Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Das Leben von Félix Samaniego
3 Die literarische Gattung der Fabeln
4 Las fábulas morales
4.1 Vorbilder Samaniegos
4.2 Intention und Stil
4.2.1 La cigarra y la hormiga
4.2.2 El cuervo y el zorro
5 Schluss
6 Literaturverzeichnis
7 Anhang
2
1 Einleitung
Thema der folgenden Arbeit sind die Fabeln des Spaniers Félix Samaniego. Sein berühmtestes Werk „Fábulas morales“ soll auf die Struktur, seine Vorbilder und speziell auf seine didaktische Intention hin analysiert werden. Dazu wird zunächst der Lebenslauf Samaniegos vorgestellt, da einige Stationen in seinem Leben maßgebend für die moraldidaktische Intention in seinen Fabeln sind. Im weiteren Verlauf der Arbeit werden die Gattungsmerkmale der Fabel sowie ihre bestimmte Bedeutung in der Aufklärung, erläutert. Darüber hinaus soll - soweit notwendig - ein kurzer Einblick in die Geschichte der Fabel geliefert werden, da Samaniego sich in seiner Dichtung an verschiedenen literarischen Vorbildern, orientiert, deren Fabeln er übersetzt und aktualisiert. Im darauf folgenden Kapitel wird das Werk „fábulas morales“ von Samaniego analysiert. Zunächst werden allgemeine Informationen zum Aufbau, zur Struktur sowie zum Inhalt gegeben. Des Weiteren soll die Bedeutung der Vorbilder und die Intention sowie der Stil der Fabeln untersucht werden. Die erarbeiteten Ergebnisse und Thesen werden im folgenden Schritt an Hand zweier ausgewählter Fabeln „La cigarra y la hormiga“ und „El cuervo y el zorro“ ,verdeutlicht und konkretisiert. Ebenfalls wird ein Vergleich zu den französischen Fabeln La Fontaines hergestellt, um die didaktische Absicht Samaniegos zu verdeutlichen.
2 Lebenslauf
Félix María de Samaniego wurde am 12.10.1745 in Laguardia geboren. Er stammte aus einer angesehen adligen Familie, die besonderen Wert auf die Erziehung und Ausbildung ihrer Kinder legte. Samaniego begann das Studium der Rechtswissenschaften in Valladolid, brach es aber nach kurzer Zeit wieder ab. Zur weiteren Ausbildung unternahm er eine Reise nach Frankreich, bevor er zu seinem Onkel ins Baskenland zurückkehrte. Dieser war der Direktor der Real Sociedad Bascongada de los Amigos del País, die 1764 in Vergara gegründet
3
wurde. Samaniego wurde Mitglied dieser Gesellschaft, deren Ziel es unter anderem war, die Jugend des Landes zu fördern: „La Bascongada tuvo desde el primer momento una ardiente
preocupación por la educación de los jóvenes, entendiendo que
de su buena formación y preparación cultural, científica y moral,
dependía el futuro del País.” 1
La Sociedad Bascongada gründete die Institution Real Seminario Patriótico Bascongado und viele weiter Schulen. Als Mitglied der Real Sociedad Bascongada verfasste Samaniego auf Anfrage des Direktors Fabeln in spanischer Sprache. Diese wurden im Unterricht eingesetzt und sollten den Schülern die Ideen und Werte der Aufklärung vermitteln. Sie bilden einen Teil seines berühmten Werkes fábulas morales. 1781 wurde der erste und drei Jahre später 1784 der zweite Teil der Fábulas morales veröffentlicht.
1767 heiratet Félix Samaniego Manuela de Salcedo, die ebenfalls aus einer aufgeklärten Familie stammte.
Als aufgeklärter Landjunker bekam Samaniego Probleme mit der Inquisition und musste das Baskenland für eine kurze Zeit verlassen. Am 11.08.1801 stirbt Samaniego an den Folgen einer Krankheit.
3 Die literarische Gattung der Fabel
„Seit dem 18.Jahrhundert gilt der Begriff Fabel zur Bezeichnung
einer Gattung, in der Tiere, Pflanzen oder Dinge eine
metaphorische, handlungskonstituierende Bedeutung haben
und in der es um die Darstellung einer Lehre geht.“ 2
1 http://www.bascongada.org/historia.htm aufgerufen am 12.11.07
2 Schrader, Monika: Epische Kurzformen. Theorie und Didaktik. Königstein: Scriptor 1980. S.109.
4
Bei der Fabel handelt es sich um einen kurzen narrativen Text oder um Verse. „Knapp, gezielt und pointiert muß die Fabel sein, wenn sie die gewünschte Wirkung erreichen soll.“ 3
Der typische Aufbau der Fabel besteht aus drei Teilen. Zu Beginn wird die Ausgangssituation beschrieben. Allerdings werden nur die wichtigsten Angaben, wie Ort und Zeit, falls sie für die Fabel relevant sind, genannt. Auf weitere Details und Ausschmückungen wird verzichtet. Darauf folgt der Dialog der Akteure, eingeteilt in actio und reactio. Abschließend wird das Ergebnis vorgetragen und damit die Moral der Fabel implizit vermittelt. Manche Fabeldichterformulieren die Lehre aber auch explizit.
Bei den Akteuren der Fabel handelt es sich um Tiere oder Pflanzen, die mit menschlichen Eigenschaften ausgestattet sind. Somit findet eine
Anthropomorphisierung, „Vermenschlichung nicht menschlicher Handlungsträger“ 4 statt. Meist sind zwei Akteure in der Fabel tätig, die nach dem Prinzip des Gegensatzes konstituiert sind. Es können auch Gruppen sein, die sich allerdings wiederum in zwei Parteien aufgliedern lassen. Auf Grund ihrer unterschiedlichen Eigenschaften sind die Akteure als Kontrastfiguren konzipiert. Beispielsweise steht der Esel für Dummheit und Naivität, während der Fuchs Schlauheit und List verkörpert. Dieser Kontrast verleiht der Fabel einen antithetischen Charakter. Wie schon angesprochen werden meist Tiere als Akteure der Fabel gewählt. Da Fabeln allerdings Ratschläge für richtiges Verhalten für Menschen beinhalten sollen, stellt sich die Frage, warum Tiere die Positionen von Menschen einnehmen. Zum einen nimmt man an, dass Menschen Handlungsanweisungen eher befolgen, wenn diese verschlüsselt, durch Tiere, vermittelt werden. Darüber hinaus bietet die Verwendung von Tieren als Akteure der Fabeln die Möglichkeit, Probleme und Missstände zu hinterfragen, ohne Sanktionen erwarten zu müssen. 5 Besonders bei den antiken Fabeldichtern Äsop und Phaedrus, die ansonsten als Sklaven nicht die Möglichkeit gehabt hätten, öffentlich Kritik zu äußern, war dies der Fall.
3 Dithmar, Reinhard: Die Fabel. Geschichte, Struktur, Didaktik. 2. Auflage. Paderborn: Ferdinand
Schöningh 1974. S.99.
4 Ebd. S.116.
5 Vgl. ebd. S. 117.
5
Arbeit zitieren:
Sarah Nadjafi, 2008, Analyse der Fábulas morales von Félix María de Samaniego, München, GRIN Verlag GmbH
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