Inhaltsverzeichnis
1. Gattungsbestimmung 3
1.1 Bestimmung als gleichnishafte Gattung 3
2.Analyse des bildinternen Erzählgefälles 4
2.1 Strukturale und textlinguistische Analyse 4
2.2 Ermittlung der bildinternen Pointe 5
2.3 Bestimmung referenzieller Bildelemente 5
3. Rekonstruktion der Sprachkonventionen 8
3.1 Die Arbeit mit der Konkordanz 8
3.2 Vergleich von Texteinheiten 10
4. Erschließung des thematischen Bezugsrahmens 12
4.1 Analyse der Verzahnungen mit dem Kontext 12
4.2 Bestimmung von Situation und „Sache“ 13
5. Erarbeitung der Textpragmatik 14
5.1 Analyse der kognitiven Steuerung 14
5.2 Analyse der emotionalen Steuerung 14
5.3 Das Spiel mit konkurrierenden Erfahrungen 15
5.4 Die kommunikative Intention eines Gleichnisse 15
6. Eigener Zugang zum Gleichnis / Ideen für gegenwärtige Bedeutung 16
Quellen - und Literaturangabe 17
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1. Gattungsbestimmung
1.1 Bestimmung als gleichnishafte Gattung
Bei dem Text handelt es sich um ein Gleichnis. Der Textstelle gehen bereits mehrere Gleichnisse voraus. Im Hinblick auf den vorausgehenden Kontext ist jedoch auf die Unterschiedlichkeit der semantischen Ebenen zu achten. Im Voraus wird dargestellt, wie Jesus die Pharisäer und Schriftgelehrten unterrichtet. Dies geschieht mit zwei Gleichnissen. Zum einen handelt es sich dabei um das Gleichnis vom verlorenen Schaf und zum anderen erzählt Jesus das Gleichnis von der verlorenen Drachme. Der Übergang von der Ausgangsebene erfolgt abrupt. Wurde eben noch von „Freude im Himmelreich“ und „Umkehr / Buße“ (V.10) gesprochen, rücken nun neue Leitbegriffe in den Vordergrund. Die zentralen Begriffe, welche nun aufgegriffen werden sind „Mann“ und „Söhne“. Die Übergangsebene ist in V.11 zu finden. Die Fortsetzung seiner Gleichnisrede wird mit den Worten „Weiter sagte Jesus“ eingeleitet. Jesus beginnt hier bereits sein Gleichnis, so dass in V.11 auch die Bildebene beginnt. Jesus spricht von einem Mann, der zwei Söhne hatte. Ein klarer Anhaltspunkt dafür, dass hier die Bildebene einsetzt. Sie endet in V.32. Bei der Textpassage handelt es sich um ein Erzählendes Gleichnis. Dies kann an mehreren Faktoren belegt werden. Zum einen wird das Gleichnis im Imperfekt wiedergegeben. Zum anderen sind wörtliche Reden vorhanden. Des Weiteren wird in dem Gleichnis das Tempus gewechselt. So wird die Geschichte im Imperfekt geschildert, die wörtlichen Reden stehen jedoch im Präsens. Ein weiterer Anhaltspunkt ist die Art der Handlung. Es handelt sich um eine einmalige, aber wahrscheinliche Handlung. Es ist keine alltägliche Situation, welche hier vorliegt. Ein Sohn, der das Erbe seines Vaters verlangt, es verschwendet und reuig zum Vater zurückkehrt und dieser ihn feierlich wieder aufnimmt, ist kein alltäglicher Lebensumstand, aber es ist eine mögliche Situation.
Ein letzter Faktor, der an dieser Stelle zu nennen ist, sind die Akteure. Im Mittelpunkt stehen mehrere Personen, der Vater und die Söhne, dies typisiert das Gleichnis als eine Parabel (Erzählendes Gleichnis).
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2. Analyse des bildinternen Erzählgefälles
2.1 Strukturale und textlinguistische Analyse
Im Gegensatz zum vorherigen Kontext (Gleichnis des verlorenen Schafes; Gleichnis der verlorenen Drachme) stützt sich dieses Gleichnis nicht auf die Basisoppositionen Suchen und Finden (aktivisch) sondern ehr auf Suchen und Gefunden werden (passivisch). In der Parabel sind die Basisoppositionen Abwenden und Umkehren vordergründig. Daraus erklärt sich auch der Spannungsbogen. Dieser verläuft von der Abwendung des Sohnes bis zum feierlichen Empfang (V.22). Der Spannungsbogen umfasst insgesamt fünf Erzählszenen. Phase I (V.12) beinhaltet die Aufforderung des Sohnes an seinen Vater, ihm dessen Erbe zu übergeben. Die dazu verwendete wörtliche Rede ist im Präsens geschrieben. Phase II (V.17-19) ist ebenso im Präsens wiedergegeben. Es ist ein Monolog des Sohnes, welcher sich zur Umkehr entschließt. Phase III (V.21-24) wird im Imperfekt erzählt, die wörtliche Rede (Dialog zwischen Vater und Sohn) befindet sich jedoch wieder im Präsens. Auch in Phase IV (V.27) wird diese Erzählweise verwendet. Hier, um den Dialog zwischen dem Knecht und dem älteren Sohn zu schildern. Die letzte Erzählphase (V. 29-32) enthält wieder einen Dialog, diesmal zwischen dem Vater und dem älteren Sohn. Auch hier ist ein Tempuswechsel zu erkennen.
Der Schwerpunkt des ersten Teils des Gleichnisses erzählt von dem leidvollen Leben des Sohnes, nachdem er sein ganzes Geld verschwendet hat. Seine Not wird detailliert geschildert. Es wird berichtet, wie er sein Geld verlor und was er tun musste, um über die Runden zu kommen, bis er seinen Fehler schließlich einsah und sich zur Umkehr entschloss. Das Erzählgefälle läuft auf den Dialog zwischen Vater und Sohn hinaus (V.21-24). Der Dialog in wörtlicher Rede, zeigt auf, dass der Autor hier einen Schwerpunkt setzt. Ein weiterer Schwerpunkt wird in V.18f. / 21 gesetzt. Der Sohn bekennt hier zweimal seine Sünde. Dass der Vater seinen Sohn daraufhin aufnimmt, ist eine Pointe, welche dem Gleichnis zugestellt ist. Eine zweite ist in dem älteren Sohn zu sehen. Genauer gesagt, in seinem Protest, den eigenen Bruder wieder aufzunehmen.
Der nächste Schwerpunkt befindet sich in V.27. In wörtlicher Rede erzählt ein Knecht an dieser Stelle von der Rückkehr des Sohnes.
Die Freude des Vaters über die Rückkehr seines verlorenen Sohnes ist der Gegenbegriff zu dem Zorn des zweiten Sohnes, welcher das Verhalten seines Vaters nicht verstehen kann (V.28). Um diesen Gegensatz hervorzuheben wird in V.29 nochmals von der wörtlichen Rede Gebrauch gemacht. Freude und Zorn, so wie Abwendung und Wiederkehr sind die
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Basisoppositionen in diesem Gleichnis. Die Oppositionen werden durch die detaillierte Beschreibung der jeweils dargestellten Situation unterstrichen. Die Folgen der Abwendung des Sohnes werden, wie oben erwähnt, detailliert geschildert, aber auch seine Umkehr und deren Folgen werden anschaulich wiedergegeben. Das Verhalten des älteren Sohnes kontrastiert das Verhalten des Vaters. Der Sohn fühlt sich benachteiligt und kann sich über die Rückkehr seines Bruders nicht freuen. Der Vater hingegen ist über die Rückkehr erfreut. Auch hier ist eine Basisopposition zu finden. Das Fest zur Rückkehr des Sohnes findet im Haus statt, der ältere Sohn möchte dieses nicht betreten und verbleibt draußen. Die Basisoppositionen wären demnach „drinnen“ und „draußen“. Weitere Basisoppositionen sind Mastkalb (V23.) und Futterschoten der Schweine (V.16). Der Text lässt sich anhand seiner szenischen Gestaltung gliedern. Bei Szenenumschlägen ist eine Zäsur zu setzen: Nach dem Verwahrlosen des Sohnes(V.16), bei seinem Entschluss zur Umkehr (V.17), damit verbunden die Ankunft in seiner Heimat und die Aufnahme durch den Vater (bis V.24). In V.25 bei dem Szenenwechsel zum älteren Sohn auf dem Heimweg. Zu V.24; 32 ist anzumerken, dass sich hier die Themenstellung ändert. Dies im Hinblick auf das Personenverhältnis: Spricht der Vater in V.24 davon, dass sein Sohn tot war und nun wieder lebt, spricht er in V.32 vom toten und wieder lebenden Bruder.
2.2 Ermittlung der bildinternen Pointe
Aufgrund von Struktur, Thema und Bildfeld ist die Pointe zu finden. Das Gleichnis läuft auf die übergroße Freude des Vaters zu, welcher sich über die Rückkehr seines reuigen Sohnes freut. Der Struktur nach könnte die Pointe wie folgt lauten: „Die freiwillige Rückkehr des Sohnes löst bei dem Vater so viel Freude aus, dass er dem Sohn, welcher nicht gut gehandelt hat, dennoch vergibt. Eine zweite Pointe ist im Bezug auf den älteren Sohn zu sehen: „Die überschwängliche Aufnahme des Bruders löst bei dem älteren Sohn Zorn aus, welcher jedoch nicht gerechtfertigt ist.“
2.3 Bestimmung referenzieller Bildelemente
Im Folgenden werden sechs Punkte bearbeitet: (1) Hauptakteure, (2) Schlüsselbegriffe, (3) Basisstruktur, (4) Extravaganz, (5) Zeit -und sozialgeschichtliche Anspielungen und (6) Schriftzitate und religiös vorgeprägte Termini.
Die Akteure stehen in einem hierarchischen Verhältnis. Das Verhältnis zwischen Vater und Söhnen deutet auf das Verhältnis zwischen Gott und Menschen. Um die Glaubwürdigkeit des Gleichnisses zu gewährleisten werden einige Schlüsselbegriffe verwendet. Diese dekorativen
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Arbeit zitieren:
Christoph Eydt, 2007, Die Gleichnisauslegung nach Kurt Erlemann am Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lk 15,11-32), München, GRIN Verlag GmbH
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