Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung 3
1. Problemstellung und Ziele 5
1.1 Kompetenzförderung und -entwicklung, Kompetenzbegriff 5
1.2 Selbstkompetenz 6
1.3 Überlegungen zum Selbst-Begriff, zur Selbsttätigkeit, Selbständigkeit
und Reflexion als Aspekte der Selbstkompetenz 6
2. Planung der Unterrichtseinheit 10
2.1 Unterrichtsbedingungen 10
2.1.1 Schulische Rahmenbedingungen 10
2.1.2 Die Lerngruppe 11
2.1.3 Der Lehrer 13
2.2 Sachanalyse - Umgang mit dem Tod 13
2.3 Didaktisch - methodische Analyse 17
3. Darstellung des Unterrichtsverlaufes 21
3.1 Überblick über die Unterrichtsstunden 21
3.2 Darstellung von drei charakteristischen Unterrichtsstunden 22
3.2.1 Darstellung der Vorbereitungsstunden der Unterrichtseinheit 22
3.2.2 Durchführung der Vorbereitungsstunden 23
3.2.3 Reflexion der Unterrichtsstunde 26
3.2.4 Darstellung der 6. und 7. Erarbeitungsstunde 27
3.2.5 Durchführung der Unterrichtsstunde 28
3.2.6 Reflexion der Unterrichtsstunde 31
3.2.7 Darstellung der Reflexionsstunde 32
3.2.8 Durchführung der Unterrichtsstunde 33
3.2.9 Reflexion der Unterrichtsstunde 35
4. Auswertung der Unterrichtseinheit 35
4.1 Ergebnisse und kritische Reflexion bezüglich der Umsetzung
der Lernziele der Unterrichtseinheit 35
4.2 Ergebnisse und kritische Reflexion bezüglich der übergeordneten
Kernhypothesen und der Problemstellung 37
4.3 Fazit und Ausblick 40
5. Literaturverzeichnis 41
6. Anhang 43
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0. Einleitung
„Es fällt mir nicht schwer über den Tod zu sprechen, da man das Thema vielfältig diskutieren kann.“ (Zitat eines 18-jährigen Schülers)
„Ich bin zu jung, um über den Tod nachzudenken. Er betrifft mich noch nicht.“ (Zitat eines 17-jährigen Schülers)
Diese beiden Zitate stammen von Schülern aus dem Philosophiekurs Klasse 10, in dem ich die im Folgenden dargestellte Unterrichtseinheit unterrichtet habe. Sie zeigen auf, wie zwiespältig die Meinungen von Schülern zur Auseinandersetzung mit dem Tod sind. Einigen fällt es überhaupt nicht schwer, sich mit dem Thema in all seinen Facetten zu beschäftigen, anderen erscheint es in dem Alter wenig sinnvoll, sich über den Tod Gedanken zu machen. Die Gründe könnten dabei die Angst vor dem Tod sein, Desinteresse oder einfach die fehlende Motivation durch die Unerklärbarkeit und Ungewissheit, die diese Problematik begleitet. Ich erachte es für wichtig, den Gegenstand des Todes im Philosophieunterricht zu behandeln, um den Schülern eventuelle Ängste vor einer Auseinandersetzung mit dem Tod zu nehmen und ihnen den Raum zu geben, emotional schwierige Punkte dieser Problematik anzusprechen und zu diskutieren. Auch sollen sie die Möglichkeit erhalten, über eigene Emotionen in Bezug auf den Tod zu sprechen. Die Schüler gewinnen dabei die Erkenntnis, dass der Tod zum Leben dazugehört, für sie unumgänglich ist, sie aber keine Berührungsängste und Verdrängungsstrategien in Bezug auf den Tod entwickeln müssen.
Gegenstand dieser Arbeit ist es, die Annahme zu überprüfen, ob die Auseinandersetzung mit dem Tod (mit seinen verschiedenen Facetten) im Zusammenhang mit selbständigem Lernen und Selbstreflexion einen Beitrag zur Förderung der Selbstkompetenz bei Jugendlichen leisten könnte. Bei der Prüfung dieser Annahme werden folgende Kernhypothesen als Hilfe berücksichtigt:
Es ist zu prüfen, ob die Selbständigkeit und das Selbstvertrauen der Schüler in der Auseinandersetzung mit dem Tod gefördert werden kann.
Es ist zu prüfen, ob der gezielte Einsatz eines Laptops mit Internetzugang zum Zweck der Recherche zielstrebiges und ausdauerndes Arbeiten fördert. Es ist zu prüfen, ob es zur Förderung der persönlichen Meinungsbildung beiträgt, wenn die Schüler die Möglichkeit haben, ihr bisher meist unausgesprochenes Verhältnis zum Tod zu artikulieren und zu reflektieren.
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Diese Hypothesen wurden bei der Planung und Durchführung der hier dargestellten Unterrichtseinheit stets berücksichtigt. Sie werden in der Auswertung und Analyse dieser Unterrichtseinheit erneut aufgegriffen und dahingehend ausgewertet, inwiefern sie zu einem Zuwachs an Selbstkompetenz beim Schüler beigetragen haben.
Da das Thema „Umgang mit dem Tod“ sehr breit gefächert ist, habe ich mich bei dieser Unterrichtseinheit ausschließlich auf Problematiken bezogen, die auf die Schüler motivierend oder herausfordernd wirken und zur Förderung der Selbstkompetenz beitragen könnten, z.B. die Problemfragen, ob Selbstmord der richtige Weg ist oder ob es erstrebenswert ist unsterblich zu sein. .
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1. Problemstellung und Ziele 1.1 Kompetenzförderung und -entwicklung, Kompetenzbegriff
Nicht nur in der schulischen Ausbildung spielen Kompetenzen eine wichtige Rolle. Auch in der beruflichen Bildung und im Berufsleben überhaupt ist die Ausbildung von verschiedenen Kompetenzen immer mehr von Bedeutung. Erpenbeck und Heyse bezeichnen Kompetenzen als Selbstorganisationsdispositionen des Individuums. Jedes Individuum organisiert seine Handlungen selbst, deren Ergebnisse aber aufgrund der Komplexität des Individuums, der Situation und des Verlaufs nicht oder nicht vollständig voraussagbar sind (vgl. Erpenbeck/Heyse. 1999. S. 158).
Man versteht unter Kompetenzen also das Handlungsvermögen einer Person. Der Kompetenzbegriff ist subjektorientiert und zudem ganzheitlich ausgerichtet. Das bedeutet, dass Kompetenz nicht nur inhaltliches bzw. fachliches Wissen und Können umfasst, sondern auch außerfachliche bzw. überfachliche Fähigkeiten, wie z.B. die Methodenkompetenz, Sozialkompetenz und Selbstkompetenz (persönliche Kompetenz) (vgl. Arnold/Nolda/Nuissl 2001, S.176). Diese Begriffe sind auch im Rahmenplan Mecklenburg-Vorpommern für allgemein bildende Schulen wiederzufinden und bilden damit die Grundlage jegliches Unterrichts.
Die Handlungsfähigkeit des einzelnen Schülers steht im Vordergrund, die durch Sachkompetenz, Selbstkompetenz, Methodenkompetenz und Sozialkompetenz konstituiert wird. Ein Zusammenspiel aller Kompetenzen führt zur Handlungskompetenz. Durch dieses Kompetenzmodell wird das Lernen als aktiver, konstruktiver, selbstgesteuerter und kommunikativer Prozess aufgefasst. Die Selbstbefähigung und Eigenverantwortung des Schülers gewinnt dabei an Bedeutung (vgl. Lehmann/Nieke. 2002. S. 2). Die Schüler sollen diese Kompetenzen während ihrer Schullaufbahn erwerben, um komplexe und neue Handlungssituationen angemessen meistern zu können.
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1.2 Selbstkompetenz
Der Begriff Selbstkompetenz wird häufig auch als individuelle, persönliche oder Ich-Kompetenz bezeichnet (vgl. Erpenbeck/Heyse. 1999. S. 159). Die Selbstkompetenz umfasst grundlegende Einstellungen, Werthaltungen und Motivationen, die das eigene Handeln leiten. Sie beruht auf dem Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl, das die Schüler im gemeinsamen Lernen und Arbeiten entwickeln (vgl. Meyer. 2007. S. 154). Selbstkompetenz drückt die Fähigkeit und Bereitschaft aus, sich selbst im Rahmen der Arbeitsaufgabe oder der Arbeitsgruppe zu entwickeln. Der Schüler soll dabei seine eigene Begabung, Motivation und Leistungsbereitschaft entfalten können (vgl. Erpenbeck/Heyse. 1999. S. 166). Die Schüler bilden dabei die Fähigkeit aus, ihre eigene Identität zu entwickeln und zu erhalten, mit Selbstwert umzugehen, Durchhaltevermögen und Willensstärke zu zeigen. Volker und Pfeifer zeigen in ihrem Kompetenzmodell folgende Fähigkeiten der Ich-Kompetenz auf (vgl. Volker/Pfeifer. 2003. S.261f.): 1. Die Introspektion, als die Fähigkeit zur reflexiven Selbstvergewisserung. 2. Die Evaluation, als die Kompetenz zur Bestimmung und Begründung der eigenen Lebensziele. 3. Die Kontextualisierung, als Fähigkeit zur Realisierung und Koordination der anvisierten Zielwerte.
Der Schüler sollte in der Lage sein, sich selbst zu reflektieren, also seine Stärken und Schwächen zu erkennen, Verantwortung zu übernehmen und entsprechend zu handeln und sein Selbstvertrauen und seine Selbständigkeit zu entwickeln. Des Weiteren muss er lernen sich seine Arbeits- und Verhaltensziele selbst zu setzen, zielstrebig und ausdauernd zu arbeiten und mit persönlichen Erfolgen und Misserfolgen angemessen umzugehen. Er sollte auch fähig sein, Hilfe anderer anzunehmen und selbst anderen Menschen Hilfe anzubieten (vgl. Rahmenplan MV. Philosophie. 7-10. 2002. S. 4). Auch die Emotionalität gehört zur Selbstkompetenz. Der Schüler sollte in der Lage sein, sich mit seinen Emotionen auseinandersetzen zu können.
1.3 Überlegungen zum Selbst-Begriff, zur Selbsttätigkeit, Selbständigkeit und Reflexion als Aspekte der Selbstkompetenz
Möchte man angemessen über Selbsttätigkeit, Selbständigkeit und Selbstkompetenz sprechen, muss als Erstes der Selbst-Begriff erläutert werden. Was ist das Selbst und wie entwickelt es sich? Der Selbst-Begriff ist ein vielfach verwendeter Begriff mit soziologischen, psychologischen, philosophischen und theologischen Bedeutungskomponenten.
Sozialpsychologisch betrachtet ist das Selbst ein gedankliches Konstrukt, das es den Menschen ermöglicht, ein Ereignis bestimmten Subjekten (anderen Menschen) zuzuordnen.
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Dabei geht der Mensch vom Selbst als alleinigem Willensbildner und physikalischem Verursacher aus (vgl. Schachinger. 2005).
Die heutige Psychologie unterscheidet beim Selbst-Begriff zwischen Selbstkonzept und Selbstwertgefühl. Bei dem Selbstkonzept geht es um die Beschreibung und Wahrnehmung der eigenen Person. Bei der Erfassung des Selbstkonzeptes differenziert man zwischen dem personenorientierten Ansatz (intraindividuelles Vorgehen) und dem variablenorientierten Ansatz (interindividuelles Vorgehen). Bei dem ersten Ansatz soll der Mensch seine eigene Persönlichkeit großrahmig in Worte fassen. Der zweite Ansatz verlangt Differenzierung, da der Mensch sich hier in Bezug auf bestimmte Eigenschaften einschätzen soll. Dabei muss er sich mit anderen Menschen vergleichen (vgl. Stadtler. 2003. S. 969). Das Selbstwertgefühl stellt die subjektive Bewertung der eigenen Person dar. Selbstwertgefühle werden in der Wissenschaft differenziert betrachtet: Zum einen gibt es das intellektuelle, emotionale, physische oder soziale Selbstwertgefühl. Zum anderen gibt es auch das kognitive oder sportliche Selbstwertgefühl, das sich auf einen konkreten Bereich spezialisiert.
Jegliche Form der Selbstbildung entsteht durch soziales Rückspiegeln, im Besonderen durch die primären Bezugspersonen. 1989 formulierte Rupert Lay Folgendes: „[…]Menschen spiegeln, meist unbewusst, in ihren Interaktionsangeboten implizit das Bild von uns wider, das sie von uns haben. Unser Selbst realisieren wir in all den Interaktionsangeboten, die wir anderen Menschen machen, und den Reaktionen auf die Interaktionsangebote anderer Menschen. Das Rückspiegeln kann unser Selbst verstärken oder aber auch gefährden [...].“ (vgl. Lay. 1989. S. 79). Auf den Schüler bezogen heißt das: Die Art und Weise, wie der Schüler im Unterricht interagiert und der Lehrer oder Mitschüler auf diese Angebote reagieren, kann entweder positiv, also selbstbestärkend, wirken oder negativ, also selbstwertmindernd. Zusammenfassend kann demnach gesagt werden, dass die Bildung des Selbst immer im Zusammenhang mit äußeren Einflüssen steht.
Wir können also davon ausgehen, dass jeder Schüler über ein gewisses Selbstkonzept und Selbstwertgefühl verfügt, das er nutzt, um Selbsttätigkeit und Selbständigkeit zu trainieren. An dieser Stelle ist zu klären, was Selbsttätigkeit und Selbständigkeit bedeuten. Schon seit der internationalen pädagogischen Reformbewegung im ausgehenden 19. Jahrhundert ist die Selbsttätigkeit (Eigentätigkeit) des Schülers im Unterricht ein generelles Prinzip. Der Begriff an sich meint, dass der Schüler zunehmend über Lerninhalte und -ziele entscheiden kann und sich selbständig Lernverfahren aneignet. Die Selbsttätigkeit hängt eng mit der Selbstbestimmung zusammen. Der Schüler soll zur Selbstbestimmung befähigt werden, das setzt die Selbsttätigkeit und Selbständigkeit voraus.
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„[…] Selbstbestimmung meint die Fähigkeit eines Menschen, über seine individuellen, persönlichen Angelegenheiten, seine menschlichen Beziehungen und Überzeugungen aufgrund eigener Einsicht und nach eigenem Urteil entscheiden zu können […] über seine moralischen und religiösen Überzeugungen, über das was er ästhetisch schön findet und […] wofür er sich politisch entscheidet. […]“ 1 . Die Selbstbestimmung, die eine Komponente der Selbstkompetenz darstellt, integriert verschiedene Teilfähigkeiten: Der Schüler lernt selbständig Einsichten bzw. Erkenntnisse zu gewinnen, eigene Urteile zu bilden und aufgrund der eigenen Erkenntnisse und Urteile selbständig zu handeln (vgl. Klafki. 1992. S.111-134). Welche Vorteile bringt nun die Selbsttätigkeit dem Schüler oder auch dem Lehrer im Unterricht? Gottfried Obereder hat 1996 einige Vorteile der Selbsttätigkeit herausgestellt. Das Positive ist einerseits, dass jeder Schüler dadurch direkt zur Mitarbeit angehalten wird. Die Schüler arbeiten gern selbsttätig, weil sie dann eher Erfolgserlebnisse haben Außerdem kann jeder Schüler sein Lerntempo individuell bestimmen und begabte Schüler können leicht durch Zusatzaufgaben gefördert werden. Andererseits kommt es zu fließenden Übergängen zu Partner-und Gruppenarbeit. Der selbständige Wissenserwerb wird gelernt, der wiederum die Förderung der Studierfähigkeit zur Folge hat. Der Lehrer hat zudem bessere Möglichkeiten, auf einzelne Schüler individuell einzugehen, Hilfe zu leisten oder sie konkret in bestimmten Bereichen zu fördern. Trotz dieses selbsttätigen und selbständigen Arbeitsprozesses werden die wesentlichen Vorgaben des Lehrplans erfüllt (vgl. Obereder. 1996. S. 170). Neben der Selbsttätigkeit ist auch die Selbständigkeit eine wichtige Komponente der Selbstkompetenz. Selbständigkeit steht für die Eigenverantwortung (Selbstverantwortung). Wenn die Schüler also in ihrer Selbständigkeit gefördert werden sollen, dann geht es darum, die Fähigkeit auszuprägen bzw. die Bereitschaft und Pflicht zu entwickeln, für das eigene Handeln die Verantwortung zu tragen. Die Schüler sollen also begreifen, dass sie für all ihre Handlungen selbst Verantwortung tragen und mit den Konsequenzen umgehen müssen. All die genannten Aspekte tragen zur Förderung der Selbstkompetenz bei und spielen auch in der hier dargestellten Unterrichtseinheit eine Rolle.
Zum Schluss muss noch der Begriff der Reflexion betrachtet werden, um seine Bedeutung für die Selbstkompetenz klarzustellen. In der Philosophie ist die Reflexion der Grundbegriff einer Hauptrichtung der neuzeitlichen Philosophie, die nur im kritischen Rückgang auf die menschliche Geistestätigkeit eine gesicherte Erkenntnis gewährleistet sieht (vgl. Ritter/Gründer. 1992. S. 359). Allgemein bezeichnet Reflexion das prüfende, kritische und vergleichende Nachdenken (vgl. Das Fremdwörterbuch. Duden. S. 886).
1 Klafki, Wolfgang: Wolfgang: Erziehung - Humanität - Demokratie. Selbsttätigkeit als Grundprinzip des Lernens in der Schule - Wiederaufnahme und Weiterentwicklung einer reformpädagogischen Idee und ihre Verwirklichung in der Schule. Marburg 1992: http://archiv.ub.uni-marburg.de. S. 111-134.
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Reflexion ist ein Oberbegriff für jede Art von Auseinandersetzung mit vergangenen Ereignissen oder einem gerade laufenden Prozess unter Ausschluss jeglicher Emotionen. Bei der Reflexion steigt man gefühlsmäßig subjektiv aus und begibt sich auf eine Metaebene (Überebene, eine höhere übergeordnete Stufe). „[…] Eine Metaebene wird immer dann betreten, wenn ein Diskurs verlassen wird, um a) die Grundlagen dieses Diskurses zu erhellen und b) ihn einer Kritik zu unterziehen oder den Ausgangsdiskurs überhaupt auf seine Möglichkeiten und Leistungen hin zu überprüfen […].“ 2 Von dieser Position aus hält man emotional distanziert Rückschau auf seine vergangenen Handlungen, Gedanken, Empfindungen, Argumente oder seine Arbeitsleistung.
Für das nachhaltige Lernen stellt die Selbstreflexion eine wichtige Komponente dar, denn nur so kann der Schüler sich selbst bewusst machen, mit welchen Lerninhalten er sich auf welche Art und Weise und warum auseinandergesetzt hat (vgl. Kossmeier. www.ph-ooe.at/fileadmin/user_upload/fortbildungahs/reflexion.pdf). Hans Krämer bezeichnet mit Reflexion das Nachdenken und Zurückschauen auf unser eigenes Verhalten und Agieren, unsere Gewohnheiten, Motive, Bedürfnisse und Wünsche. Bei der Selbstreflexion, die in der Regel im Selbstbewusstsein mündet, macht der Mensch sich etwas bewusst, „[…] das noch nicht Bemerkte, Implizierte wird wahrgenommen und explizit gemacht […].“ 3 Je ausgeprägter die Fähigkeit zur Selbstreflexion ist, desto eher und besser kann der Mensch sich in fremde Lebenswelten hineinversetzen (vgl. Volker/Pfeifer. 2003. 251). Da die Reflexion den eigenen Blick erweitert, der Schüler demzufolge eigenes Verhalten und Gedankengut kritisch hinterfragt und prüft, wird durch die Förderung der Reflexionskompetenz das Selbstbewusstsein und somit auch die Selbstkompetenz gestärkt.
In den einheitlichen Prüfungsanforderungen für das Abitur (EPA) im Fach Philosophie wird die Philosophie als eine Reflexionskompetenz bezeichnet bzw. mit Reflexionskompetenz gleichgesetzt. Sie setzt sich zusammen aus Wahrnehmungs- und Deutungskompetenz, aus Argumentations- und Urteilskompetenz und aus Darstellungskompetenz (vgl. EPA MV. S. 5/6). Abschließend kann gesagt werden, dass Selbsttätigkeit, Selbständigkeit und Reflexion wichtige Bestandteile im Philosophieunterricht sind und bei den Schülern gefördert werden müssen, damit ihre Selbstkompetenz gestärkt wird.
2 Franz, Albert/Baum, Wolfgang/Kreutzer, Karsten (Hrsg.): Lexikon philosophischer Grundbegriffe der Theologie. Herder Verlag. Freiburg. 2007. S. 270.
3 Volker/Pfeifer: Didaktik des Ethikunterrichts. Wie lässt sich Moral lehren und lernen? Kohlhammer Verlag. Stuttgart. 2003. S. 251.
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2. Planung der Unterrichtseinheit 2.1 Unterrichtsbedingungen
2.1.1 Schulische Rahmenbedingungen
Die in dieser Arbeit dargestellte Unterrichtseinheit habe ich an der Freien kooperativen Gesamtschule Prerow durchgeführt. Die staatlich anerkannte öffentliche Schule ist eine Ganztagsschule, an der nachmittags sowohl Fachunterricht als auch Freizeitkurse im sportlichen und im künstlerisch-kreativem Bereich angeboten werden. An der Gesamtschule gibt es einen Grundschulteil, eine schulartenunabhängige Orientierungsstufe und die Sekundarstufen 1 und 2. In den Jahrgangsstufen 7 bis 10 gibt es drei Leistungsstufen: Hauptschüler, Realschüler und Gymnasialschüler. Die Haupt- und Realschüler lernen in allen Fächern in gemeinsamen Klassen. In einigen Fächern, wie zum Beispiel Sport und Philosophie, lernen Schüler aller drei Leistungsstufen gemeinsam. In der hier dargestellten Unterrichtseinheit lernten Real- und Gymnasialschüler gemeinsam.
Eine Besonderheit, die an dieser Stelle noch zu erwähnen ist, ist, dass für die 10. Klassen die Prüfungen für die mittlere Reife durchgeführt wurden, und zwar für die Realschüler als auch für die Gymnasialschüler. Der Zusammenhang zur Unterrichtseinheit wird in der Lerngruppenanalyse erklärt.
Die Stunden der Unterrichtseinheit lagen in der Regel am Montag in der 1. Stunde (7.50-8.35 Uhr). Zwei Unterrichtsstunden lagen einmal am Donnerstag und am Freitag jeweils in der 4. Stunde (10.30-11.15 Uhr). Die Lage der Unterrichtsstunde im Stundenplan der Schüler brachte zwei zu berücksichtigende Faktoren mit sich:
Erstens kamen drei Schüler meistens später zum Unterricht, da der Schulbus aus Richtung Barth immer erst zwischen 7.45 Uhr und 7.50 Uhr Prerow erreichte. Diese Tatsache hatte eine kurze Unterbrechung der Unterrichtsstunde zur Folge, brachte aber weiter keine Nachteile für die Unterrichtsstunde selbst. Zweitens war die Motivation und Anstrengungsbereitschaft der Schüler montags in der 1. Unterrichtsstunde eher niedrig. Für den Unterricht hatte das zur Folge, dass man immer sehr ansprechende und provokante Unterrichtseinstiege bieten musste, um die Schüler aus der Reserve zu locken.
Der Unterrichtsraum, in dem die Unterrichtseinheit durchgeführt wurde, ist kein spezieller Fachraum, sondern ein normal eingerichteter Klassenraum in der obersten Etage. Er liegt in östlicher Richtung, so dass man oft hellen und warmen Sonnenschein im Raum hatte. Das erwies sich für die Arbeit mit Folie als ungünstig.
Die Tische sind frontal ausgerichtet, was für die Unterrichtseinheit kein Nachteil war.
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Arbeit zitieren:
Dana Rothe, 2010, Unterrichtseinheit Philosophie Klasse 10 "Umgang mit dem Tod" - Förderung der Selbstkompetenz, München, GRIN Verlag GmbH
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