Inhaltsverzeichnis
Der Mensch - Gottes Bild auf der Erde. 2
1. Einleitend 2
2. Die Schöpfung, ausgenommen der Mensch, ist nicht Ebenbild Gottes 2
3. Zur Tragweite der Schöpfungsworte „Lasset uns / Wir wollen “ 3
4. Was ist die Ebenbildlichkeit des Menschen? 5
5. Das Paradoxon der geschaffenen Freiheit 7
6. Ebenbildlichkeit analogia entis oder analogia relationis? 7
7. Freiheit für Gott ist Freiheit vom Rest der Schöpfung 9
8. Die verlorene Gottebenbildlichkeit 10
9. Eigene Stellungnahme zur Ebenbildlichkeit des Menschen. 11
Quellen. 0
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Der Mensch - Gottes Bild auf der Erde
1. Einleitend
Was ist und bewirkt die Ebenbildlichkeit Gottes, die den Menschen vom Rest der Schöpfung unterscheiden sollte? Ist nun das „Bild, das Gott ähnlich sei“ eine analogia entis - eine Entsprechung im Sein, oder eine analogia relationis - eine Entsprechung in der Beziehung? Diese und weitere Fragen und Gedanken können entstehen, wenn man sich den Auszug aus dem biblischen Schöpfungsbericht durchliest, welche die Erschaffung des Menschen beschreibt.
„Und Gott sprach: Wir wollen Menschen machen nach unserm Bild uns ähnlich; die sollen herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels und über das Vieh auf der ganzen Erde, auch über alles, was auf Erden kriecht!“ 1
Um einige Fragen zu diesem biblischen Textabschnitt zu beantworten und Gedanken zu diesem Abschnitt zu sammeln, werde ich in dieser Hausarbeit die Antworten und Ansichten einiger Autoren anführen, die sich mit der Bedeutung dieser Bibelstelle auseinandergesetzt haben. Dieser Hausarbeit zugrundegelegt werden jedoch Dietrich Bonhoeffers Gedanken in seinem Aufsatz „Das Bild Gottes auf Erden“.
2. Die Schöpfung, ausgenommen der Mensch, ist nicht Ebenbild Gottes
2, 3 Bonhoeffer leitet seinen Aufsatz „Das Bild Gottes auf Erden“ mit der Beantwortung der Frage, warum die Schöpfung mit Ausnahme des Menschen nicht Ebenbild Gottes sein kann, ein. Er liebt sein Werk zwar, so Bonhoeffer, aber bevor der Mensch nicht erschaffen ist, erkennt sich Gott nicht in seinem Werk. Er kann sein Werk zwar sehen, aber er kann sich selbst darin nicht wiedererkennen. Bonhoeffer begründet
1 Bibel, Schlachter Übersetzung, Gen 1,26-27. 2 Vergleiche Struktur der Arbeit mit Bonhoeffer, Bild Gottes, 56 - 63. 3 Der folgende Abschnitt bezieht sich auf Bonhoeffer, Bild Gottes, 56.
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diese Annahme damit, dass das Werk nur die „Gestalt seines Befehls“ 4 ist, und dass das Werk auch in seiner Lebendigkeit tot ist. Die Gestalt seines Befehls ist das Werk, erläutert Bonhoeffer, weil es im Augenblick der Erschaffung schon vom Schöpfer losgerissen ist und damit „nicht mehr er selbst ist“ 5 , und tot in seiner Lebendigkeit ist es, weil es zwar vom freien Schöpfer kommt, aber in sich geschaffenes und bedingtes ist, also damit nicht frei ist.
3. Zur Tragweite der Schöpfungsworte „Lasset uns…/ Wir wollen…“
6 Als Bedingung für die Erschaffung eines Ebenbildes Gottes, nennt Bonhoeffer die Erschaffung der Schöpfung durch Gott in Freiheit. In der Erschaffung des Menschen wird, laut Bonhoeffer, diese Erschaffung in Freiheit deutlich. Diese Ansicht macht Bonhoeffer an folgenden Aspekten fest. Zum Einen wird die Erschaffung des Menschen im Schöpfungsbericht mit einem Plural eingeleitet, „Lasset uns…“, was im Hebräischen die Wichtigkeit und Erhabenheit dieses Tuns bezeichnet. Zum Anderen werden wir bei der Erschaffung des Menschen „in das Planen Gottes mithineingezogen [sic!]“ 7 , was auf eine Besonderheit des Geschehens und auf etwas „Neues, noch nicht Dagewesenes, ganz Eigentümliches“ 8 , eine Neuschöpfung hinweist. Im Gegenteil dazu wird der Rest der Schöpfung, laut Bonhoeffer, aus dem Nichtsein erschaffen.
9 Bonhoeffer betont, dass ihm der Zusammenhang zwischen der Tier-und Menschenwelt wichtig ist. Jedoch darf dadurch, laut Bonhoeffer, das besondere, das „eigentümliche Verhältnis von Mensch und Gott“ 10 nicht „ausgeklammert“ werden. Denn das wahre Ebenbild Gottes, den anfänglichen Menschen können wir, Bonhoeffers Ansicht nach, „nur in der Mitte, als die von Christus her Lebenden“ 11 in Christus sehen.
4 Bonhoeffer, Bild Gottes, 56.
5 Bonhoeffer, Bild Gottes, 56.
6 Der folgende Abschnitt bezieht sich auf Bonhoeffer, Bild Gottes, 57.
7 Bonhoeffer, Bild Gottes, 57.
8 Bonhoeffer, Bild Gottes, 57.
9 Der folgende Abschnitt bezieht sich auf Bonhoeffer, Bild Gottes, 58.
10 Bonhoeffer, Bild Gottes, 58.
11 Bonhoeffer, Bild Gottes, 58.
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Martin Luther ist in seiner Auslegung von Gen 1,26 12 auch der Ansicht, dass die einleitenden Worte zur Erschaffung des Menschen etwas Besonderes im Schöpfungsbericht darstellen. Denn diese Worte deuten auf „einen Rath [sic!] und Bedenken, dergleichen er in den vorigen Kreaturen nicht gethan [sic!] hat“ 13 , hin.
14 Luther ist wie Bonhoeffer auch die Ähnlichkeit von Verhaltensweisen und Nahrungen der Menschen und Tiere bewusst, aber er legt hier wiederum den Fokus auf den biblischen Schöpfungsbericht des Mose, in dem Dieser den besonderen Stellenwert des Menschen gegenüber dem Rest der Schöpfung durch die Erwähnung des Rates und der Vorsehung Gottes durch die Worte „lasset uns“, herausstellt.
15 Auch für Karl Barth sind die einleitenden Worte des Schöpfungsberichts, über die Erschaffung des Menschen, etwas Besonderes. Nämlich „eine im göttlichen Bereich und Wesen stattgefundene Geschichte, eine göttliche Bewegung zu einem göttlichen Anderen hin und von diesem zurück, ein göttliches Gespräch, ein göttlicher Aufruf und eine göttliche Entsprechung“ 16 , und des Schöpfers Grund den Menschen zu erschaffen. Barth beschreibt den Verfasser des Berichts als entweder naiv oder „wissend genug, Gott eines solchen, ausdrücklich in Pluralform berichteten Selbstgespräches für fähig zu halten“ 17 . Barths Meinung nach war es dem Verfasser wichtig, diese Worte erst bei der Erschaffung des Menschen zu verwenden, um gerade hier zu zeigen, dass er sich Gott nicht als Einsamen vorstellt, und dass es hier um einen Appell zur internen göttlichen Einigkeit in dieser Angelegenheit handelt. Die Tatsache, dass diese Worte erst bei der Erschaffung des Menschen vom Verfasser im Schöpfungsbericht verwendet werden, bedeutet, laut Barth, nicht, dass Gott vorher nicht mit sich selber einig war. Barths Auffassung nach, ist es vielmehr die Absicht des Verfassers diese Worte erst am Ende der Schöpfungserzählung zu verwenden, um zum Einen das Ende der Erschaffung zu signalisieren und zum Anderen dadurch die „Voraussetzung alles schöpferischen Sprechens und Handelns Gottes“ 18 deutlich zu machen.
12 Im weiteren Verlauf der Arbeit wird nur der Begriff „Auslegung“ verwendet
13 Luther, Auslegung, 68.
14 Der folgende Abschnitt bezieht sich auf Luther, Auslegung, 68. 15 Der folgende Abschnitt bezieht sich auf Barth, Schöpfung, 204 - 205.
16 Barth, Schöpfung, 205.
17 Barth, Schöpfung, 204.
18 Barth, Schöpfung, 204.
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Arbeit zitieren:
Alexander Epp, 2009, Der Mensch - Gottes Bild auf der Erde, München, GRIN Verlag GmbH
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Zu: Paul Gerhardts "O Haupt voll Blut und Wunden"
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