Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Ursachen des Investiturstreits 4
3. Verlauf des Investiturstreits 5
3.1 Auslöser des Streits 5
3.2 Reichssynode in Worm 6
3.3 Synode 1076 in Rom 7
3.4 Gang nach Canossa 8
3.5 Kriegerische Phase des Investiturstreits 9
3.6 Investiturstreit nach Gregor VII. 11
4. Wormser Konkordat und seine Folgen 12
5. Fazit 13
6. Quellen- und Literaturverzeichnis 14
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1. Einleitung
In der Mitte des 11. Jahrhunderts brach ein Kampf zwischen der Römischen-Katholischen Kirche, mit ihrem Stellvertreter aus Erden - dem Papst, und dem Kaiser des Heiligen Römischen Reich Deutscher Nationen aus, der sich bis zum Beginn des 12. Jahrhunderts hinziehen sollte - der Investiturstreit.
Hauptstreitpunkt war hierbei, dass die Kirche sich von weltlichen Einflüssen unabhängig machen wollte. Sie wollte somit die Befreiung aus der Fremdbestimmung durch die Laiengewalt (libertas ecclesiae). Dieser Streit lässt sich grob in sechs Etappen einteilen. Den Auslöser des Streites bildete die vom Kaiser des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nationen ausgeführte Einsetzung von Bischöfen ging dem Papst zu weit, da dadurch immer ein politischer Zweck verfolgt wurde und der Papst sich in seiner Macht beschränkt fühlte. Daraufhin kam es zum Reichstag zu Worms und zur Synode 1076 in Rom. Als Ergebnis der Verhandlungen kam es zu einem noch größeren Zerwürfnis aus dem der Gang nach Canossa folgte. Dieser sorge zwar für eine kurzzeitige Friedenszeit, die dann jedoch zu einer kriegerischen Auseinandersetzung wurde. Auch nach dem Tod des Papstes wurde der Streit nicht beigelegt und zog sich in die nächste Generation. Eine Einigung erfolgte erst mit dem Wormser Konkordat. In der folgenden Arbeit wird dieser Jahrzehnte andauernde Streit näher erläutert werden und die damit verbundenen Situation im Reich darzulegen.
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2. Ursachen des Investiturstreits
Seit dem Ende des Römerreiches hatten die Päpste in Rom ihre Macht in der europäischen Christenheit weiter ausbauen können. Sie hatten für die Missionierung der noch heidnischen Stämme und die Einrichtung von Bischofssitzen gesorgt. So wurde zum Beispiel schon zu römischer Zeit das Bistum in Mainz gegründet, das seinen Einflussbereich immer mehr vergrößerte. 1 Vielfältig war die Kirche mit dem fränkischen Staat verbunden. So verliehen sie zum Beispiel den Kaisertitel. Der Kaiser war der Schutzherr der Kirche, der Einfluss der Päpste auf dessen Entscheidungen war eher gering. Einen Kampf um eine Vorrangstellung hatte es bis dato nicht gegeben. Erst im 11. Jahrhundert schien das bis dahin vorhandene System aus den Fugen zu geraten. Die Gründe der Auseinandersetzung kann man in zwei Hauptursachen gliedern, die vor allem durch die Entwicklung des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nationen. Zum einen, das von Otto I. (936-973) eingeführte Reichskirchensystem, dass eine enge Bindung der ottonischen und salischen Bistümer und Reichsklöster (sacerdotium) an die weltliche Macht (regnum) beinhaltete. Es kam zu einer Art Eigenkirchenwesen. 2 Zum anderen wurde vom Papst die Simonie, nach dem biblischen Simon, der dem Apostel die Gabe der Heilung abkaufen wollte, 3 angeprangert. Kirchliche Ämter und Pfründe wurden gekauft und verkauft, was der damaligen Machtpolitik zum Vorteil gedeihen sollte. 4 Alles in allem kamen hier auch die drei Forderungen der Cluniazenser zum Ausdruck: Ehelosigkeit aller Priester, freie Wahl der Äbte/ Bischöfe und das
1 Vgl. Jürgensmeier, F.: Das Bistum Mainz. Von der Römerzeit bis zum II. Vatikanischen Konzil, Frankfurt/ Main 1988.
2 Schieffer, R.: Ottonisch-salische Reichskirche. In: Lexikon des Mittelalters, Bd. 7, München 1995, Sp. 627 f.
3 Vgl. Die Bibel, Apostelgeschichte 8,18 f.
4 Vgl. Hörmann, K.: Simonie. In: Lexikon der Christlichen Moral, 1969, Sp. 1061-1065.
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Verbot vom Kauf und Verkauf der Ämter. 5 Mit diesen Forderungen sollte der Einfluss der Laien auf die Kirche zurückgedrängt werden.
3. Verlauf des Investiturstreits
3.1 Auslöser des Streits
Bischof Brun von Toul (1026-1051) sollte 1043 auf Vorschlag Heinrich III. (1039-1056) Papst werden, dies tat er aber nur unter der Bedingung, dass er ordnungsgemäß von der römischen Geistlichkeit würde. 6 gewählt werden Nach seiner Wahl zu
Leo IX. (1049-1054) wandelte er sich zum Reformpapst. Er forderte eine Reinigung der Kirche nach dem Vorbild Clunys. 7 Leo IX. ließ sich durch die ersten Probleme nicht abschrecken 8 und seine Nachfolger verfolgten seine Ziele weiter.
Papst Nikolaus II. (1058-1061) erließ auf dem Lateransynode von 1059 eine neue Ordnung für die Papstwahl: Wahlberechtigt waren in Zukunft nur noch die römischen Kardinäle. 9
Wirklich radikale Vorstellungen von der Oberherrschaft des Papstes über alle weltlichen Fürsten entwickelte erst Papst Gregor VII. (1073-1085). Während der Papst immer stärker wurde, saß auf dem Thron des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nationen ein unmündiges Kind, dessen Mutter seine Regentschaft leitete. Heinrich IV. (1056-1106) war zu diesem Zeitpunkt noch unmündig und dadurch kam es zu einigen Problemen in der
5 Vgl. Goez, W.: Kirchenreform und Investiturstreit 910 - 1122, Stuttgart 2000, S. 20 f.
6 Vgl. Goez: Investiturstreit, S. 89.
7 Schieffer, R.: Leo IX. In: Lexikon des Mittelalters, Bd. 5, Zürich 1991, Sp. 1880 f.
8 Er forderte die Absetzung aller durch Simonie erworbenen Ämter und die Absetzung aller verheirateten Priester. Die führte dazu, dass in Rom kein Gottesdienst mehr hätte stattfinden können. Askani, B.: Der Streit zwischen Kaiser und Papst, in: Anno 2, Braunschweig 1995, S. 28.
9 Vgl. ebd., S. 28.
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Arbeit zitieren:
Juliane Cuno, 2011, Der Investiturstreit - Der Streit zwischen Kaiser und Papst, München, GRIN Verlag GmbH
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