Die hauptsächliche Zielsetzung des Buches scheint es zu sein, die letzte deutsche Kaiserin wieder bekannt zu machen und ein möglichst positives Bild von ihr zu zeichnen. So beschreibt Erbstößer in ihrer Einleitung die gegensätzlichen Meinungen zu Auguste Victoria und wirft damit die Fragestellung auf, ob sie nun unbedeutend und kleinkariert oder populär und vorbildlich war. Im Verlauf des Buches ist klar ihre Tendenz zur zweiten Meinung erkennbar. Schon auf dem Buchrücken wird sie als „populäre[...] Kaiserin, geachtet als vorbildliche Mutter und Ehefrau und geliebt wegen ihres unermüdlichen Einsatzes für die Unterprivilegierten“ beschrieben, und auch das Ergebnis der Publikation ist, dass Auguste Victoria über die Maßen von der Bevölkerung geliebt und bewundert wurde und das ihre heutige Unbekanntheit auf Kampagnen verschiedener Menschen und Regierungen beruht. Während des Lesens kommt leicht die Frage auf, ob die Kaiserin hier nicht gelegentlich verklärt wird. Erbstößer versucht die Hofberichterstattung zwar laut eigener Aussage zu umgehen, indem sie vor Berichten z.B. aus der liberalen Presse deutlich darauf verweist („Über die Beisetzung in Potsdam sei hier aus dem Bericht des Korrespondenten der linksliberalen 'Frankfurter Zeitung' […] zitiert, da diese nicht im Geruch der Hofberichterstattung stand“ S.111), doch macht ihr Buch durch die permanente Betonung des guten Willens und der Bemühungen Auguste Victorias selbst den Eindruck der Hofberichterstattung. In einigen Passagen ist die fehlende Objektivität oder auch eine persönliche Wertung deutlich erkennbar, wie beispielsweise der Satz auf Seite 29 des Buches: „Zwei alte Leute diskutieren also brieflich, wo und wie der Enkel nach der Heirat wohnen sollte!“. Die Autorin kommt auch immer wieder auf die Bedeutung Bad Homburgs für die Kaiserin zurück („Zu Bad Homburg hatte die letzte deutsche Kaiserin eine besonders enge Beziehung“ S. 122). Ob dies der Wirklichkeit entspricht oder der Tatsache geschuldet ist, das sie selbst in Bad Homburg wohnt, lässt sich leider nicht genau sagen, doch der Verdacht das letzterer Fall der Wahrheit entspricht liegt wegen der an mehreren Stellen zur Schau gestellten fehlenden Objektivität nahe. Im Buch wird viel mit Quellen gearbeitet, leider fehlen jedoch die Quellenangaben. Außerdem wird keinerlei andere Literatur zum Thema
Arbeit zitieren:
Svenja Gerbendorf, 2009, "Auguste Victoria. Die letzte deutsche Kaiserin" - Rezension der Biographie von Elizza Erbstößer, München, GRIN Verlag GmbH
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