Inhalt
1. Einführung. 3
2. Die Wirtschaftliche Situation der USA Anfang der 80er
Jahre und die „Supply-Side-Economics“ 4
3. Die theoretischen Grundlagen von Reagans
Wirtschaftspolitik. 5
4. Die Umsetzung der Supply-Side Economics. 8
5. Erfolg oder Misserfolg - eine Schlussbetrachtung 12
6. Literatur 15
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1. Einführung
“It is our basic belief that only by reducing the growth of government can we increase the growth of the economy.”(Reagan 1981b) So heißt es im “White House Report on the Program for Economic Recovery” nur wenige Wochen nach Reagans Amtsantritt am 18. Februar 1981. Präsident Ronald Reagan folgte in seiner Wirtschaftspolitik diesem Grundsatz, dass nur durch ein Stoppen des wachsenden Staates - soll heißen: zunehmende Regulierung, Besteuerung oder Ausgaben - ein Wachstum der Wirtschaft erreicht werden kann. Jedwedes Vorgehen seinerseits lässt sich auf diesen Grundsatz zurückführen. Als Ronald Reagan 1989 das Weiße Haus verlässt, ist infolge dieses Handelns die wirtschaftliche Struktur der USA und großer Teile der westlichen Welt eine andere. Tiefgreifende Umstrukturierungen prägen das Bild der 80er Jahre. Die vorliegende Arbeit nimmt sich zur Aufgabe, diese Umstrukturierungen in ihren Ursachen, ihrer Gegenständlichkeit und ihren Auswirkungen fassbar zu machen und sucht abschließend nach einer Beurteilung dieses Wandels.
Dazu werden zunächst die wirtschaftlichen Ausgangsumstände der USA vor Amtsantritt Reagans dargelegt, um gleichsam die Interdependenz zwischen Reagans Wahlerfolg und seinem an diesen Umständen orientierten wirtschaftlichen Programm zu erklären. Bevor die tatsächliche Umsetzung dieses Programms betrachtet wird, werden knapp die theoretischen Grundlagen der angewendeten Instrumente nachgezeichnet. Abschließend soll es darum gehen, inwiefern man die Wirtschaftspolitik der Regierung Reagan als Erfolg beurteilen kann.
Die Argumente der vorliegenden Arbeit fußen auf einem breiten Spektrum von Fachliteratur, Fachzeitschriften und Studien. Besonders sind dabei die Werke Robert M. Collins´ „Transforming America“ und „Debating the Reagan Presidency“ von John Ehrman und Michael W. Flamm hervorzuheben, da diese umfangreich belegt und zugleich in ihrer Detailtreue, sowie Perspektivenvielfalt die faktische Argumentationsgrundlage dieser Arbeit bilden. Mit dem entsprechenden Abstand wurden auch Informationen und Werke von Personen herangezogen, die aus dem direkten Umfeld Reagans stammen. Dazu zählen neben Reagan selbst Jack Kemp, Arthur Laffer und William A. Niskanen. Letztlich sind zur theoretischen Begründung einerseits direkt Aussagen von Milton Friedman und andererseits Standartwerke von Hans-Rudolf Peters, sowie Reiner Clement, Wiltrud Terlau und Manfred Kiy herangezogen wurden.
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2. Die Wirtschaftliche Situation der USA Anfang der 80er Jahre und die „Supply-Side-Economics“
Nach Ende des zweiten Weltkriegs erlebte die Wirtschaft weltweit einen enormen Aufschwung, der bis in die 70er Jahre anhielt und erst durch die Ölkrisen sein Ende fand. Diese führten als Angebotsschocks dazu, dass in den USA gleichzeitig die Produktion zurückging, als auch zur Entwertung des Geldes. Es kam zur Stagflation. Die Versuche Carters die wirtschaftliche Lage zu stabilisieren, liefen ins Leere (Ehrman 2009: 9). Die Stagflation, eine gleichzeitige Stagnation und Inflation, führten bei seiner Wirtschaftspolitik zu einem Zielkonflikt. Versuchte man die Produktionsleistung durch antizyklische Fiskalpolitik, zum Beispiel durch Konjunktur-Programme, zu erhöhen, hätte dies die Inflation vorangetrieben. Anderseits hätte eine Verknappung des Geldes, also eine restriktive Geldpolitik, zu weiteren Wachstumsverlusten geführt (Clement 2006: 564).
Dass Eingriffe in den Markt, wie etwa die Regulierung im Flugverkehr in den 70er Jahren, zwar Firmen am Leben erhielten, aber auch zur Explosion der Kosten führten, konnte nur so lange gerechtfertigt werden, wie es in der wirtschaftlichen Gesamtlage positiv aussah. Diese änderte sich mit den Problemen der Stagflation und gegen Ende des Jahrzehnts gab es unter Ökonomen, Verbraucherschützern und Politikern zunehmend die Forderung nach „Change“ (Ehrman 2009: 10). Anfang der 80er Jahre schien die US-Wirtschaft auf einem Tiefpunkt zu sein; die Arbeitslosenquote lag bei 7% und die Inflationsrate bei 12,4%. Gleichzeitig verbuchte man ein Haushaltsdefizit von 73,8 Mrd. Dollar (Kramer 1989: 157). Dieser Umstand führte in Regierungskreisen und bei den Wählern dazu, dass experimentelle Ansätze zur Verbesserung der Wirtschaftslage immer mehr Gehör fanden (Ehrman 2009: 10)
Diesem Ruf nach Veränderung kam Reagan in seinem Wahlkampf nach, indem er der bisherigen amerikanischen Wirtschaftspolitik die „Supply-Side-Economics“ 1 entgegenstellte. Sein Programm stützte sich auf vier Grundpfeiler (Niskanen 2002): (1) “Reduce the growth of government spending”; mit Reduzierung der Staatsausgaben sollte ein ausgeglichener Staatshaushalt erreicht werden, unter anderem um die Kapitalmärkte zu entlasten und somit eine Senkung der Zinsen herbeizuführen.
1 Supply Side Economics wird in der Regel als angebotsorientierte Wirtschaftspolitik übersetzt. In dieser Arbeit versteht sich die Supply Side Economics als spezielle Wirtschaftspolitik von Reagan, die viele ange-botsorientierte Elemente aufweist, jedoch nicht deren reinen Idealtypus darstellt.
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(2) “Reduce the marginal tax rates on income from both labor and capital”; Steuerentlastungen sollten die Wirtschaftsleistung ankurbeln, indem sie sowohl Anreize zum Investieren und Sparen, als auch zum Konsumieren schaffen sollten. Gleichwohl sollte dadurch Schwarzarbeit weniger attraktiv werden.
(3) Die Säule „Reduce Regulierung“ zielte darauf ab, die Wirtschaft von staatlichen Regulierungen zu befreien, um den Wettbewerb zu fördern.
(4) „Reduce inflation by controlling the growth of the money”, das heißt konstantes, aber gemäßigtes Geldwachstum sollte zur Eindämmung der Inflation beitragen. Die Politik unter diesen vier Grundpfeilern wurde bald Reaganomics genannt, einem Kofferwort aus Reagan und economics, dem englischen Wort für Wirtschaftsleere. Die Hauptziele dieser Politik waren, den Anstieg von Investitionen und Sparkapital, sowie wirtschaftliches Wachstum zu begünstigen, ein Ausgleich der Staatsausgaben, die Wiederherstellung eines stabilen Finanzmarktes und die Reduzierung von Inflations- und Zinsraten zu fördern (ebd.). Dabei griff das Wirtschaftsressort der Regierung Reagan auf verschiedene Hypothesen, Instrumente und wissenschaftliche Befunde zurück, die im Anschließenden nachgezeichnet werden sollen.
3. Die theoretischen Grundlagen von Reagans Wirtschaftspolitik
Reagans Wirtschaftspolitik ist nicht nur geistig, sondern auch personell sehr stark durch die Ansätze des Monetarismus und der Chicagoer Schule geprägt. Letztere findet ihre Wurzeln bereits in den auslaufenden 20er Jahren an der Wirtschaftsfakultät der Universety of Chicago, wo vor allem Frank Knight, Jacob Viner und Henry Simons lehrten. Einer ihrer Studenten ist ab 1932 Milton Friedman, der 1946 als Professor an diese Universität zurückkehrte. Die Chicagoer Schule geht dabei im Gegensatz zur keynesianischen Theorie von einer Stabilität des privaten Sektors in Wirtschaftssystemen aus. Folglich koordinieren die Mechanismen des Marktes die Wirtschaftsobjekte von selbst optimal und gleichzeitig entsteht ein permanenter Trend zur Vollbeschäftigung (Rudolf 2000: 210). Der Grund für Störungen im Wirtschaftsablauf oder für Beschäftigungsschwankungen, ist nach den Anhängern der Chicagoer Schule vor allem in Staatseingriffen zu suchen. Der Nobel-Preisträger Robert Lucas und seine Anhänger der "rational expectations the-ory" gehen darüber hinaus davon aus, dass staatliche Eingriffe unwirksam bleiben, weil wirtschaftliche Akteure diese antizipieren (Collins 2007: 62). Diesen neoklassischen The-
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Arbeit zitieren:
David Jugel, 2010, Die Wirtschaftspolitik unter Ronald Reagan, München, GRIN Verlag GmbH
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