Inhaltsverzeichnis
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1. Einleitung 3
2. Begriffsklärung 4
3. Ausmaß der Wüstenbildung in Afrika 5
4. Ursachen der Wüstenbildung in Afrika 6
4.1 Klimatische Ursachen 6
4.2 Anthropogene Ursachen 8
4.2.1 Landwirtschaft 8
4.2.2 Überweidung 9
4.2.3 Abholzung 9
4.2.4 Sozio-ökonomische Ursachen 10
4.2.5 Bevölkerungswachstum 10
4.2.6 Verschuldung 11
5. Folgen der Wüstenbildung in Afrika 12
6. Strategien gegen die Wüstenbildung 16
7. Literatur 19
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1. Einleitung
„Wer Desertifikation hört, denkt an viel Sand und wenig Leben. Doch Wüstenbildung ist mehr: Es sind Flächen, die austrocknen und unfruchtbar werden; es ist die Zerstörung der natürlichen Ressourcen Boden, Wasser und Vegetation, und es ist zumeist ein von den Menschen verursachtes Problem.“ [Berger, I. 2002] Wer weiter glaubt als Deutscher hat man mit der Desertifikation nichts zu tun und dieses Phänomen wird nun in fernen Ländern diskutiert, der irrt offenbar. Das Jahr 2006 wurde von den Vereinten Nationen zum „International Year of Deserts and Desertifikation“ erklärt. An diesem Umstand kann man bereits die Aktualität des Phänomens der Desertifikation erkennen. Deutschland, als Vertragsstaat der Wüstenkonvention, hat ein besonderes Interesse am Erfolg des von den Vereinten Nationen ausgerufenen Internationalen Jahr der Wüsten und der Desertifikation. Die 191 Vertragsstaaten der UN-Vollversammlung haben die internationale Koordination dieses Jahres dem UN-Sekretariat der internationalen Konvention zur Bekämpfung der Desertifikation in Bonn, übertragen. Besonderes Ziel ist es Bewusstsein zu schaffen über den ökologischen Reichtum der Trockengebiete und über die kulturelle Vielfalt der Völker, die in ihnen leben. Es gilt Zusammenhänge darzustellen zwischen Dürren, Hunger, Ressourcendegradierung und internationalen Sicherheitsthemen. In Deutschland hat sich inzwischen eine Arbeitsgruppe gebildet, die gemeinsame Aktivitäten und Veranstaltungen von staatlichen und nichtstaatlichen Organisationen vorbereitet. Ihr gehören neben dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung auch verschiedene Entwicklungsorganisationen und wissenschaftliche Organisationen an. [vgl. www.iydd2006.de]
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2. Begriffsklärung
Der Begriff Desertifikation, ist dem lateinischen "desertus facere" (= Wüstmachen, Verwüsten) entnommen und soll den Vorgang des Wüstmachens und damit das Handeln des Menschen als Ursache verdeutlichen. [Bertelsmann Lexikon 2000] Was beschreibt der Begriff der Desertifikation nun eigentlich genau? Nach [Press, F. und Siever, R. 2003] ist es der Prozess, der in Trockengebieten durch den Verlust von Vegetation und Boden zu wüstenhaften Verhältnissen führt. Im deutschen Sprachgebrauch ist der Begriff auch unter „Wüstenbildung“ bekannt. Dabei ist dies Ergebnis eines vielschichtigen Prozesses, welcher von Menschen in Gang gesetzt wird und durch den Klimawandel noch verschärft wird. Man spricht von Desertifikation, wenn in Gebieten mit relativ trockenem Klima die natürlichen Ressourcen (Boden, Vegetation und Wasser) als Folge einer zu intensiven Nutzung durch den Menschen beeinträchtigt oder zerstört werden. Eine solche Zerstörung hat dramatische Folgen: Die Vegetation geht zurück oder verschwindet vollständig, Wasser wird zum Mangelgut, die Böden erodieren, versalzen oder versanden; Sand wird vom Wind verfrachtet und zerstört die Infrastruktur. Kurz: Das Land wird unfruchtbar und verödet. Man spricht dann häufig auch von Landschafts-Degradierung.
Ein ganz anderer Ansatz einer Definition von Desertifikation nennt Fouad Ibrahim: „ Desertifikation ist die Degradation nachhaltiger Produktionssysteme in Trockengebieten, welche sich durch Jahrhunderte lange Interaktion zwischen den menschlichen Gesellschaften und ihrer Umwelt entwickelt haben.“ [Ibrahim, F. 2003]. Dieser Autor sieht die Desertifikation also als eine „schleichende Zerstörung ursprünglicher nachhaltiger Ressourcennutzungssysteme“ [Ibrahim, F. 2003]. Ich denke an diesem Ansatz ist viel Wahres, weil es mit den traditionell gewachsenen Nutzungsformen eine Zerstörung wie sie heute stattfindet nicht gab. Desertifikation darf aber keinesfalls gleichgesetzt werden mit dem Begriff der Dürre. Die Folgen einer Dürre sind reversibel - folgt nach einer Dürreperiode eine Feuchtperiode, so wird die scheinbare Wüste binnen Tagen wieder grün. Die Folgen der Desertifikation hingegen sind irreversibel oder es muss enormer Aufwand betrieben werden, um die Folgen teilweise rückgängig zu machen. Dürre und Desertifikation hängen jedoch eng zusammen - Eine über mehrere Jahre anhaltende
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Wasserknappheit und die hohe Variabilität der Niederschläge lösen eine Dürre aus. Diese verstärkt die Desertifikation, die ihrerseits die Wahrscheinlichkeit einer Dürre erhöht und deren Auswirkungen verstärkt.
3. Ausmaß der Wüstenbildung in Afrika
Bereits ein Sechstel der Erdbevölkerung und ein Viertel der Erdoberfläche sind von Desertifikation und Landdegradation betroffen [Heine, K., 1998] Anhand der nachfolgenden Abbildung [Abb. 1] erkennt man Gebiete in denen die Desertifikation bereits weit vorangeschritten ist. Auffallend ist die Sahel Zone in Afrika wo sich viele Gebiete mit starker und sehr starker Desertifikation befinden. Ebenso sieht man, dass Afrika das Problem der Desertifikation nicht allein hat. Auch weite Teile anderer Kontinente sind von diesem Phänomen betroffen. Weltweite Verbreitung der Desertifikation
Abb 1: Weltweite Verbreitung der Desertifikation, Quelle:
http://www.dreieichschule.de/erdkunde/wueste_8/karte_desertifikation.jpg
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4. Ursachen der Wüstenbildung in Afrika
4.1 Klimatische Ursachen
In den ariden Klimazonen findet man die größten Desertifikationsgebiete der Erde vor. Durch die geringen Niederschlagsmengen und der starken
Sonneneinstrahlung, welche mit hoher Verdunstung einhergeht [Abb.3], bilden extrem ungünstige Bedingungen. Die natürliche Vegetation dieser Gebiete hat sich jedoch im Laufe der Evolution an diese Bedingungen angepasst und ist entsprechend stabil. Dürren und Dürreperioden gehören im langjährigen Klimageschehen der Trockengebiete zum normalen Erscheinungsbild und wären nicht als dramatisch einzuschätzen. Da aber das Klima insgesamt wärmer und trockener geworden ist, gerät dieses Gleichgewicht aus den Fugen. Die Ursachen für die Erwärmung des Klimas liegen zum großen Teil beim Menschen. Durch die Abholzung der Regenwälder, starke CO2-emissionen durch Kraftfahrzeuge,
Flugzeuge und Industrie, wurde der Treibhauseffekt in den letzen einhundert Jahren derart erhöht, dass sich das Klima ändert. Stellt sich der Mensch nun darauf nicht ein und passt beispielsweise seine Landwirtschaft nicht entsprechend an, kann dies zu einer vollständigen Zerstörung der Vegetation führen und die Desertifikation kann in vollem Maße beginnen zu wirken. Unter dem Aspekte des erhöhten
Treibhauseffektes durch den Menschen, könnte man quasi die klimatischen Ursachen ebenfalls zu den anthropogen verursachenden Faktoren zählen. Die nachfolgende Abbildung zeigt den mittleren jährlichen Niederschlag zwischen 1951 und 1980. Hierbei fällt besonders der Afrikanische Kontinent ins Auge. Der größte Teil des nördlichen Afrikas ist rot gekennzeichnet. Mit rot sind Gebiete gekennzeichnet, welche die geringsten Niederschlagsmengen, im Vergleich zu anderen Teilen der Erde, erhalten.
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Arbeit zitieren:
BA Christoph Staufenbiel, 2011, Wüstenbildung in Afrika, München, GRIN Verlag GmbH
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