Inhaltsverzeichnis Seite
Einleitung 4
1. Spezifische Belastungen im Rudersport 5
1.1 allgemeine medizinische Besonderheiten des Ruderns 5
1.2 Belastung der Atemwege 5
1.3 Schwielenbildung 5
1.4 Sehnenscheidenentzündung 6
1.5 Haltungs- und Bewegungsapparat 6
1.6 Akute Rückenbeschwerden 7
1.7 Stressfrakturen von Rippen 8
1.8 Einklemmungssyndrom der Schulter 8
1.9 Schmerzsyndrome der Kniescheibe 8
1.10 Hüftmuskulatur 9
2. Regeneration 9
2.1 Zeitlicher Verlauf verschiedener Regenerationsprozesse 10
2.2 Übertraining 12
2.3 Training 12
3. Regenerative Maßnahmen 13
3.1 Cool Down 13
3.2 Dehnen 14
3.3 Regenerations- und Kompensationstraining 14
3.4 Ernährung 14
3.5 Ausgleich des Flüssigkeitsdefizites 16
4. Physikalische und klimatische Maßnahmen 17 4.1 Massage 17 4.2 Wärmeanwendungen 17 4.3 Sauna 18 4.4 Kälteanwendungen 18 4.5 Elektrotherapie 19 4.6 Schlaf 19
4.7 Autogenes Training / Yoga 19
4.8 Zusammenfassung der verschiedenen Regenerationsmöglichkeiten 19
5. Endogene Bedingungen des Kindes- und Jugendalters und Integration in das Rudertraining 21
6. Literaturverzeichnis 24
Einleitung
Die Sportart, die in der folgenden Abhandlung thematisiert wird, ist das Rudern. Um die Frage zur Sicherung der Belastbarkeit im sportlichen Ausbildungsprozess zu beantworten, wird im ersten Teil dieser Arbeit auf spezifische Belastungen des Rudersports eingegangen. Rudern gehört mit Sportarten wie Radfahren, Schwimmen, Boxen, Triathlon, um nur einige Beispiele zu nennen, zu den Sportarten mit dem höchsten Trainingsaufwand. Dieser wird über die Jahre sowohl hinsichtlich des Umfangs als auch der Intensität gesteigert. Um die Belastbarkeit zu sichern, ist einerseits ein sinnvoller, abgestimmter und dem Alter des Athleten angepasster Trainingsplan nötig. Für eine erfolgreiche und langfristige Belastungsgestaltung ist es andererseits auch wichtig, der Regeneration besondere Aufmerksamkeit zu widmen, um ein „Übertraining“ zu vermeiden und eine regelmäßige Trainingsbelastung zu ermöglichen. Daher geht es im zweiten Teil dieser Arbeit um regenerative Aspekte, ohne die ein zielgerichtetes Spitzentraining nicht durchführbar ist. Im dritten Teil dieser Arbeit wird kurz auf endogene Bedingungen des Kindes-und Jugendalters eingegangen werden, die auch für das Rudern gelten. Aufgrund der Komplexität der Thematiken Belastung und Regeneration versteht es sich von selbst, dass diese Arbeit keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben, sonder nur einen Überblick verschaffen kann.
1. Spezifische Belastungen im Rudersport
1.1 Allgemeine medizinische Besonderheiten des Ruderns
„Rudern ist durch eine Kombination von statischer und dynamischer Muskelarbeit gekennzeichnet. Für einen Ruderschlag braucht man Kraft zum Halten der Körperstabilität und zum Aufbau der Ruderkraft - dies ist eine statische Arbeit -und bewegt im Ruderschlag den gesamten Körper und setzt etwa 80% der Gesamtmuskulatur ein - dies ist eine dynamische Arbeit- .“ 1
Was sind die besonderen Belastungen des Rudersports nach der obigen Charakterisierung?
Die zitierten Autoren des aktuellsten Werkes zum Leistungsrudern geben einige besondere Belastungen des Rudersports an, die im Folgenden skizziert werden.
1.2 Belastung der Atemwege
Beim Rudern, insbesondere im Rennrudern, tritt eine erhöhte Atemfrequenz regelmäßig auf, was zunächst kein Problem ist, jedoch schon bei leichten Infekten zur ernsthaften Krankheit werden kann. Vor allem im Winter bei kalter Lufttemperatur ist dies zu beachten. Besonders Asthmatiker müssen dem Umstand der hohen Atemfrequenz Rechnung tragen. 2 Ein Einatmen nur durch die Nase zur Erwärmung der Luft vor dem Eintritt in den Hals bzw. in die Lunge ist auf-grund des hohen Minutenatemvolumens nicht realisierbar und deshalb ist Infekten besonders im Winter große Aufmerksamkeit zu widmen. Helfen kann auch eine Maske, wie sie von Rennradfahrern benutzt werden.
1.3 Schwielenbildung
Durch den direkten Kontakt der Hände mit dem Riemen bzw. mit den Skulls entstehen bei jedem Schlag große Zugkräfte, die direkt über die Innenseite der Hand ablaufen. Dabei entstehen bei jedem Ruderer Schwielen und Blasen, die besonders zu Beginn des Wassertraining nach dem Winter beobachtet werden
1 Altenburg, Mattes, Steinacker: „Handbuch Rudertraining“, Wiebelsheim 2008, S. 147, eine ausführliche Darstellung der spezifischen möglichen Belastungen im Rudersport findet sich auch in Nolte: „Rowing Faster“ im Kapitel 4, „Managing Rower’s Medical Concerns“
2 Altenburg, Mattes, Steinacker, S. 149ff.
müssen, damit sich hier keine offenen Blasen bilden können, die dann das rohe Fleisch offenlegen.
Daher sollte die Belastung besonders zu Beginn des Wassertrainings langsam gesteigert werden und die Blasen beobachtet werden. Die überschüssige Hornhaut sollte mit einem Bimsstein nach jedem Training entfernt werden. 3 Sowieso ist die Haut beim Rudern grundsätzlich großen Belastungen ausgesetzt. Die Sonneneinstrahlung geschieht auf dem Wasser völlig ungeschützt und verstärkt sich durch die Spiegelung noch immens. Deshalb ist besonders im Sommer darauf zu achten, nicht zur Mittagszeit auf dem Wasser zu trainieren, immer eine Kopfbedeckung zu tragen, Sonnencremes zu verwenden sowie regelmäßig geeignete Flüssigkeiten zu sich zu nehmen.
1.4 Sehnenscheidentzündung
Durch die Übertragung der abgegebenen Kraft direkt über die Arme und Hände über die Skulls oder den Riemen ins Wasser kann bei einer falschen Handgelenkshaltung zu einer Sehenscheidentzündung führen. Dies insbesondere auch, weil die Handgelenke beim Auf- und Abdrehen der Blätter zu 90 Grad angewinkelt werden. Dieser Belastungsgefahr ist durch eine korrekte Handhaltung am Riemen- oder Skullgriff zu begegnen bzw. durch die adäquate Einstellung des Bootsmaterials. 4
1.5 Haltungs- und Bewegungsapparat
Beim Rudern werden bis auf die Brustmuskeln alle Muskeln mehr oder weniger stark an der Bewegung des Ruderschlages beteiligt. Daher müssen alle Elemente der Bewegungsschleife trainiert werden, sofern ein Leistungstraining betrieben wird. Daher ist besonders in frühen Trainingsjahren ein allgemeines Athletiktraining mit besonderem Augenmerk auf der Ausbildung der gesamten Rumpfmuskulatur unerlässlich. Wenn jedoch besonders die Rumpfmuskulatur gut ausgeprägt ist, ist Rudern ein sehr gesundheitsfördernder Sport, da es sich um eine Bewegung mit wenig Kraftspitzen handelt wie etwa beim Laufen.
3 Altenburg, Mattes, Steinacker, S. 154
4 Altenburg, Mattes, Steinacker, S. 152
Arbeit zitieren:
Johan Kegler, 2010, Belastungsgestaltung- und verträglichkeit im Rudersport, München, GRIN Verlag GmbH
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