Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung - 3 -
2. Quellentheoretische Einleitung - 4 -
2.1 Statuen - 5 -
2.2 Fotografien - 6 -
2.3 Architektur - 6 -
3. Zur Funktion von Rezeption - 7 -
4. Beispiele für die Rezeption von Antike im Nationalsozialismus - 9 -
4.1 NS-Skulptur Arno Brekers - „Kameraden“ - 10 -
4.2 Die Fotografie - 12 -
4.3 Architektur - 13 -
5. Abbildungsverzeichnis - 18 -
6. Quellen - 18 -
7. Literatur - 19 -
- 2 -
1. Einleitung
Es ist die Aufgabe der Geschichtswissenschaft, auch der bildungshistorischen Forschung, ein möglichst umfassendes, zuverlässiges und vor allem „wahres“ Geschichtsbild zu entwerfen. Ziel ist die Erfassung der geistigen Form, in der sich eine Kultur über ihre Vergangenheit Rechenschaft gibt (vgl. Brandt 2003, S.9). Dieses Bild, durch viele Prismen gebrochen, wird gewonnen durch Forschungsarbeit, durch den Trieb des Forschers, Fragen an die Vergangenheit zu stellen und das als Geschichte betitelte Gut nicht nur rezipierend in sich aufzunehmen, sondern selbst aktiv an der Vervollkommnung des gültigen Geschichtsbildes mitzuwirken (vgl. Brandt 2003, S.9).
Hierzu bedarf es nun, neben Sachverstand und wissenschaftlichen Fertigkeiten, der Fähigkeit Erkenntnisquellen aufzuspüren und diese kritisch und fehlerfrei auszuwerten. Es muss dem Prisma, welches das „wahre“ Vergangene entstellt und lückenhaft, verworren und mehrdeutig, voll von Widersprüchen, Tendenzen und Lügen darstellt, begegnet werden um letztendlich ein möglichst hohes Maß von „wahren“ Aussagen zu gewinnen. Dabei wird dem Paradox begegnet, dass sich Geschichte auch ohne das menschliche Zutun vollzieht, das Wissen darum aber nur durch die Überlieferung, dem aktiven Tradieren geschaffen wird (vgl. Maurer 2002, S.7). Gedächtnis-Stiften steht dabei am Anfang, es wird aufbewahrt und gesammelt und damit das geschaffen, was den Beruf des Historikers begründet: Quellen. Indem er auswählt, analysiert, Kritik übt, systematisiert und wertet, prägt er das Geschichtsbild. Diese Arbeit soll sich nun mit Quellen beschäftigen und auf einer Metaebene einen Quellenkorpus im Ausschnitt für eine das deutsche Geschichtsbild prägende Epoche betrachten. Das kulturelle Gedächtnis wird dabei geleitet von bestimmten, stets präsenten Quellen die wiederum einen Rückschluss auf andere Quellen zulassen. Konkret sollen im weitesten Sinne Kunst, Architektur und Alltagskultur des Nationalsozialismus im 3. Reich betrachtet werden. Allein daraus ließe sich eine Vielzahl möglicher Quellen ableiten, werden doch als Quellen „alle Texte, Gegenstände oder Tatsachen, aus denen Kenntnis der Vergangenheit gewonnen werden kann [bezeichnet]“ (Kirn nach Brandt 2003, S.48). Eine weitere Einschränkung bzw. Fokussierung auf einen bestimmten Quellentypus soll durch den, nicht nur im Nationalsozialismus aber dort oft hervorgehobenen, Rekurs auf die Antike stattfinden. Hitler war der Antike verbunden, die griechisch-römische Kunst fesselte ihn und das entsprechende Schönheitsideal genoss seine uneingeschränkte Bewunderung (vgl.
- 3 -
Demandt 2001, S.141). In den deutschen Wissenschaften und der Kunst wurde diese Verbundenheit mit Sympathie registriert und eine vom Staate verordnete Ideologie führte dazu, dass die Antike im Sinne des Nationalsozialismus interpretiert wurde (vgl. Demandt 2001, S.139). Eine Gesamtanalyse der politischen Inszenierungen, der kunstideologischen Umsetzung sowie der Kultur und Wissenschaft unter dem Aspekt der Rezeption von Antike kann in der Kürze dieser Ausarbeitung nicht geleistet werden. Es sollen Ausschnitthaft drei verschiedene Quellentypen betrachtet und jeweils Beispiele diskutiert werden. Dazu werden zuerst drei Typen, genauer Statuen, Fotografien und Architektur, ihres theoretischen Quellenwertes wegen betrachtet um im Anschluss daran jeweils Beispiele darzustellen und gegebene Interpretationen zu betrachten. Dies soll unter dem Aspekt der Rezeption von Antike im Nationalsozialismus geschehen, um im weitesten Sinne den bildungshistorischen Aspekt der politischen Nutzung von idealisierter Anschauung zu beleuchten.
2. Quellentheoretische Einleitung
Wie bereits in der Einleitung angerissen, kann nahezu alles, woraus Kenntnisse über die Vergangenheit erlangt werden können, eine Quelle sein. Die Quellenkunde selbst ist dabei integraler Bestandteil der Geschichtswissenschaften und kann kaum losgelöst betrachtet werden. Eine grundsätzliche Feststellung ist jene, dass es einen vollständigen Überblick über die verschiedenen Quellenarten wegen ihrer Vielfalt kaum geben kann (vgl. Henning, Beck 2003, S.1). Auch eine allseits befriedigende Einteilung, etwa nach Art und Typus, gibt es nicht. Eine beliebige Auswahl an Kategorisierungsmöglichkeiten verhindert die Findung eines allgemeingültigen Ordnungselementes. Im „Aufriss der Historischen Wissenschaften - Bd.4:Quellen“ wird im Inhaltsverzeichnis nach Altertum, Mittelalter und Neuzeit getrennt wobei sich für jede Zeit typische Quellen wie bspw. Inschriften, Münzen und Denkmäler für das Altertum, Urkunden und Akten für das Mittelalter und Gesetzte, Verfassungen und Verträge für die Neuzeit finden lassen (vgl. Maurer 2002, Inhaltsverzeichnis). Eine solche Ordnung könne aber immer nur, so Brandt (2003), Mittel zum Zweck der historischen Erkenntnis sein. Es müssen Gliederung und Wertung immer vom jeweiligen, allerdings unendlich variierbaren, Erkenntnisziel abhängig sein (vgl. Brandt 2003, S.49f). Bei der folgenden Betrachtung der unterschiedlichen Quellen wird dementsprechend keine typisierenden Unterordnungen nach Gattung oder ähnlichem vorgenommen. Auch erhebt die Gruppierung der hier darzustellenden Quellen zur Rezep-
- 4 -
tion von Antike im Nationalsozialismus keinerlei Anspruch auf Zugehörigkeit zu einem erweiterten Korpus. Die Zusammenstellung ist insofern willkürlich und dient der Veranschaulichung einer möglichen Quellenarbeit.
2.1 Statuen
Der erste zu betrachtende Quellentypus soll die klassische Statur sein. Gewählt wird diese Kunstform zur näheren Betrachtung, da ein Vertreter der bildhauenden Zunft in der kunsthistorischen Forschung als der Bildhauer Adolf Hitlers gehandelt wird. Arno Breker (1900-1991) wird, dem medialen Interesse an seiner Kunst zufolge auch als Repräsentant der Kunst im „Dritten Reich“ gehandelt (vgl. Bressa 2001, S.1). Zu ihm später mehr.
In puncto Quellenkunde ließe sich eine Statue bezeichnen als tradierenden Sachüberrest. Während als Sachüberrest generell Gegenstände wie körperliche Überreste, Bauwerke, Geräte, Erzeugnisse von Kunst, Gewerbe usw. verstanden werden, bezeichnet Tradition Material, das eigens und absichtlich zum Zweck (historischer) Unterrichtung geschaffen worden ist (vgl. Borowsky, Vogel, Wunder 1989, S.125). Ohne auf die kunsttechnischen Unterscheidungen zwischen u.a. Skulptur und Plastik sowie den verschiedenen künstlerischen Stilrichtungen an dieser Stelle weiter einzugehen, muss festgestellt werden, dass eine Statue, wie beispielsweise das Denkmal eines Feldherrn, immer mit einer bestimmten Absicht geschaffen und aufgestellt worden ist. So kann das Bildnis des Feldherrn dazu dienen, ihn zu ehren und der Nachwelt seine Erfolge zu überliefern. Das es sich dabei um einen Feldherrn handelt oder zumindest um die Darstellung kriegerischer Erfolge, wird meist nicht nur aus einer evtl. vorhandenen Inschrift ersichtlich sondern auch aus der Art der Darstellung und der Verwendung von Kriegssymbolen. Dies wäre die absichtsvolle Darstellung. Daneben berichtet das Objekt aber auch unabsichtlich z.B. über den Stand der Metallverarbeitung (Bronzestatuen) oder auch die Geisteshaltung der Auftraggeber sowie die soziohistorischen Umstände, die sich beispielsweise aus dem Aufstellungsort ableiten lassen (vgl. Borowsky, Vogel, Wunder 1989, S.125f). Der Aussagewert von Statuen als Quelle ist besonders für die Analyse politischer, religiöser oder sozialer Ideen des jeweiligen Verfassers oder der jeweiligen Zeit zu beachten und kann in Relation zu anderen Quellen gesetzt werden (vgl. Borowsky, Vogel, Wunder 1989, S.126).
- 5 -
2.2 Fotografien
Als zweiter relevanter Quellentyp kommt die Fotografie zur Betrachtung. Grundsätzlich wird, der technischen Entwicklung und Verbreitung wegen, das 20 Jahrhundert als das Jahrhundert der Bilder bezeichnet (vgl. Hartewig 2002, S.427). Eine Betrachtung als Quellenart im Zusammenhang zur Rezeption der Antike im NS ergibt sich durch die Verwendung der Fotografie als Propagandamittel. Sich wiederholende Stilmittel, an späterer Stelle genauer zu betrachtend, bieten dabei den Anschluss an antike Symbolik.
Über das Medium der Fotografie wird eine Möglichkeit geschaffen, eine präzise Reproduktion von Umständen aus der Vergangenheit zu betrachten. Mit der Erfindung und schnellen Verbreitung entwickelte sich dadurch zunächst auch ein gewisser Nimbus der Objektivität (vgl. Hartewig 2002, S.428). In den Augen der Zeitgenossen schienen sich die Ereignisse wie abgebildet zugetragen zu haben. Der zu Anfang der Fotografie im 19.Jahrhundert vorherrschende Umgang mit, sowie die Wahrnehmung von Bildern könnte als naiv bezeichnet werden. In politischer Hinsicht wurde die Macht einer distanzlosen, „gläubigen“ Rezeption von Fotos durch die Betrachter schnell erkannt und dementsprechend ausgenutzt. Die gesteigerte Intensität der direkten Sinneseinwirkung, ihre Suggestivkraft sowie die emotionalisierende Wirkung lässt bei vielen, mit bestimmter Intention erstellten Fotos die Grenze zwischen Illustration und Wirkmittel verwischen (vgl. Borowsky, Vogel, Wunder 1989, S.134f). Ohne auf eine weitere Distanzierung der verschiedenen Arten von Fotografien (ethnologisch, politisch, dokumentarisch, künstlerisch etc.) einzugehen sei also Quellenkritisch festgehalten, dass bei der Betrachtung sowie Interpretation einer Fotografie als Quelle immer der Entstehungszusammenhang mit betrachtet werden muss (vgl. Hartewig 2002, S.424). Die Identität des Fotografen, der Anlass der Fotografie sowie der Zusammenhang müssen kritisch hinterfragt werden und lassen dann, ähnlich wie es bei Statuen der Fall ist, Schlüsse auf primärer Ebene über das Dargestellte und sekundär über alles, was nicht direkt beobachtbar ist zu.
2.3 Architektur
Der dritte und letzte in dieser Arbeit zur Betrachtung stehende Quellentyp wird erfahrbar gemacht zum einen über die dingliche Fassbarkeit von Sachüberresten sowie, für den zur Untersuchung anstehenden Zeitraum, durch fotografische Dokumentation. Für die Arbeit von Relevanz ist die Betrachtung von Architektur, da sich an den
- 6 -
Arbeit zitieren:
B.A. Maximilian Stangier, 2009, Quellenanalyse - Rezeption von Antike im Nationalsozialismus, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Geschichte - Sonstiges: Quellenanalyse - Rezeption von Antike im Nationalsozialismus ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Geschichte - Sonstiges: neuer Titel erschienen: Quellenanalyse - Rezeption von Antike im Nationalsozialismus
Maximilian Stangier hat einen neuen Text hochgeladen
Edda-Rezeption 02. Eddische Götter und Helden / Eddic Gods and Heroes
Milieus und Medien ihrer Rezep...
Katja Schulz
Die Rezeption Der Mittelalterlichen Sprachphilosophie in Der Theologie...
Seung-Chan Park, S-C Park
Kino CH / Cinéma CH Rezeption, Ästhetik, Geschichte / Réception, esthé...
Alain Boillat, Philipp Brunner, Barbara Flückiger
Studien zu Petron und seiner Rezeption / Studi su Petronio e sulla sua...
Luigi Castagna, Eckard Lefèvre
Funktionen und Konzeptionen im...
Martin Harbsmeier, Josefine Kitzbichler, Katja Lubitz, Nina Mindt
Antike und Altertumswissenschaften in der Zeit von Faschismus und Nati...
Kolloquium Universität Zürich,...
Antike und Altertumswissenschaften in der Zeit von Faschismus und Nati...
Kolloquium Universität Zürich,...
Beat Näf
Schlüsselbilder des Nationalsozialismus
Fotohistorische und didaktisch...
Werner Dreier, Eduard Fuchs, Verena Radkau, Hans Utz
0 Kommentare