Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Das Leben Célestin Freinets S. 4- 7
3. Die Freinet-Pädagogik 8
3.1 Pädagogische Grundsätze S. 8- 9
3.2 Reformpädagogische Praxis 9-11
3.2.1 Freie Entfaltung der Persönlichkeit 11
3.2.2 Kritische Auseinandersetzung mit der Umwelt 12
3.2.3 Selbstverantwortung 12
3.2.4 Kooperative Arbeit und gegenseitige Verantwortung 12-13
4. Die Freinet- Bewegung 14-16
5. Fazit 17-18
6. Literatur 18
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1. Einleitung
Im Zuge des von Frau Dr. Waltraud Harth-Peter im Wintersemester 2009/2010 abgehaltene Pädagogik- Seminars „Theorie und Praxis der Reformpädagogik“ beschäftigten wir uns mit den verschiedenen Ansätzen der „Reformpädagogen“, die ab Ende des 19. Jahrhunderts ein Erziehungskonzept entwarfen, das ein neues Verständnis von Kindererziehung, Schule und Unterricht zeichnete.
Es entstanden viele Reformbewegungen wie beispielsweise die
Kunsterziehungsbewegung, angestoßen durch Alfred Lichtwark oder die Landerziehungsheimbewegung durch Kurt Hahn. Wichtige Prinzipien dieser Bewegungen waren die Selbsttätigkeit der Schüler also praktische Tätigkeiten oder Lernen durch Handeln, das freie Gespräch, Erlebnispädagogik,
Schulgemeindepädagogik und Freiwilligkeit der Schüler, wobei die Ideen oft auf Lerntheorien basierten. Die Pädagogik der Reformer wurde immer wieder aufgegriffen, angewandt und weiterentwickelt. Auch heute gibt es Alternativ- Schulen wie die „Waldorfschule“ oder die „Maria- Montessori- Schule“, die nach reformpädagogischen Gedankengut geführt werden.
Im Folgenden möchte ich mich mit einer der neueren Reformideen, mit der „Freinet-Pädagogik“ näher befassen.
Die Freinet-Pädagogik ist nach dem linken französischen Lehrer Célestin Freinet benannt, der in den 1920er bis 1930er Jahren gemeinsam mit seiner Frau Elise Freinet angesichts des unterdrückerischen Schulsystems und der vielen gescheiterten Schulreformen, angelehnt an die Ideen der alten Reformpädagogen den Versuch unternahm, das Schulwesen Frankreichs von innen zu reformieren.
Die vier Grundsätze der Freinet-Pädagogik sind eine freie Entfaltung der Persönlichkeit, eine kritische Auseinandersetzung mit der Umwelt,
Selbstverantwortlichkeit des Kindes, und Zusammenarbeit und gegenseitige Verantwortlichkeit. Die Organistation der Freinet- Klassen erfolgt über eine Kooperative, die sich in allen Belangen selbst verwaltet. In diesen Kooperativen
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wurden auch Materialien für den Unterricht hergestellt, die es den Schülern ermöglichten, sich selbst mit einem Thema, bzw. Arbeitsgebiet auseinanderzusetzen
Auf Freinets Schulidee, die lange als „Geheimtipp“ galt, gründet die „Freinet-Bewegung“, die Vernetzung der Lehrer untereinander ermöglicht, bis heute besteht und seine Ideen weiterträgt und praktiziert.
2. Das Leben Célestin Freinets
Célestin Freinet wurde am 15. Oktober 1896 als fünftes von acht Kindern armer Kleinbauern in Gars in der Provence in Südfrankreich geboren.
Seine Schulzeit fiel ihm nicht leicht, was Auswirkungen auf sein später entworfenes alternatives Schulkonzept haben sollte.
Seine einzige Chance zum Berufsaufstieg bestand in der Lehrerausbildung, also trat Freinet 1913 dem Lehrerseminar bei, wurde allerdings 1915 in den ersten Weltkrieg
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einbezogen, in dem er durch einen Lungensteckschuss eine so schwere Verletzung der Lunge davontrug, dass ihm das Sprechen schwer fiel. Ab nun war Célestin Freinet ein überzeugter Pazifist.
Man spricht davon, dass seine Sprachschwierigkeiten der Anstoß für einen der Grundsätze Freinets Pädagogik, der Eigentätigkeit der Schüler seien, was allerdings nicht bewiesen ist.
1920 trat Freinet seine erste Stelle als Lehrer in einer kleinen Dorfschule in Bar-sur-Loup an. In dieser Schule entstand die Freinet-Pädagogik. Célestin Freinet tat sich mit seinen Kollegen zusammen und versuchte den Schulunterricht zu reformieren. Er lehnte sich dabei an alte Reformpädagogen an, denn über den Schweizer Pädagogen Adolphe Ferriere hatte er Verbindungen zu den Gedanken Kerschensteiners; außerdem pflegte er eine enge Freundschaft mit Peter Petersen. Er bezeichnete die herkömmliche Schule als „scolatisme“- die Krankheit „Schule“, was analog zur Krankheit Hospitalismus gesehen werden kann. Der Sozialist und Gewerkschaftler versuchte aktiv der indoktrinierenden, auf spätere Verwendbarkeit ausgerichtete Pädagogik durch seine innovatioven Ideen der Selbstätigkeit und freien Entfaltung, etwas entgegenzusetzen.
Für Freinet stand der unmittelbare Lebensbezug der Schule und des Unterrichts im Mittelpunkt: "Par la vie - pour la vie - par le travail!" (aus dem Leben - für das Lebendurch die Arbeit) und die Kinder sollten wissen, wofür sie lernen.
Seine links ausgerichtete politische Gesinnung- die von späteren Anhängern gerne verschwiegen wird- kam vor allem in seiner Tätigkeit als Autor für die Zeitung der örtlichen Lehrergewerkschaft zutage. Seine Bewunderung für die Sowjetunion sowie die bestehenden, für ihn nicht tragbaren erzieherischen Verhältnisse inspirierten ihn zu kämpferischen Artikeln.
1923 entstand die Idee mithilfe einer Druckpresse - die später zum Symbol der Bewegung werden sollte- innerhalb der Klassen eine „Klassenzeitung“ zu gestalten, in der die Schüler ihre eigenen Texte veröffentlichen konnten. Diese Methode ersetzte mit der Zeit die Verwendung von Schulbüchern und Freinet gründete einen Verlag, um Druckpressen und andere Arbeitsmaterialien für Schulen zu produzieren.
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Arbeit zitieren:
Lara Luckwaldt, 2010, Die Freinet-Pädagogik in Theorie und Praxis, München, GRIN Verlag GmbH
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