Progress in Pain Assessment: The Cognitively Compromised Patient
Christina Linda Köfeler, Kerstin Schatzig
INHALTSVERZEICHNIS
1. EINLEITUNG 2
2. HERKÖMMLICHE INSTRUMENTE ZUR SCHMERZERFASSUNG 4
3. THEORETISCHE HINTERGRÜNDE 7
4. SCHMERZERFASSUNG BEI KOGNITIV BEEINTRÄCHTIGTEN PATIENTEN 9
4.1. Die Studie von Kunz et al. (2007) 9
4.2. Ähnliche Studien 10
5. SCHLUSSFOLGERUNGEN 12
6. LITERATUR 13
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Progress in Pain Assessment: The Cognitively Compromised Patient
Christina Linda Köfeler, Kerstin Schatzig
1. EINLEITUNG
Die Erfassung und Bewertung von Schmerz stellt für den klinischen Alltag und die Berufsgruppen, die ihn regelmäßig bewältigen, eine äußerst wichtige Aufgabe dar. Ethische, juristische - vor allem aber menschliche Prinzipien (Herr, Coyne, Key et al. 2006a) besagen, dass jede Patientin und jeder Patient das Recht auf eine adäquate Schmerzbehandlung hat. Wird dieses wichtige Element in der Arbeit mit PatientInnengruppen nicht fachgerecht durchgeführt, ergeben sich häufig schwerwiegende Konsequenzen: neben der Gefahr für klinische Praktiker, neue Erkrankungen zu übersehen, verbleiben betroffene Menschen in häufig sehr leidvollen Zuständen, die wahrscheinlich verhindert hätten werden können. Vor allem also großes menschliches Leid, aber auch explodierende Kosten im Gesundheits- und Pflegesystem, zählen zu den gravierenden Folgen vernachlässigter und / oder fehlerhafter Schmerzbeurteilung (Chapman 2009).
Es muss aber auch angeführt werden, dass Schmerzerfassung häufig ein recht schwieriges Unterfangen ist, das selbstFachleute vor sehr große Hindernisse zu stellen vermag. Dies erklärt sich aus der Eigenschaft des Schmerzes, in erster Linie ein sehr subjektives Erlebnis zu sein (Herr et. al 2006a). Aus diesem Grund ist es auch kaum oder nur sehr schwer möglich, dieses Phänomen mit Hilfe eines objektiven Tests zu erfassen. Die Methode der Wahl ist demnach wohl, den Patienten selbst zu Wort kommen zu lassen, um sein individuelles Schmerzerlebnis in eigenen Worten zu umschreiben (ebd.). Doch was, wenn der Patient dazu aus bestimmten Gründen nicht in der Lage ist? Was, wenn er oder sie wegen einer fortschreitenden dementiellen Entwicklung eine schwere kognitive Beeinträchtigung aufweist?
Bekannt ist, dass die Fähigkeit, Schmerzempfinden zu beschreiben, bei dementen Patienten eingeschränkt ist (Kunz et al. 2007). Zudem beschweren sie sich seltener über Schmerz. Ihnen werden deshalb auch weniger Schmerzmittel verabreicht. Verändert sich
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also bei diesen Patienten die Schmerzverarbeitung durch ihre Erkrankung (Lautenbacher et al. 2007)?
Um diese Frage zu klären, scheint es notwendig Alternativen zur bisherigen, meist auf Selbsteinschätzungsfragebögen basierenden Schmerzerfassung zu entwickeln, um die Gefahr einer Nichtbeachtung von ernsten Schmerzen zu reduzieren. Aus diesem Grund wird in der folgenden Arbeit auf die Schmerzerfassung im Gesicht, also den spezifischen Gesichtsausdruck des Schmerzes Bezug genommen. Der Gesichtsausdruck ist deshalb ein guter Indikator, um Schmerz zu erfassen, da er reflexartig geschieht und deutlich zwischen verschiedenen affektiven Zuständen unterscheiden lässt (Kunz et al. 2007).
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2. HERKÖMMLICHE INSTRUMENTE ZUR SCHMERZERFASSUNG
Vorerst aber ein paar Worte zu allgemeinen Empfehlungen bzw. Ansätzen in der Literatur, wie mit Schmerzerfassung bei kognitiv beeinträchtigten PatientInnen bislang umgegangen wurde.
Hierzu gibt es eine Vielzahl an Veröffentlichungen - so beispielsweise auch von Herr et. al (2006a), Autorinnen und Autoren, die der American Society forPain Management Nursing angehören. Sie positionieren den Selbstbericht des Patienten an erster Stelle einer fünfstufigen Empfehlung zur Schmerzbeurteilung, stellen aber gleichzeitig heraus, dass mit Fortschreiten der Erkrankung die selbstständige Einschätzung des Schmerzes stark verfälscht und somit wohl nicht mehr als Faktor herangezogen werden kann. Im Anschluss zur Suche nach möglichen anderen Ursachen für den Schmerz (z.B. Arthritis, Neuropathien) folgt die Beobachtung des Patienten. Weiters ist es laut AutorInnen auch von Bedeutung, Fremdberichte von Menschen zu berücksichtigen, die die PatientInnen mitunter sehr gut kennen, wie zum Beispiel Langzeitpflegekräfte oder Familienmitglieder. Als fünfter und letzter Schritt kommen Analgetika zur Anwendung, deren Wirkung ebenso eine Aussagekraft in Bezug auf den Schmerz und dessen Intensität haben können. Ähnliche Ansätze findet man im sogenannten biopsychosozialen Konzept, das auf der Annahme beruht, dass die Erfahrung von Schmerzen durch die Interaktion von biologischen, psychologischen, kulturellen und sozialen Faktoren beeinflusst wird (Hadjistravopoulos 2009).
Daran orientiert sich auch das Kommunikations-Model des Schmerzes. Schmerz wird darin als drei-Stufen-Prozess verstanden. Die erste Stufe ist die innere Erfahrung von Schmerz, die meist durch einen Gewebeschaden, mit gleichzeitiger Gewebsentzündung verursacht wird. Die zweite Stufe beschreibt die Art, in welcher diese Schmerzerfahrung in Verhalten ausgedrückt wird, verbal oder nonverbal. Um diese bestimmen zu können, existieren verschiedenste Selbsteinschätzungsskalen und andere Schmerzmessmethoden
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Arbeit zitieren:
Kerstin Schatzig, Christina Linda Köfeler, 2011, Progress in Pain Assessment - The Cognitively Compromised Patient, München, GRIN Verlag GmbH
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