2.Teil
Die Sprache spielte eine sehr große Rolle in der vorislamischen Zeit. Die Beredsamkeit der
Menschen, genannt auch fasaha gehörte zu den wichtigen Eigenschaften des ,,Vollkommenen
Menschen“. Die arabische Sprache, die Dichtung und die Poesie hatten einen so sehr großen
Einfluss auf die Bevölkerung, dass man durch die Poesie Kriege gewinnen konnte.
Gerichtsentscheidungen wurden ebenfalls seitens der Dichter entschieden. Je besser man
sprechen und dichten konnte, desto höher wurde man in der Gesellschaft angesehen.
Flüche oder ähnliche Sprüche verursachte eine gewaltige Angst bei den Arabern. Daher lässt
sich auch das Kriegsgewinn bzw. die Kriegsverlust erklären. Wenn der Dichter im Kriegsfall
so gut reden konnte, dass die gegnerische Truppe sich durch seine Wortwahl erniedrigt fühlte,
dass sie nicht mehr in der Lage waren zu kämpfen aufgrund der Demoralisierung des
Dichters. Im dem vorliegenden Buch wird ein Ereignis erwähnt, das die Thematik unterstützt.
Es wird berichtet, dass ein abbasidischer Herrscher, der die Bevölkerung in Bagdad
terrorisieren wollte, die Bevölkerung fragte, was sie gegen seine Macht tun könnten. Sie
antworteten: ,, Wir werden dich mit den Pfeilen der Nacht bekämpfen“. Pfeile der Nacht ist
ein metaphorisches Element, sie steht für die Flüche. Nach dieser Aussage brach der
abbasidische Herrscher seinen Plan ab. Anhand dieses Beispiels können wir entschließen, wie
sehr die Sprache die Gesellschaft bzw. Individuen beeinflusste. Die Sprache und die Dichtung
wurden im wahrsten Sinne des Wortes als Waffe benutzt.
Die arabische Gesellschaft in der vorislamischen Zeit nannte sich ARAB und die nicht
arabischsprachigen Menschen nannten sich ACEMI. Um diese zwei Kategorien unterscheiden
zu können, wurden Kriterien wie Rasse, Sitte und Blut berücksichtigt. Das wichtigste
Kriterium war jedoch die Sprache. Ein Araber, der von der Blutslinie her Araber ist, jedoch
nicht begabt ist bezüglich der Sprache, wurde ebenfalls als ACEMI bezeichnet. ACEMI
bedeutet,, äußerste Unverständlichkeit der Sprache“. Daraus könnte man schlussfolgern, dass
die Araber ihre Herkunft und ihre Rasse je nach sprachlichen Fähigkeiten bestimmt haben.
Man kann aber nicht sagen, dass die Kriterien wie Rasse, Sitte und Blut nicht von Wichtigkeit
und Bedeutung sind. Wie wir wissen war der Tribalismus in der vorislamischen Zeit in der
arabischen Halbinsel sehr verbreitet.
3.Teil
Der Größte Beweis für die Unnachahmlichkeit des Korans sind die Tahaddi Verse im Koran.
Dies sind Verse, in denen Allah die Ungläubigen herausfordert, ähnliche gar bessere Verse
oder Suren hervorzubringen. Ein Beispiel für ein Tahaddi Vers wäre in der Sure 36, Vers 69-70 Ich zitiere: ,, Und wir lehrten ihn nicht das Dichten, noch wäre es der Botschaft
angemessen. Dies ist nichts als eine Erinnerung und ein unzweideutiger Koran. Damit die
Lebenden gewarnt werden und damit sich sein Wort gegen die Ungläubigen bewahrheitet.“
Ein anderes Beispiel ist in der Sure 17, Vers 88 Ich zitiere: ,,Sprich: Wahrlich, selbst wenn
sich Menschen und Dschinn zusammentäten, um einen Koran wie diesen hervorzubringen,
brächten sie nichts Gleiches hervor, auch wenn die einen den anderen beistünden.“ Man muss
sich jetzt die Frage stellen, warum der Koran als Wunder gilt und unnachahmlich ist? Als der
Prophet Mohammed seine Prophetenschaft verkündete, hatten die Menschen Schwierigkeiten
ihm dies zu glauben. Sie verlangten einen Beweis, also musste der Prophet Mohammed etwas
hervorbringen, was die Araber zu der damaligen Zeit nicht übertreffen konnten. Propheten,
wie Jesus oder Moses mussten ebenfalls Beweise vorführen, die ihre Prophetenschaft
bezeugten. Denn zur Zeit Moses, wurde die Zauberei seitens der Gesellschaft sehr geschätzt
und geehrt und Moses übertraf alle mit seinem Stab, der sich in einen Drachen verwandelte.
Auch bei Jesus war die übernatürliche Begabung zu sehen. Zu seiner Zeit spielte die Medizin
eine sehr bedeutsame Rolle in der Gesellschaft. Er überzeugte die Menschen, in dem er blinde
Menschen heilte und die Toten wiedererweckte. Dasselbe trifft auch auf den Propheten
Mohammed (s.a.v) zu. Ich hatte bereits die Stellung der Dichtkunst in der vorislamischen Zeit
erwähnt. Sie wurde in der arabischen Gesellschaft sehr hoch geschätzt. Daher mussten die
Menschen von der Dichtung überzeugt werden. Kurz gesagt der Koran musste die
angesehensten Dichter zu der Zeit übertreffen sei es durch den matn, also dem Inhalt, durch
Rhythmus, durch rhetorische und stilistische Mittel. Sehr viele der Dichter hatten versucht,
den Koran seitens der Dichtung zu übertreffen, jedoch schlugen all die Versuche fehl. Wenn
die Dichter es geschafft hätten, ein besseres Werk zu publizieren, dann wäre die Wirkung des
Koran nicht mehr von Bedeutung. Das würde heißen, dass keiner mehr zum Islam
konvertieren würde. Man hätte praktisch die Offenbarungen außer Gefecht gesetzt und den
Islam zu Grunde gelegt.
Arbeit zitieren:
Student Fatih Kilic, 2009, Die Unnachahmlichkeit des Koran, München, GRIN Verlag GmbH
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