Stadtentwicklung nach dem zweiten Weltkrieg: Großwohnsiedlungen in der DDR an ausgewählten Beispielen
Gliederung
1. Einleitung 3
2. Begriffsklärung 4
2.1 Stadtentwicklung 4
2.2 Großwohnsiedlungen 4
3. Stadtentwicklung nach dem zweiten Weltkrieg in der DDR 5
3.1 Ausgangssituation nach dem zweiten Weltkrieg 5
3.2 Die 50er Jahre 6
3.2.1 Die „schöne deutsche Stadt“ in der ersten Hälfte der 50er Jahre 6
3.2.2 Extensive Stadtentwicklung ab Mitte der 50er Jahre 7
3.3 Die 60er Jahre 8
3.4 Die 70er Jahre 9
3.5 Die 80er Jahre bis zur Wende 9
4. Beispiele für Großwohnsiedlungen in der DDR 11
4.1 Berlin- Marzahn 11
4.2 Berlin- Hellersdorf 12
4.3 Leipzig- Grünau 13
5. Schlussbetrachtung 15
6. Literaturverzeichnis 16
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Stadtentwicklung nach dem zweiten Weltkrieg: Großwohnsiedlungen in der DDR an ausgewählten Beispielen
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1. Einleitung
Nach dem zweiten Weltkrieg wurde Deutschland in eine westliche und eine östliche Zone geteilt. Während die westliche (Bundesrepublik Deutschland) von amerikanischen Besatzungstruppen verwaltet wurde, stand die östliche Zone (Deutsche Demokratische Republik) ihrerseits unter sowjetischem Einfluß. Hinsichtlich der Städteentwicklung beider Teile ist zu sagen, dass es aufgrund der Trennung zu jeweils unterschiedlichen Stadtentwicklungsprozessen kam. Diese resultierten aus den verschiedenartigen Gesellschafts- und Wirtschaftssystemen. Während die BRD wohl als kapitalistisch-marktwirtschaftlich zu charakterisieren wäre, kennzeichnete die DDR ein hierarchisch-zentralistisches System mit sozialistischer Planwirtschaft (HEINEBERG, C. 2000, S. 221). In der DDR hatte die Stadt eine tragende Rolle. Sie war das wirtschaftliche und politisches Gesicht des Staates und das Symbol für das nationale Bewusstsein der Bevölkerung. Diese Funktionen sollten der Bevölkerung, aber auch dem amerikanischen „Gegner“ verdeutlicht werden. So versuchte der Staat diese Zielsetzungen in den Folgejahren mittels neuer Gesetzgebungen und Planungsideen zu realisieren. Zusätzlich wurden die Städtebauer und Architekten der DDR vor ein weiteres großes Problem gestellt - die Wohnungsfrage. Weltweit wurde das industrialisierte Bauen von Großsiedlungen zu einer favorisierten Variante bei der Lösung des Wohnungsproblems. Auch im Ostblock entwickelte sich diese Bauweise zum zentralen Bestandteil der staatlichen Wohnungspolitik. Schnell und billig bauen zu können waren dabei sicher einige der Hauptgründe für die Anwendung industrialisierter Bauweisen. Nach HANNEMANN (2005, S. 47) galten diese zur damaligen Zeit zudem als modern, als dem Wirtschaftsboom der Nachkriegszeit angemessen.
Neue Strukturierungen der Stadtzentren nach sowjetischem Vorbild sowie die Typisierung des Bauens bestimmten rückblickend sehr einschneidend und charakteristisch die Stadtentwicklung bzw. das neue Städtebild in der Deutschen Demokratischen Republik.
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Stadtentwicklung nach dem zweiten Weltkrieg: Großwohnsiedlungen in der DDR an ausgewählten Beispielen
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2. Begriffsklärung
2.1 Stadtentwicklung
GAFFLING (www.adlexikon.de/Stadtentwicklung.shtml) versteht unter dem Begriff Stadtentwicklung die räumliche bzw. historische Entwicklung einer Stadt. Diese Entwicklung kann ungeordnet verlaufen, wird aber meist durch Stadt- und Bauleitplanung in bestimmte Bahnen gelenkt.
2.2 Großwohnsiedlungen
Hierbei handelt es sich um Siedlungen mit überdurchschnittlich hoher Bevölkerungsdichte (RIETDORF, W., LIEBMANN, H. 1998). Großwohnsiedlungen prägen die Strukturen und Erscheinungsbilder von Städten und Gemeinden enorm. Sie haben eine große Bedeutung für die städtebauliche Entwicklung, denn sie galten in der Nachkriegszeit besonders in der ehemaligen DDR als Lösungsmöglichkeit zur Behebung der Wohnungsknappheit
(index.html?/staedtebau/stadterneuerung/grosswohnsiedlung.htm).
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Stadtentwicklung nach dem zweiten Weltkrieg: Großwohnsiedlungen in der DDR an ausgewählten Beispielen
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3. Stadtentwicklung nach dem zweiten Weltkrieg in der DDR
3.1 Ausgangssituation
Die Städte im Ost-Teil Deutschlands waren von den Zerstörungen des Krieges in geringerem Maße betroffen als der West-Teil. Allerdings kam es auch hier zu Totalzerstörungen der Innenstädte wie zum Beispiel in Magdeburg und Dresden. Entlang der Frontlinie im Osten (Vorpommern und Brandenburg) betrug der Grad der Totalzerstörung des Wohnraumes einen extrem hohen Wert - häufig über 60%! Aufgrund dessen war die unmittelbare Nachkriegszeit gekennzeichnet durch den Neuaufbau der Kommunalverwaltungen, die Trümmerbeseitigung, Reparaturen sowie rege architektonische Wettbewerbsfähigkeit über die Zonengrenze hinaus (vgl. PAULI, M. 2005, S. 17).
Am 3.3.1946 beschloss die damals noch bestehende KPD das Wohnungsprogramm, denn aufgrund von gewaltigen Zuströmen von Umsiedlern bzw. Flüchtlingen kam es zu einem immensen Wohnraumbedarf, der aufgrund des hohen Grades an Kriegszerstörungen nicht mehr gedeckt werden konnte. Laut diesen Gesetzes sollte, angemessen der damaligen Baustoff- und Geldmittelsituation, der Neuaufbau von Kleinwohnungen in beschränkter Typenvariation im preiswerten Stockwerk-Mietwohnungsbau im Vordergrund stehen. Ein weiteres Ziel war der Wiederaufbau von Kleineigenheimen und Kleinsiedlerstellen, sowie die Schaffung eines bescheidenen Wohnungsstandards. Betrachtet man nun das
Wohnungsbauprogramm, so wird deutlich, dass es in erster Linie die Linderung der schlimmsten Wohnungsbaunot im Visier hatte.
Dabei ist zu erwähnen, dass die Bestrebungen der Besatzer nicht vordergründig dahin gingen das sowjetische System auf das östliche Deutschland zu übertragen (vgl. NUTZ, M. 1998, S. 89 ff.).
Leidlicherweise konkurrierte die wichtige Aufgabe der Wohnraumversorgung mit allen anderen Aufgaben der Besatzungsmächte und der Kommunalverwaltungen, denn laut ihnen hatte die Nahrungsmittel- und die Energieversorgung oberste Priorität. Logische Konsequenz dessen war, dass dem städtischen Wiederaufbau die wichtigen Baumaterialien vorenthalten wurden, bzw. in erster Linie dem Aufbau der Industrie und Energieversorgung, sowie dem umfangreichen Bauprogramm auf dem Lande (Neubauernprogramm der SBZ) diente. Hinzu kam im Juli 1948 eine Anordnung der Deutschen Wirtschaftskommission: „Mit Ausnahme … der Neubauerngehöfte und der den Befehlsbauten gleichzustellenden Industrie- und Verkehrsbauten wird die Errichtung sämtlicher Privatbauten mit Wirkung bis zum 31. Dezember 1948 verboten“ (NUTZ, M. 1998, S. 91). Diese Verordnung bot den Kommunalverwaltungen in Klein- und Mittelstädten des ländlichen Raumes somit nur wenige Möglichkeiten zum sichtbaren Aufbau der zerstörten Stadtzentren (vgl. HEINEBERG, H. 2000, S. 221; NUTZ, M. 1998, S. 91).
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Arbeit zitieren:
Theresa Hiepe, 2006, Stadtentwicklung nach dem zweiten Weltkrieg, München, GRIN Verlag GmbH
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