Wachstum durch Innovationen - ein Konflikt zwischen sozialem Engagement und Wettbewerbsfähigkeit?
1 | S e i t e
Wachstum durch Innovationen - ein Konflikt zwischen sozialem Engagement und Wettbewerbsfähigkeit?
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
Abbildungsverzeichnis 2
1. Einleitung - der Stein wird zum Faustkeil 3
2. David Ahlstrom und der soziale Anspruch 3
2.1 Disruptive Innovationen zur Erhöhung der Wohlfahrt 4
2.2 David Ahlstrom und die rosarote Brille 5
2.3 Die Gefahren der disruptiven Innovationen 6
3. Wettbewerbsfähig und fürsorglich - ein Widerspruch? 7
3.1 Das Überleben kommt an erster Stelle 8
3.2 Unternehmen Staat sozial 10
4. Die Bedeutung der volkswirtschaftlichen Komponente 10
4.1 Das volkswirtschaftliche Rezept zur wirtschaftlichen Entwicklung 11
4.2 Stellenwert der Innovationen in der Wachstumsrechnung 12
5. Fazit - der scheinbare Widerspruch 14
6. Quellenverzeichnis 15
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: The Innovators Solution 6
Abbildung 2: Teufelskreis der Armut 12
Abbildung 3: Anteile der neoklassischen Produktionsfaktoren am Gesamtwachstum 13
2 S e i t e
Wachstum durch Innovationen - ein Konflikt zwischen sozialem Engagement und Wettbewerbsfähigkeit?
1. Einleitung - der Stein wird zum Faustkeil
Die Entwicklung der modernen Zivilisation geht zweifelsohne mit der Fähigkeit des Menschen einher, das eigene Umfeld zu gestalten und kontinuierlich zu verbessern. So kann die Erkenntnis, dass ein Stein mehr als ein einfaches Wurfobjekt darstellen kann, als erste nennenswerte Innovation der Menschheit gesehen werden. Auch weit über 800.000 Jahre 1 später bestimmen Innovationen den Alltag. Doch inwieweit können Unternehmen dem Anspruch, durch Innovationen die Wohlfahrt der Menschheit zu verbessern, gerecht werden, ohne dabei ihre eigene Wettbewerbsfähigkeit aus den Augen zu verlieren. Dieser Konflikt eskaliert dadurch, dass Volkswirtschaften sich auf einem unterschiedlichen technischen und wirtschaftlichen Niveau befinden. Es rechtfertigt sich der Ansatz der disruptiven Innovationen, Technologien günstiger und technisch verschlechtert auf den Markt zu bringen, damit der Fortschritt auch Kundengruppen zugänglich gemacht wird, welche sich diesen sonst nicht leisten könnten 2 . Die vorliegende Ausarbeitung stellt hierbei die Aufsätze von David Ahlstrom (Professor an der Chinesischen Universität von Hong Kong) und Andrew Delios (Professor an der Nationalen Universität von Singapur) gegenüber, welche differierende Auffassungen des oben beschriebenen Konfliktes beleuchten. Zudem soll eine volkswirtschaftliche Analyse zeigen, inwieweit sich Wirtschaftswachstum durch Innovationen erklären lässt.
2. David Ahlstrom und der soziale Anspruch
David Ahlstrom sieht den Zweck einer Unternehmung weniger in der Erzielung von Gewinn, sondern in der Verantwortung gegenüber den Eigentümern, den Mitarbeitern und der Gesellschaft 3 . Er untermauert diese Sicht mit der Forderung des Ökonomen Milton Friedman, der diese im Jahre 1970 im New York Times Magazine veröffentlichte, dass die Verantwortung der Unternehmen gegenüber den Shareholdern hervorzuheben sei, wobei die Missachtung dieser Verpflichtung die Wettbewerbsfähigkeit negativ beeinflussen kann.
1 http://www.holy.or.at/texte/Uni%20Nova%20Basel.%20Am%20Anfang%20war%20der%20Faustkeil.pdf, 02.11.2010
2 http://www.monitor.com/DE/Portals/0/MonitorContent/imported/MonitorGermany/Articles/PDFs/MP_disruptive_innov
ation.pdf, 02.11.2010
3 Ahlstrom, D. (2010): Innovation and Growth: How Business Contributes to Society. In: Academy of Management
Perspectives 08/2010, S. 11
3 | S e i t e
Wachstum durch Innovationen - ein Konflikt zwischen sozialem Engagement und Wettbewerbsfähigkeit?
2.1 Disruptive Innovationen zur Erhöhung der Wohlfahrt
Nach Ahlstrom sind die Unternehmen gezwungen Innovationen auf den Markt zu bringen, so dass sich dieses Vorgehen in Wirtschaftswachstum, einer Verringerung der Arbeitslosigkeit und einer Erhöhung der Lebensstandards niederschlägt 4 . Ahlstrom argumentiert weiter, dass sich diese Entwicklungen nicht nur territorial begrenzt, sondern weltweit zeigen sollten. Er stützt seine Argumentation auf die Robert J. Barro und Xavier Sala-i-Martin definierte Beta-Konvergenz, bei der Entwicklungsrückstände durch einen Zugang zu verbesserten Technologien aufgeholt werden können. In der langen Sicht betrachtet, könne so das Pro-Kopf-Einkommen eines Staates erheblich wachsen 5 . Die Unternehmen seien dazu angehalten mit Hilfe disruptiver Innovationen dieses langfristige Wachstum aufrecht zu erhalten. Disruptive Technologien bieten Marktteilnehmern neuere und andersartige Leistungen gegenüber bestehenden Produkten an. Dabei wird die Produktleistung der neu auf den Markt gebrachten Produkte meist als schlechter beurteilt, gleichzeitig bieten sie jedoch neue Leistungsattribute, die speziellen Kundengruppen einen Mehrwert bieten. Produkte, die auf einer disruptiven Technologie basieren, sind typischerweise günstiger, einfacher zu handhaben, kleiner und häufig angenehmer zu nutzen 6 . Aufgrund der Durchdringung neuer Märkte sei es den Unternehmen möglich ein höheres Wachstum zu generieren, welches sich in der Wohlfahrt der Gesellschaft und somit auch der Sicherheit und der Gesundheit niederschlagen würde 7 . Ahlstrom führt weiter aus, dass insbesondere in den letzten zwei Jahrhunderten eine Generation stets einen höheren Lebensstandard aufweise als deren Vorgänger 8 . In diesem Zeitraum betrug das Wirtschaftswachstum der USA durchschnittlich 1,8% pro Jahr, so dass sich das Pro-Kopf-Einkommen von ungefähr 3.340$ bis zum neuen Jahrtausend verzehnfachte 9 . Das Wirtschaftswachstum sei, angelehnt an die neoklassische Theorie des dynamischen Wettbewerbs von Joseph Schumpeter, abhängig von Innovationen und Imitatoren. Der Markt benötigt innovative Unternehmen,
4 Ahlstrom, D. (2010): Innovation and Growth: How Business Contributes to Society. In: Academy of Management
Perspectives 08/2010, S. 11
5 Barro, R. J.; Sala-i-Martin, X. (1998): Wirtschaftswachstum, München, S. 443 ff.
6 Christensen, C. M. (2007): The innovator´s dilemma, New York, 18. Auflage, S. 18
7 Ahlstrom, D. (2010): Innovation and Growth: How Business Contributes to Society. In: Academy of Management
Perspectives 08/2010, S. 12
8 Ahlstrom, D. (2010): Innovation and Growth: How Business Contributes to Society. In: Academy of Management
Perspectives 08/2010, S. 14
9 Ahlstrom, D. (2010): Innovation and Growth: How Business Contributes to Society. In: Academy of Management
Perspectives 08/2010, S. 15
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Arbeit zitieren:
Stefan Evers, 2010, Wachstum durch Innovationen - Ein Konflikt zwischen sozialem Engagement und Wettbewerbsfähigkeit?, München, GRIN Verlag GmbH
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