Inhalt
Zusammenfassung. III
Abk ürzungsverzeichnis. IV
Abbildungsverzeichnis. IIIV
Tabellenverzeichnis. X
Formelverzeichnis. X
1. Einleitung. 1
2. Grundlagen. 2
2.1 Warum Speichersysteme. 2
2.2 Anforderungen an Speicher. 4
2.3 Verschiedene Speicherformen. 7
3. Technologien im Megawatt-Bereich. 9
3.1 Pumpspeicherkraftwerke. 9
3.1.1 Bestehende Kraftwerke. 12
3.1.2 Geplante Projekte. 13
Pumpspeicherkraftwerke in stillgelegten Bergwerken. 14
Pumpspeicherkraftwerke in stillgelegten Tageabbaustätten. 15
Pumpspeicherkraftwerke in Küstengewässern. 17
3.2 Druckluftspeicherkraftwerke. 18
3.2.1 Bestehende Kraftwerke. 23
3.2.2 Geplante Projekte. 24
Diabate Anlagen. 24
Adiabate Anlagen. 25
Isobares GuD - Druckluftspeicherkraftwerk mit Wärmespeicher. 26
Adiabate Druckluftspeicher für die Elektrizitätsversorgung. 27
Submarine Druckluftspeicherung. 27
Submarine adiabate Druckluftspeicherung. 28
System der direkten Drucklufterzeugung. 29
3.3 Chemische/Elektrochemische Speicherungen. 29
3.3.1 Wasserstoff. 29
3.3.2 Methan. 35
3.3.3 Batterien. 38
4. Förderungen. 40
5. Wirtschaftlichkeit. 41
6. Perspektiven. 45
Literaturverzeichnis. 47
II
Zusammenfassung
Eine stabile Energieversorgung ist Grundlage unserer Industriegesellschaft. Ziel ist es, in den nächsten Jahrzehnten den Anteil Erneuerbarer Energien im Netzverbund zu erhöhen, bis hin zu einer Vollversorgung. Da Einspeisungen aus Erneuerbaren Energiequellen meist von meteorologischen Bedingungen abhängen, wie Sonne und Wind, unterliegt die Leistungsabgabe starken Schwankungen. Somit wächst der Bedarf an Energiespeichern, die in der Lage sind große Mengen an Energie bei Überangebot aufzunehmen und bei Bedarf abzugeben. Hierzu eignen sich Pumpspeicherkraftwerke, Druckluftspeicherkraftwerke, chemische Speicherung in Form von Wasserstoff oder Methan und elektrochemische Speicherung durch Flow-Batterien. Für die Kurzzeitspeicherung von wenigen Stunden bis Tagen und zur Energiebereitstellung in wenigen Minuten eignen sich Pumpspeicherkraftwerke, Druckluftspeicherkraftwerke und Redox-Flow-Batterien.
Pumpspeicherkraftwerke sind technisch und wirtschaftlich ausgereift, das Ausbaupotential ist durch die Abhängigkeit der Standorte von geografischen Bedingungen allerdings in Deutschland sehr begrenzt. Perspektiven sind neue Bauformen wie z.B. in stillgelegten Bergwerken oder als angelegte Inseln in Küstengewässern. Pumpspeicherkraftwerke eignen sich durch sehr geringe Speicherverluste auch für Langzeitspeicherung, sind aber bei einer höheren Zyklenanzahl pro Zeit wirtschaftlicher in der Fahrweise.
Druckluftspeicherkraftwerke gibt es bisher nur wenige auf der Welt. Für die Langzeitspeicherung eignet sich Druckluft aufgrund von Speicherverlusten nicht. Um bessere Wirkungsgrade zu erzielen, wird die Entwicklung des bisher noch nicht realisierten adiabaten Druckluftspeicherkraftwerks als groß angelegtes Forschungsprojekt vorangetrieben. Auch hier sind verschiedene Systeme, Bauformen und Speicherbehälter denkbar. Redox-Flow-Batterien sind wegen ihrer begrenzten Zyklenanzahl bisher schwierig wirtschaftlich einzusetzen, haben aber im Gegensatz zu Akkumulatoren eine externe Speichereinheit. Andere Anforderungen werden an Langzeitspeicher gestellt. Sie müssen Kapazitäten über Wochen oder Monate ausgleichen können. Eine Alternative ist der Netzausbau im Verbund mit Norwegen, um das dortige große Potential an Pumpspeichern einzubinden. Andere Möglichkeit ist die Speicherung in Wasserstoff oder synthetischem Methan. Durch Elektrolyse von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff kann überschüssiger Strom in chemischer Energie gebunden werden. In einem weiteren Schritt kann aus dem Wasserstoff durch Zudosieren von Kohlendioxid synthetisches Methan gewonnen werden, das direkt in das Erdgasnetz eingespeist werden kann. Somit erschließt sich die Infrastruktur und Speicherkapazität des Erdgasnetzes. Mit beiden obengenannten Gasen sind auch Hybridanlagen in Kopplung mit Biogasanlagen denkbar und geplant.
III
Abkürzungsverzeichnis Abkürzungen AA-CAES Advanced Adiabatic Compressed Air Energy Storage ADELE Adiabate Druckluftspeicher für die Elektrizitätsversorgung AG Aktiengesellschaft BCG Boston Consulting Group BHKW Blockheizkraftwerk BMBF Bundesministeriums für Bildung und Forschung
BMWi Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie CAES Compressed Air Energy Storage CCS Carbon Dioxide Capture and Storage Methan CH 4 Kohlendioxid CO 2 DENA Deutsche Energie-Agentur GmbH DLR Deutsches Zentrum für Luft-und Raumfahrt DWPS Dispatchable Wind Power System EE erneuerbare Energien EEG Erneuerbare-Energien-Gesetz EES Elektroenergiespeicher EEX European Energy Exchange EFZN Energieforschungszentrums Niedersachsen el. elektrisch EnWG Energiewirtschaftsgesetz ETG Energietechnische Gesellschaft im Verein Deutscher Ingenieure EWEC European Wind Energy Conference and Exhibition G Generator GC General Compression
IV
GuD Gas-und Dampfturbinenprozess Wasserstoff H 2 H 2 O Wasser HGÜ Hochspannungsgleichstromübertragung HT Hochtemperatur ICARES Integrated Compressed Air Renewable Energy Systems IFEU Institut für Energie und Umweltforschung Heidelberg INT Fraunhofer-Institut Naturwissenschaftlich-Technische Trendanalysen IOPAC Inverse Offshore Pump Accumulation Station
ISACOAST-CC Isobaric Adiabatic Compressed Air Energy Storage Combined Cycle IWES Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik LMBV Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft Ltd Limited Company M Motor Mio. Millionen Sauerstoff O 2 ORC Organic Rankine Cycle PSW Pumpspeicherkraftwerk PUSKUT Pumpspeicherkraftwerks unter Tage
PWM Phasenwechselmedium
SM-AI-CAES Submarine Adiabatic and Isobaric Compressed Air Energy Storage SMES supraleitende elektrische Energiespeicher SNG Synthetic Natural Gas TAB Büro für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag th thermisch TU Technische Universität USV unterbrechungsfreie Stromversorgung VDE Verein Deutscher Ingenieuere WEA Windenergieanlage ZSW Zentrum für Sonnenergie- und Wasserstoff-Forschung
V
Einheiten % Prozent °C Grad Celsius
GW Gigawatt GWh Gigawattstunden h Stunden Hz Hertz kg Kilogramm kJ Kilojoule km Kilometer kW Kilowatt kWh Kilowattstunde m Meter min Minuten MW Megawatt Megawattstunden thermisch MWh th
Nm 3 Normkubikmeter s Sekunden TWh el Terrawattstunden elektrisch TWh th Terrawattstunden thermisch V Volt W Watt Wh Wattstunden
VI
Formelzeichen E Energie potentielle Energie E pot g Ortsfaktor, Erdanziehung H Enthalpiedifferenz h Höhe h m mittlere Höhe obere Höhe h o h u untere Höhe m Masse
Dichte V Speicher Speichervolumen
W Ausspeichern ausgespeicherte Arbeit/Energie W Einspeichern eingespeicherte Arbeit/Energie
VII
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1 Negative Strompreise an der
Abbildung 2 Definition der Spitzenleistung Mittellastleistung und Grundlastleistung
anhand der Jahresdauerkennlinie
Abbildung 3 Zeitlicher Ablauf des Einsatzes der verschiedenen Regelenergiearten
Abbildung 4 Einteilung nach Art der Energiespeicherung
Abbildung 5 Vergleich der Systemgrößen und Entladungszeit von verschiedenen
Energiespeichern
Abbildung 6 Zeitlich unterschiedliche Fluktuationen der EE-Überschüsse (links) und des
Spitzenlastbedarfs der verbleibenden Last.
Abbildung 7 Schematische Darstellung eines
Abbildung 8 Beispielhafte Aufteilung der Wirkungsgradverluste eines PSW.
Abbildung 9 Zeitverlauf bei Betriebsartenwechsel des PSW Goldisthal.
Abbildung 10 PSW unter
Abbildung 11 Querschnitt durch einen Braunkohletagebau
Abbildung 12 Pumpspeicherwerk in einem Tagebaurestloch.
Abbildung 13 Energy Island
Abbildung 14 Vielseitige Nutzungsmöglichkeiten der Green Power Island
Abbildung 15 Schaltschema Druckluftkraftwerk Huntorf.
Abbildung 16 T s Diagramm des Druckluftkraftwerks Huntorf.
Abbildung 17 Schaltschema
Abbildung 18
Abbildung 19 Speicherwirkungsgrad der Anlage Huntorf.
Abbildung 20 Isobares GuD - Druckluftspeicherkraftwerk mit Wärmespeicher
Abbildung 21 Submarine adiabate Druckluftspeicher.
Abbildung 22 Elektrolyse von Wasser (schematische Darstellung)
Abbildung 23 Wind/Wasserstoffsystem der Insel Utsira
VIII
Abbildung 24 Aufbau und Funktion des Enertrag-Hybridkraftwerks Abbildung 25 Wirkungsgrade des Methanpfades
Abbildung 26 Konzept zur Wandlung überschüssigen Stroms aus EE-Anlagen
Abbildung 27 Containerintegrierte Alpha-Anlage der Solar Fuel GmbH am ZSW Stuttgart Abbildung 28 SNG integriert in eine Biogasanlage37 Abbildung 29 Schematische Darstellung einer Redox-Flow-Batterie Abbildung 30 Zusammensetzung der Stromgestehungskosten
für eingespeicherte Energie..............................................................................42 Abbildung 31 Einordnung der Betriebs- und Investitionskosten verschiedener
Speichertechnologien.......................................................................................43 Abbildung 32 Speicherkosten bei zentraler Stundenspeicherung, 1 GW für 8 Stunden (8
Abbildung 33 Speicherkosten bei Wochenspeicherung, 500 MW für 200 Stunden (100
Tabellenverzeichnis Tabelle 1 Bedarf an positiver und negativer Regelleistung Tabelle 2 Kenngrößen zur Bewertung von Speichern Tabelle 3 Turbinentypen in PSW11 Tabelle 4 CAES Konzeptentwicklungsstufen.....21 Tabelle 5 verschiedene Möglichkeiten für Wärmespeicher...25 Tabelle 6 Gravimetrische und volumetrische verschiedener Brennstoffe im Vergleich..30 Tabelle 7 Auswahl in Japan betriebener Redox-Flow-Anlagen Tabelle 8 Zusammenfassung der einzelnen Forschungsvorhaben mit Bezug zu Energiespeicher41
Formelverzeichnis
Formel 1 Wirkungsgrad Pumpspeicher.................................................................................10 Formel 2 Potentielle Energie................................................................................................10 Formel 3 Theoretische Leistung PSW...................................................................................11 Formel 4 Oxidation von Wasserstoff.....................................................................................30 Formel 5 Reaktion an den Elektroden eines Elektrolyseurs.................................................30 Formel 6 Sabatier-Prozess....................................................................................................35
X
1. Einleitung
Ohne eine sichere Energieversorgung ist unser Leben heute nicht mehr vorstellbar, ohne eine Einbindung von immer größeren Anteilen an Erneuerbaren Energiequellen (EE), unser Energiesystem nicht mehr denkbar. Vielfach als vierte Revolution bezeichnet, bringt die Umstellung unseres Energiesystems Probleme mit sich, die gelöst werden müssen. Die Einspeisung regenerativer Energien, die wie z.B. Wind und Sonne von meteorologischen Bedingungen abhängen, kurzfristig und stark schwanken können (Volatilität), und zudem einer Prognoseungenauigkeit unterliegen, stellt die Netzbetreiber vor eine große
energiewirtschaftliche Herausforderung. Ziel der Bundesregierung ist es, einen Anteil von mindestens 30% EE bis 2020 zu erreichen, aus den Zahlen des BMU Leitszenarios 2009 ergibt sich sogar ein Anteil von 35%. [DENA 2010]
Das Stromnetz besitzt keine wesentliche Speicherkapazität (0,04 TWh el ) und unsere heutige Energieversorgung stimmt die Bereitstellung von Strom auf die Nachfrage ab. Wie kann die überschüssige Energie aus Zeiten in denen der Wind stark weht und die Nachfrage übersteigt, in Zeiten der Windflauten mit hoher Nachfrage verlegt werden? Die Boston Consulting Group nennt im März 2010 den Markt für Energiespeicherung im industriellen Maßstab einen der interessantesten Wachstumsmärkte die derzeit entstehen. [BCG] Immer wieder fällt der Strompreis in den letzten Monaten an der Europäischen Strombörse (EEX) in Leipzig ins Minus, d.h. Stromkunden werden für die Abnahme von elektrischer Energie bezahlt, da die Windkraftanlagen (26 GW installierte Leistung, Tendenz steigend) bei Starkwind inzwischen zeitweise mehr elektrischen Strom produzieren als die Verbraucher Strom benötigen und das Netz Überhangenergie nicht aufnehmen kann. Zu Spitzenlastzeiten, d.h. hohem Strombedarf von Verbraucherseite aus kostet eine kWh wiederum Höchstpreise.
Wegen der Vorrangigkeit der Regenerativen Energien dank Erneuerbarem Energien Gesetz (EEG) müssen dann nicht nur konventionelle und nukleare Kraftwerke zurückgefahren werden, sondern sogar der überschüssige Strom im Netz aufgenommen werden. Da kurzfristiges Zurückfahren sehr ineffiziente Regelvorgänge erfordert, dies ist z.B. zu Zeiten deutlicher Windfehlprognose der Fall, fällt der Spotmarktpreis für Strom an der Börse auf Werte unter null, wie die Abb. 1 für die Monate September 2009 bis März 2010 zeigt. Bei Spotmarktpreisen unter null erhält der Käufer des Stroms eine Vergütung. Negative Rekordpreise lagen am 04. 10. 09 bei 1499 Wh.
1
Speichersysteme können überschüssigen Strom aufnehmen und bei Bedarf abgeben, Angebot auf Verbrauch abstimmen, Netzzusammenbrüche vermeiden und beheben, Windenergie plan-und regelbar gestalten und sind somit zunehmend Teil einer effizienten, sicheren und umweltverträglichen Stromversorgung. Im Folgenden werden technische Lösungen und Perspektiven der Stromspeicherung im Großenergiebereich vorgestellt. Um das Themengebiet einzugrenzen wird in dieser Arbeit bewusst darauf verzichtet, auf kleinere dezentrale Speichermöglichkeiten und in dieser Hinsicht auch auf Elektromobilität näher einzugehen, ebenso wird Wärmespeicherung nur in Zusammenhang mit dem geplanten Großprojekt des adiabaten Druckluftkraftwerks erwähnt. Großenergiespeicher sind sicherlich auch zur Speicherung von Strom aus konventionellen Quellen interessant, da sich durch die großen Preisunterschiede zu Stark-und Schwachlastzeiten durch eine Zwischenspeicherung trotz Energieverlusten wirtschaftliche Vorteile ergeben können. Gefördert und vorangetrieben durch die Notwendigkeit, die sich bei einem höheren Anteil Regenerativer Energien ergibt, wird sich zeigen, welche Aufgaben große Speichermöglichkeiten in Zukunft übernehmen werden. Auch diese Frage wird im Umfang dieser Arbeit nicht thematisiert. Ziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick über technische Lösungsmöglichkeiten und Perspektiven zur Speicherung von großen Energiemengen zu geben.
2. Grundlagen
2.1 Warum Speichersysteme
Grundsätzliche Lösungsmöglichkeiten zum Ausgleich von Verbrauch und Bereitstellung sind Lastmanagement (Absenken und Verteilen der Spitzenlasten von Verbraucherseite aus), bessere internationale und nationale Vernetzung (z. B. durch
Hochspannungsgleichstromübertragung (HGÜ)) und Speichersysteme. Alle drei Ansätze sollten in ergänzender Form nebeneinander bestehen.
2
Arbeit zitieren:
Carolina Giebel, 2010, Perspektiven der stationären elektrischen Energiespeicherung für stark fluktuierende Erneuerbare Energiequellen im Netzverbund, München, GRIN Verlag GmbH
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