Implizites Lernen
Gliederung: Seite:
1. Einleitung 3
1.1 Begriffserklärung
2. Funktion 4-5
2.1 Funktionsweise des impliziten Lernens
3. Gebrauch im Alltag 5-6
3.1 Beispiele
4. Probleme und Vorteile 6
4.1 Probleme des impliziten Lernens
4.2 Vorteile des impliziten Lernens
5. Fazit 7
6. Anhang 8-9
2
1. Einleitung
Implizites Lernen oder auch unbewusstes Lernen wird vor allem im Kindesalter betrieben. Dabei handelt es sich um die Lernerfolge, bei der eine Person etwas lernt, sich dessen aber nicht bewusst ist. Die Erforschung des Lernens ist erst seit wenigen Jahren im Fokus der Wissenschaftler, aber trotzdem ist dieser Teil des Lernens schon sehr weit erforscht. Das Ziel der ausführlichen Betrachtung dieses Themas „implizites Lernen“ ist das bessere Verständnis des eigenen Lernens. Diese Form von Lernen betreibt man zwar jeden Tag, doch man ist sich dessen nicht bewusst, wie man bereits aus dem Namen schließen kann. Es betrifft jeden von uns und im Weiteren werden noch Beispiele geben und Probleme genannt, die das implizite Lernen mit sich bringt.
Zunächst soll erklärt werden, welche Art von Lernen das unbewusste Lernen überhaupt ist. Danach wird auf die Funktionsweise dieses Lernsystems eingegangen. Interessante Beispiele aus dem Alltag folgen. Zum Schluss werden die Probleme und Vorteile behandelt, mit denen beim „implizitem Lernen“ zu rechnen ist. Ein Gesamtfazit rundet diese Arbeit ab.
1.1 Begriffserklärung:
Unter dem Begriff „unbewusstes Lernen“ versteht man das spielerische Aneignen von Abläufen, Wissen oder Fähigkeiten. Dieser Begriff wurde 1967 erstmals von Arthur Reber verwendet für die oben genannte Form des Lernens. Wie bereits in der Einleitung beschrieben, wird diese Form des Lernens verstärkt im Kindesalter betrieben, aber auch im Alltag eines Erwachsenen wird sehr viel implizit gelernt. Man kann grundlegend sagen, dass alle Fertigkeiten und Fähigkeiten implizit gelernt werden. Im Gegensatz dazu steht das „explizite Lernen“, welches auch das bewusste Lernen genannt wird, wodurch Fakten erlernt werden, wie z. B. Vokabeln. Das implizite Lernen geschieht während einer Reizüberflutung [1] , dabei ist keine geistige Aufmerksamkeit erforderlich. Die erhaltenen Informationen werden unabsichtlich im prozeduralem Gedächtnis [2] abgespeichert. Dieses Gedächtnis bildet den größten Teil unseres Gedächtnisses. Es gibt keine Begrenzung von der Aufnahmefähigkeit und die Informationen werden sofort im Langzeitgedächtnis gespeichert. Deswegen kann auch trotz Erkrankungen, welche das Kurzzeitgedächtnis befallen, immer noch auf diese Art und Weise gelernt werden. Doch es gibt auch einige Probleme beim unbewussten Lernen. So kann implizites Wissen auch Fehler enthalten, welche schwierig zu korrigieren sind, da man sich der Fehler nicht bewusst ist. Implizites Lernen geschieht ganz individuell, jeder lernt anders und andere Fähigkeiten und Fertigkeiten je nach äußeren Reizen und individuellem Lebensumfeld. Ein großes Problem ist, das implizit Gelernte in Worten zu beschreiben, wie später erläutert. [3]
1 Überforderung der Sinneseindrücke
2 Prozedurales Gedächtnis: speichert automatisierte Handlungsabläufe 3 http://de.wikipedia.org/wiki/Implizites_Lernen
3
2. Funktion
2.1 Funktionsweise des impliziten Lernens:
Die Arbeit der Forscher an den genauen Abläufen im Gehirn während des unbewussten Lernens dauert zurzeit noch an. Es wird vermutet, dass implizites Lernen verschiedene Gehirnareale beansprucht.
Das Kleinhirn ist für das Erlernen von motorischen Fähigkeiten, Koordination und Reflexe zuständig. Die Amygdala [4] , ein Teil des limbischen Systems [5] , ist für die emotionale Erinnerungen und die Bewegungsabläufe zuständig. Es ist der älteste Teil unseres Gehirns und hat sich während der Evolution kaum verändert. Man nimmt an, dass das implizite Lernen zum größten Teil dort abläuft. Die Amygdala ist ein Nervenzellkern (Basalganglien) im Gehirn mit einer hohen Dichte an Dopaminrezeptoren. An diesen Rezeptoren kann der Neurotransmitter (Botenstoff für die Neuronen) Dopamin andocken und Signale von Neuron zu Neuron transportieren. Dopamin gilt als Vermittler der Lernvorgänge. Im Anhang befindet sich eine Grafik, in der die Stelle im Gehirn grün hervorgehoben wurde, die am Aktivsten beim unbewussten Lernen war (vgl. Anhang Grafik I, II).
Neueste Studien zeigen, dass die Anforderung an die Lernsituationen, z.B. die Anzahl der Lerndurchgänge, den Teil des Gehirns festlegt, in welchem implizit wie auch explizit gelernt wird. Jede Lernsituation erfordert eine bestimmte Verarbeitungsweise und damit einen spezialisierten Teil des Gehirns. Es werden drei unterschiedliche Verarbeitungsweisen des Lernens unterschieden. (vgl. Anhang Grafik III) [6]
a) Rasches Lernen von flexiblen Verknüpfungen im Hypocampus b) Langsames Lernen von rigide (komplizierten) Verknüpfungen im Kleinhirn c) Rasches Lernen von Einzelvorgängen im Parahippokampalem Gyrus Das unbewusste Lernsystem wird immer dann genutzt, wenn wir etwas lernen ohne darüber nachzudenken. Durch mehrfache Wiederholungen werden die Bewegungsabläufe verinnerlicht. Die Reihenfolge der einzelnen Bewegungen und wie diese genau durchgeführt werden, haben wir einmal gelernt. Dieses ist nun im Gehirn gespeichert und wird bei Bedarf unwillkürlich abgerufen. [7] Das Abrufen des impliziten Wissens erfolgt schneller, als wir explizit gelerntes Wissen abrufen können, da der Mandelkern im limbischen System über die schnellsten Nervenverbindungen des Nervensystems verfügt. So verfügt das implizit Gelernte im Unterbewusstsein über einen großen Einfluss, da es bereits oft Entscheidungen oder Handlungen ausgeführt hat, bevor wir darüber nachgedacht haben. Der Verstand im Frontalhirn reagiert zehnmal langsamer. In der Realität läuft jedoch ein Lernprozess nicht immer nur implizit oder explizit ab. Es ist schwierig zwischen diesen Lernformen zu unterscheiden. An den meisten Lernprozessen sind beide Lernsysteme beteiligt. Jeder kann aber für sich selbst überprüfen, aus welchem Lernsystem sein Wissen kommt. Er überprüft, ob er das Gelernte mit Worten beschreiben kann. Ist dies nicht der Fall, handelt es sich um implizites Lernen. Da das Lernen unbewusst erfolgte, kann man das Wissen darüber nicht erläutern.
4 Amygdala: zu Deutsch Mandelkern ist ein Nervenkern im limbischen System
5 Limbisches System: Funktionseinheit des Gehirns, die der Verarbeitung von Emotionen dient und dem intellektuelle Leistungen und die Zuständigkeit für Triebverhalten zugesprochen wird 6 http://idw-online.de/pages/de/news375172/ 7 http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-11476-2010-04-07.html
4
Arbeit zitieren:
Christopher Pelster, 2010, Unbewusstes Lernen: Das spielerische Aneignen von Abläufen, Wissen oder Fähigkeiten, München, GRIN Verlag GmbH
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