VORWORT
Die vorliegende Diplomarbeit wurde in der Zeit von April 2008 bis Januar 2010 unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Jürgen Schwark angefertigt. Vorausgegangen und ausschlaggebend für die Themenwahl war zum einen die Möglichkeit, in den Süden Portugals zu ziehen, in eine stark vom Golftourismus abhängige Region. Zum anderen faszinierte mich schon im Studium der Bereich des Sporttourismus, was mich nach Hausarbeiten, Referaten und Vorlesungen zum Thema Golf dazu veranlasste, mich intensiver, erstmalig aktiv auf dem Golfplatz und passiv in Gesprächen und Recherchen, damit auseinanderzusetzen.
Nach diversen Schwierigkeiten in einem für mich fremden Land mit fremder Sprache entstanden zudem große Probleme mit dem neuen Berufsstart, wodurch sich die Diplomarbeit zeitlich immer weiter hingezogen hat. Für das Verständnis und die Unterstützung in dieser langen Zeit gilt mein Dank Herrn Prof. Dr. Jürgen Schwark, der auch für die Mitgestaltung der Aufgabenstellung verantwortlich ist.
Weiteren Dank möchte ich meinen Freunden und im besonderen Maße meiner Familie und meiner Freundin aussprechen. Sie alle haben mich in den letzten Monaten mit viel Geduld und Verständnis begleitet und verschiedene Versionen dieser Arbeit gelesen, korrigiert und kommentiert. Für die oft nervenzehrenden stundenlangen Telefonate bin ich allen Beteiligten sehr dankbar.
Vilamoura im Februar 2010
Frank Lipinski
III
INHALTSVERZEICHNIS
Vorwort
INHALTSVERZEICHNIS
VERZEICHNIS DER ABKÜRZUNGEN
VERZEICHNIS DER ABBILDUNGEN
VERZEICHNIS DER TABELLEN
1. Einleitung 1
1.1. Zielsetzung und Aufbau 1
2. Algarve. 4
2.1. Geschichtliche Entwicklung 4
2.2. Touristische Entwicklung 5
2.3. Golfsport - Klima und Destination 10
3. Golfsport 13
3.1. Geschichte zum Sport 13
3.2. Gesundheitliche Aspekte 15
3.2.1. Positive Auswirkungen 16
3.2.2. Negative Auswirkungen. 19
3.3. Der Golfmarkt heute 23
3.3.1. Hintergründe zum Golfaufschwung 25
3.4. Zielgruppenanalyse 27
3.5. Grundlagen zum Sport. 32
3.5.1. Golfplatz 32
3.5.2. Golfausstattung 34
3.5.3. Golfschläger 34
3.5.4. Golfball 36
3.5.5. Golfbekleidung. 38
3.6. Bedeutung des (Golf-) Tourismus. 39
3.6.1. Bevölkerung 39
3.6.2. Sportartikelindustrie. 42
3.6.3. Hotellerie und Gastronomie. 43
IV
3.6.4. Immobilien 46
3.7. Akteure 48
3.8. Ökologische Dimensionen 50
3.8.1. Flächenverbrauch. 52
3.8.2. Wasserverbrauch 52
3.8.3. Pestizideinsatz. 54
3.8.4. Biodiversität 55
3.9. Angebotsformen / Konkurrenzdestinationen. 56
3.9.1. Definition Destination. 56
3.9.2. Definition Resort 57
3.10. Konkurrenzdestinationen 58
4. Trends im deutschen Golfsport. 61
4.1. Nachfragetrends 64
4.2. Angebotstrends 66
5. Fazit und Prognose. 68
6. Literaturangaben. 74
V
Verzeichnis der Abkürzungen
ANA Aeroportos e Navegação Aérea Aeroportos de Portugal BauGB Baugesetzbuch Belg Belgien BKK Betriebskrankenkasse DGV Deutscher Golf Verband e.V. EU Europäische Union GTC Golf & Tourism Consulting Ha Hektar IAGTO International Association of Golf Tour Operators Kcal Kilokalorien Lux Luxemburg PGA Professional Golf Association PSM Pflanzenschutzmittel VAE Vereinigten Arabische Emirate v.Chr. vor Christus
VI
Verzeichnis der Abbildungen
Abbildung 1 : Ablaufplan
Abbildung 2 : Tourismuseinkünfte nach Herkunftsland in Portugal.
Abbildung 3 : Auslastung vom Flughafen Faro nach Destinationen
Abbildung 4 : Monatliche Ankünfte am Flughafen Faro
Abbildung 5 : Anzahl der jährlichen Golfrunden an der Algarve.
Abbildung 6: Monatliche absolvierte Golfrunden an der Algarve.
Abbildung 7 : Monatliche Luft- und Wassertemperaturen an der Algarve
Abbildung 8 : Häufigkeitsverteilung der Beschwerden im Golfsport
Abbildung 9 : Zugänge Deutschlands beliebtester Sportarten im Jahr
Abbildung 10 : Golfer und Bevölkerung in Deutschland nach Haushaltsgröße
Abbildung 11 : Golfer und Bevölkerung in Deutschland nach
Haushaltsnettoeinkommen
Abbildung 12 : Golfer und Bevölkerung in Deutschland nach Schuldbildung
Abbildung 13 : Ausgaben deutscher Golfer auf Tagesausflügen
Abbildung 14 : Anzahl der Beherbergungsarten an der Algarve
Abbildung 15 : Verteilung des Servicepersonals in Portugal
Abbildung 16 : Qualitätsverteilung von Golfhotels in Deutschland.
Abbildung 17 : Ausgabeverteilung auf einer 18-Loch Golfrunde
Abbildung 18 : Produktlebenszyklus
Abbildung 19 : Entwicklung deutscher Golfclubs
Abbildung 20 : Positive Zukunftserwatung in Anbetracht der
Golfrundenauslastung.
VII
Verzeichnis der Tabellen
Tabelle 1 : Prozentuale Veränderung der Passagierezahlen am Flughafen
Faro ............................................................................................................... 8 Tabelle 2 : Häufigste Ursachen für Golfschäden.......................................... 22 Tabelle 3 : Veränderung der Golfer, DGV Mitglieder und Golflätze in den
letzten 10 Jahren ......................................................................................... 23 Tabelle 4 : Kosten/Nutzen für die Bevölkeung ............................................. 40 Tabelle 5 : Beliebteste Reiseziele deutscher Golfer auf Urlaubsreisen........ 60
VIII
1. Einleitung
1.1. Zielsetzung und Aufbau
Der Tourismus ist ein sich ständig nach den Bedürfnissen der Nachfrager verändernder Wirtschaftszweig. Für viele Nationen und Regionen ist er seit Jahrzehnten eine wichtigste Einkommensquelle und aus der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken. Einhergehend mit wachsendem Wohlstand, höherem Einkommen und zunehmend mehr Freizeit haben sich im Laufe der Jahre die Bedürfnisse der Menschen verschoben. Urlaub, im In- oder Ausland, zum Wintershopping nach New York oder zum Entspannen nach Sylt, ist für viele Menschen möglich und zum Statussymbol geworden. Besonders in Deutschland ist die Bereitschaft, Zeit und Geld in die Freizeit und somit auch Urlaub zu investieren, ungebrochen. Das Massenphänomen Tourismus hat jedoch viele Facetten. Die veränderten Lebensverhältnisse und die gesellschaftliche Entwicklung, hohe Lebenserwartung bei Erhaltung des Lebensniveaus, das Interesse und das Bedürfnis sich gesund zu ernähren und Sport zu treiben, haben den Sporttourismus als separaten Wirtschaftzweig geschaffen. 1
Eine jüngere, jedoch nicht weniger imposante Entwicklung hat der Golfsport hinter sich. Ein solides Wachstum an Golfplätzen und Mitgliedszahlen sprechen dafür, dass der Golfsport sich auch am deutschen Markt etabliert hat. Die elitäre Sportart, die nur für die oberen Gesellschaftsschichten auszuüben war, hat einen Imagewandel vollzogen. Viele Faktoren haben dazu geführt, dass man heutzutage ein durch alle sozialen und demografischen Schichten verbreiteten Tourismus mit dieser ehemals exklusiven, feudalen Freizeitbeschäftigung verknüpft. Diese Kombination, die z.B. der Ski- oder Tauchsport, schon lange hinter sich haben, galt noch vor
1 Gorhs, Dipl.-Ing. Karl F. / Preißmann, Rainer - Möglichkeiten des öffentlichen Golfsports
für den Tourismus
1
einigen Jahren als unvorstellbar und hätte nicht selten zu ungläubigem Kopfschütteln geführt. Was jedoch als unvereinbar galt, ist es nicht mehr.
In dieser Arbeit soll der Wandel dokumentiert werden, der die einst bestehenden Berührungsängste verschwinden ließ. Wer sind die heutigen Leistungsträger in diesem Geflecht aus Wirtschaft und Sport und ist hinter den verschiedenen Konzepten eine generelle Strategie zu erkennen? Welche ökonomischen und ökologischen Risiken birgt der Golftourismus und sind eventuell Sättigungstendenzen und damit einhergehender
Kannibalismus zwischen nationalen und internationalen Golfdestinationen zu erkennen?
In Ländern wie den USA, Schweden, Spanien oder Portugal hat Golf auch Dank einer politischen und öffentlichen Unterstützung den Sprung zum Breitensport geschafft. 2 Urlaubsregionen wie die Algarve, die mit einer Sonnengarantie für eine Dauersaison sorgen, haben sich zu wahren Golfdestinationen entwickelt. Auf einer Fläche so groß wie Schleswig Holstein befinden sich zurzeit 44 Golfplätze, Tendenz steigend. In einem weiteren Kapitel wird beschrieben, wie diese ursprünglich ärmliche Region den Wandel vollzogen hat und was Sie heutzutage anderen Konkurrenzdestinationen voraus hat.
In einem abschließenden Fazit werden Handlungsempfehlungen gegeben, Was kann Deutschland von anderen Nationen lernen und welche Fehler können vermeiden werden, um in der Zukunft vorhandene Potenziale auszunutzen.
Die nachstehende Abbildung zeigt stichwortartig den geplanten Ablauf, sowie die Themen der einzelnen Kapitel.
2 Gorhs, Dipl.-Ing. Karl F. / Preißmann, Rainer - Möglichkeiten des öffentlichen Golfsports
für den Tourismus
2
Abbildung 1 : Ablaufplan
Quelle : Eigene Grafik
3
2. Algarve
2.1. Geschichtliche Entwicklung
Im Süden Portugals und im Westen der Iberischen Halbinsel ist die Algarve der südwestlichste Zipfel des Kontinents. Heute ist die Region mit fast 5.000 km² und ca. 400.000 dauerhaften Einwohnern eine der am dichtesten besiedelten Gebiete in ganz Portugal, abgesehen von den Regionen um Lissabon und Porto.
Da die archäologische Forschung erst seit dem EU Beitritt Portugals im Jahre 1986 mit öffentlichen Geldern gefördert wird, steckt diese leider noch in den Anfängen. Es bestehen Hinweise auf eine Bauernkultur, die sich ab 4000 v. Chr. auf der Iberischen Halbinsel ausgebreitet hat. Ebenso bestehen monumentale Bauten aus der Kupferzeit um 2000 v. Chr. sowie aus der frühen Bronzezeit um 1000 v. Chr.. 3 Durch ausgewanderte Völker aus Nordafrika ist in dieser Zeit erstmalig von Iberern die Rede, die durch den Bau von Dörfern für eine Stammeskultur gesorgt haben.
Nach keltischem und griechischem Einfluss gewannen schließlich die Römer die Oberhand, deren Kultur Portugal, Spanien und auch viele andere Mittelmeerländer ganz entscheidend prägte. 4 Faro ist unterdessen zu einer wichtigen Hafen- und Verwaltungsstadt herangewachsen. Im Jahre 711 wurde Faro von den Mauren übernommen, deren Herrschaft über 500 Jahre andauerte. Kulturell und wirtschaftlich war die arabische Herrschaft ein Schub für die Bevölkerung. 5 Die Bezeichnung Algarve ist ebenfalls arabischen Ursprungs: al-gharb beutet Westen. Südportugal war damals die westlichste Region des arabischen Machtbereichs. Sonstige Einflüsse aus dieser Zeit sind schnell verflogen, geblieben sind noch neben einigen
3 Dunlop, Fiona - Portugal - National Geographic
4 Korst, Marita - Portugal Handbuch
5 Faber, Gustav - Portugal
4
arabischen Ortsnamen auch der charakteristische weiße Anstrich der Häuser und ihre typisch vergitterten Schornsteine.
Der portugiesische König Alfonso III eroberte Faro 1249 zurück und nur ein Jahr später wurde es ins portugiesische Königreich eingegliedert. Dank seiner exponierten geographischen Lage und seines sicheren Hafens wuchs Faro in den nächsten Jahrhunderten zu einer einflussreichen Hafenstadt heran. Die Seefahrernation Portugal hatte mit Faro im Süden des Landes ihren wichtigsten Standpunkt und der Handel wurde zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor der Region. Portugal wurde im Jahre 1755 durch ein schweres Erdbeben stark verwüstet und nicht nur in Lissabon, sondern auch an der Algarve, wurden große Stadtteile ausgelöscht. 6 Vor allem die hohe Flutwelle kostete vielen Menschen das Leben.
Nur ein Jahr später wurde Faro zur Hauptstadt der Algarve und regenerierte sich schnell, hatte jedoch im 20. Jahrhundert starke Bevölkerungsrückgänge zu verzeichnen. Der Verfall der Fischindustrie hatte dafür gesorgt, dass viele Menschen das Land verließen und nach Frankreich oder auch Deutschland auswanderten. 7 Ab 1985 hat die Rückkehr vieler Portugiesen aus den Ex-Kolonien und die aufstrebende Tourismusindustrie dafür gesorgt, dass die Bevölkerung an der Algarve wieder einen Anstieg zu verzeichnen hatte.
2.2. Touristische Entwicklung
Obwohl Portugal erst seit einigen Jahren zu den bevorzugten Reiseländern der Europäer gehört, stellt der Tourismus schon heute einen der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren der Algarve und somit Portugals dar. Nach dem Ende einer langen Diktatur von Salazar (1932-68), in dem das kulturelle und wirtschaftliche Leben einen historischen Tiefpunkt erreicht hatte, entstanden
6 Missler, Eva - Portugal
7 Korst, Marita - Portugal Handbuch
5
an der Algarve erstmals kleine, gepflegte Ferienanlagen, die sich harmonisch in die Landschaft einfügten. Mit der Nelkenrevolution 1974, die Ihren Namen den Nelken verdankt, die den damals gegen die Diktatur kämpfenden Soldaten in die Gewehre gesteckt wurden, wurde dieser Aufwärtstrend jedoch schnell wieder zerschlagen. 8 Das Land galt als politisch instabil, Meldungen über Cholera-Erkrankungen sowie antiwestliche Propaganda hielten viele Besucher zurück. In den Jahren danach und besonders mit dem Eintritt in die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft 1986 kam der Umschwung. Um dem Vergleich mit Konkurrenzdestinationen wie den Mittelmeerländern und speziell mit Spanien standhalten zu können, hat Portugal von Anfang an den Schwerpunkt auf Qualität gelegt. Massentourismus wie an der spanischen Küste findet man hier nur sehr selten. 9 Gute Hotels und ansprechende Ferienanlagen im mittleren und gehobenen Bereich, sowie ein großes Freizeitangebot mit Golf, Tennis, Reiten und diversen Wassersportarten, gehören aufgrund der ganzjährig milden Temperaturen mittlerweile zum Gesamtbild der Algarve. Die Weltausstellung Expo 1998 bescherte dem Land einen neuen Besucherrekord, der in den kommenden Jahren sogar noch gesteigert wurde und mit der Austragung der Fußball Europameisterschaft 2004 seinen Höhepunkt fand. 10 Die Erweiterung des internationalen Flughafens in Faro hat dazu geführt, dass Faro zu einer Art Drehscheibe für den Tourismus der gesamten Algarve und auch des angrenzenden Alentejo-Gebiets herangewachsen ist. 11
Wie wichtig die Touristen mittlerweile für Portugal geworden sind, zeigt sich am Bruttoinlandsprodukt, wo mittlerweile 12,7% durch diesen Wirtschaftszweig generiert werden. 12 Wem die Portugiesen diesen neuen Lebensstandard zu großen Teilen zu verdanken haben, zeigt folgende Graphik.
8 Korst, Marita - Portugal Handbuch
9 Missler, Eva - Portugal
10 Dunlop, Fiona - Portugal - National Geographic
11 Faber, Gustav - Portugal
12 Statistical Yearbook of Portugal (2007)
6
Abbildung 2 : Tourismuseinkünfte nach Herkunftsland in Portugal
Quelle: Eigene Grafik, angelehnt an Statistical Yearbook of Portugal (2007) Aufgrund der Entfernung kommen vor allem Spanier und Franzosen gerne ins benachbarte Portugal, oft allerdings nur für Tagesfahrten oder Kurztrips. Außerdem verbringen Briten und Deutsche gerne Ihren Sommerurlaub im Süden Europas. 13
An der Algarve sieht das Bild etwas anders aus. In dieser Region gibt es kaum einen Touristen, der nicht mit dem Flugzeug in Faro gelandet ist. Der traditionell hohe Anteil von Briten hat sich in den letzten Jahren sogar noch verstärkt. Der deutsche Markt verliert hingegen immer mehr an Beutung, während der Anteil der Holländer und Iren immer stärker wird.
13 Korst, Marita - Portugal Handbuch
7
Abbildung 3 : Auslastung vom Flughafen Faro nach Destinationen
Quelle: Eigene Grafik, angelehnt an ANA Airports Portugal 2008
Diese Entwicklung sieht man anhand der prozentualen Veränderungen in den vergangenen Jahren besonders deutlich, wie auch die folgende Graphik zeigt.
Tabelle 1 : Prozentuale Veränderung der Passagierzahlen am Flughafen
Faro
Quelle: Eigene Grafik, angelehnt an ANA Airports Portugal 2008
In der Hauptsaison von Juni bis September bevölkern besonders viele Touristen die Algarve. Der Frühling und der Herbst, in denen Golfer aufgrund der hervorragenden Witterungsbedingungen vermehrt an die Algarve
8
kommen, gehören zu den umsatzstärksten Jahreszeiten des Golftourismus. Hierdurch konnten die saisonalen Schwankungen etwas abgefedert werden, was dazu geführt hat, dass viele Langzeitarbeitsplätze entstanden sind.
Abbildung 4 : Monatliche Ankünfte am Flughafen Faro
Quelle: Eigene Grafik, angelehnt an ANA Airports Portugal 2008
Die Graphik zeigt, dass die Urlaubssaison schon im April richtig beginnt und im Juli/August den Höhepunkt erreicht. Erst im November brechen die Ankünfte ein, da zu diesem Zeitpunkt weder Urlauber noch besonders viele Golfer den Weg an die Algarve finden.
Im Zuge der Tourismusentwicklung haben sich auch die Lebensbedingungen der unteren und mittleren sozialen Schichten der Bevölkerung, die bis dato hauptsächlich vom Fischfang und der Landwirtschaft lebten, entscheidend verbessert. Die Nachteile der rasanten touristischen Entwicklung liegen auf der Hand - verstärkte Umweltbelastung, Zerstörung von einmaligen
9
Naturressourcen, nachhaltige Veränderung herkömmlicher aber altbewährter Familienstrukturen. 14
2.3. Golfsport - Klima und Destination
Die Golfbegeisterung der Briten, die überall auf der Welt Golfplätze anlegten, auch in den Ländern der Handelspartner, sorgte Ende des 19. Jahrhunderts dafür, dass der erste Golfclub des Landes entstand. Der knapp 20 km von Porto entfernte Club existiert heute als „Porto Golf Club“ immer noch und ist der zweitälteste Golfplatz auf dem europäischen Festland. Zwischen den 20’er und 30’er Jahren stieg die Zahl der Golfplätze an der Algarve rapide an. Rund um Lissabon, speziell in Cascais und Estoril, trafen sich Touristen aus England und Frankreich, sowie wohlhabende Einheimische, um der elitären Sportart nachzugehen. 15 Mittlerweile gibt es fast 20 Golfanlagen im Großraum Lissabon.
Ein erster kleiner Golfplatz wurde 1921 an der Algarve angelegt, jedoch im 2. Weltkrieg wieder aufgegeben. Der ehemalige britische Champion Sir Henry Cotton, der sich an der Algarve zur Ruhe setzen wollte, entwarf Ende der 50er Jahre drei Golfplätze. 16 2004 wurde auf einem dieser Plätze erstmalig die Portuguese Open ausgetragen. Das erste große Luxusprojekt entstand ebenfalls in den 50er Jahren. Eine internationale Investorengruppe entwarf in Vale do Lobo ein Golfresort, mit dem man auf zahlungskräftige Touristen zielte, die bis heute traditionell zum großen Teil aus Groß Britannien stammen. 17 Golfprofis wie Arnold Palmer oder Jack Nicklaus haben in der Zwischenzeit weitere Golfplätze entworfen, die im Laufe der Jahre sogar Austragungsort von Weltmeisterschaften und PGA-Turnieren waren.
14 Korst, Marita - Portugal Handbuch
15 Dunlop, Fiona - Portugal - National Geographic
16 Dunlop, Fiona - Portugal - National Geographic
17 Vale do Lobo - A History
10
Arbeit zitieren:
Frank Lipinski, 2010, Golftourismus - Golfdestination Algarve im Fokus mit Chancen und Risiken für den Golfsport in Deutschland , München, GRIN Verlag GmbH
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Einbetten
DOI
Praxisfälle von Wertschöpfungsanalysen
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Seminararbeit, 22 Seiten
Auswirkungen von Sportgroßveranstaltungen auf Destinationen
Seminararbeit, 55 Seiten
Die touristische Bedeutung von Events am Beispiel der Fussball Weltmei...
Studienarbeit, 73 Seiten
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Sport - Sportökonomie, Sportmanagement
Hausarbeit, 15 Seiten
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