Regensburg, Dezember 2009
2
Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung 4
2 Die konstruktivistische Nationalismustheorie Benedict Andersons 8
3 Bedeutende Faktoren der Schweizer Nationalidentität heute 11
3.1 Mehrsprachigkeit
3.1.1 Entstehung 12
3.1.2 Viersprachigkeit oder Vielsprachigkeit? 13
3.2 Geschichtsbewusstsein, Mythen und Symbole
3.2.1 Konstruktion einer gemeinsamen Geschichte 17
3.2.2 Mythen und Symbole 20
3.3 Kollektive Werte
3.3.1 Demokratie, Freiheit und Mehrheitsfähigkeit von Minderheiten 23
3.3.2 Multikulturalität 25
3.3.3 Sonderfallmentalität und Abgrenzung 26
3.3.4 Kleinstaatlichkeit 28
3.4 Neutralität
3.4.1 Neutralität als identitätsstiftendes Element 30
3.4.2 Zwischen Sendungsbewusstsein und Isolationismus 32
4 Fazit 33
5 Literaturverzeichnis 35
3
1 Problemstellung
Mediale Äußerungen und wissenschaftliche Analysen zum politischen Zustand der Schweiz verkünden in den letzten beiden Jahrzehnten selten Gutes: Ob aus der Feder von Journalisten, Politikwissenschaftlern, Soziologen oder Ökonomen - zumeist steht am Ende der Publikationen eines fest: Die Schweiz befindet sich in einer Krise. Innerhalb des Landes wuchs sich diese Vorstellung in den vergangenen Jahren zu einem „professionellen Negativismus“ 1 aus, womit das Befinden der - schenkt man den Klischees Glauben - zu Kritik und Unzufriedenheit neigenden Bevölkerung wohl bestens beschrieben ist. 2 Besonders im Mittelpunkt steht dabei häufig die nationale Identität, die in Abhandlungen über die Schweiz als zunehmend erodiert und in Gefahr dargestellt wird. Es bestehe eine gravierende Diskrepanz zwischen Selbstbild der Schweizer auf der einen Seite und der Realität bzw. dem Fremdbild auf der anderen Seite. 3 Zudem seien die althergebrachten Leitlinien und Identitätsmerkmale mit dem für nötig befundenen Modernisierungsprozess im politischem System und im Verhältnis zum internationalen Umfeld nicht vereinbar. 4 Der Historiker Georg Kreis fordert deshalb die Konstituierung einer „offenen, optimistischen und zukunftsorientierten Variante“ 5 des schweizerischen Nationalbewusstseins. Die Feststellung einer Identitätskrise und die damit verbundene Forderung nach einer gegenwarts- und zukunftsträchtigen Neuorientierung der Identitätsfaktoren 6 lassen oft die Tatsache vergessen, dass das Zusammenfinden und schon über 160 Jahre währende Bestehen der Schweiz eine höchst bewundernswerte Leistung darstellt. Die Schweiz demonstriert, dass friedliches Zusammenleben in einem Staat unabhängig von gemeinsamer Sprache und Kultur sowie ohne
1 Villiger, Kaspar 2009: Eine Willensnation muss wollen. Die politische Kultur der Schweiz: Zukunfts- oder
Auslaufmodell? Zürich, S. 19.
2 Vgl. Oplatka, Andreas 1999: Selbstbild und Fremdbild der Schweiz. In: Heuberger, Valeria u. a. (Hrsg.): Das
Bild vom Anderen. Identitäten, Mentalitäten, Mythen und Stereotypen in multiethnischen europäischen
Regionen. 2., durchges. Aufl., Frankfurt a. M., S. 239.
3 Vgl. Rohr, Mathieu von 2009: Das Prinzip Kuh. Die Krise der Schweiz ist auch eine Krise der Bilder. In: Der
Spiegel. Nr. 47, S. 102f.; Wenger, Andreas/Fanzun, Jon 1998: Schweiz in der Krise - Krisenfall Schweiz. In:
Bulletin 1997/1998 zur schweizerischen Sicherheitspolitik. Zürich, S. 33.
4 Vgl. Hauler, Anton 2000: Kontinuität und Wandel der politischen Identität in der Schweiz. In:
Gegenwartskunde. Zeitschrift für Gesellschaft, Wirtschaft, Politik und Bildung. Heft 4, 49. Jg., S. 423f..
5 Kreis, Georg 1998: Nationalismus - ein Produkt der Moderne. In: Bernhard, Roberto (Hrsg.): Jahrbuch „Die
Schweiz“ 1998/99. Nationalismen - Hinweise für die Zukunft. Aarau u. a., S. 37f..
6 Vgl. Koller, Arnold 1998: Was hält die Schweiz zusammen? In: Bernhard, Roberto (Hrsg.): Jahrbuch „Die
Schweiz“ 1998/99. Nationalismen - Hinweise für die Zukunft. Aarau u. a., S. 81; Hettlage, Robert 1989:
Identitätsmanagement im fragmentierten Kleinstaat. In: Haller, Max (Hrsg.): Kultur und Gesellschaft.
Verhandlungen des 24. Deutschen Soziologentags, des 11. Österreichischen Soziologentags und des 8.
Kongresses der Schweizerischen Gesellschaft für Soziologie in Zürich 1988. Frankfurt a. M./New York, S. 429.
4
homogene Gemeinschaft funktionieren kann. 7 Die heterogene Struktur, welche vor allem auf ethnischer und sprachlicher Ebene sowie am Stadt-Land-Gegensatz evident ist, bedingt die Definition der Nationalidentität mit Hilfe einigender Traditionen, Werte und Mythen. 8 Diese emotionalen Bindemittel werden ergänzt durch die politische Komponente der nationalen Identität, welche in Form von ausgeprägtem Föderalismus und starker direkter Demokratie in das schweizerische politische System integriert ist.
Doch wie ist das Phänomen nationale Identität theoretisch und abstrakt zu erklären? Die nationale Identität entsteht aus einem Zusammenspiel von Selbst- und Fremdbild. Sie konstruiert sich aus bestimmten geschichtlichen Aspekten und aus dem gegenwärtigen Zusammenhang entstandenen Vorgaben zu einer momentanen Vorstellung. Diese ist nicht starr, sondern kann sich allmählich verändern oder verändert werden. 9 Des Weiteren handelt es sich um einen relationalen Begriff, der sich erst in Abgrenzung zu anderen Identitätskonzepten mit Inhalten füllt. 10 Im Kern besteht die nationale Identität aus „imagologischen Basteleien“ 11 , die dafür sorgen, dass sich die Bevölkerung eines Landes „durch ein Band allen gemeinsamer Erfahrungen, Wertvorstellungen und Bewusstseinsinhalte“ 12 vereint fühlt. Dazu gehören auch einigende Elemente wie Sprache, Kultur oder Konfession, die aber in der Schweiz, wie erwähnt, nicht als solche verwendbar sind. 13
So bildet die Schweiz den vielzitierten Sonderfall, dessen einigende Nationsidee sich anhand anderer Größen im Bewusstsein der Bevölkerung verankert. Diese Elemente, welche heute im Wesentlichen die Schweizer Nationalidentität bestimmen, stehen in der folgenden Analyse im Mittelpunkt des Interesses. Dabei soll auch die Frage geklärt werden, wie es um diese Faktoren heute steht. Die Untersuchung der maßgeblichen Bestandteile der nationalen
7 Vgl. Ehs, Tamara 2005: Helvetisches Europa - Europäische Schweiz. Der Beitrag der Schweiz an der
europäischen Einigungsidee im Kontext schweizerischer Staats- und Nationswerdung. Frankfurt a. M, S. 72;
Kohler, Georg 1998: Die eigensinnige Willensnation und Europas Verfassungslücke. Warum die Schweiz nicht
so klein ist. In: Meyer, Martin/Ders. (Hrsg.): Die Schweiz - für Europa? Über Kultur und Politik.
München/Wien, S. 26.
8 Vgl. Schoch, Bruno 2000b: Stichwort Nation - am Beispiel der Schweiz. In: Claussen, Detlev u. a. (Hrsg.):
Kritik des Ethnonationalismus. Frankfurt a. M., S. 191f..
9 Vgl. Zürcher, Karin 2004: Einbürgerung und Identität - ein (Schein)zusammenhang? In: Steiner,
Pascale/Wicker, Hans-Rudolf (Hrsg.): Paradoxien im Bürgerrecht. Sozialwissenschaftliche Studien zur
Einbürgerungspraxis in Schweizer Gemeinden. Zürich, S. 172.
10 Vgl. Skenderovic, Damir/Späti, Christina 2008: Identitätspolitik in der vielsprachigen Schweiz. In: Terra
cognita. Nr.13, S. 32.
11 Marchal, Guy/Mattioli, Aram 1992: Nationale Identität - allzu Bekanntes in neuem Licht. In: Ders./Ders.
(Hrsg.): Erfundene Schweiz. Konstruktionen nationaler Identität. Zürich, S. 18.
12 Knecht, Susanne 1989: Schweizerische Identität: ein Phantombild. Die Wurzeln der sozialwissenschaftlich
definierten Identität. In: Gonseth, Marc-Olivier (Hrsg.): Images de la Suisse. Schauplatz Schweiz. Bern, S. 19.
13 Vgl. Koller 1998: 73.
5
Identität der Schweiz kann und soll im vorliegenden Aufsatz keine vollständige Aufreihung aller Faktoren sein. Dies ist wegen des begrenzten Rahmens der Arbeit und der Vielfalt an Interpretationsansätzen zu diesem Thema weder möglich noch wünschenswert. So werden im Folgenden institutionelle Kräfte, welche die Nationalidentität beeinflussen, wie z. B. der Föderalismus und die direkte Demokratie, außen vor gelassen. Die Gründe dafür sind zum einen die Begrenztheit der Abhandlung sowie zum anderen die Tatsache, dass die identitätskonstituierenden institutionellen Elemente zumeist als notwendige Folge der in der Analyse diskutierten Faktoren eingerichtet wurden und somit in ihrem Ursprung ohnehin in die Arbeit integriert sind. Der Fokus der Analyse liegt auf den letzten beiden Jahrzehnten nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, da sich durch dieses Ereignis teilweise neue Vorzeichen für das Nationalbewusstsein der Schweizer ergaben. Weil sich die nationale Identität durch ein komplexes, eng zusammenhängendes Gefüge an Faktoren, Maßnahmen usw. konstituiert, kann es bei der Erforschung zu Überschneidungen kommen oder die getroffene Zuordnung mancher Teilaspekte zu einem Kapitel nicht die einzig mögliche sein. Dies ist nicht zu vermeiden, da diese Schwierigkeit in der Natur komplexer Sachverhalte liegt. Das erste Kapitel der Arbeit zeigt die Grundzüge des konstruktivistischen Nationalismusansatzes Benedict Andersons auf, welcher die Nation als eine von oben konstruierte, vorgestellte Gemeinschaft definiert. Auf Basis dieses Konzeptes der Nation bzw. der zugehörigen nationalen Identität folgt die konkrete Auseinandersetzung mit der Fragestellung. Abschließend soll eine Schlussfolgerung die oben genannten Leitfragen zusammenfassend beantworten. Bevor nun die Nationalismustheorie Andersons näher beleuchtet wird, soll noch ein knapper Literaturbericht Aufschluss über die Quellen zum behandelten Thema geben.
Die Literatursituation zur gegenwärtigen Nationalidentität der Schweiz nimmt sich schon wegen der Aktualität des Themas nicht sehr breit aus, obwohl zum Themenkomplex Nation und Nationalismus in der Schweiz generell eine große Auswahl an Literatur erschienen ist. Politikwissenschaftler, Historiker, Soziologen und Wissenschaftler anderer Fachbereiche haben eine Vielzahl von Publikationen mit unterschiedlichsten Herangehensweisen und Ergebnissen vorgelegt. Sie beschäftigen sich jedoch meist mit der historischen Ausbildung der nationalen Identität und weniger mit der momentanen Lage. Ein Experte geschichtswissenschaftlicher Aufarbeitung ist Georg Kreis, dessen Veröffentlichungen 14
14 Kreis, Georg 1993: Die Schweiz unterwegs. Schlussbericht des NFP 21 „Kulturelle Vielfalt und nationale
Identität“. Basel/Frankfurt a. M.; Ders. 1998; Ders. 2002: Schweizergeschichte nur als Nationalgeschichte?
Anleitung zum Ausbruch aus dem Käfig der nationalen Historiographie. In: Bosshart-Pfluger, Catherine u. a.
(Hrsg.): Nation und Nationalismus in Europa. Kulturelle Konstruktion von Identitäten. Festschrift für Urs
Altermatt. Frauenfeld u. a., S. 347-374; Ders. 2004: Kleine Neutralitätsgeschichte der Gegenwart. Ein Inventar
6
fundierte Erkenntnisse zu verschiedenen Facetten der Schweizer Nationalidentität bieten. Zur Mehrsprachigkeit sind die Arbeiten von Renata Coray 15 essentiell, welche sich hauptsächlich der Verständigung zwischen den Sprachgruppen widmen. Zum allgemeinen Verständnis des Themas sind trotz des leider etwas fehlenden wissenschaftlichen Anspruches die beiden aktuellen Monographien des ehemaligen Bundesrates Kaspar Villiger und des Botschafters Paul Widmer 16 hervorzuheben. In diesem Zusammenhang muss auch auf die Aufsätze des Friedensforschers Bruno Schoch 17 verwiesen werden, die insbesondere durch ihre außerordentliche historische Bezugnahme bestechen. Erstaunlicherweise setzen sich fast ausschließlich Schweizer mit der zu behandelnden Materie auseinander. 18 Diese Tatsache lässt auf das Fehlen von Publikationen schließen, in denen ausländische Verfasser einen distanzierten Blick auf die Schweizer Nationalidentität werfen, was für die vorliegende Arbeit durchaus interessant gewesen wäre. Zudem ist auffällig, dass viele Autoren in ihren Darstellungen oft in extreme Positionen abgleiten. So werden vermeintliche Missstände häufig entweder äußerst kritisch oder stark bagatellisierend illustriert, während eine differenzierte Abwägung positiver und negativer Aspekte zu kurz kommt. Im folgenden Kapitel wird wie angekündigt der Erklärungsansatz Benedict Andersons als theoretische Grundlage für die anschließende Analyse erörtert.
zum neutralitätspolitischen Diskurs in der Schweiz seit 1943. Bern; Ders. 2008: Prinzipien und Praxis der
Multikulturalität in der heutigen Schweiz. In: Lüdi, Georges u. a. (Hrsg.): Sprachenvielfalt und Kulturfrieden.
Sprachenminderheit - Einsprachigkeit - Mehrsprachigkeit: Probleme und Chancen sprachlicher Vielfalt.
Freiburg/Stuttgart, S. 339-355.
15 Coray, Renata 1999: „Verständigung“ - ein Zauberwort im schweizerischen Sprachendiskurs. In:
Medienwissenschaft Schweiz. Heft 2, S. 52-58; Ders. 2004: Die Transformation der Sprachenordnung und des
nationalen Imaginären. In: Widmer, Jean u. a. (Hrsg.): Die Schweizer Sprachenvielfalt im öffentlichen Diskurs.
Eine sozialhistorische Analyse der Transformation der Sprachenordnung von 1848 bis 2000. Bern, S. 429-478;
Ders. 2005: Die Debatten zum Schweizer Sprachenartikel als Spiegel des nationalen Selbstverständnisses. In:
Ambühl, Daniela/Zbinden, Marlis (Hrsg.): Sprachendiskurs in der Schweiz. Vom Vorzeigefall zum Problemfall?
Bern, S. 131-140.
16 Villiger 2009; Widmer, Paul 2008: Die Schweiz als Sonderfall. Grundlagen - Geschichte - Gestaltung. 2.
Aufl., Zürich.
17 Schoch, Bruno 1998: Die Schweiz - ein Modell zur Lösung von Nationalitätenkonflikten? HSFK-Report
2/1998. Frankfurt a. M.; Ders. 2000a: Eine mehrsprachige Nation, kein Nationalitätenstaat - Zum Sprachfrieden
in der Schweiz. In: Die Friedens-Warte. Journal of International Peace and Organization. Heft 3/4, S. 349-369;
Ders. 2000b; Ders. 2007: Lernen von den Eidgenossen? Die Schweiz - Vorbild oder Sonderfall? In: Osteuropa.
Monatszeitschrift zur Analyse von Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur und Zeitgeschichtein Osteuropa,
Ostmitteleuropa und Südosteuropa. Heft 11, 57. Jg., S. 27-46.
18 Siehe dazu Kreis 2002.
7
2 Die konstruktivistische Nationalismustheorie Benedict Andersons
Der in der Einleitung knapp formulierte Erklärungsversuch der nationalen Identität fußt zu großen Teilen auf der Nationalismustheorie Benedict Andersons. Dieser vollzog bezüglich der Nationalismusforschung einen Paradigmenwechsel, indem er den Nationalismus nicht als Ideologie betrachtet, sondern als ein kulturelles System, vergleichbar mit anderen gemeinschaftsschaffenden Vorstellungen wie Verwandtschaft oder Religion. 19 Er widersetzt sich zudem eurozentristischen Ansätzen, die den Nationalismus ausschließlich als Phänomen der westlichen Hemisphäre sehen und wendet seinen als Zeitdokument verfassten konstruktivistischen Ansatz auf das südostasiatische Indonesien an. Einige fundamentale Veränderungen seit der Neuzeit bilden die Grundlage für seinen Ansatz der Imagined Communities 20 . Dabei sucht Anderson die Basis für den Nationalismus in den kulturellen Wurzeln und identifiziert drei kulturelle Modelle, die abgelöst werden müssen, um die Vorstellung einer Nation möglich zu machen. Die erste Vorraussetzung ist das Ende der dynastischen Herrschaftsverhältnisse. Das wurde seit dem 16. Jahrhundert zumeist durch Revolutionen in den meisten Teilen der Welt erwirkt. 21 Der zweite Faktor sind die religiösen Gemeinschaften, die spätestens seit dem 19. Jahrhundert aufgrund der Horizonterweiterung über den eigenen Kulturraum hinaus und der Entwertung der heiligen Sprache an Bedeutung verlieren. 22 Schließlich ist noch der grundlegende Wandel der Wahrnehmungsformen der Zeit zu nennen, welcher seinen Ursprung im Aufkommen des Druckgewerbes hat. 23 Romane und Zeitungen machten erstmals die Wahrnehmung von Gleichzeitigkeit möglich. Das Lesen eines Romans, in dem verschiedene Personen gleichzeitig handeln und die Lektüre einer Zeitung, bei der man sich vorstellt, dass das Gelesene in der Realität stattgefunden hat und von Millionen anderen ebenfalls wahrgenommen wird, lässt ein imaginäres Bild einer Gemeinschaft entstehen. 24
Mit der Entstehung des Druckgewerbes eng verwoben ist die Veränderung der Sprache, die Anderson in seinem Erklärungsansatz als einen Ursprung des Nationalbewusstseins angibt. Statt in lateinischer Sprache wird nun, maßgeblich von Protestanten gefördert, die Bibel in den Landessprachen herausgegeben. Eine Praxis, die bald der ganze damals vorhandene
19 Vgl. Jansen, Christian/Borggräfe, Henning 2007: Nation - Nationalität - Nationalismus. Frankfurt a. M., S. 92.
20 Es muss an dieser Stelle darauf verwiesen werden, dass der in der deutschen Übersetzung verwendete Titel
Die Erfindung der Nation irreführend ist und den Vorstellungs- und Konstruktionscharakter von Andersons
Ansatz vernachlässigt (siehe z.B.: Jansen/Borggräfe 2007: 92).
21 Vgl. Anderson, Benedict 2005: Die Erfindung der Nation. 2. Aufl., Frankfurt a. M., S. 27-30.
22 Vgl. ebd.: 21-27.
23 Vgl. ebd.: 30- 43.
24 Vgl. Jansen/Borggräfe 2007: 93.
8
Arbeit zitieren:
Uli Hausner, 2009, Bedeutende Bestandteile der Schweizer Nationalidentität in der Gegenwart, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Politik - Sonstige Themen: Bedeutende Bestandteile der Schweizer Nationalidentität in der Gegenwart ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Politik - Sonstige Themen: neuer Titel erschienen: Bedeutende Bestandteile der Schweizer Nationalidentität in der Gegenwart
Uli Hausner hat einen neuen Text hochgeladen
Grounds of Comparison: Around the Work of Benedict Anderson
Cheah Pheng, Pheng Cheah, Jonathan Culler
traverse 2007/1. Geschichte der politischen Parteien der Schweiz. Hist...
Zeitschrift für Geschichte. Re...
Southeast Asia Over Three Generations: Essays Presented to Benedict R....
James T. Siegel, Audrey R. Kahin
Die schönsten Gipfelziele der Schweizer Alpen West
Zentralschweiz, Berner Oberlan...
Peter Donatsch, David Coulin
Beiträge zur Varietätenlinguis...
Christa Dürscheid, Martin Businger
0 Kommentare