Inhaltsverzeichnis
1 Bedingungsfeldanalyse 3
2 Sach- und Sinnpotenzialanalyse 4
3 Didaktisch - methodische Analyse 7
4 Lernziele 10
5 Stundenthema 11
6 Einordnung der Stunde in die Unterrichtseinheit 12
7 Tabellarischer Unterrichtsverlauf 13
8 Reflexion 18
9 Literatur- und Quellenverzeichnis 24
10 Anhang 25
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1 Bedingungsfeldanalyse
Die Umsetzung unserer geplanten Doppelstunde zur Ballade „Der Zauberlehrling“ erfolgt im Rahmen eines fachdidaktischen Praktikums für das Fach Deutsch an der Grundschule in xxx in der Klasse 4a. Diese Lerngruppe wird von Frau xxx, der Klassenlehrerin, geleitet und setzt sich aus 24 Schülern - 13 Jungen und elf Mädchen - zusammen. Die Staatliche Grundschule 25 Einrichtung befindet sich im Stadtteil Erfurt -Drosselberg und wird von 306 Schülern besucht, die von insgesamt 16 Lehrern und 14 Erziehern betreut werden. Seit dem Jahr 2000 hat sich diese Einrichtung zu einer gebundenen Ganztagsschule entwickelt. Zunächst wurde die Umsetzung des neuen Konzeptes mit einer Klasse erprobt und auf den großen Elternwunsch hin folgte im Jahr 2003 die Umstellung der gesamten Grundschule zu einer gebundenen Ganztagsschule. Alle Schüler sind als Hortkinder angemeldet und werden an drei Tagen in der Woche bis einschließlich 15.00 Uhr von Lehrern und Erziehern pädagogisch betreut. Danach können sich die Lernenden unter den vielen Freizeitangeboten eine individuelle Beschäftigung wählen und diese ausüben. Das Ziel der Umsetzung dieses Konzeptes an der Grundschule besteht darin, allen Kindern einen rhythmischen und flexiblen Tagesablauf zu ermöglichen. Durch diese Tagesgestaltung mit mehreren Unterrichtsblöcken sollen die natürliche Lernfreude sowie die kindliche Neugierde erhalten bleiben. 1
Das Gebäude der Grundschule ist insgesamt in einem eher schlechten Zustandlediglich die Fenster wurden im Winter 2009/2010 erneuert. Aus diesem Grund ist auch der Klassenraum der Schüler der 4a nicht ausreichend renoviert und ausgestattet. Außer einer Tafel, Arbeitsplätzen für die Schüler und einem CD-Player befinden sich im Raum keine weiteren Materialien bzw. Medien. So müssen weitere Medien, wie zum Beispiel ein Overheadprojektor, rechtzeitig vor dem Unterricht besorgt oder angemeldet werden, da sie nicht in ausreichender Anzahl für jedes Klassenzimmer in der Schule vorhanden sind. Ebenfalls ist eine unzureichende Klassenraumgestaltung zu erwähnen. Plakate oder Bilder hängen über Monate ungeordnet an den Wänden, ohne einen erkennbaren Zusammenhang zu Jahreszeiten oder anderen aktuellen Themen im Unterricht. Dies wirkt sich allgemein auf die Ordnung und Sauberkeit im Klassenraum aus.
Erstellte Regeln für das Verhalten im Unterricht und in den Pausen sind im Raum ebenfalls nicht sichtbar. Aus vorhergehenden Hospitationen in dieser Lerngruppe konnten wir keinerlei
1 Vgl. www.erfurter-schulen.de/schulen/gsalindgren/frames.html, 27.04. 2010
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Rituale oder Verhaltenskonsequenzen für die Schüler beobachten. Bei störendem Verhalten werden die betreffenden Schüler nicht selten mit lauter Stimme ermahnt. Des Weiteren ist zu erwähnen, dass der Umgang der Schüler innerhalb der Klasse als schwierig zu beschreiben ist. Viele Lernende sind nicht in der Lage kooperativ mit anderen Schülern zu arbeiten. Ebenfalls werden einige Kinder der Klasse massiv von der Gruppe ausgeschlossen. Die Beziehungskonstellationen im Klassenverband führen häufig zu Disziplinproblemen, die teilweise den Unterrichtsverlauf behindern. Somit kommt es zu negativen Auswirkungen auf das Lernklima in der Klasse. Die Leistungsunterschiede zwischen den Schülern sind dabei teilweise sehr unterschiedlich. Bezüglich des geplanten Literaturunterrichts ist von unzureichenden Sach-und Methodenkompetenzen auszugehen. Aus Erfahrungsberichten der Schüler ist uns bekannt, dass sie im Verfassen von eigenen Texten noch wenig geübt sind. Auch im Präsentieren von eigenen Leistungen sowie im Einhalten von Gesprächsregeln sind die Lernenden geringfügig kompetent. Nur wenige Schüler lesen in ihrer Freizeit außerschulische Lektüre und verfassen gelegentlich eigene Geschichten. Aus diesen Gründen fällt den Schülern der Umgang mit literarischen Texten eher schwer. Bezüglich des Themas der geplanten Unterrichtssequenz können wir von geringen bis keinen Vorkenntnissen ausgehen. Dennoch wollen wir mit unserer geplanten Unterrichtsstunde zum Thema „Der Zauberlehrling“ eine literarische Genussfähigkeit bei den Kindern schaffen bzw. eine vorhandene fördern. Auch Schüler, die geringe Vorkenntnisse im Bereich Literatur haben, sollten eine Chance erlangen, die Schönheit von Literatur zu erfahren und kreativ damit umzugehen.
2 Sach- und Sinnpotenzialanalyse
Die Ballade „Der Zauberlehrling“ von Johann Wolfgang von Goethe entstand 1797, im Balladenjahr der Klassik. Der Autor J. W. v. Goethe wurde am 28. August 1749 in Frankfurt am Main geboren. Er wuchs in einer Gelehrten- und Beamtenfamilie auf und besaß als ältester Sohn noch fünf weitere Geschwister. 2 Er studierte ab 1765 Jura in Leipzig, setzte dieses Studium nach schwerer Krankheit im Jahr 1770 in Straßburg fort und beendete es erfolgreich 1771. Da er das Studium nur widerwillig auf Drängen des Vaters absolvierte, beendete er seine Anwaltkarriere bereits nach vier Jahren und widmete sich stattdessen der Literatur.
2 Vgl.. Killy, W. (Hrsg) (1994): Deutsche Autoren. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart, S. 190
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Bereits während seiner Studienzeit war Goethe literarisch tätig und wurde von einigen Dichtern, die er in dieser Zeit kennen lernte, inspiriert. Dazu zählen unter anderen Gottsched und Herder. Im Jahr 1775 reiste er dann nach Weimar, wo sich gerade das kulturelle Zentrum entwickelte und trat in den Staatsdienst ein. Außerdem erhoffte Goethe sich davon Zeit für seine literarische Tätigkeit. Zu seinen wichtigsten Verbindungen zu dieser Zeit zählt seine Beziehung zu Charlotte Stein, die ihn in vielen Dingen unterstützte und inspirierte. 1786 stürzten jedoch die Zwänge des Hoflebens Goethe 1786 in eine schwere Krise, so dass er zu Erholungszwecken nach Italien reiste. Nach seiner Rückkehr nach Weimar im Jahr 1788 lernte er seine zukünftige Lebensgefährtin Christiane Vulpius kennen. Ein Jahr später kam sein Sohn August zur Welt. 1794 bat Goethe den Dichter Schiller um Mitarbeit für eine Zeitschrift. Daraus wurde ein intensives Arbeitsbündnis, welches von einem Verständnis für das Wesen und die Arbeitsweise des anderen geprägt war. Auf den kurzer Zeit folgenden Tod seines Weggefährten Schiller begab sich Goethe 1805 auf eine Erholungsreise innerhalb Deutschlands. Kurz darauf verstarben auch seine Frau Christiane ihm Jahr 1816 und sein Sohn 1830. Von diesen vielen Schicksalsschlägen waren die Werke Goethes zu dieser Zeit geprägt. Selbst an mehreren Erkrankungen leidend verstarb Goethe am 22. März 1832 in Weimar. 3
Goethes literarische Werke umfassen Gedichte, Dramen, erzählende Werke sowie autobiographische Schriften. Er zählt zu den Vorreitern des Sturm und Drang und war zusammen mit Friedrich Schiller einer der wichtigsten Vertreter der Weimarer Klassik. Werke wie „Der Erlkönig“, „Die Leiden des jungen Werthers“ sowie „Faust“ machten Goethe in ganz Europa berühmt. Des Weiteren galt er dadurch als Repräsentant des geistigen Deutschlands. 4
„Der Zauberlehrling“ zählt zu den berühmtesten Balladen Goethes. Die Ballade aus dem Genre der Lyrik ist eine besondere Form des Gedichtes, in der eine Geschichte erzählt wird. Der Handlungsverlauf ist durch realistische und eindrucksvolle Dialoge sowie durch gefühlsmäßige Beteiligung und Wertungen gekennzeichnet. Diese Gedichtsform ist meist in Form von Strophen gegliedert, stark rhythmisiert und klanglich betont. Dadurch wird eine eindringliche Wirkung hervorgerufen. Die Balladen der Weimarer Klassik - so auch „Der Zauberlehrling“ - waren geprägt von den Auffassungen eines humanistischen, progressiven und bürgerlichen Menschenbildes sowie der Naturauffassung und Diesseitsbejahung. 5
3 Vgl. Höfer, A. (1999): Johann Wolfgang von Goethe, 152f
4 Vgl. Jeßing, B. (1995): Johann Wolfgang Goethe, S. 8 - 10
5 Vgl. Biener, J. u.a. (1983): Sachwörterbuch für den Literaturunterricht, S. 20f
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Goethes Werk „Der Zauberlehrling“ handelt von einem Zauberlehrling, der sich im Zaubern versucht, obwohl er die Zauberei noch nicht ganz beherrscht. In Abwesenheit des Meisters verwendet er einen Zauberspruch, der den Besen in seinen Knecht verzaubert, um ihm seinen Willen zu erfüllen und Wasser zu holen. Ohne Unterbrechung bringt der Besen immer weiter Wasser, so dass das Haus des Zaubermeisters bald überschwemmt wird. Der Zauberlehrling kann den Zauber nicht rückgängig machen, da er das Zauberwort vergessen hat. In seiner Verzweiflung zerschlägt der er den Besen in zwei Teile. Doch aus diesen zwei Teilen werden jetzt zwei Knechte, wodurch die ganze Situation noch schlimmer wird, da nun noch mehr Wasser ins Haus gelangt. In seiner Not ruft der Lehrling den Meister, der den Zauber beenden soll. Nach kurzer Zeit erscheint dieser und macht den Spuck durch den richtigen Zauberspruch rückgängig.
Innerhalb der Ballade besteht eine Figurenkonstellation zwischen dem Zaubermeister, seinem Lehrling und dem Besen. Dabei ist der Lehrling seinem Meister unterworfen und muss die ihm zugetragen Aufgaben erfüllen und vom Meister lernen. Aus diesem Grund nutzt der Zauberlehrling das Alleinsein aus und versucht sich selbst als Meister, in dem er den Besen zu seinem Knecht macht. Aus dieser Beziehung der Figuren zueinander ergibt sich der Konflikt der Ballade. Der Lehrling überschätzt seine Fähigkeiten und möchte auch einmal selbstständig zaubern. Die Not erkennt er dabei zu spät. Als er voller Verzweiflung den Besen zerschlägt, wird das Unheil nur noch größer. Daran erkennt man, dass der Zauberlehrling noch sehr unerfahren ist und die Zaubererei noch nicht völlig beherrscht. Der Höhepunkt der Geschichte ergibt sich aus der Hilflosigkeit und der Überforderung des Zauberlehrlings mit der Überschwemmung. Die Ballade nimmt dann aber ihre positive Wendung im Erscheinen des Zaubermeisters, der den Zauber beendet.
Die Ballade endet mit offenen Fragen: „Was passiert mit dem Zauberlehrling?“, „Erhält er eine Strafe?“ und „Wenn ja, welche Strafe bekommt der Zauberlehrling?“ Diese werden nicht geklärt und könnten sich für eine Diskussion im Unterricht sowie zur weiteren Bearbeitung der Thematik anbieten.
Die Botschaft der Ballade ist universell anwendbar und hat eine überzeitliche Bedeutung. Goethe will auf diesem Weg vermitteln, dass man seine eigenen Fähigkeiten niemals überschätzen sollte, sich rechtzeitig Hilflosigkeit eingestehen und Autoritäten gegenüber Respekt zeigen soll. Aus dieser intentionalen Vermittlung der Geschichte kann man Schülern der Grundschule lehren, sich objektiv einschätzen zu lernen und sich Erwachsenen gegenüber respekt- und achtungsvoll zu verhalten. In der Grundschule dient
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diese Ballade jedoch in erster Linie zur Erfahrung der Schönheit von Literatur und zur Förderung der Genussfähigkeit.
In der geplanten Doppelstunde zum Thema „Der Zauberlehrling“ verwenden wir ein Kinderbuch mit Illustrationen zur Unterstützung des anspruchsvollen Textes von Sabine Wilharm. Sie wurde 1954 geboren und studierte Buchillustration an der Fachhochschule für Gestaltung in Hamburg. Wilharm gestaltet Bücher mit Illustrationen für Kinder und Erwachsene sowie Karikaturen für Zeitungen. 6
„Sabine Wilharm hat Goethes berühmte Ballade mit viel Fantasie für Kinder ins Bild gesetzt - ein wunderbarer Lesespaß für die ganze Familie!“ 7
In der Kinderbuchausgabe vom Zauberlehrling verwendet Sabine Wilharm eine comichafte Art, so dass der Inhalt des Goethe-Textes für Kinder verständlich und gut nachvollziehbar ist. Die zauberhafte Welt des Lehrlings wird herbei durch typische Zaubergegenstände, wie zum Beispiel ein Zauberbuch oder einen Zauberstab, illustriert. So fällt es den Schülern leichter sich in die Geschichte hineinzudenken und den Inhalt zu verstehen. Auch ohne den Text bieten die Illustrationen eine gute Grundlage zur Arbeit im Unterricht. Lernende der Grundschule könnten so eine ganz eigene Geschichte zu den Bildern erzählen. Letztendlich ist festzuhalten, dass Schüler bereits im Grundschulalter mit anspruchvoller Lektüre konfrontiert werden können. Wichtig dabei ist nur die kindgerechte Darstellung der Inhalte, wobei Illustrationen eine geeignete Lösung bieten. 8
3 Didaktisch - methodische Analyse
Mit der Behandlung der Ballade „Der Zauberlehrling“ in der Grundschule wollen wir eine Genussfähigkeit für das Schöne der Literatur bei den Schülern der Klasse 4a wecken bzw. fördern. Der sehr anspruchsvolle Text wird hierbei kindgerecht präsentiert und soll die Schülerinnen und Schüler zum Denken anregen. Dazu eignet sich unserer Meinung nach ein anspruchsvollerer und unbekannter Text eher, da der Inhalt erschlossen werden muss und so Freude und Motivation am Herausfinden neuer Sachverhalte erzielt wird.
6 Vgl. www.kindermannverlag.de/der-zauberlehrling.htm, 29.04.2010
7 www.kindermannverlag.de/der-zauberlehrling.htm, 29.04.2010
8 Vgl. Simon, S.N. (Hrsg.) (2006): Der Zauberlehrling
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Der Unterrichtseinstieg ist bewusst mit fünf ausgewählten Gegenständen aus der Ballade vorgenommen, um die Schüler in die zauberhafte Thematik der Textgrundlage einzustimmen und um ihnen einen ersten Zugang zu verschaffen. Die Schüler sollen die Gegenstände betrachten und überlegen, mit welchem Thema sich die folgenden beiden Stunden beschäftigen werden. Durch diesen problemhaltigen Einstieg soll Spannung erzeugt und die Motivation der Lernenden aktiviert werden.
Nach dem der Inhalt der Ballade durch die Schüler entdeckt wurde, folgt die Vorstellung der Ballade durch einen Lehrervortrag und das Hinzunehmen eines Hörspiels. Durch diesen geplanten Wechsel der Textpräsentation - vom Lehrervortrag zum Einsatz der CD - soll die Aufmerksamkeit der Lerngruppe aufrechterhalten bleiben. Die gesamte auditive Textvorstellung soll zusätzlich durch den Einsatz von Illustrationen aus dem Buch von Sabine Wilharm zu prägnanten Textstellen visuell unterstützt werden. Durch die verschiedenen Reizformen der Informationsvermittlung sollen die unterschiedlichen Lerntypen angesprochen werden.
Um das Verständnis der Schüler zum Textinhalt zu überprüfen, wird dieser noch einmal gemeinsam mit den Lernenden verbalisiert. Dies dient der Vorbereitung auf das Gelingen des durchzuführenden Arbeitsauftrages und zur Informationsgewinnung für die Lehrenden, ob die Schüler die Thematik verstanden haben. Daraufhin sollen die Gegenstände vom Unterrichtsbeginn noch einmal aufgegriffen werden, in dem sich die Schüler dazu äußern sollen, welcher konkreter Zusammenhang zwischen den einzelnen Objekte und der Ballade bestehen. Gleichzeitig wird damit der Übergang zur Erklärung des Arbeitsauftrages vorgenommen. Zusätzlich sollen sich die Kinder während dieser Unterrichtsphase für einen Gegenstand entscheiden, den sie sich vom Lehrertisch in Form eines kleinen Bildes abholen werden. Dabei wird jedes einzelne Objekt in ausreichender Stückzahl vorhanden sein, so dass jeder Schüler eine freie Auswahl hat und nicht einem „übrigen“ Gegenstand zugeordnet wird. Da an dieser Stelle noch nicht „verraten“ wird, wozu sich die Kinder einen Gegenstand aussuchen sollen, wird Spannung erzeugt und die Konzentration auf den Unterricht fokussiert.
Vor der Pause erfolgt die Erläuterung des Arbeitsauftrages für die zweite Stunde. Darin wird gemeinsam mit den Kindern geklärt, was ein Perspektivwechsel ist und an einem Beispiel durch den Lehrer verdeutlicht. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich dementsprechend bei dieser Methode des Perspektivwechsels in einen Gegenstand hineinversetzen und aus dessen Sicht das Geschehen der Ballade in einer eigenen, selbstverfassten Geschichte erzählen. Hierbei wird die Kreativität gefördert. Eine
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untergeordnete Rolle spielt die Erinnerung an die Merkmale zum Verfassen einer Geschichte, die die Lernenden beim Schreiben ihrer Texte berücksichtigen sollen. Da die Schüler ab dem nächsten Schuljahr auf weiterführende Schulen gehen, soll dies der Wiederholung und Festigung bereits erlerntem Wissen dienen.
Nach der Pause erfolgt eine kurze Einstimmung mit Hilfe von Entspannungsmusik und einer freien Inhaltsangabe durch die Lehrenden, um die Schüler zurück zu holen in die Welt der Ballade und um nach der Bewegungspause wieder eine ruhige Arbeitsatmosphäre herzustellen. Dabei sollen die Schüler ihrer Augen schließen, zur Ruhe kommen und sich in die Geschichte hineinversetzen. Danach werden sie langsam zurückgeholt und erneut an ihren Arbeitsauftrag erinnert, so dass sie ohne Unterbrechung mit dem kreativen Schreibens beginnen können. Bei der Methode des kreativen Schreibens setzten sich die Schüler mit einem vorgegebenen Thema auseinander, wobei sie vom Lehrenden bestimmte Anregungen erhalten, die einen kreativen Prozess auslösen sollen. Daher kann man das kreative Schreiben zum handlungs- und produktionsorientierten Unterricht zählen, welches unter anderem auch zur Persönlichkeitsentwicklung der Schüler beitragen soll. 9 Nach dem Schreibprozess erhalten die Lernenden den Auftrag, über die bekannte Methode „Textkarussell“ sich gegenseitig ihre Textprodukte vorzulesen und sich auch wechselseitig zu bewerten. Bei dieser Methode laufen die Schüler, während Musik gespielt wird, langsam und leise im Raum herum. Wenn dann die Musik gestoppt wird, sucht sich jeder den Partner aus, der sich ihm am nächsten befindet. Nach dem Partnerfinden liest zuerst der eine Schüler seine Geschichte vor und der andere bewertet sie und daraufhin wird einmal getauscht. Diese Ergebnispräsentation wird deswegen durchgeführt, damit wirklich jeder Schüler die Gelegenheit dazu bekommt, seine Geschichte vorzustellen, da die Doppelstunde nicht ausreichend Zeit zur Auswertung der Ergebnisse vor der Klasse bietet. Das Textkarussell soll insgesamt zwei Mal durchgeführt werden, damit jeder zwei verschiedenen Bewertungen erhält.
Den Abschluss der beiden Stunden bildet die Reflexion des Unterrichtsablaufes durch die Schüler und die Lehrenden gleichermaßen nach vorgegebenen Fragestellungen. Dies soll dazu dienen, dass alle Beteiligten die Möglichkeit erhalten, ihre eigene Leistung zu bewerten und Verbesserungsvorschläge für weiteren Unterricht zu geben. Der Gegenwartsbezug bei dieser Umsetzung lässt sich vordergründig mit der Förderung der Genussfähigkeit an literarischen Themen begründen. Die Lernenden in der Grundschule sind noch leicht für Geschichten zu begeistern. Des Weiteren sollen sie die
9 Vgl. Maras, R. u.a (2003): Handbuch für die Unterrichtsgestaltung in der Grundschule, S. 161f
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Arbeit zitieren:
Patrick Ziehm, 2010, Unterrichtsentwurf zur Ballade ‚Der Zauberlehrling', München, GRIN Verlag GmbH
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