Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Theoretischer Hintergrund. 1
2.1. Begriffsdefinitionen 2
2.1.1. Landeskunde 2
2.1.2. interkulturelle Kompetenz 2
2.2. Vorgaben des hessischen Lehrplans zu
landeskundlichen Inhalten. 3
2.3. Das besondere Potential des Mediums CD-ROM. 5
3. Kriterien zur Analyse. 6
3.1. Erweiterter Kriterienkatalog nach Funke (1988) 6
3.2. Modifizierter Kriterienkatalog zur Analyse von CD-ROM
Lehrwerken. 7
4. Analyse des CD-ROM Lehrwerks English Coach Eleven
hinsichtlich der landeskundlichen Inhalte 9
5. Beurteilung des CD-ROM Lehrwerks English Coach Eleven 14
5.1. Beurteilung hinsichtlich der landeskundlichen Inhalte 14
5.2. Beurteilung hinsichtlich der Ausnutzung der multimedialen
M öglichkeiten in der Präsentation der landeskundlichen Inhalte 16
6. Literaturangaben 18
7. Anhang 19
II
1. Einleitung
Im Wintersemester 2002/2003 habe ich mich - gemeinsam mit zwei Kommilitoninnen - im Rahmen des Seminars Das Bild der englischsprechenden Welt im deutschen Englischlehrwerk mit den landeskundlichen Inhalten von drei CD-ROM Lehrwerken für die 5. Klasse (Gymnasium) beschäftigt 1 . Es stellte sich heraus, dass landeskundliche Inhalte in allen drei Lehrwerken nur am Rande und in keinem Fall explizit be-handelt werden. Weiterhin fiel auf, dass das besondere Potential des Mediums CD-ROM (Einbindung von Videosequenzen, Fotos etc.) kaum bis überhaupt nicht genutzt wird. Die Frage drängte sich auf, ob dies eventuell daran liegt, dass im ersten Lernjahr die noch sehr eingeschränkten sprachlichen Möglichkeiten eine umfangreichere und explizitere Landeskunde verhindern. Daraus ergab sich das Thema dieser Hausarbeit, in der ich die landeskundlichen Inhalte des CD-ROM Lehrwerks English Coach Eleven (Cornelsen) für die gymnasiale Oberstufe systematisch analysieren werde. Dabei wird es schwerpunktmäßig um eine inhaltliche Bestandsaufnahme sowie eine Untersuchung der Art der Darstellung dieser Inhalte gehen. Die Kriterien, die der hessische Lehrplan für die landeskundlichen Inhalte vorgibt, dienen als ein wichtiger Orientierungspunkt bei der Beurteilung des Lehrwerks. Mein Augenmerk gilt außerdem der Frage, in wie weit die multimedialen Möglichkeiten der CD-ROM genutzt werden, um landeskundliche Inhalte für Schüler zugänglich und greifbar zu machen.
2. Theoretischer Hintergrund
Der Begriff Landeskunde ist in der Vergangenheit viel diskutiert und dadurch nie einheitlich interpretiert worden. Es ist daher unerlässlich, dieser Arbeit eine kurze Begriffsdefinition voranzustellen. Im Kontext der Landeskunde-Diskussion hat in den letzten Jahren ein weiterer Begriff zunehmend an Bedeutung gewonnen: Der Unterricht soll den Schülern eine Fähigkeit vermitteln, die allgemein als interkulturelle Kompetenz bezeichnet wird. Auch dazu werde ich meiner Arbeit eine Begriffsdefinition voranstellen. Weiterhin werde ich zusammenfassend darstellen, welche landeskundlichen Inhalte der hessische Lehrplan (als Referenz für die anschließende
1 Im Einzelnen: Take 1: Robin Hood (Klett 1998), English Coach Multimedia 1 (Cornelsen 1997) und Notting Hill Gate (Diesterweg 1999)
1
Analyse und Beurteilung des Lehrwerks) fordert und welches besondere Potential das Medium CD-ROM für die Präsentation landeskundlicher Inhalte besitzt.
2.1. Begriffsdefinitionen
2.1.1. Landeskunde
Der landeskundliche Bereich des Fremdsprachenunterrichts hat eine wechselhafte Geschichte hinter sich. Die Benutzung unterschiedlicher Begriffe (Realienkunde, Kulturkunde, Englandkunde etc.) und teils unterschiedlicher, teils ähnlicher Konzepte, die hinter diesen Begriffen standen und stehen, führte zu Unklarheit in der Definition.
Der Begriff Landeskunde soll hier „alle Bezüge auf die Gesellschaft(en), deren Sprache im Fremdsprachenunterricht gelehrt wird“ (Buttjes 1991:112) bezeichnen. Dabei werden alle kulturellen Gegebenheiten dieser Gesellschaften berücksichtigt, also beispielsweise Literatur und Kunst (die üblicherweise dem klassischen Kulturbegriff zugerechnet werden) ebenso wie die sogenannte „Alltagskultur“.
2.1.2. interkulturelle Kompetenz
Der moderne Fremdsprachenunterricht zielt (u.a.) darauf ab, die Schüler in die Lage zu versetzen, mit Hilfe der erlernten Fremdsprache mit anderen Menschen zu kommunizieren. Kommunikation findet jedoch nie in einem kulturellen Vakuum statt, sondern immer vor dem Hintergrund der Kulturen, denen die beiden Sprecher angehören. „Begegnung zwischen Menschen ist immer auch die missverständnisträchtige Begegnung zwischen den Kulturen, denen sie entstammen“ (Picht 1991:54). Beide Sprecher beziehen sich (oft unbewusst) auf die ihnen vertraute Lebenswirklichkeit mit ihren Normen, Werten und Gebräuchen, die jedoch dem Gesprächspartner unter Umständen weniger oder gar nicht bekannt ist. Ein entscheidendes Lernziel zu dem die Landeskunde beitragen kann, ist die Sensibilisierung für diese Problematik. Interkulturelle Kompetenz bezeichnet also die Fähigkeit auf möglicherweise aufkommende Probleme der Kommunikation zwischen (mindestens) zwei Kulturen vorbereitet zu sein, und ihnen mit einer angemessenen Sensibilität zu begegnen, so dass die Kommunikation erfolgreich verlaufen kann.
2
2.2. Die Vorgaben des hessischen Lehrplans zu landeskundlichen Inhalten
Für das Land Hessen ist vor kurzer Zeit ein neuer Lehrplan konzipiert worden. Während dieser für die Klassen 5 - 10 bereits in Kraft ist, soll er für die gymnasiale Oberstufe ab August 2003 in Kraft treten. Da ich ein Lehrwerk für die gymnasiale Oberstufe untersuche ist es wichtig, die Vorgaben des Lehrplans zu den landeskundlichen Inhalten zu kennen. Der neue Lehrplan spiegelt außerdem weitestgehend die aktuellen Konzepte von landeskundlichem Lernen und interkultureller Kompetenz wider.
Der neue Lehrplan definiert „landeskundliches Lernen und interkulturelle Kompetenz“ als einen der zentralen Lernzielbereiche. In der Auflistung der Lernzielbereiche ist die Landeskunde damit gleich an zweiter Stelle nach „Spracherwerb (Sprach- und Sprachhandlungskompetenz)“ genannt 2 . An der Zusammenfassung von landeskundlichem Lernen und interkultureller Kompetenz in einen Zielbereich lässt sich die enge Verknüpfung der beiden Bereiche ablesen. Der Bereich „landeskundliches Lernen und interkulturelle Kompetenz“ umfasst im Einzelnen folgende Unterpunkte (Lehrplan für den Bildungsgang Gymnasium 2002:2):
- die Begegnung mit dem anderen, d.h. die Heranbildung des Bewusstseins um die relative Gültigkeit der gewohnten ‚Ordnung der Dinge’; das Erkennen, dass Welt auch anders als gewohnt gestaltet sein kann, dass wohlvertraute Wertvorstellungen nicht zwingend auch andernorts verbindlich sind, (das Aufs-Spiel-Setzen“ der eigenen selbstverständlichen Ordnungs- und Wertvorstellungen); - Horizonterweiterung;
- Kennenlernen und Auseinandersetzen mit Geschichte, Gesellschaft und Kultur des zielsprachlichen Raums; - Beschäftigung mit englischsprachiger Literatur - Zurechtfinden im zielkulturellen (Alltags-) Kontext;
- Entwicklung der eigenen Identität in der Begegnung und Auseinandersetzung mit der Kultur (den Kulturen) der Zielsprache;
- Entwicklung von Einstellungen wie Toleranz und Achtung vor dem anderen und von Empathiefähigkeit gegenüber anderen Kulturen.
Erwünscht ist, dass die Schüler beginnen, sich in zunehmendem Maße aktiv auf eine fremde Kultur einzustellen und dieser mit Aufgeschlossenheit und Empathie zu begegnen. Damit gehen immer auch Erkenntnisse über die eigene Kultur einher. Es soll dadurch für die Schüler deutlich werden, wie stark die eigenen Grundannahmen, Werte und Normen gesellschaftlich und kulturell bedingt sind. In diesem Sinne soll die Landeskunde also einen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung der Schüler leisten.
2 Die übrigen Bereiche sind „Methoden- und Lernkompetenz“, „studien- und berufsorientierende Kompetenz“, „Medienkompetenz“, „fächerübergreifendes und fächerverbindendes Lernen“ und „Präsentationskompetenz“.
3
Arbeit zitieren:
Miriam Volkmann, 2003, Analyse des CD-ROM Lehrwerks English Coach Eleven (Cornelsen) im Hinblick auf dessen landeskundliche Inhalte, München, GRIN Verlag GmbH
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