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Inhalt
1 Göttlicher Beistand in einer antiken Schlacht 3
zwischen Germanen und Römern
2 Grobe Ähnlichkeiten der germanischen und 4
der römischen Götter im Überblick
3 Teilweise übereinstimmende Götter 6
3.1 Die Fruchtbarkeitsgötter 6
3.2 Die Herrinnen unter den Göttern: 7
Juno und Frigg
3.3 Freyja und die Liebesgöttin Venus 9
3.4 Die weisen Götter: Minerva und ihre 10
vgermanischen Gegenbilder
4 Götter mit auffallend großer Ähnlichkeit 11
4.1 Die Götter der Jagd: Diana und ihre 11
111111111111 germanische Entsprechung Ull
4.2 Njördr und Neptun: Die Herren der Meere 12
4.3 Die schönen Götter 14
4.4 Die Kriegsfürsten 15
4.5 Die Herrscher über Wetter und Blitze 16
5 Unterschiedliche Götter bei beiden Völkern 18
5.1 Loki 18
5.2 Freyr 18
5.3 Vulcanus 19
5.4 Merkur, ein germanischer Hauptgott? 19
5.5 Von Personifikationen, Halbgöttern und 20
111111111111 weiteren übernatürlichen Wesen
6 Zusammenfassendes Fazit 21
7 Götter- und Mythologieverzeichnis 23
8 Quellen 25
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1 Göttlicher Beistand in einer antiken Schlacht zwischen Germanen und Römern Hoch oben im kalten Norden und weit weg vom warmen Rom berichten alte Edda-Sagen von unbesiegbaren Kriegern, welche verkleidet und wutentbrannt gegen den Feind vorgegangen sind, wie das folgende Zitat zeigt:
„Odins Männer gingen (in die Schlacht) ohne Panzer und waren toll wie Hunde und Wölfe, bissen in ihre Schilde und waren stärker als Bären oder Stiere. Sie erschlugen die Leu- te,aber sie selbst verwundete weder Feuer noch Eisen; das nennt man Berserkerwut“ 1 Diese „Odins-Krieger“, auch Berserker genannt, kämpfen offenbar mit Unterstützung einer höheren Macht. Doch woher stammen diese übermenschlichen Fähigkeiten? Vor der Schlacht versammeln sie sich, tanzen lautstark in Tierpelzen und stacheln sich somit gegenseitig an. Schamanen versuchen die göttliche Kraft durch Ekstase und Tanz zu erhalten, um somit einen Vorteil auf dem Schlachtfeld zu bekommen. Diese Fähigkeiten erhalten die Kämpfer in diesem Beispiel von ihrem Gott Odin, dessen Eigenschaften Ekstase, Zauber, Zerstörung und auch andere Wesensmerkmale sind. Nun können sich die Germanen durch Odin und andere Götter gestärkt im Felde, z.B. gegen die Römer, behaupten.
In der Germania des Tacitus sind solche Rituale auch beschrieben: „Fuisse apud eos et Herculem memorant, primumque omnium virorum fortium ituri in proelia canunt. Sunt illis haec quoque carmina quorum relatu, quem barditum vocant, accendunt animos, futuraeque pugnae fortunam ipso cantu augurantur; terrent enim trepidantve, prout sonuit acies, nec tam vocis illae quam virtutis concentus videtur. Affectatur praecipue asperitas soni et fractum murmur, obiectis ad os scutis, quo plenior et gravior vox repercussu intumescat.“ 2 „Bei diesen sei auch Herkules gewesen, glauben sie, und sie besingen ihn als ersten aller tapferen Männer, wenn sie in die Schlacht ziehen. Sie haben auch Lieder, durch deren Vortrag, welches sie als Barditus bezeichnen, sie sich Mut machen, und durch den Klang selbst die Zukunft voraussagen. Sie erschrecken oder fürchten sich, je nachdem es durch die Kampflinien tönt, und jene halten den Klang nicht für
1 nach Simrock: Ynglinga Saga 6
2 nach: Tacitus, Kap. 3
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Harmonie der Stimmen sondern für Einklang der Kampfeskraft. Es findet besonders die Rauheit des Klanges und das dumpfe Gemurmel Gefallen, und sie schieben die Schilder vor den Mund, durch das die Stimme stärker und kräftiger durch das Zurückschallen anschwillt.“
Während die Germanen sich durch wilde Tänze den Beistand der Götter sichern, opfern ihre Gegner, die Römer, ihren Göttern. Sie schlachten häufig Stiere, aber auch andere Tiere, welche sie dann verbrennen. Danach beauftragen sie einen Augur. Dieser betreibt oft die Vogelschau oder andere sehr alte Rituale, um den Ausgang der Schlacht vorherzusehen.
Anschließend findet die Schlacht statt: Die germanischen Berserker rennen schreiend ihren eingeschüchterten Feinden entgegen. Dort kämpfen sie mit fast göttlichem Mut, um ihrem Stamm Ruhm und Ehre zu bringen, aber auch um den Göttern zu danken. Dieser Rückhalt der beiden kämpfenden Parteien, einerseits der Germanen aus dem Norden, auf der anderen Seite der Römer aus dem Süden, wird nun in der folgenden Arbeit veranschaulicht:
Stimmen die Religionen dieser Kulturen überein? Dieser These wird im Folgenden genauer nachgegangen. Man kann nicht davon ausgehen, dass sie identisch sind, es gibt aber sehr viele Überschneidungen, die später auch behandelt werden. Grundsätzlich kann man annehmen: beide Religionen sind polytheistisch, also ein Glaube an viele Götter. Jeder Gott, jede Göttin ist deshalb für einen oder mehrere Bereiche zuständig, z.B. für das Meer, den Krieg oder für den Ackerbau. Der Gläubige ruft nun den Gott an, den er in seiner jetzigen Lage braucht: Ein Bauer z.B. betet für einen hohen Ertrag nicht die Juno an, sondern die Göttin Cerres.
2 Grobe Ähnlichkeiten der germanischen und der römischen Götter im Überblick 3,4,5,6 Die wichtigsten Götter der Römer sind die Olympier, auch olympische Götter genannt, und stehen unter der Führung von Jupiter. Sie haben auf dem Berg Olymp gelebt und
3 vgl. Hasenfratz, Kap. VI Die Mächte, A. Der Mensch, B. Übermenschliche Wesen, C. Die Gottheiten, a. Die zwei Götterklassen; Kap. VII Das Weltbild (Kosmographie) - Exkurs
4 vgl. Derolez, Kap. 1. Barbaren, 2. Ursprung und früheste Geschichte, 3. Wirtschaftliche und gesellschaftliche Struktur, 4. Die Völ-kerwanderungen und ihre Folgen
5 vgl. Moritz, Kap. Die Erzeugung der Götter/ Der Götterkrieg 6 vgl. Preller, Kap. Erster Abschnitt, 1. Die Götter
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sind in einem gemeinsamen Tempel auf dem Forum Romanum verehrt worden. Natürlich hat man andere Götter gekannt, die nicht im Kreis der Olympischen Zwölf zuzuordnen sind, wie Luna oder Pluto. Dazu zählen noch die Matronen, Penaten, Laren und Personifikationen.
Wie oben schon erwähnt, gibt es ebenso bei den Germanen mehrere Götter, der wichtigste ist Odin. All diese Götter haben in der großen, befestigten Stadt Asgard gelebt. Außerhalb von Asgard ist Midgard gelegen, die von Menschen bewohnte Welt. Dort hat man den Göttern große Ehre erwiesen, sei es in bitteren Schlachten, bei aufwendigen Opferzeremonien oder einfach beim privaten Gedenken im Wald. So haben die Gläubigen auf Lichtungen, in Moorgebieten oder an bestimmten Bäumen, die mit verschiedenen Runen oder Zeichen verziert gewesen sind, ihre Götter verehrt. An diesen heiligen Stätten hat man den Göttern sowohl Trank-, Tier- aber auch Menschenopfer dargebracht. Neben den Göttern, welche sich in zwei Geschlechter teilen, nämlich in das ältere Geschlecht der Wanen, der Fruchtbarkeits- und Liebesgötter, und das neue Geschlecht der Asen, gibt es Riesen, Zwerge und Alben. Sie gehören alle der niederen Mythologie an.
Auch Caesar hat den germanischen Glauben beschrieben:
„Germani multum ab hac consuetudine differunt. Nam neque druides habent, qui rebus divinis praesint, neque sacrificiis student. Deorum numero eos solos ducunt, quos cernunt et quorum aperte opibus iuvantur, Solem et Vulcanum et Lunam, reliquos ne fama quidem acceperunt.“ 7
„Von diesem Brauch weichen die Germanen in vielen Stücken ab. Denn sie haben weder Druiden, welche die göttlichen Dinge ausführen sollen, noch bemühen sie sich mit den Opfern. Unter der Zahl der Götter führen sie nur diese, die sie wahrnehmen und durch deren Hilfe sie offenbar geschützt werden: Sol, Vulcanus und die Luna, die übrigen erkennen sie nicht einmal dem Namen nach.“ Trotz vermeintlicher Abweichungen gibt es dennoch bei den zwei verschiedenen Religionen mehrere Übereinstimmungen: Hier kann man als Beispiel die zwei Göttergeschlechter nennen. Bei den Germanen gibt es die Wanen und die Asen, bei den Römern
7 nach Caesar, Kap. 6, 21
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findet man ebenfalls alte Götter; hier sind die wichtigen Personen Saturn und Kronos. Diese alten Titanen und Giganten sind jedoch von den neuen Göttern, den Olympiern, fast vollkommen verdrängt worden.
Bei den Hauptgöttern dieser Glaubensrichtungen gibt es Parallelitäten. Sie leben in beiden Kulturen auf einem sonderbaren und unerreichbaren Ort, sie haben menschliche Eigenschaften wie Untreue, Egoismus und Hinterlist, dazu findet man einige gleiche Aufgaben und Entsprechungen bei den Göttern dieser Völker.
3 Teilweise übereinstimmende Götter
Zuerst werden Götter angeführt, die sowohl bei den Römern als auch bei den Germanen vergleichbare Funktionen haben, um am Ende herauszufinden, ob diese beiden Religionen „identisch“ oder nur gleichartig aufgebaut sind. 3.1 Die Fruchtbarkeitsgötter 8,9,10,11,12
Die ersten Gottheiten dieser Religionen, die verglichen werden, sind Ceres und Vesta, römische Fruchtbarkeitsgöttinnen. Ceres ist für den Ackerbau und für die Ehe zuständig, während Vesta das Herdfeuer hütet. Sie sind Töchter des Saturns, eines alten Gottes der Landwirtschaft.
Diese Götter werden nun den germanischen Wanen gegenübergestellt, welche für den Bereich des Ackerbaus, des Herdfeuers, der Fruchtbarkeit, der Liebe und schließlich auch für die Ehe verantwortlich sind. Die wichtigsten und bedeutendsten Wanen sind der Wanenhauptgott Tyr, der Meeresgott Njördr, Freyja und Freyr. Sie stehen in familiärer Beziehung zueinander. Njördr, der mit seiner Schwester 13 liiert gewesen ist, hat mit ihr die Zwillinge Freyr und Freyja gezeugt.
Im Angesicht dieser Fakten kann man erste oberflächliche Übereinstimmungen erschließen: Sowohl in der römischen als auch in der germanischen Partei gibt es Götter, die für die Landwirtschaft, für Liebe, Ehe und Geburt zuständig sind. In beiden Religio-
8 vgl.Hasenfratz, Kap. VI Die Mächte, C. Die Gottheiten, a. Die zwei Götterklassen, e. Freyr, Fro, f. Njordr, i. Fryja 9 vgl. Moritz, Kap. Die Erzeugung der Götter, Der Götterkrieg
10 vgl. Simek, Kap. IV Die Götterwelt des heidnischen Polytheismus, 4. Das wikingerzeitliche nordische Pantheon, b) Die Göttinnen 11 vgl. Moritz, Kap. Die menschenähnliche Bildung der Götter, Ceres, Vesta
12 vgl. Preller, Kap. Sechster Abschnitt, Ceres, Liber, Libera; Kap. Neunter Abschnitt, Vesta und die Penaten
13 Name in der Mythologie nicht belegt.
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nen gibt es außerdem einen Vater, von dem die übrigen Fruchtbarkeitsgötter abstammen, nämlich Saturn und Njördr.
Nun kann man wegen der ähnlichen Aufgaben dieser Gottheiten folgern, dass diese Götter „ziemlich gleich“ sind. Das wird verstärkt durch das fast identische Schicksal und durch ihren Stammbaum. Dies ist noch nicht als Beweis hinnehmbar, dass beide Völker den „gleichen“ Glauben haben. Denn die Wanen stehen nicht nur für Fruchtbarkeit, sondern ihre Eigenschaften beziehen sich auch auf Rechtsprechung, Krieg und Zauber. Deswegen müssen weitere Vergleiche angestellt werden, um ein eindeutigeres Ergebnis zu erzielen. Somit wird die Göttin Frigg mit der römischen Juno konfrontiert. 3.2 Die Herrinnen unter den Göttern: Juno und Frigg 14,15,16,17,18 Juno entspricht ihr nämlich am meisten. Das stellt man fest, wenn man die Aufgabenbereiche und Handlungen der Göttinnen betrachtet: Am auffälligsten sind beider Ehen mit den Hauptgöttern ihrer jeweiligen Religion. Juno ist mit Jupiter, dem Oberhaupt der römischen Götter, verheiratet; genauso wie Frigg den Odin, den ersten Gott in der germanischen Mythologie, zum Mann genommen hat.
Aus der Ehe zwischen Frigg und Odin sind Hermodr, ein eher belangloser Ase, Bragi, der der gefallenen Helden gedenkt, und die Zwillinge Balder und Hödur hervorgegangen. Balder ist der Gott der Schönheit und wird jedoch später von seinem blinden Zwillingsbruder getötet. Sonst ist Hödur bedeutungslos.
Auf römischer Seite sind aus Junos und Jupiters Ehe auch vier Kinder hervorgegangen, wogegen diese zum Teil von enormer Gewichtung sind, während ihre germanischen Kollegen weniger bedeutend sind. Als erster soll der römische Kriegsgott Mars genannt werden. Er ist für das römische Volk nach Jupiter der berühmteste überhaupt, denn Mars Elemente sind im kriegerischen römischen Volk selbst verankert. Sein Bruder Vulcanus ist ebenfalls unentbehrlich, denn er hat die Waffen der Götter geschmiedet. Ihre zwei weiteren Geschwister sind weitgehend unbekannt und nur wenig angebetet worden.
14 vgl. Simek, Kap. IV Die Götterweld des heidnischen Polytheismus, 4. Das wikingerzeitliche nordische Pantheon, b) Die Göttinnen 15 vgl. Hasenfratz, Kap. VI Die Mächte, C. Die Gottheiten, h. Frigg/ Frija 16 vgl. Derolez, Kap. II Die Götter, 8. Weibliche Gottheiten 17 vgl. Moritz, Kap. Die menschenähnliche Bildung der Götter, Juno 18 vgl. Preller, Kap. Dritter Abschnitt, 3. Juno
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