Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis II
1 Einleitung 1
2 Wirkung und Grenzen der Zentralbankkommunikation 1
2.1 Rechenschaftspflicht einer unabhängigen Zentralbank 2
2.2 Zentralbankkommunikation als geldpolitische Strategie 3
2.2.1 Bedingungen für die Relevanz der Zentralbankkommunikation 3
2.2.2 Zentralbankkommunikation und effektive Geldpolitik 4
2.2.3 Kann Transparenz den Märkten schaden? 6
3 Gegenstand der Kommunikation 9
4 Kommunikationspolitik der EZB und der Fed 10
4.1 Politik-Regime und Kommunikation der geldpolitischen Zielsetzung 11
4.2 Kommunikationspolitik der EZB 11
4.2.1 Kommunikation der Zielsetzung und Strategie 11
4.2.2 Kommunikationsmittel und -inhalte 12
4.3 Kommunikationspolitik der Fed 13
4.3.1 Kommunikation der Zielsetzung und Strategie 13
4.3.2 Kommunikationsmittel und -inhalte 14
5 Fazit 14
Literaturverzeichnis 16
I
Abkürzungsverzeichnis
Aufl. Auflage bspw. beispielsweise bzw. beziehungsweise d.h. das heißt EZB Europäische Zentralbank et al. et alia (und andere) FED Federal Reserve Hrsg. Herausgeber Jg. Jahrgang o. A. ohne Autor o. J. ohne Jahresangabe S. Seite sog. Sogenannte z. B. zum Beispiel
II
1 Einleitung
Central banks used to be shrouded in mystery—and believed they should be. 1 Die Entwicklungen der letzten 15-20 Jahre jedoch, sind durch eine andere, veränderte Einstellung der Zentralbanken gekennzeichnet. 2 Nämlich, durch eine bedeutende Abkehr der monetären Autorität von der Verschwiegenheit in Richtung größerer Transparenz.
Hintergrund dieser Entwicklung ist die Ansicht, dass die Zentralbank (ZB) durch größere Transparenz die Wirksamkeit der Geldpolitik erhöhen kann. Die vorliegende Arbeit untersucht die strategische Dimension einer größeren Transparenz der ZB in Bezug auf die Geldpolitik, ihre Grenzen und auf die maßgebliche Verbindung zwischen dem geldpolitischen Regime und der Kommunikationspolitik, die am Beispiel der EZB und dem Fed-System verdeutlicht wird.
2 Wirkung und Grenzen der Zentralbankkommunikation
Kontextbezogen beschreibt der Begriff „Transparenz“, dass eine Zentralbank, kurz ZB, alle entscheidenden Informationen ,,über ihre Strategie, ihre Einschätzungen und ihre geldpolitischen Entscheidungen sowie ihre Verfahren offen, klar und zeitnah, durch geeignete Kommunikation, zur Verfügung stellt.“ 3 Die Relevanz der ZB-Kommunikation und Transparenz wird im Wesentlichen durch zwei unterschiedliche Argumente begründet. An erster Stelle wird angeführt, dass die ZB-Kommunikation zur Sicherung der demokratischen Legitimation dient; 4 die Gesellschaft fordert von öffentlichen Institutionen Transparenz. 5 Darüber hinaus wird der ZB-Kommunikation eine strategische Dimension beigemessen und zwar als Instrument der Geldpolitik. 6 Der genaue Umfang, die Gegenstände und der Grad der Kommunikation werden im Wesentlichen durch das jeweilige geldpolitische Zielsystem einer ZB determiniert 7 . Daher ist eine einheitliche Analyse der Kommunikation in Bezug auf die ökonomische Wirkung nicht zielführend. Vielmehr soll gezeigt werden, weshalb ein solcher Brücken- 1 Vgl.Blinder, A.-S. / Ehrmann, M. / Fratzscher, M. (et al.) (2007), S. 6.
2 Geraats P. (2005) S. 7.
3 Europäische Zentralbank (d.), (o.J.).
4 Vgl. Woodford, M.(2005), S. 4.
5 Vgl. Issing, O. (2005), S. 3.
6 Vgl. Van der Cruijsen, C. / Eijffinger, S. (2007), S. 3.
7 Vgl. Blinder, A. / Goodhart, C. / Hildebrand, P. (2001), S. 10.
1
schlag zwischen einer ZB und der Öffentlichkeit, über geldpolitische Sachverhalte, an Bedeutung gewonnen hat und wie institutionelle Unterschiede, unterschiedliche Mandate und geldpolitische Strategien monetärer Autoritäten, tendenziell abweichende Kommunikationsstrategien erfordern.
2.1 Rechenschaftspflicht einer unabhängigen Zentralbank
Ökonomische Studien belegen die positive Korrelation zwischen der Unabhängigkeit einer Zentralbank und effektiver Geldpolitik und somit auch die signifikante Abhängigkeit ökonomischer Größen, wie der Preisstabilität von der Autonomie einer Zentralbank. 8 Diese Verbindung zwischen Unabhängigkeit und Inflation kann grundsätzlich mit dem Trade-off zwischen wirtschaftspolitischen Zielen (wie Beschäftigung) und dem Primärziel von Zentralbanken, die Geldwertstabilität zu gewährleisten begründet werden. 9
Allerdings erzeugt diese Unabhängigkeit ein ,,Demokratiedefizit“ 10 und mit steigender Unabhängigkeit steigt die Bedeutung der Transparenz einer Zentralbank. 11 „Theoretisch ließe sich dieses Defizit bei vollständiger Transparenz aufwiegen.“ 12 Die Betonung in diesem Satz liegt auf dem Wort theoretisch. 13 ZB-Kommunikation dient wie bereits erwähnt nicht nur dem Zweck der Legitimation bzw. der ,,politischen Transparenz“ 14 , sie fungiert darüber hinaus als Strategievariable der Geldpolitik. Transparenz als auch Intransparenz können die Geldpolitik unterstützen und deswegen muss bei der Begründung dieser genau differenziert werden. 15 Konsens herrscht jedoch darüber, dass eine unabhängige ZB durch erhöhte Transparenz ihrer Rechenschaftspflicht gegenüber der Öffentlichkeit gerecht werden muss. 16 Dies tut sie durch die Veröffentlichung von Monats- und Jahresberichten.
8 Vgl. Cukierman, A. / Webb, S.-B. / Neyapti, B. (1992), S. 31, 43.
9 Vgl. Crowe, C. / Meade, E. (2008), S. 5.
10 Drexler, B. (2007), S. 101.
11 Jansen S.-A / Priddat B /Stehr N. (2007) S.101.
12 Drexler, B. (2007), S. 101.
13 Vgl. Issing, O. (2005), S. 523. ,,[…] jede Selektion von Information, jedwedes Zurückhalten
von Wissen[ …] wäre eine Verletzung des Prinzips der Transparenz und damit letztlich ein
Verstoß gegen die Rechenschaftspflicht gegenüber der Öffentlichkeit.“
14 Crowe, C. / Meade, E. (2008), S. 5;.Issing, O. (2005), S. 526: ,,Transparenz ist kein Selbst-
zweck, eine Notenbank wird nicht mit dem vorrangigen Ziel gegründet, um mit der Öffentlich-
keitzu kommunizieren.“
15 Vgl. Blinder, A. / Goodhart, C. / Hildenrand, P. (2001), S. 13.
16 Vgl. van der Cruijsen, C. (2007), S. 3.
2
2.2 Zentralbankkommunikation als geldpolitische Strategie
Der Wendepunkt, an dem die Kommunikationsaversion von „Notenbankern“ sich in Richtung zeitnaher und ehrlicher Kommunikation drehte, ist stark verknüpft mit der Einsicht, dass ein wesentlicher Bestandteil der Geldpolitik in der Einflussnahme der Zentralbanken auf den Erwartungsbildungsprozess der Märkte liegt. 17 Im Folgenden werden die Kernargumente für größere Offenheit einer ZB näher erörtert. Dabei sollen drei grundlegende Fragen beantwortet werden: Welches sind die Bedingungen, bei deren Abwesenheit theoretisch die Nachfrage nach ZB-Kommunikation verschwindend gering wäre? Wie kann Kommunikation als strategisches Glied der Geldpolitik verstanden werden? Welche Gründe sprechen gegen größere Transparenz?
2.2.1 Bedingungen für die Relevanz der Zentralbankkommunikation
Die erste Frage hat einen sehr theoretischen Charakter und ist vergleichbar mit der Frage: Unter welchen Bedingungen würde auf einem beliebigen Markt vollkommener Wettbewerb herrschen? Um zu verstehen, dass die Zentralbank-Kommunikation von prinzipieller Bedeutung ist, wird gezeigt, dass sie nur unter bestimmten, weit entfernten Bedingungen überflüssig sein kann. Um diesen Zusammenhang zu verdeutlichen, soll beispielhaft von einer stationären Wirtschaft mit einer vollkommen regelgebundenen Zentralbank, symmetrischer In-formationsverteilung und Wirtschaftssubjekten mit vollständig rationalen Erwartungen ausgegangen werden. 18 In einer solchen Situation könnten die geldpolitischen Entscheidungen einer vollständig glaubwürdigen Zentralbank in kurzer und langer Frist vollständig antizipiert und durchgesetzt werden, so dass jede zusätzliche Informationsvergabe durch die ZB „zwecklos“ erscheinen würde. 19 Die Grundbedingungen unter denen die ZB-Kommunikation eine entscheidende Rolle spielen kann, lassen sich demnach im Wesentlichen auf drei Kernpunkte zurückführen: 1.) Neben der Bedeutung von Erwartungen für die Geldpolitik, ist gerade die Existenz nicht-rationaler Erwartungen 20 eine Bedingung für die Notwendigkeit von ZB-Kommunikation, um die eigene Zielfunktion zu artikulieren und den Informationstand der Öffentlichkeit zu verbessern. 2.) Die variable öko-
17 Blinder,A.-S. / Ehrmann, M. / Fratzscher, M. (et al.) (2007), S. 6.
18 Blinder, A.-S. / Ehrmann, M. / Fratzscher, M. (et al.) (2007), S. 12.
19 Vgl. Weber, A.-A. (2010), S. 5 und Blinder, A.-S. / Ehrmann, M. / Fratzscher, M. (et al.)
(2007), S. 12.
20 Vgl. Blinder, A.-S. / Ehrmann, M. / Fratzscher, M. (et al.) (2007), S. 12.
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Arbeit zitieren:
Özgür Bati, 2010, Die geldpolitische Bedeutung von Zentralbankkommunikation, München, GRIN Verlag GmbH
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