9. Ausgewählte Aspekte der Stadtentwicklung und -politik seit der Vereinigung 14
10. Metropolregionen 15
11. Schluss 16
Literaturliste S. 18
Internet S. 18
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1. Einleitung
Die Stadtgeographie ist eine der ältesten und wichtigsten Disziplinen in der Anthropogeographie. Ihr Ziel ist die raumbezogene Erforschung städtischer Strukturen, Funktionen, Prozesse und Probleme. Grundvoraussetzung dafür ist die Kenntnis der Stadtmorphologie, welche häufig auch „historische Stadtgeographie“ genannt wird. Diese beschäftigt sich damit, die Stadtgestalt zu analysieren. Dabei wird der Bezug des gegenwärtigen äußeren Erscheinungsbildes mit den Entstehungsbedingungen, die von politischen, sozialen, wirtschaftlichen und technischen Faktoren der jeweiligen Zeit bestimmt waren, hergestellt. Aufgrund der räumlich-zeitlichen Persistenz prägen diese historischen Phänomene der Stadtentstehung das Stadtbild bis heute. Deswegen besitzt jede Stadt eine individuelle Stadtgestalt. Trotzdem finden sich Gemeinsamkeiten zwischen Stadtvierteln verschiedener Städte, die zur selben Zeit unter ähnlichen Bedingungen entstanden sind. So besitzen viele Stadtkerne den Charakter oder wesentliche Merkmale mittelalterlicher Stadttypen; ihre umliegenden Viertel, die in einer anderen Epoche entstanden sind, sind wiederum durch die Merkmale ihrer Zeit geprägt worden.
Wenn man sich mit diesen Merkmalen auskennt, kann man an der Gestalt einer Stadt Geschichte ablesen. In dem Stadtgrund- und Aufriss sind häufig wertvolle stadthistorische Informationen enthalten, die zusätzlich zu den literarischen und bildhaften Überlieferungen Grundlage einer räumlichen, technischen und sozialen Stadtgeschichte sind. Diese Arbeit soll einen kurzen historischen Überblick über die Stadtentwicklung in Mitteleuropa seit den Römern bis in unsere Zeit bieten. Hierbei wird die Entwicklung chronologisch in Stadtepochen gegliedert. Behandelt wird nicht nur die Dynamik der Stadtentwicklung, sondern auch die Entstehung bestimmter Leitbilder der Stadtplanung. Besonders eingegangen wird auf die unterschiedliche Stadtentwicklung während der Teilung Deutschlands und die daraus resultierenden Probleme. Als letztes wird das neue Konzept von Metropolregionen vorgestellt.
2. Römische Städte (ab ca. 0 - Mitte 5. J.h.)
Die Römer orientierten sich im Städtebau an dem Modell der griechischen Polis. Durch die Eroberung großer Teile Europas hatten die Römer bis zum 1. Jh. n Chr. in Süd- und Mitteleuropa Städte nach diesem Modell gegründet. Auf dem Gebiet des späteren Deutschen Reiches entstanden vor allem entlang des ganzen Rheinlaufs (u.a. Köln, Mainz, Worms, Straßburg, Basel) sowie entlang des rechten Donauufers Städte, welche sich zum Teil aus vorher bewohnten Militärsiedlungen, d.h. aus Lagern und Kastellen entwickelten, oder - wie
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Köln und Trier - aus rein bürgerlichen Motiven gebaut wurden. Ausnahmen bilden hier die Bäderstädte Aachen und Wiesbaden, welche aus Kurortsiedlungen hervorgingen. 1 Merkmale einer römischen Stadt in Mitteleuropa waren die unmittelbare Nähe zu römischen Heerstraßen und ihr spezifischer Grundriss. Dieser zeichnete sich durch eine
quadratische oder rechteckige Form und schachbrettartig angeordnete Straßen aus. Allerdings traten oft aufgrund Begebenheiten Abweichungen von diesem Schema auf. Die durch die rechtwinklige geschaffenen insulae. Vorzufinden waren auch immer zwei Achsen. Eine verlief von
Norden nach Süden (cardo) und kreuzte die zweite, welche die Stadt von Osten nach Westen (decumanus) durchquerte. An dieser Kreuzung - im Mittelpunkt der römischen Stadt - stand ein rechteckiger Platz, das Forum. Neben Märkten fanden dort auch Gerichtsverhandlungen oder politische Debatten statt. Dort befanden sich die wichtigsten öffentlichen Gebäude wie der Gerichtssaal und die Markthalle. Schließlich war die gesamte Stadt von einer Stadtmauer umgeben, die wiederum zu den Straßen parallel war und die Bewohner vor Angriffen schützte. Sie hatte je ein Stadttor an jedem Achsenende. 2 Mit dem Einzug der Alemannen und der Germanen verfielen die Städte, jedoch ist für viele eine Siedlungskontinuität nachgewiesen, wenngleich nur kleine Teile der ehemaligen römischen Stadt bewohnt wurden wie z.B. in Trier. Oft wurden im Mittelalter auch neben zerstörten römischen Städten oder Kastellen neue Städte errichtet. 3
3. Mittelalterliche Stadtentwicklung und Stadttypen
Mittelalterliche Stadtentwicklungen und Stadttypen lassen sich nach Stadtentstehungsphasen oder Stadtbildungsepochen gliedern.
1 Heineberg 2006, 201 f.
2 Hall 1978, 36-52.
3 Hofmeister 1993, 31.
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3.1 Frühmittelalterliche Keimzellen (8./9.Jh)
Die nächste Stadtentstehungsphase bilden erst wieder die Wik- oder Marktorte des 8. und 9. Jh.s, an denen sich ziehende Kaufleute niederließen. Sie entstanden in der unmittelbaren Nähe von geistlichen oder weltlichen Zentren wie den Sitzen von Bischöfen, von Klostern, von kaiserlichen Pfalzen oder von fränkischen Königshöfen, die meistens entlang einer Heer- oder Handelsstraße lagen. In dieser Phase waren die Burg und die Kaufmannssiedlung noch getrennte Komplexe. 4
3.2 Mutterstädte (bis ca. 1150)
Arbeit zitieren:
Alona Gordeew, 2008, Historische Stadtentwicklung, München, GRIN Verlag GmbH
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