rolle und ihre Funktion in Organisationen 14
2.2.1 Die Rolle der Pflegekraft 18
2.2.2 Die Rolle des Arztes 20
3. Identität 21
4. Das Selbstbild: Ein Konstrukt aus Eigen- und Fremdwahrnehmung 24
4.1 Wie wird ein Selbstbild konstruiert? 28
4.1.1 Soziale Interaktion und ihre Auswirkung auf den Konstruktionsprozess 29
4.1.2 Kulturabhängigkeit 31
4.1.3 Personen- und Gruppenabhängigkeit: Soziales Umfeld 33
4.2 Funktion des Selbstbildes über die Lebensspanne 34
4.3 Bewertung des Selbstbildes 37
5. Pflege im Wandel der Zeit 39
5.1 Historische Entwicklung des Pflegeberufs 39
5.2 Pflegewissenschaft: Die Pflege auf dem Weg zur Professionalisierung 43
6. Soziale Wahrnehmung 46
6.1 Wahrnehmung der Pflegekräfte durch die Gesellschaft 48
6.1.1 Wahrnehmung des Berufsbilds Krankenpflege 49
6.2 Wahrnehmung aus dem Blickwinkel des Patienten. 50
6.3 Wahrnehmung der Pflege aus Sicht der Ärzte 52
6.4 Berufliches Selbstbild der Pflegenden: „Mädchen für Alles“ 53
7. Arbeit im Krankenhaus 55
7.1 Probleme des modernen Pflegeberufs. 57
8. Interaktion 60
8.1 Die Interaktion als System der Gesellschaft. 61
8.2 Symbolischer Interaktionismus 64
2
8.3 Soziale Interaktion und Kommunikation 65
8.4 Interaktion zwischen Pflegekraft und Arzt 66
8.5 Möglichkeiten der Interaktion innerhalb der Organisation Krankenhaus. 68
9. Fazit 70
10. Anhang 72
I Berufsbild Gesundheits- und Krankenpfleger/- in von der Bundesagentur für
Arbeit 72
II Genfer Ärztegelöbnis 76
11. Literaturangabe 78
3
1. Einleitung
Die Interaktion zwischen Pflegkräften und Ärzten im Krankenhaus wird gerade von Pflegekräften als schwierig und problematisch empfunden. 1 So ergab sich die Frage, woraus diese Schwierigkeiten resultieren, und wie sie sich auf das berufliche Selbstbild der Pflegenden auswirken. Innerhalb dieser Arbeit sollen Faktoren dargestellt werden, die auf die Entwicklung und Ausbildung des Selbstbildes Einfluss nehmen können und wie sie sich in der Interaktion auswirken.
Die Arbeit ist so strukturiert, daß in den ersten Kapiteln die theoretischen Grundlagen des Themas geschaffen werden. Es folgt ein Überblick über die historische Entwicklung des Pflegeberufs und endet mit der Darstellung der Interaktion von Pflegekräften und Ärzten, welche als ein zentraler Faktor für die Ausbildung des beruflichen Selbstbilds der Pflegenden angesehen wird. Dabei kann die Interaktion als soziale Interaktion und als Interaktionssystem verstanden werden. Als zentrales grundlegendes Moment für die Ausbildung von Identität und Individualität wird von vielen Autoren, wie zum Beispiel Krappmann, Geulen, Mummendey, Greve, Filipp, die Interaktion benannt. Sie ist somit als zentrale Struktur anzusehen, die Subjektivität produziert und hervorbringt. Die Interaktion stellt sich daher als Dreh- und Angelpunkt für Entwicklungsprozesse des Individuums und den daraus resultierenden Möglichkeiten und Determinierungen dar.
1 Vgl. Lorenz, Alfred L. (2000): Abgrenzen oder zusammen arbeiten. Krankenpflege und die
ärztliche Profession. Frankfurt am Main: Mabuse-Verl., S. 194.
4
2. Sozialisation: Eine Interaktionserfahrung und ein konstruktiver Lernprozess
Der Begriff „Sozialisation“ ist ein weitgefasster Begriff, der einen Entwicklungsprozess des Menschen darstellt, in dem es zu einer inneren Verarbeitung, der in Tätigkeiten mit der Umwelt gemachten Erfahrungen kommt 2 und die sich im Handeln des Menschen zeigt. Die Umwelt gibt dafür die gesellschaftlichen (und kulturellen) Regeln, Normen und Werte vor. Diese kollektiven Werteorientierungen werden internalisiert, dienen der Ausbildung von Identitäten und spielen eine entscheidende Rolle für die Sozialisation. Der lebenslange Lernprozess nimmt somit Einfluss auf die Persönlichkeit des Menschen und macht ihn gesellschaftlich handlungsfähig. 3 Damit wird zukünftiges Verhalten und Handeln determiniert und erhält im gesellschaftlichen Kontext seine Bedeutung. „Sozialisation ist (damit) der gesellschaftlich vermittelte Lernprozess, durch den Menschen sich individuell und kollektiv in einem bestimmten sozialen System orientieren und tätig werden.“ 4 Es scheint eine Wechselwirkung zwischen dem Individuum und seiner inneren Realität und der Umwelt als äußerere Realität zu bestehen. Der Mensch kann so auch als Mit- Produzent seiner eigenen Entwicklung angesehen werden. Das Individuum verarbeitet und interpretiert seine Umwelt und beteiligt sich an der Konstruktion seiner sozialen Lebenswelt. Damit kommt es zu einer wechselseitigen Beeinflussung von Individuum und Umwelt.
Bei der Lebenswelt- ein Begriff der ursprünglich aus der Bewusstseinsphilosophie E. Husserls stammt- handelt es sich um „einen intersubjektiv geteilten Wissensvorrat, der in Sozialisationsprozessen erworben werden muss und die Subjekte dazu befähigt den Dingen ihrer Umwelt Bedeutung
2 Vgl. Geulen, Dieter (2005): Subjektorientierte Sozialisationstheorie. Sozialisation als Epigenese
des Subjekts in Interaktion mit der gesellschaftlichen Umwelt. Weinheim: Juventa-Verl., S. 76.
3 Vgl. Rothgangel, Simone; Schüler, Julia; Müller, Bringfried (2010): Kurzlehrbuch Medizinische
Psychologie und Soziologie. 2., überarb. Aufl. Stuttgart: Thieme, S. 109.
4 Rieländer, Maximilian (1990): Die Subjektivität und Einheit der Person aus der Sicht
psychologischer Begriffe. Referat, S. 9.
5
zu verleihen. Über diese Bedeutung erfolgt eine Verständigung mit anderen.“ 5 „Der Mensch kann nach dieser Vorstellung seine Welt und seine eigenen Handlungen in ihr mit Bedeutungen versehen […] er entwickelt auf diesem Wege Selbstbild und Bewusstsein.“ 6 Es entfalten sich die subjektiven Handlungsbedingungen wie Wert- und Zielvorstelllungen, Motive und Handlungsdispositionen. Die Sozialisation als „[…] ein wesentlicher Teil unserer Identitätsentwicklung“ 7 hat dadurch auch Auswirkungen auf alle Aspekte des Individuums: die Persönlichkeit, die Identität, das Selbstbild. Sozialisation stellt den Menschen als Subjekt ins Zentrum und ist für seine Konstitution notwendige Voraussetzung. Die Konstitution des Subjekts erfordert die Reflexion und Interpretation von Situationen und Ereignissen, um gesellschaftlich handeln zu können. So zeigt sich Sozialisation in beobachtbarem Verhalten und ist damit das „Ergebnis reflektierter Erfahrungen.“ 8 Somit ist die Sozialisation ein komplexes kausales Geschehen, in dem das Subjekt als solches, und zwar unter eigener aktiver Beteiligung, konstituiert wird. 9
Das Ziel der Sozialisation soll ein gesellschaftlich handlungsfähiges Subjekt sein, welches im Laufe dieses Prozesses mit divergierenden Interessen konfrontiert wird und diese ausbalancieren kann. Es besteht ein dauerhaftes Spannungsverhältnis zwischen innerer und äußerer Realität. Die Herstellung einer Balance zwischen diesen Realitäten führt im Ergebnis zu einer eigenen stabilen Identität, die jedoch über die Lebensspanne auch veränderbar also flexibel ist. Der Vorstellung von Bourdieu zu Folge wird durch Sozialisation ein Habitus aufgebaut, der als ein System relativ dauerhafter Wahrnehmungs- 5 Vgl.Hoffman, Peter (2005): Eine Kritik kulturalistischer Verkürzungen. Zum Verhältnis von
Interaktion und Gesellschaft bei Habermas und Luhmann. Hausarbeit zum Hauptseminar Kultur-
und Wissenssoziologie: Asymmetrie- Problem und Lösung. Dozenten: Armin Nassehi, Irmhild
Saake. Ludwig-Maximilians- Universität München, Institut für Soziologie, S. 10.
6 Abels, Heinz (2007): Einführung in die Soziologie. Band 2: Die Individuen in ihrer Gesellschaft. 3.
Auflage. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften | GWV Fachverlage GmbH Wiesbaden,
S.98.
7 Hurrelmann, Klaus (2008): Handbuch Sozialisationsforschung. 7., vollst. überarb. Aufl. Weinheim
und Basel: Beltz, S. 402.
8 Geulen, Dieter (2005): Subjektorientierte Sozialisationstheorie, S. 109.
9 Vgl. Geulen, Dieter (2005): Subjektorientierte Sozialisationstheorie, S. 168.
6
, Denk-, Urteils- und Handlungsmuster verstanden werden kann. Diese Muster sind das Resultat der sozialen Struktur, die durch Sozialisation erreicht wurde. 10 Allerdings ist auch der Habitus eine dynamische Instanz, die in einem ständigen Wandel begriffen ist. Er bestimmt das Handeln und wird zudem als vermittelnde Instanz zwischen subjektiven und objektiven Dimensionen der sozialen Existenz angesehen. Diese Vorstellung lässt das Bild einer autonomen selbstbestimmten Persönlichkeit jedoch nicht zu. 11 Die Existenz des Individuums wird durch die gesellschaftlichen Bedingungen entscheidend beeinflusst und determiniert. Insgesamt sind sich alle Vertreter verschiedener wissenschaftlicher Ausrichtung darin einig, dass der Sozialisationsprozess dazu führt ein Individuum erfolgreich an Interaktionsprozessen teilnehmen zu lassen und diese Fähigkeit in einem lebenslang andauernden Prozess erlernt wird. Innerhalb des Sozialisationsprozesses bildet sich die persönliche Identität aus und daraus folgend sind unterschiedliche Handlungspotentiale für das Individuum vorhanden. Innerhalb dieser Prozesse können auch typische „Tugenden“ oder Verhaltensweisen für Männer und Frauen erlernt werden. Die Prozesse sind in Abhängigkeit von den kognitiven Strukturen des Individuums zu sehen. So kann eine Reflexion der bisherigen Sozialisation auch Richtungsänderungen (beruflich wie privat) mit sich bringen, wobei die Reflexionsmöglichkeit ebenfalls als Ergebnis der bisherigen Sozialisation zu betrachten ist. 12
10 Vgl. Geulen, Dieter (2005): Subjektorientierte Sozialisationstheorie, S. 79.
11 Vgl. Baumgart, Franzjörg (2008): Theorien der Sozialisation. Erläuterungen- Texte-
Arbeitsaufgaben. 4., durchgesehene Aufl., Bad Heilbrunn: Verlag Julius Klinkhardt, S. 202.
12 Vgl. Geulen, Dieter (2005): Subjektorientierte Sozialisationstheorie, S. 267.
7
2.1 Berufliche Sozialisation
Die berufliche Sozialisation ist als ein Teil der Sozialisation zu sehen. Dieser Prozess dient dazu das Individuum in einen beruflichen Kontext zu integrieren und ihn im Beruf handlungsfähig zu machen. Die berufliche Sozialisation wird nicht mit dem Ende einer Ausbildung oder eines Studiums abgeschlossen, sondern zieht sich durch das gesamte Erwerbsleben.
Der Beruf ist ein wesentliches Element der Identität einer Person. „Die Erfahrung der beruflichen Tätigkeit […] stellt einen zentralen Kern der Orientierung im eigenen Leben dar […].“ 13 Das Individuum sucht aktiv und autonom bestimmte Sozialisationskontexte (z.B. Wahl der Ausbildung, berufliche Tätigkeit) auf, wobei dieser Prozess von seiner bisherigen Biographie und damit seiner Sozialisation bestimmt wird, der häufig noch geschlechtsspezifisch geprägt ist. Beispielsweise geben 53% der nach ihrer Berufsmotivation befragten Auszubildenden im Pflegeberuf an den Beruf gewählt zu haben, weil sie Menschen helfen wollen, 14 ein als typisch weiblich eingestuftes Motiv. Gerade die Ausbildung hat einen entscheidenden Einfluss auf das spätere Berufsleben. Hier werden Grundlagen und Kompetenzen für die berufliche Zukunft geschaffen und es kommt zum Erlernen einer Rolle, die es dann zukünftig zu spielen oder zu reformulieren gilt. Hier wird auch der Grundstein für eine zukünftige berufliche Identität gelegt. Wie eine „Schweizer Lehrlingsstudie“ (Längsschnittstudie) zeigte wirkt sich die Ausbildung auf die individuellen Persönlichkeitsstrukturen aus, indem es zu einer Konkretisierung der eigenen Stellung in der Gesellschaft, dem eigenen Verhältnis zum Beruf, eines tragfähigen Selbstkonzepts und
13 Frey, Hans- Peter; Haußer, Karl (1987): Identität. Entwicklungen psychologischer und
soziologischer Forschung. Stuttgart: Enke Verlag, S. 71.
14 Vgl. Höpfner-Kröger, Margot Louise (1993): "Historische Aspekte zur Pflege-Berufskunde". 1.
Auflage. Oldenburg: Pflege-Publiziert-Verl., S.100.
8
Geschlechtsrollenvorstellungen kommt. 15 Die Persönlichkeitsstrukturen werden in interaktiven Prozessen ausgebildet. Über die Berufswahl erfolgt eine Weichenstellung im Hinblick auf die zukünftigen beruflichen Möglichkeiten bzw. Entscheidungen. Es werden somit auch Einschränkungen vorgenommen, die künftig nicht mehr rückgängig zu machen, sondern nur noch zu korrigieren sind, wobei der dazu nötige Eigenbeitrag des Individuums und seine subjektive Realitätsverarbeitungsfähigkeit 16 berücksichtigt werden müssen.
15 Vgl. Lempert, Wolfgang (2007): Theorien der beruflichen Sozialisation. Kausalmodell,
Entwicklungstrends und Datenbasis, Definitionen, Konstellationen und Hypothesen, Desiderate und
perspektiven. IN: Zeitschrift für Berufs- und Wirtschaftspädagogik, 103. Band, Heft 1, S. 12- 40, S.
23.
16 Vgl. Lempert, Wolfgang (2007): Theorien der beruflichen Sozialisation, S. 33.
9
2.1.1 Sozialisation von Pflegekräften
Die Sozialisation von Krankenpflegekräften beginnt in der Regel mit der Ausbildung. Diese geschieht bis heute weder nach dem Berufsbildungsgesetz als >>Lehre<< mit einer festen Verankerung im allgemeinen Berufsschulwesen, noch ist sie bis dato durchgängig in wissenschaftlichen Ausbildungsgängen organisiert. 17 Zu einer Veränderung hinsichtlich dieser Voraussetzungen wird es durch das Angebot eines dualen Studiengangs ab Herbst 2010 kommen. Dann besteht die Möglichkeit im Studium- neben der Pflegeausbildung- ein breites Wissen und Können im Pflegehandeln zu erwerben. 18 Die Umgestaltung der Pflegeausbildung wird zukünftig Auswirkungen auf die berufliche Sozialisation haben und damit zu einem Wandel im Berufsbild der Krankenpflege führen können.
Aktuell überwiegt jedoch noch der praktische Anteil innerhalb der 3jährigen Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger/-in. Diese wird nach wie vor an Krankenpflegeschulen absolviert, die einem Krankenhaus angegliedert sind, welches damit auch der Träger ist. Durch mangelnde gesetzliche Vorgaben ist jede Schule relativ „frei“ die Unterrichtseinheiten inhaltlich zu besetzen. Diese Freiheit schafft darüber hinaus auch Platz für eine autonome Gestaltung der Unterrichtsinhalte und Ziele. Dennoch sollte die Pflegeausbildung nicht weiter außerhalb des öffentlichen Schul-und Hochschulwesens oder ohne klare Anbindung daran fortgeführt werden. 19
Die praktische Ausbildung erfolgt im Krankenhaus mit Einsätzen auf verschiedenen Stationen. Die Schüler/-innen erfahren innerhalb dieser Einsätze, daß sie sich in einer immer noch hierarchisch strukturierten und in der Regel geschlechtsregierten, d.h. männerdominierten, Institution
17 Vgl. Lorenz, Alfred L. (2000): Abgrenzen oder zusammen arbeiten, S. 180.
18 Vgl. Bibliomed- News vom 07.05.2010.
19 Vgl. Robert Bosch Stiftung (2000): Pflege neu denken. Zur Zukunft der Pflegeausbildung.
Stuttgart, New York: Schattauer, S. 19.
10
befinden, die zudem stark auf die Medizin und Wissenschaft ausgerichtet ist, was sich besonders in universitären Einrichtungen zeigt. Die zunehmende Technisierung im Krankenhaus führt dazu, dass Tätigkeiten, die originär der Pflege zugeordnet sind, heute einen geringeren Stellenwert als früher einnehmen. Als Beispiel sei hier erwähnt die Krankenbeobachtung, die durch den Einsatz von Monitoren und anderen technischen Hilfsmitteln nicht mehr so erlernt wird wie dies bis anhin der Fall war. Es wird ein zunehmend höheres Vertrauen in die vorhandene Technik gesetzt als in die eigenen Fähigkeiten. Die Schüler eigenen sich während der Ausbildung theoretisches und praktisches Wissen an und lernen schnell, daß es einen großen Unterschied zwischen Theorie und Praxis gibt und die Umsetzung des in der Schule Erlernten im klinischen Alltag kaum oder nur eingeschränkt möglich ist.
In der Ausbildung werden somit die Grundlagen für das berufliche Selbstverständnis gelegt. „Die Weichen für die berufliche Identität in der Krankenpflege werden in der Ausbildung gestellt.“ 20 In der weiteren beruflichen Sozialisation im Anschluss an die Ausbildung, machen Pflegekräfte bedingt durch die Umstrukturierung des Gesundheitswesens 21 die Erfahrung, daß ihr Arbeitsbereich Veränderungen erfährt, die häufig dazu führen, daß ihre pflegerische Tätigkeit nicht mehr offensichtlich ist, eine Folge der zunehmenden Arbeitsteilung. Zusätzlich gibt es Bestrebungen den Pflegekräften die Übernahme bestimmter ärztlicher Tätigkeiten zu ermöglichen. 22 Dies führt dazu, daß die Trennschärfe von pflegerischen und ärztlichen Tätigkeiten immer weiter abnimmt, und für die Patienten und somit auch für die Gesellschaft immer weniger sichtbar ist was Pflege beinhaltet und wo sie sich von der Medizin abgrenzt. Es fehlt das sichtbare Selbstverständnis
20 Taubert, Johanna (1992): Pflege auf dem Weg zu einem neuen Selbstverständnis. Berufliche
Entwicklung zwischen Diakonie und Patientenorientierung. Frankfurt am Main: Mabuse- Verlag, S.
32.
21 Vgl. Kreutzer, Susanne (Hg.) (2010): Transformationen pflegerischen Handelns. Institutionelle
Kontexte und soziale Praxis vom 19. Bis 21. Jahrhundert. Osnabrück: V&R unipress,S. 30- 31.
22 Großkopf, Volker (2007): Die Delegationsverantwortung. Neuverteilung der Aufgaben im
Gesundheitswesen. Vorlesung an der Kath. Hochschule NW, Köln; Vorlesungsunterlagen, S. 1-15.
11
eigener Professionalität der Berufsgruppe der Pflegenden, um Abgrenzung und in der Folge Kooperation zu ermöglichen.
2.1.2 Sozialisation von Ärzten
Der Beruf des Arztes wird schon lange Zeit als Profession angesehen, d.h. es gibt einen gesellschaftlichen Auftrag für die Tätigkeit, sie beinhaltet Autonomie, öffentliche Anerkennung, Prestige, Macht und Autorität. 23 Der Beruf ist bis anhin noch eine Domäne der Männer und somit dienen diese auch als Vorbilder für die ärztliche Sozialisation, die geschlechtsspezifische Normen wie Separation und Unabhängigkeit transportiert. 24
Die Medizin ist eine „zweckrational- wissenschaftlich orientierte Profession“ 25 , dies hat zur Folge, daß die Wirkungen zwischenmenschlicher Interaktionen nicht ausreichend berücksichtigt werden, was sich in der Auswirkung vor allem für somatische Stationen zeigt. Auf Stationen, die Patienten mit psychosomatischen Erkrankungen behandeln, sind die interaktiven Kompetenzen gerade der Ärzte deutlich stärker ausgeprägt, was mit der Art der zu behandelnden Erkrankungen in Zusammenhang zu bringen ist 26 und der erforderlichen zusätzlichen sozialwissenschaftlichen Ausrichtung der Ärzte. Die Ausbildung der Mediziner erfolgt an Universitäten, die den Studenten die theoretischen Grundlagen vermitteln, welche dann im beruflichen Umfeld des Krankenhauses Anwendung finden. In der universitären Ausbildung werden die zukünftigen Mediziner anscheinend nicht angemessen auf ihre beruflichen Herausforderungen vorbereitet. Die Aneignung von Basiswissen ist nicht ausreichend, um angemessen auf die beruflichen Herausforderungen (Umgang mit Tod und Sterben,
23 Vgl. Lorenz, Alfred L. (2000): Abgrenzen oder zusammen arbeiten, S. 27.
24 Vgl. Cilligan, Carol IN: Tewes, Renate (2002): Pflegerische Verantwortung. Eine empirische
Studie über pflegerische Verantwortung und ihre Zusammenhänge zur Pflegekultur und zum
beruflichen Selbstkonzept. 1. Aufl. Bern, Göttingen, Toronto, Seattle: Huber, S.124.
25 Siegrist, Johannes (1995): Medizinische Soziologie. 5., neu bearb. Aufl. München, Wien,
Baltimore: Urban & Schwarzenberg, S. 239.
26 Vgl. Lorenz, Alfred L. (2000): Abgrenzen oder zusammen arbeiten, S. 23.
12
Gespräche mit Patienten und Angehörigen, Kommunikation mit verschiedenen Berufsgruppen) vorzubereiten. 27 Gerade Interaktionskompetenzen werden erst in der beruflichen Praxis erlernt. Es fehlt der direkte Praxisbezug während des Studiums. Da in der Regel erst nach Abschluss des Studiums die Einsätze im Krankenhaus erfolgen. Im Lauf des Studiums kommt es zur Verinnerlichung der ärztlichen Rollennormen, zu denen laut Talcott Parsons: • Affektive Neutralität: Übernahme einer Expertenrolle ohne eigene Bewertungen
• Funktionale Spezifität: soll der Erhaltung des professionellen Expertenstatus dienen
• Kollektivitätsorientierung und Universalität: die eigenen Interessen werden zurückgestellt 28
gehören. Auch im Genfer Ärztegelöbnis, 29 welches seit 1950 die Präambel der deutschen Ärztekammer bildet und den Hippokratischen Eid abgelöst hat, zeigen sich diese Rollennormen und Vorstellungen von ärztlichem Tun. Hinzu kommt der hohe bestehende Anspruch an die Ärzte möglichst keine Fehler in der Patientenbehandlung zu machen. Aus den genannten Rollenerwartungen entsteht eine große Kluft zum tatsächlichen Handeln des Arztes im Krankenhaus. Erst im praktischen Einsatz im Krankenhaus werden die notwendigen Fähigkeiten zur Interaktion und Verarbeitung von belastenden Situationen erlernt. Trotzdem gibt es laut Siegrist heute nur wenige Berufsgruppen, die in so umfangreichem Maße wie die Ärzteschaft in der Lage sind, berufliche Autonomie auszuüben. 30
So ist „ […] die Sozialisation zum Arzt ein bisher in Theorie und Praxis gleicherweise unterschätztes Thema geblieben.“ 31
27 Vgl. Siegrist, Johannes (1995): Medizinische Soziologie. S. 240.
28 Vgl. Siegrist, Johannes (1995): Medizinische Soziologie, S. 239.
29 Befindet sich im Anhang.
30 Vgl. Borgetto, Bernhard; Kälble, Karl; Babitsch, Birgit (2007): Medizinsoziologie. Sozialer
Wandel, Krankheit, Gesundheit und das Gesundheitssystem. Weinheim: Juventa-Verl., S. 133.
31 Siegrist, Johannes (1995): Medizinische Soziologie, S. 241.
13
Um den genannten Problemen im Medizinstudium besser begegnen zu können hat beispielsweise die Universität zu Köln in Zusammenarbeit mit der Uniklinik Köln ein Studierendenhaus gebaut. Hier können unter realistischen Bedingungen technische Fähigkeiten ebenso wie die Gesprächsführung erlernt werden. 32 Allerdings besteht weiterhin der Fokus auf dem Erlernen von praktischen Fähigkeiten und nicht den interaktiven Kompetenzen. Die zunehmende Technisierung bringt ein zusätzliches Dilemma zwischen instrumentellem (Einsatz von Geräten zur Diagnose und Therapie) und kommunikativem Handeln mit sich und führt häufig zur Fokussierung auf das instrumentelle Handeln zu Lasten der Kommunikation mit den Patienten und ihren Angehörigen.
2.2 Die Rolle und ihre Funktion in Organisationen
Die Rollentheorie wurde durch Talcott Parsons begründet. Laut Parsons impliziert die Rolle als normative Erwartung das Abgeben von Individualität des Individuums zugunsten eines funktionierenden Systems. Die Erwartung basiert auf Normen und Werten. Parsons prägte den Begriff des Rollenhandelns. Wird die Rolle nicht in der erwarteten Form ausgefüllt kommt es zu sozialen Sanktionen, die laut Parsons von Menschen vermieden werden wollen. Diese Vorstellung schränkt den Freiheitsgrad des Handelns eines jeden Einzelnen ein und es kommt zu einem individuellen Autonomieverlust, womit das Handeln ein von außen gesteuertes Handeln wird. So nehmen Kultur und Gesellschaft eine zentrale Rolle in dieser Theorie ein. Die Übernahme einer Rolle erfolgt im Sozialisationsprozess, der als Prozess des Erlernens einer Rolle verstanden wird, und dazu dient die Stabilität der Gesellschaft zu erhalten. Es soll eine „störungs- und konfliktfreie Zusammenarbeit“ 33 gewährleistet werden. Dabei wird die Rollenkompetenz im Laufe des Lebens ständig
32 Vgl. Presse- Information vom 17.06.2010 der Universität zu Köln und der Uniklinik Köln.
33 Baumgart, Franzjörg (2008): Theorien der Sozialisation, S. 82-83.
14
erweitert. Die Rolle wird so als ein soziales Muster unabhängig vom Individuum verstanden 34 und dient der Abgrenzung. Der Vorstellung von Parson widersprechen verschiedene Wissenschaftler wie zum Beispiel Habermas und Goffman. Sie gehen davon aus, daß es nicht notwendig ist die „Rolle vollständig zu internalisieren, um erfolgreich handeln zu können“ 35 , sondern daß durchaus Spiel- und Handlungsräume innerhalb der Rolle vorhanden sind, die der Individualität des Individuums Rechnung tragen. Hier wird der Begriff des sozialen Handelns eingeführt, welcher mit der Auffassung einhergeht, daß Handeln und damit Interaktion innerhalb eines gemeinsamen Symbolsystems und unter Verwendung der verbalen Sprache stattfinden. 36
Rollen sind jeweils mit einer bestimmten Vorstellung verknüpft, wobei das Individuum nicht nur eine Rolle innehat, z.B. man kann gleichzeitig Mutter und Kind sein. Die Übernahme einer Rolle ist dennoch mit einer Einschränkung der persönlichen Autonomie verbunden, da bestimmte Verhaltensweisen und Erwartungen in den Rolleninhaber geknüpft sind. Der jeweils Handelnde ist nur mit einem Teil seines „Selbst“ beteiligt. Die Vorgaben bzw. Vorstellungen über die Rolle können zudem von jedem Individuum eine eigene Interpretation erhalten. Diese „Differenz zwischen Norm und Verhalten bestimmt den Grad der Rollenkonformität.“ 37 Die bestehenden Normen dienen dazu Erwartungen in sozialen Systemen aufzubauen und diese zu stabilisieren. Dabei sind die Normensysteme selektiv, werden innerhalb des Systems hierarchisiert und haben bestimmte Adressaten, für die sie maßgeblich sind. 38 So können Normen auch als positive Voraussetzung für das Handeln des Subjekts angesehen werden und nicht als repressive Einschränkung von Handlungsimpulsen. 39 Innerhalb einer Organisation dient die Übernahme einer Rolle dazu die Handlungen des jeweiligen Individuums zu determinieren. Diese
34 Vgl. Abels, Heinz (2007): Einführung in die Soziologie, S.106.
35 Abels, Heinz (2007): Einführung in die Soziologie, S. 131.
36 Vgl. Höpfner-Kröger, Margot Louise (1993): "Historische Aspekte zur Pflege-Berufskunde", S. 95.
37 Habermas, Jürgen (1973): Kultur und Kritik: verstreute Aufsätze. Frankfurt am Main: Suhrkamp,
S. 119.
38 Siegrist, Johannes (1995): Medizinische Soziologie, S. 96.
39 Vgl. Geulen, Dieter (2005): Subjektorientierte Sozialisationstheorie, S. 228.
15
Determinierung erfolgt durch bestehende Verhaltensweisen und Erwartungen, die an die Rolle gebunden sind. Damit dient eine Rolle als Inklusionsfaktor und ordnende Struktur 40 in einer Organisation, wie z.B. dem Krankenhaus. Sie bietet einen Rahmen für Handlungen und ist Voraussetzung für Mitgliedschaft in verschiedenen Systemen, die jeweils bestimmte Ausschnitte des Handelns verlangen. Dies gilt vor allem für Institutionen, deren Mitglieder sich an vorgegebenen Verhaltensweisen zu orientieren haben und so Verhalten vorhersehbar wird. Allerdings sind Rollenerwartungen häufig widersprüchlich, so daß es unmöglich ist allen Erwartungen zu entsprechen. „Erwartungen an Rollen können sehr unterschiedlich sein und das Individuum muss mit den zum Teil widersprüchlichen Erwartungen fertig werden.“ 41 Damit bietet die Rolle aber auch Interpretations- und Toleranzspielräume und gibt Möglichkeiten für Handlungsspielräume vor. Hier kann sich das Individuum selbst repräsentieren und gegebenenfalls aus der Rolle heraustreten. Diese Handlungsspielräume bieten Raum für die Selbstdarstellung des Einzelnen und seiner Individualität. „Individuen gehen (so) nicht bruchlos in sozialen Rollen auf, sondern sie erleben soziale Realität als ein ihnen gegenüberstehendes Objektives, dem sie eine eigene Identität entgegensetzen […].“ 42 Für das Gesundheitssystem impliziert die Rollenübernahme, daß die Angehörigen der verschiedenen Berufsgruppen (hier bezogen auf Ärzte und Pflegekräfte) sich in unterschiedlichen sozialen Positionen befinden, die aus der jeweiligen sozialen Rolle heraus resultieren. Beispielsweise führt die zugewiesene Rolle innerhalb des Systems Krankenhaus zu einem unterschiedlich hohen sozialen Ansehen in der Gesellschaft. Die Rigidität des jeweiligen Rollensystems ist dabei abhängig vom jeweils gewährten institutionellen Spielraum, welcher auch zur Stabilisierung von Machtbeziehungen führen kann. So besteht die Herausforderung an die Rolle in der „[…] Fähigkeit, Rollenambiguitäten bewusst zu ertragen, eine
40 Vgl. Baumgart, Franzjörg (2008): Theorien der Sozialisation, S. 91.
41 Abels, Heinz (2007): Einführung in die Soziologie, S. 68.
42 Geulen, Dieter (2005): Subjektorientierte Sozialisationstheorie, S. 92.
16
angemessene Repräsentation des Selbst zu finden und verinnerlichte Normen auf neue Lagen flexibel anzuwenden.“ 43 Hinzu kommt im Rollengefüge des Krankenhauses, daß die verschiedenen Rolleninhaber (Pflege und Medizin) über unterschiedliche Werte und Normen verfügen, was häufig zu Konflikten führt und so kommt es zum Teil dazu, daß sich die Rolleninhaber entgegen ihrer Überzeugungen, Werte und Dispositionen verhalten.“ 44 Beispielsweise erfolgt die Durchführung ärztlicher Anordnungen zum Teil entgegen der Vorstellungen und Werte der Pflegekräfte. So besteht ein Wertekonsens jeweils in den Berufsgruppen aber nicht Berufsgruppen übergreifend. Das Aushalten verschiedenartiger und teilweise sogar widersprüchlicher Erwartungen und Ansprüche wird als Ambiguitätstoleranz beschrieben und führt zum Ausbalancieren der Rollenerwartungen. Zur Realisierung ist es nötig, nicht nur die eignen Interessen zu entfalten, sondern dies auch dem Interaktionspartner zuzugestehen. 45
43 Habermas, Jürgen (1973): Kultur und Kritik: verstreute Aufsätze, S. 131.
44 Zimbardo, Philip G.; Gerrig, Richard J.; Graf, Ralf (2007): Psychologie. 16. aktual. Aufl. München:
Pearson- Studium, S. 793.
45 Vgl. Taubert, Johanna (1992): Pflege auf dem Weg zu einem neuen Selbstverständnis, S. 46 und
Krappmann, Lothar (2005): Soziologische Dimensionen der Identität. Strukturelle Bedingungen für
die Teilnahme an Interaktionsprozessen. 10. Aufl.: Klett-Cotta, S. 150- 167.
17
Arbeit zitieren:
Andréa Kaib, 2010, Die Interaktion zwischen Pflegekraft und Arzt in ihrer Auswirkung auf das Selbstbild der Pflegenden, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Pflegemanagement / Sozialmanagement: Die Interaktion zwischen Pflegekraft und Arzt in ihrer Auswirkung auf das Selbstbild der Pflegenden ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Pflegemanagement / Sozialmanagement: neuer Titel erschienen: Die Interaktion zwischen Pflegekraft und Arzt in ihrer Auswirkung auf das Selbstbild der Pflegenden
Andréa Kaib hat einen neuen Text hochgeladen
Die Begriffsbestimmung des Versuchs und ihre Auswirkung auf den Versuc...
Luis C. Rey-Sanfiz
Loyalität und ihre Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg
Dargestellt am Beispiel der Ho...
Mirel Keca
Die Praxis des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte und ihre A...
Eine Bestandsaufnahme am Beisp...
Olaf Kieschke
0 Kommentare