INHALTSVERZEICHNIS
1. Einführung - Individualisierung als aktueller Untersuchungsgegenstand in
Paarbeziehungsforschung. 3
2. Theoretische Grundlagen des Beck’schen Individualisierungstheorems -
Begriffliche Klärung und Beschreibung 5
3. Das Phänomen der Individualisierung in Paarbeziehungen. Die Entwicklung
des Individualisierungsgedankens. 7
4. Geldarrangements in Paarbeziehungen und damit verbundene Frage nach
den Individualisierungschancen und - grenzen in privaten Intimbeziehungen 7
5. Die Kontextuierung des Geldarrangements im internationalen Vergleich. 9
6. Geldarrangements in Paarbeziehungen und damit verbunden die Frage nach
den Individualisierungschancen und -grenzen in privaten Intimbeziehungen 10
7. Theorie reflexiver Modernisierung unter den Gesichtspunkten des
Zusammenhangs von Geld, Liebe und Individualisierung in
Paarbeziehungen. 11
7.1. Geldarrangement und Paarbeziehung 12
7.2. Grenzen und Möglichkeiten der Individualisierung in Paarbeziehungen 13
8. Literaturverzeichnis. 16
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1. Einführung - Individualisierung als aktueller Untersuchungsgegenstand in Paarbeziehungsforschung.
Im Bereich von Familie und Intimbeziehungen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten erhebliche Veränderungen eingestellt, die unter den Stichworten Individualisierung und Pluralisierung familiärer Lebensformen kontrovers verhandelt werden. Wenn man von Individualisierung als einem Element des sozialen Wandels spricht, gilt es, vorab einige Dinge zu klären: Was hat man sich unter „übergreifendem sozialen Wandel“ überhaupt vorzustellen? Und welche Rolle spielt Individualisierung dabei? Seit wann kann man Individualisierung beobachten? Und weshalb hat sie gerade in der heutigen Zeit eine derartige Bedeutung? Fest steht jedenfalls, dass der Begriff der Individualisierung seit den 80er Jahren, u.a. in Folge seiner Thematisierung in den Theorien des deutschen Soziologen Ulrich Beck, enorm an Popularität gewann. Mit Sicherheit kann man jedoch auch sagen, dass analog der gesellschaftlichen Entwicklung ein zunehmender Individualisierungsgrad feststellbar geworden ist. In dieser Arbeit sollen mich neben einigen theoretischen Grundlagen vor allem die Auswirkungen der Individualisierung interessieren, welche sich in Partnerschaftsbeziehungen widerspiegeln. Ich beziehe mich vor allem auf Perspektive des Geldarrangements in Partnerschaften. Seit über dreißig Jahren befindet sich das gesamte soziale Leben in einem tiefgreifenden Prozess der Umgestaltung. Der Wandel betrifft die ganze ›Kultur‹, das Gesamt der Normen und Strukturen, an denen Partnerschaft, Ehe und Familie sich orientieren. Das bedeutet nichts anderes, als dass sich die individuellen Lebensentwürfe und Lebensleitvorstellungen insgesamt von den überkommenen und kulturell-religiös vorgegebenen Legitimationsmustern zwischenmenschlichen Verhaltens ablösen. Auf diese Weise entsteht um mit Jürgen Habermas zu sprechen in weiten Räumen sozialen Lebens eine »neue Unübersichtlichkeit«: eine Unübersichtlichkeit, die zwar gerade im Bereich von Liebe und Partnerschaft ungeahnte neue Möglichkeiten und Freiheiten eröffnet, gleichzeitig aber auch Grund ist für schmerzliche Irritationen und Konfusionen. Was sich hier im Erleben der Menschen abspielt, das haben Elisabeth Beck-Gernsheim und Ulrich Beck im Titel ihres 1990 erschienenen Buches auf die einprägsame Formel gebracht. 1
1 Gemeint ist damit das ganz alltägliche Experimentieren und Hantieren mit neuen und alten Lebens- und Liebesformen, das Ringen um die Vereinbarkeit von Ehe und Liebe, Familie und Beruf, von neuer Väterlichkeit und Mütterlichkeit, das der gegenwärtige Umbruch allen abverlangt. Folgen wir den Thesen Ulrich Becks und Elisabeth Beck-Gernsheims, so löst sich die überkommene Ordnung von Ehe und
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Ulrich Beck und Elisabeth Beck-Gernsheim führten aus, dass das vom Einzelnen meist als schmerzhaftes Scheitern individueller Lebenspläne Erlebte im größeren Rahmen als Ausdruck von Modernisierungsprozessen, insbesondere von Individualisierung, zu sehen ist.
Im Weiteren setze ich mir drei Ziele, die in folgender Gliederung dargestellt werden.
Zentrales Augenmerk richte ich auf paartypische Geldarrangements und die damit verbundenen Grenzen und Möglichkeiten von Individualisierung. Demnach widme ich mich in dieser Arbeit der Analyse von soziologischen Deutungsversuchen bezüglich eines aktuellen Wandels in Bereich der partnerschaftlichen Beziehungen. Mich interessiert im Folgenden, wie die Soziologie bisher die Entwicklung und die heutige Verfasstheit des partnerschaftlichen Zusammenlebens und die Auswirkungen der
Individualisierung, welche sich in Partnerschaftsbeziehungen widerspiegeln, unter Bedingungen der Individualisierung gedeutet hat. Damit beabsichtige ich eine Diskussion, die das theoretische (und ferner empirische) Niveau von soziologischen Studien in den kritischen Blick nehmen will. Dabei lautet meine Fragestellung folgendermaßen: Welche unterschiedlichen Deutungspositionen vertritt die Soziologie in Anbetracht fortschreitender Modernisierungsprozesse speziell seit den 1960er Jahren in den westlichen Industrieländern?
Wie sich dem Wortlaut meiner Fragestellung entnehmen lässt, unterstelle ich als Prämisse meiner Abhandlung einen stattgefunden habenden, wie auch immer verästelten Wandel in den generalisierten Liebeseinstellungen, Rollenverteilung im Haushalt und das Geldarragment unter Bedingungen der, dafür verantwortlichen, Individualisierung und Pluralisierung in der modernen westlichen Welt.
Die thematische Einschränkung auf westeuropäische bzw. amerikanische Verhältnisse ist dadurch bedingt, dass sich die sozialwissenschaftlichen Arbeiten in Bezug auf das soziale Wissen über ‘Partnerschaft’ theoretisch und empirisch ausschließlich auf diese Region ausrichten und somit die Erkenntnisse auch nur
Familie auf in vielfältige soziale Lebensformen der Liebe: »die Verhandlungsfamilie, die Wechselfamilie, die Vielfamilie, die aus der Scheidung, Wiederverheiratung, Scheidung, aus Kindern deiner, meiner, unserer Familienvergangenheiten und -gegenwarten hervorgegangen ist« Die Ehe selbst wird zum Suchbild nach realisierbaren Formen von Partnerschaft im chaotischen Spannungsfeld zwischen vor- und nichtehelicher Partnerschaft und Vertragsehe. Schon diese wenigen Stichworte machen uns klar: Die Vervielfältigung möglicher Lebensperspektiven hat nicht nur positive Seiten, sondern lässt gleichzeitig den individuellen Entscheidungsdruck in einem Ausmaß anwachsen, das viele Paare schlichtweg überfordert. U. Beck, E. Beck-Gernsheim, Das ganz normale Chaos der Liebe (Frankfurt/M 1990).
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auf diesen westlichen Kulturkreis und das darin kreisende
Individualisierungskonzept zutreffen. Im Folgenden wird der Versuch unternommen, eine Darstellung der Individualisierung in
Partnerschaftsbeziehungen aufzuzeigen, um die Vorbedingungen der heutigen gesellschaftlichen Verhältnisse einhergehend mit dem Prozess der zu beleuchtenden Individualisierung darzustellen. Anschließend folgt, zur Veranschaulichung des Begriffes der Individualisierung, eine Skizzierung der partnerschaftlichen Verhältnisse.
2. Theoretische Grundlagen des Beck’schen Individualisierungstheorems -
Begriffliche Klärung und Beschreibung
Becks Theorem der Individualisierung bezieht sich auf die Entwicklungen der Gesellschaft der ehemaligen BRD. Als eine in die Thematik einführende Definition kann man Individualisierung als den Zusammenhang von drei Prozessen charakterisieren, welche in postmodernen Gesellschaften stattfinden. Zum einen ist es die Auflösung traditioneller Lebensformen. Zum Zweiten sind es die neu entstehenden Biografien, die daraus resultieren. Und als dritten Prozess kann man die gesellschaftlichen und individuellen Bedeutungen benennen, die aus den ersten beiden Prozessen hervorgehen. (Beck & Beck-Gernsheim, 1994). BECK bezieht sich in seiner theoretischen Konzeption auf Prozess der Individualisierung, die in allen Sphären der Gesellschaft stattfindet. Von diesem Prozess sind mehr und mehr Subjekte der Postmoderne betroffen. Vor allem der Bereich von Familie und Paarbeziehung gilt als Musterfall für das Aufbrechen und Verflüssigen von modernen Schlüsselinstitutionen und den damit verbundenen Basisprinzipien und Grundunterscheidungen (Beck/Beck-Gernsheim 1990; Beck-Gernsheim 1998). Die einzelnen Motive, warum Menschen eine Paarbeziehung eingehen, und der Prozess der Paarbildung, sollen hier nicht diskutiert werden. Zunächst reicht es deshalb festzustellen, dass Individuen sich nach wie vor in gegengeschlechtlichen Beziehungen zusammenfinden und eine gemeinsame Lebensgestaltung praktizieren. 2 Für meine Fragestellung, wie Personen in Paarbeziehungen mit der entstandenen Arbeitsteilung umgehen, muss
2 Homosxuelle Paarbeziehungen werden in dieser Arbeit nicht betrachtet, obwohl sie sich zu einer politisch und auch weitgehend gesellschaftlich akzeptierten Lebensform entwickelt haben und die Forschung dazu in den letzten Jahren zugenommen hat. Eine gemeinsame theoretische Betrachtung ist jedoch beim bisherigen Forschungsstand nicht angezeigt, weil wichtige Parameter wie die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und die Interaktion der Geschlechterideologien deutlich verschieden sein dürften.
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Arbeit zitieren:
Ewelina Wasik, 2006, Individualisierung in Paarbeziehungen - Chancen und Grenzen unter Perspektive des Geldarrangements, München, GRIN Verlag GmbH
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