Inhalt
1. Einleitung. 2
2. Allgemeine Definition - Sportherz 2
3. Geschichtlicher Hintergrund und Wertung des Begriffs „Sportherz“ 2
4. „Richtige“ Forschungsergebnisse Henschens zum Sportherzen (nach Graf und Rost) 4
5. Was man im Zusammenhang mit dem Thema Sportherz wissen sollte - medizinische Fakten zum
Sportherz 5
a) Entstehung des Sportherzens. 5
b) Regulationsmechanismen und Herzinnendruck 5
c) Verhältnis von Muskelmasse und Durchblutung 5
d) Herzmasse 6
e) Herzschlagfrequenz 6
6. Plötzliche Todesfälle von Sportlern während sportlichen Wettkämpfen und ihre möglichen
Ursachen. 6
7. Die vier häufigsten nichttraumatischen Todesursachen bei Sportlern unter 35 Jahren (nach
Maron und Pilliccia 2006) 8
a) HCM (hypertrophe Kardiomyopathie) 9
b) Koronaranomalien bzw. Herzfehler 11
c) Unklare LV Hypertrophie. 12
d) Myokarditis (Herzmuskelentzündung) 12
8. Gesundheitliche Bewertung der ausdauerbedingten Herzhypertrophie. 13
9. Fazit 14
Literaturverzeichnis. 15
Internetquellen...................................................................................................................................... 15
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1
1
Das Sportherz und seine vier größten Risikogruppen
(im Alter bis 35J.)
1. Einleitung
In der Presse lass ich schon öfter vom plötzlichen Herztod eines bekannten Sportlers. Da ich selbst überdurchschnittlich viel Sport treibe, interessieren mich die Gründe dafür enorm. Man könnte ja auch selbst betroffen sein und möchte nicht irgendwann einmal aus „heiterem Himmel“ aus der Welt scheiden. Ein weiterer interessanter Aspekt an dieser Thematik, ist für mich die Tatsache, dass ein Sportherz durchaus positive Auswirkungen auf mein Leistungsvermögen, d.h. meine Kondition hat. Es scheint also so zu sein, dass es ein „Pro“ und ein „Contra“ zu diesem Thema zu geben scheint, was mir das Arbeiten an diesem Thema noch reizvoller macht. Der Schwerpunkt der Arbeit entstand aus meinem überwiegenden Interesse für die Risikogruppen des Sportherzens.
2. Allgemeine Definition - Sportherz
„Die als Sportherz bezeichnete physiologische Herzvergrößerung nimmt unter den möglichen Formen der Herzvergrößerung eine Sonderstellung ein. Beim Sportherzen handelt es sich um ein strukturell intaktes Organ, das höchsten Anforderungen an seine Pumpfunktion vollauf genügen kann. Der größenändernde Einfluss des Sports auf das Herz wurde erstmals 1899 beschrieben.“ 1 Bei einer ausdauerbedingten Herzhypertrophie, wie das Sportherz in der medizinischen Fachsprache genannt wird, vermehren sich die Muskelzellen nicht, sondern sie wachsen!
3. Geschichtlicher Hintergrund und Wertung des Begriffs „Sportherz“ 2 Henschen, welcher die Entdeckung des Sportherzens machte, schrieb damals den Grundsatz: „Hieraus geht hervor, daß [sic!] der Skisport Vergrößerungen des Herzens verursacht; und dieses vergrößerte Herz mehr Arbeit verrichten kann, als
1 Badtke, Sportmedizin, 166.
2 Der folgende Abschnitt bezieht sich auf Graf, Rost, Herz und Sport, 38. 2
das normale Herz; sowie daß [sic!] es somit eine physiologische Vergrößerung infolge von Sport giebt [sic!] - ein Sportherz.“ 3 Seit dieser Entdeckung ist das Sportherz eines der meistdiskutierten Objekte der Sportmedizin. So wurde dieser Effekt, resultierend aus der längerfristigen sportlichen Betätigung, zunächst an Tieren in der zweiten Hälfte des vorletzten Jahrhunderts erforscht. Die Wissenschaftler Bergmann und Parrot „beobachteten, dass wildlebende Tiere weitaus größere Herzgewichte bezogen auf das Körpergewicht aufwiesen als ihre domestizierten Artgenossen, z.B. der Feldhase im Vergleich zum Stallhasen.“ 4 Danach Anfang des letzten Jahrhunderts bewies Külbs durch ein Laufbandtraining bei Hunden, dass dadurch eine Herzhypertrophie und -dilatation hervorgerufen wird. Laut Graf und Rost fällt die Entdeckung des Sportherzens durch Henschen, nicht zufällig mit dem Beginn des Hochleistungssports, der ersten fortschrittlichen Durchführung der Olympischen Spiele 1896, zusammen. Sie begründen es mit der Aussage Henschens, die laut Graf und Rost auch heute noch zu den grundlegendsten Aussagen der Sportmedizin gehört, dass ein „großes Herz im Wettlauf gewinnt“ 5 , und verweisen darauf, dass der Begriff Sportherz schon auf die Entstehung des Wortes aus dem Sport hindeutet.
6 Laut Graf und Rost, wird das Sportherz auch heute noch missverstanden, trotz der Forschungsergebnisse von Henschen. Sie zitieren in ihrem Buch das Magazin „Der Spiegel“ und die Bildzeitung zu diesem Thema. Der Spiegel (1984): „… Die Liste prominenter Athleten, die an ihrem „Sportherzen“ starben, ist lang“. Die Zeitung „Bild“ zum Tod des 29-jährigen Eishockeyspielers Stephane Morin (1998): „Morin hatte bereits davor einen „stummen Infarkt und eine akute Bronchitis“ Dazu ein übergroßes Sportlerherz von 600 Gramm. Alle diese Faktoren zusammen hatten zum Sekundentod geführt.“ Graf und Rost führen als weiteres Beispiel einer Stellungnahme zum Sportherz das Standardwerk der amerikanischen Kardiologie von Friedberg an. Dort wird zwar festgestellt, dass Sportherzen früher als physiologische
Anpassungsphänomene angenommen wurden, heute jedoch die Sicht auf das Sportherz jene sei, dass es die Folge von „Überbelastung bei rheumatischer, syphilitischer oder angeborener Herzkrankheit sei.“ 7 Auch Keren und Schönfeld,
3 Graf, Rost, Herz und Sport, 38.
4 Graf, Rost, Herz und Sport, 38.
5 Graf, Rost, Herz und Sport, 38.
6 Der folgende Abschnitt bezieht sich auf Graf, Rost, Herz und Sport, 38 u. 40.
7 Graf, Rost, Herz und Sport, 40.
3
vermuten laut Graf und Rost einen Zusammenhang zwischen dem Sportherz und einem plötzlichen Herztod bei Sportlern. Konkret sagen sie, dass der plötzliche Herztod von Sportlern eine Folge der Veränderungen zu sein scheint, aus denen das Sportherz entsteht. Die unterschiedlichen Verständnisweisen über das sportlich vergrößerte Herz reichen somit von der Auffassung, das Sportherz sei ein physiologisch angepasstes, enorm leistungsfähiges gesundes Organ, bis hin zur Meinung, dass das Sportherz krank und pathologisch verändert sei.
8 Nach Graf und Rost sind die verschiedenen Verständnisse bezüglich des „Sportherzens“ sehr gut nachzuvollziehen. Sie nennen dabei die zwei „Obergruppen“ der Physiologie und Kliniker, die unterschiedliche Ansichten zum Sportherzen vertreten. Bei physiologischen Tests an Tieren ergibt sich die Herzvergrößerung aus einer Überbelastung, während die Gruppen der Kliniker diese als beginnendes Herzversagen interpretiert und auch auf weitere Veränderungen am Herzen wie elektrokardiographische Anomalien hinweist. Die falschen Deutungen ihrer Ergebnisse durch diese zwei Gruppen, führen Graf und Badke darauf zurück, dass bei den Physiologen die entscheidende Größe Herzwachstum als Anpassungsaktion fehlt und die Gruppe der Kliniker die kontinuierliche Leistungssteigerung des oder der Betreffenden in Verbindung mit dem Wachstum des Herzens nicht in ihre Überlegungen mit einbezieht.
4. „Richtige“ Forschungsergebnisse Henschens zum Sportherzen (nach Graf und Rost) 9 Zum oben erwähnten Grundsatz zum Sportherz kam Henschen, indem er die Technik der Perkussion 10 sorgfältig anwandte. Die Schlussfolgerung Henschens darauf, war laut Graf und Rost richtig, da er sagte, dass die Ursprünge der Sportherzvergrößerung in einer Dilatation 11 und einer exzentrischen Hypertrophie liegen. Dazu führte er aus, „dass durch Skifahren, besonders wenn es in der Jugend 8 Der folgende Abschnitt bezieht sich auf Graf, Rost, Herz und Sport, 40. 9 Der folgende Abschnitt bezieht sich auf Graf, Rost, Herz und Sport, 38.
10 Perkussion: Unter der Perkussion versteht man in der Medizin das zu diagnostischen Zwecken durchgeführte Abklopfen der Körperoberfläche. Sie ist Teil der körperlichen Untersuchung. Dabei wird das unter der Körperoberfläche liegende Gewebe in Schwingungen versetzt. Die daraus resultierenden Schallqualitäten geben Aufschluss über den Zustand des Gewebes. So kann die Größe und Lage eines Organs (etwa der Leber) oder der Luftgehalt des Gewebes (Lunge) abgeschätzt werden (http://de.wikipedia.org, Zugriff: 18.11.10).
11 Dilatation: Bezeichnet die Erweiterung eines Gefäßes oder eines anderen Hohlorgans (http://www.diagnoseklinik‐muenchen.de, Zugriff: 18.11.10). 4
Arbeit zitieren:
Alexander Epp, 2010, Das Sportherz und seine vier größten Risikogruppen, München, GRIN Verlag GmbH
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