Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
S. 3
2 Die historischen Hintergründe des
S. 4
Einflusses des Germanischen auf
der Iberischen Halbinsel
2.1 Die Germanenstämme S.4
2.2 Kontakte zwischen den Germanen und S.4
den Römern vor der Völkerwanderung
2.3 Kontakte zwischen den Germanen und S.5
den Römern zur Zeit der Völkerwanderung
3 Sprachliche Einflüsse
S.11
3.1 Germanische Elemente im Vulgärlatein S.11
3.2 Das westgotische Superstrat in Spanien S.12
3.2.1 Wortschatz S.13
3.2.2 Morphologie S.14
3.2.3 Personen- und Ortsnamen S.14
3.3 Innerromanische Entlehnungen S.15
4 Schluss
S.16
5 Bibliographie
S.18
2
1 Einleitung
Wenn man die Entwicklung der romanischen Sprachen betrachtet, wird die besondere Bedeutung des Vulgärlateins deutlich. Es bildet ihre Grundlage, denn viele sprachliche Fakten der romanischen Sprachen lassen sich als Entwicklung des Vulgärlateins erklären. In diesem Zusammenhang darf auch der Einfluss des Germanischen, des Französischen sowie des Arabischen nicht außer Acht gelassen werden. In folgender Arbeit wird das Hauptaugenmerk auf den germanischen, besonders auf den westgotischen Einfluss auf der Iberischen Halbinsel gelegt. Zuerst sollen die germanischen Stämme vorgestellt werden, die zu jener Zeit die Iberische Halbinsel besiedelt haben. Darüber hinaus werden die politischen und kulturellen Ereignisse in der Zeit vom 4. bis zum 6. Jahrhundert n. Chr. erläutert, die im Zusammenhang mit der Entwicklung des Spanischen von Bedeutung sind. Hier ist insbesondere das politische Ereignis der Völkerwanderung wichtig.
Im zweiten Teil der Arbeit sollen die sprachlichen Einflüsse der germanischen Sprachen auf das Vulgärlatein und somit gleichzeitig auf das heutige Spanisch thematisiert werden. Es hat sich als sinnvoll erwiesen, diese in drei Kategorien zu gliedern. Im Folgenden werden zuerst die Entlehnungen im Wortschatz erwähnt und weiterhin soll auf die Einflüsse im Bereich der Morphologie hingewiesen werden. Der Schwerpunkt der Arbeit wird aber auf die Entlehnungen im Bereich Personen- und Ortsnamen gelegt, da viele aktuelle spanische Vor- und Familiennamen der gotischen Sprache entstammen. Abschließend werden weitere Germanismen angesprochen, die erst später, und nicht über das Vulgärlatein, in die spanische Sprache aufgenommen wurden.
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2 Die historischen Hintergründe des Einflusses des
Germanischen auf der Iberischen Halbinsel
2.1 Die Germanenstämme
Im Laufe der Zeit haben sich verschiedene germanische Stämme mehr oder weniger lange auf der Iberischen Halbinsel aufgehalten und somit Einfluss auf die Sprache ausgeübt. In diesem Zusammenhang am wichtigsten sind die Westgoten, die im 5. Jahrhundert n. Chr. die Herrschaft über Spanien übernahmen. Es handelt sich bei den Goten um ein Volk, das ursprünglich aus Skandinavien kam. Mit der Zeit der Wanderbewegungen begaben sich die Goten in den Süden und man differenzierte nun zwischen den Ost- und den Westgoten. (vgl. Wolfram 2009:36)
Neben den Westgoten sind auch die Sueben zu nennen, die im Jahre 409 über die Pyrenäen in Spanien eindrangen, und im Norden ein kleines Reich errichteten, welches aber 585 von den Westgoten zerstört wurde. Nicht nur den Sueben gelang es zu dieser Zeit, bis nach Spanien vorzustoßen. Auch die Vandalen und Alanen besiedelten Teile der Iberischen Halbinsel, bis sie von den Westgoten verdrängt wurden und nach Afrika übersiedelten.
2.2 Kontakte zwischen den Germanen und den Römern vor der
Völkerwanderung
Schon vor der Völkerwanderung gab es Kontakte zwischen den Römern und einigen germanischen Stämmen. Seit dem 2. Jahrhundert n. Chr. bestanden Handelsbeziehungen zwischen germanischen Stämmen und den Römern. Regelmäßig kam es zu Kriegen zwischen den Parteien an den Grenzgebieten des Römischen Reiches. Wichtiger ist aber noch, dass seit Anfang des 4. Jahrhunderts die römischen Kaiser immer wieder germanische Krieger ins römische Heer aufnahmen, um außen- aber besonders innenpolitische Feinde zu besiegen. Ohne die Unterstützung rekrutierter Germanen wäre der damals herrschende römische Kaiser
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Konstantin in der Verfolgung seiner politischen Ziele nicht so erfolgreich gewesen. (vgl. Bleckmann 2009:200ff.)
Auf Grund der zahlreichen Schlachten und der damit verbundenen Verluste auf Seiten der Römer kam es zu einer „Barbarisierung“ der römischen Armee. So wurden beispielsweise im Jahre 366 unter Kaiser Valentinian die Grenzprobleme durch die Einfälle der Alamannen am Rhein mit Hilfe der Franken gelöst.
Allerdings führte die Aufnahme germanischer Krieger ins römische Heer zur Übertragung immer höherer Militärpositionen an die Germanenfürsten: „Gleichwohl trifft es zu, dass barbarische Offiziere durch die von Konstantin vorgenommene Neuorganisation der Armee eine zuvor noch nicht gekannte Bedeutung am Hofe erlangten und dass infolgedessen die höchsten Positionen in der Hierarchie von Würden, die das spätantike Kaiserreich zu vergeben hatte, schon bald Personen barbarischer und vor allem germanischer Abstammung übertragen wurden.“ (Bleckmann 2009:201) 2.3 Kontakte zwischen den Germanen und den Römern zur Zeit
der Völkerwanderung
Intensiviert wurden die Kontakte zwischen den Römern und den Germanen durch die Völkerwanderung. Unter dem Begriff der Völkerwanderung versteht man die Wanderbewegung der germanischen Völker, ausgelöst durch den Einbruch der Hunnen 375 n. Chr., beendet durch den Einfall der Langobarden 568 in Italien. Im Laufe der Bewegung verließen germanische Stämme ihre ursprünglichen Siedlungsgebiete und drangen in das Römische Reich ein.
Als Gründe für die Völkerwanderung spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Als Hauptmotiv ist die Flucht vor den Hunnen zu nennen, einem nomadischen Reitervolk aus den asiatischen Steppen. Daneben spielten aber auch schlechte Bodenqualität sowie die ungünstigen klimatischen Bedingungen in Osteuropa eine Rolle. Hinzu kam die Angst vor Hungersnöten und Krisen. Ein weiterer Faktor war das immer schwächer werdende Römische Reich, wodurch abenteuerlustige Krieger auf der Suche nach Gewinn und Beute angelockt wurden. (vgl. Rosen 2009:19ff.)
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Arbeit zitieren:
Sarah Nadjafi, 2009, Die Westgoten und der germanische Einfluss auf der Iberischen Halbinsel, München, GRIN Verlag GmbH
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