Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis. 2
1 Einleitung 3
2 Der Piratenursprung in Schweden 4
2.1 Ausgangssituation in Schweden vor der Gründung 4
2.2 Gründung der schwedischen Piratenpartei und weitere Entwicklung 5
3 Die Piraten in Deutschland. 6
3.1 Gründung und Protest gegen das Zugangserschwerungsgesetz. 7
3.2 Entwicklung bis zur Bundestagswahl 2009 9
4. Nutzerstruktur des Internets 10
4.1 Internetnutzung 11
4.2 Onlinezugang 12
4.3 Web 2.0. 13
4.4.1 Soziale Netzwerke 13
4.4.2 Videoportale. 14
4.4.3 Weblogs und Microblogs. 14
5 Modelle zum Wahlverhalten 15
5.1 Mikrosoziologisches Modell nach Lazarsfeld 16
5.2 Sozialpsychologisches Modell/Ann Arbor Modell nach Campbell 17
6 Fazit 18
Literaturverzeichnis 20
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Internetnutzung in Deutschland nach Geschlecht
Abb. 2: Internetnutzung in Deutschland nach Altersgruppen
Abb. 3: Abrechnungsarten der Onlineverbindungen
2
1 Einleitung
Ä t das Motto der Piratenpartei in Deutschland.
Bereits drei Jahre nach ihrer Gründung sitzen sie im EU-Parlament und erreichten im September 2009 aus dem Stand ein Ergebnis von 2% bzw. 850.000 Wählerstimmen bei der Bundestagswahl. 1 Ihr Wahlprogramm fordert unter anderem die Verteidigung der Bürgerrechte, besonders beim Datenschutz im Internet, die Legalisierung der Privatkopie im Urheberrecht und die Abschaffung der
laut Wahlanalysen ist die Wählerschaft der Piraten zu zwei
Dritteln männlich, bis 35 Jahre alt, gut gebildet und lebt in der Großstadt. Unter den männlichen Erstwählern bekam sie 13% der Stimmen, unter den 18-24 Jährigen neun Prozent. 2
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich daher mit den Potentialen der Piratenpartei im Bezug auf Jungwähler und will einen Überblick auf Frage geben, warum die Partei vor allem die junge Zielgruppe erreicht.
Dazu wird in den ersten beiden Kapiteln der Ursprung aller Piratenparteien in Schweden erläutert und anschließend alle relevanten Ereignisse, die zum Erfolg der schwedischen und deutschen Piraten führten, beschrieben.
Um die Frage zu klären, wie die Piratenpartei vor allem junge Wähler erreicht, besteht die Notwendigkeit einer Nutzerbetrachtung des Internets. In die Analyse werden die Gebiete Onlinenutzung, Onlinezugang und Web 2.0 einbezogen und mit Ergebnissen der ARD/ZDF Onlinestudie 2009 belegt. Hinsichtlich des intensiv geführten Wahlkampfs mit Hilfe von Web 2.0 Anwendungen werden die Bereiche Soziales Netzwerk, Videoportale und Weblogs bzw. Microbloggingdienste wie n nach Alter sortiert.
Das vorletzte Kapitel erläutert den Wahlerfolg an zwei etablierten Modellen des Wahlverhaltens. Theoretische Annahmen werden auf die Wähler der Piraten angewendet und erklären ein mögliches Verhalten im Bezug auf die Wahlentscheidung.
Im Fazit werden alle Ergebnisse zusammengefasst und kommentiert dargestellt.
1 Vgl. Webseite Bundeswahlleiter.de [2009a].
2 Vgl. Webseite der Tagesschau [2009].
3
2 Der Piratenursprung in Schweden
Das Internet kennt keine Ländergrenzen. Ein Grund für die Piraten ihre Forderungen auch global durchzusetzen, sodass mittlerweile in 41 Staaten weltweit Piratenparteien vertreten sind und sich weitere in Planung befinden. 3 Der Ursprung aller Piraten liegt in Schweden. Dass dies kein Zufall ist, zeigen Studien zur europaweiten Internetverbreitung, bei denen die Schweden weit vorn liegen. Das spektakuläre Verfahren gegen die Tauschbörse The Pirate Bay und die Verschärfung des schwedischen Urheberrechts verhalfen den Piraten zum nationalen und internationalen Erfolg.
2.1 Ausgangssituation in Schweden vor der Gründung
Die Voraussetzung für die Gründung einer Netzpartei ist eine Bevölkerung, die das Internet akzeptiert und intensiv nutzt. Schweden steht laut der Eurostat-Studie 2008 zum Thema Internetnutzung in Europa auf dem dritten Platz. Deutschland belegt zum Vergleich den neunten Platz, knapp hinter Großbritannien auf dem achten Platz. 4
Als Innovations- und Internetfreundliches Land hat Schweden eine dementsprechend hohe Rate an illegalen Downloads von urheberrechtlich geschützten Dateien. Die Folge war die Gründung des Antipirateriebüros von Schwedens mächtigsten Medienkonzernen im Jahr 2001. Mitglieder sind unter anderem Warner Bros., Universal Pictures, Paramount und Disney. Das Büro sollte durch seinen Einfluss Lobbyarbeit bei der schwedischen Regierung leisten und das Vorgehen gegen Raubkopierer koordinieren. 5
In Analogie und als Antwort auf das Antipirateriebüro wurde 2003 von Filesharern das Piratenbüro gegründet. Zusammen mit der Foundation for a free Information Infrastructure (FFII) setzen diese sich für die Rechte der Filesharer und eine Modernisierung des Urheberrechts ein. Ein Jahr später ging aus dem Piratenbüro die Tauschbörse The Pirate Bay 6
Der Druck der Rechteverwerter führte im März 2005 zur Durchsuchung und Beschlagnahmung von vier Servern des Internetdienstanbieters Gefunden wurden 23 Terabyte illegales Material, darunter 1800 Filme, 5000 Softwareprogramme und 450.000 Musiktitel. 7
3 Vgl. Webseite der Pirate Party International [2010].
4 Vgl. Eurostat Studie [2009], S. 67.
5 Vgl. Bartels [2009], S. 26.
6 Vgl. ebd. [2009], S. 30.
7 Vgl. ebd. [2009], S. 26.
4
Der schwedische Zweig des Verbandes International Federation of Phonogram and Videogram Producers (IFPI) beklagte weiterhin Umsatzrückgänge von 30% in den letzten 4 Jahren und führte an, dass Schweden zur europäischen Spitze bei illegalen Up- und Downloads gehöre. So verzeichne man pro eine Million Einwohner jährlich 7000 Fälle von illegalen Uploads, dies seien 5000 mehr als der europäische Durchschnitt, der bei 2000 liege. 8
Mit dem Gesetz vom 25. Mai 2005 reagierte die schwedische Regierung und stellte den Up- und Download von urheberrechtlich geschützten Daten unter Strafe. Außerdem wurden die Leerdatenträgerzuschläge, die den Urhebern zufließen, erhöht. Eine strafrechtliche Verfolgung der Tauschbörsen wurde durch die Verschärfung jedoch nicht erleichtert: Tauschbörsen wie The Pirate Bay speichern illegales Material nicht selbst auf ihren Servern, sondern vermitteln dieses unter den Filesharern, ähnlich einer Suchmaschine. Auf Grund dessen unterliegt The Pirate Bay Urheberrechtsverletzung. Nutzer können nur belangt werden, wenn deren Daten von den Internetprovidern gespeichert und an die Behörden weitergegeben werden. 9
Mit Hilfe des EU-Beschlusses zur Vorratsdatenspeicherung wurde am 15. Dezember 2005 dieses zur Vorschrift. Auch wenn das Gesetz nicht zum Kampf gegen Filesharer, sondern zum Schutz vor Terroranschlägen verabschiedet wurde, profitieren die Rechteverwerter der Film- und Musikindustrie. 10
2.2 Gründung der schwedischen Piratenpartei und weitere Entwicklung
Am 1. Januar 2006 ging die Internetseite der Piratenpartei online, was mit der Gründung gleichzusetzen ist. Der Name Piratenpartei spielt polemisch auf das Antipirateriebüro an und ist eine Antwort auf die Musik- und Filmindustrie, die Filesharer mit Piraten gleichsetzen. Als Antrieb für die Gründung einer Partei sah man das fehlende Netzverständnis der schwedischen Politiker und das daraus resultierende Vertrauen in die Lobbyisten, sodass die Meinung vom Volk nicht vertreten werde. 11
Öffentliche Aufmerksamkeit erhielt die Partei erstmals im Mai 2006 als die Server der Tauschbörse The Pirate Bay Andere Parteien
erkannten daraufhin die Bedeutsamkeit des Themas und formulierten Standpunkte,
8 Vgl. Bartels [2009], S. 28.
9 Vgl. ebd. [2009], S. 28 ff.
10 Vgl. ebd. [2009], S. 29.
11 Vgl. ebd. [2009], S. 30 f.
5
Arbeit zitieren:
F. V., 2010, Potentiale für die Piratenpartei im Bezug auf Jungwähler, München, GRIN Verlag GmbH
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