Inhalt
1. Einleitung 1
2. Untersuchungsgegenstand der Lexik 2
2.1. Das Lexem 3
3. Transkription 4 - 6
4. Unterscheidungsmöglichkeiten der lexikalischen Einheiten innerhalb
eines Textes. 7 - 8
4.1 Der Grundwortschatz eines ausgewählten Textstückes 9 - 11
4.2 Autosemantika und Synsematika 12
5. Wortbildungsprozesse der Transkription 13 - 14
5.1 Komposition 15 - 16
5.2 Derivation 17 - 20
5.3 Lexikalisierung 21 - 22
5.4 Mündliche lexikalische Alternativen 23
6. Polysemie als Folge des Bedeutungswandels 24 - 25
7. Ausblick 26
8. Quellen 27
1. Einleitung
Der Gesamtwortbestand des Deutschen wird auf 5 bis 10 Millionen Wörter geschätzt. Praktisch benötigt jeder Sprecher jedoch nur 6 000 bis 10 000 Wörter zur Verständigung. Dass es jedoch gar nicht so sehr auf das einzelne Wort, als vielmehr auf seine lexikalisch und lexikalisch-semantischen Merkmale innerhalb der deutschen Gegenwartssprache ankommt, möchte ich auf den folgenden Seiten nachweisen.
Die Grundlage für diese Arbeit ist ein Fernsehauftritt von Jasmin Tabatabei und Benno Führmann im „ZDF-Morgenmagazin“. Die Gesprächsgrundlage bildet ein Zeichentrickfilm, den sie synchronisiert haben. Ausgewählt habe ich dieses Gespräch, da es durch die gelockerte Atmosphäre des „Morgenmagazins“ und die Dreier-Konstellation der Gesprächsteilnehmer nah an die Privatheit mündlicher Kommunikation heranreicht. Obwohl es ein Interview ist, erinnert es doch mehr an einen Talkshowausschnitt.
Zuerst einmal werde ich den Untersuchungsgegenstand der Lexik, als Teildisziplin der Linguistik, beschreiben und auf das Lexem, als die Einheit innerhalb der Lexik, eingehen. Die verschiedenen Unterscheidungsmöglichkeiten lexikalischer Einheiten werde ich kurz schildern und auf zwei näher eingehen. Daraufhin werde ich mich mit den im Text vorkommenden Wortbildungsprozessen befassen. Abschließend möchte ich noch, an ausgewählten Textstücken beweisen, dass die Polysemie ein Folge des Bedeutungswandels innerhalb einer Sprachgemeinschaft ist.
2. Untersuchungsgegenstand der Lexik
Die Lexik, als noch sehr junges Forschungsgebiet, befasst sich mit dem Inventar der lexikalischen Einheiten, das in den letzten 150 Jahren aufgrund verschiedenster Fachkommunikation erheblich zugenommen hat. Sie untersucht die Lexeme bzw. den Wortschatz einer natürlichen Sprache. Wortschatz wird auch synonym für „Lexik der Sprache“ bzw. „Lexikon“ verwendet. Dabei schließen die Termini „Lexik“ oder „Lexikon“ Phraseologismen mit ein. Kennzeichnend für die Lexik sind Bedeutungsveränderungen oder -wandlungen, da Bedeutungen veränderbare Entitäten innerhalb einer Sprache sind.
Die Bezeichnung „Wortschatz“ ist jedoch ungenau, da „Schatz“ die Dynamik als wesentliches Merkmal einer Sprache ausschließt. Sprache ist dynamisch durch die immerwährende Nutzung der Mittel und Möglichkeiten der Kommunikation. Ein „Schatz“ ist aber auch etwas Kostbares, das man hüten sollte. Im Bezug auf den „Wortschatz“ ist unter hüten der behutsame Umgang mit der Sprache und ihre Behandlung als kultureller Besitz einer Sprachgemeinschaft zu verstehen. Unter dieser wertenden Konnotation ist der Begriff „Wortschatz“ im Volksverständnis bzw. unter sprachkulturellem Aspekt zu verstehen. Innerhalb der Sprache ist die konkrete Äußerung „als segmentierbares Zeichengeflecht zum Ausdruck eines Gedankens oder einer Gedankenfolge“ 1 definiert.
1 Heusinger, Siegfried, S. 20
2.1. Das Lexem
„Am Anfang war das Wort“, dieser Satz hält einer wissenschaftlichen Analyse nicht stand, da Menschwerdung und Humankommunikation keinen Beginn in der Evolutionskette haben, der punktuell bestimmbar ist. Vom deiktischen Laut unserer Vorfahren bis zum sprachgebundenem Lexem, als Einheit von Lautform und Bedeutung, war es ein langer Weg, von mehreren Millionen Jahren. Lexem kommt von dem griechischen Wort „lexis“ und bedeutet soviel wie „Rede“, „Sprechen“, „Ausdruck“ oder „Wort“. Die lexikalische Einheit, als Element des Wortschatzes ist das Wort, dass aus mindestens einem freien Morphem besteht. Ein Morphem kann als eine Lexikoneinheit mit relativ selbständiger lexikalischer Bedeutung definiert werden.
Auf semantischer Ebene interpretiert, sind Bestandteile des Lexikons benennende Einheiten, mit relativ geschlossener und formal nachweisbarer Bedeutung, wie das Wort, die Wortgruppe und formelhafte idiomatische Wendungen. Ein Lexem ist demzufolge eine Einheit aus Formativ und Bedeutung, die als lexikalische Inhaltseinheit im sprachlichen System ausgedrückt wird. Es besitzt konstruktive und distrinktive Züge, die als Seme bezeichnet werden 2 . Das Lexem als Glied eines Wortfeldes ist demzufolge eine im Wortfeld funktionierende, lexikalische Einheit. Es gehört somit der Objektsprache an und realisiert sich in der Rede. Ein Lexem ist jedoch mehr als eine einfache Sem-Kollektion, es ist ein Ensemble von Semen, die durch hierarchische Relationen miteinander verbunden sind 3 . Ein Lexem ist folglich ein Kombinationsprodukt aus phonologischen, syntaktischen und semantischen Merkmalen. Bei seiner Vertextung wird ein Merkmal dominant und dessen Bedeutung durch die Opposition der anderen stabilisiert. So zum Beispiel kann bei dem Lexem „Vater“ je nach Situation die Bedeutung „ältere Generation“, „Verwandtschaft“ oder „männliches Lebewesen“ dominieren 4 . Folglich bilden Lexeme eine semantische Einheit, sind syntaktisch autonom und Elemente des lexikalischen Teilsystems der Sprache.
2 nach Coseriu 1970, S. 112 in Lewandowski, Theodor, S. 659
3 nach greimas dt. 1971, S. 21 in Lewandowski, Theodor, S. 660
4 nach S. J. Schmidt 1969, S. 142 f. in Lewandowski, Theodor, S. 660
3 Transkription
Transkription eines 2:55 Minuten langen Gesprächsausschnittes eines Auftrittes von Jasmin Tabatabei und Benno Führmann im „ZDF- Morgenmagazin“ vom 21.Juli. 2003 nach den Transkriptionskonventionen des Gesprächsanalytischen Transkritionsystems (GAT).
1. M: sinbAd (-) der hErr der sieben meere (-) bricht Auf zu Einem grossen 2. Abenteuer (.)<
8. M: nEin ((lachen)) (-) da is sich Einer gAnz sicher (--) is ja auch klAr (.) 9. ähm (-) jA fühln sie sich passend besetzt (.) bei so was ? (-) SIE sin die 10. deutsche stimme von sinbAd (-) SIE von mArina (--) is dAs die passende 11. besetzung ?
12. J: jA (.) doch (-) ich würde sagen ja (lacht) (--) cAthrin- zEta jonEs hat dis ja 13. im orignal gesprochen (.)<
16. M: Aber sie ham gesagt (.) sie sind wasserscheu (.) zum beispiel (-) das passt 17. ja zu so ner piratenbraut überhaupt nicht (.)<
23. B: das mach spAss (-) ich muss aber sagen (.)< d (.) d (.) d > die stimmn 24. wurden ja sozusagen gecAsted (-) ähm (.) in Amerika kennt uns ja keiner 25. (.) mich zumindest nich (-)< ich weis nich wie’s bei jAsmin so Isgeheim 26. aussieht >
27. J: <
28. B: ähm (.) und die stimmen wurden aufgenom (-) wurden nach Amerika 29. geschickt (.) und insofern wurde es vom Amerikanischen (.) ähm (-) von 30. der Amrekanischen shArefirma in DREAMworks ABgenommen un (.) ähm 31. (.) das okay gegeben (-) insofern ham die sich gAnz bewusst unsre 32. stimmen auch ausgewählt -33. M: habt Ihr da auf deutsch was (.) äh (.) äh (.) raufsprechen müssen ? oder 34. B: mhm=mhm
35. M: auf englisch ? (-) auf deutsch. (---) also das heißt 36. J: komplette SzEnen (-) also das war n rIchtiges HArtes prObesprEchen 37. M: d (.) das (.) das heißt (-) die ham in amerika ja gar nicht verstanden 38. (-)<
41. J: die kenn ja den tExt . (lacht) (--) die kenn ja die szEnen (-) aber sie hab sich 42. wohl angeguckt (.) wie (.) so die stimme passt (-) zu den figur (-) und (.) ob 43. sie (--) ob es das ist (-) was sie sich vorstellen
44. M: muss man die stimme vErstellen dafÜr ? (-) oder is das wirklIch die Orginal 45. stimme ?
46. B: na (.) du musst halt n bisschen mehr gAs geben (-) is lEtzenlich n 47. KINderfilm (-) das heißt da geht’s NICH um nAturalismus (-) sondern (.) du 48. musst n bisschen übertreiben (-) musst den KIndern n bisschen spAss bei 49. der sache mAchen (.) un (.) insofern is (.) sprEch ich den sinbAd schon 50. anders (.) un n bisschen mEhr (---) die gAnze zeit hochturig (.) als ich 51. normalerweise (.) jetzt hIer sprEche um ACht uhr morgens 52. M: Könn wer (.) obwohls naja (.) is schon fast NEUn uhr 53. B: (lacht)
54. M: könn wer ne ganz kleine kostprobe ma kriegen ? bevor wir uns glEIch 55. uns was anschauen ?
56. B: na ja (.) der spricht das so <
61. J: dAs findet sie so tOll an Ihm
62. M: und wie klingt SIE dAnn (-) wEnn sie das gAnz toll findet ? 63. J: also (.) also SIE is halt sEhr unterschiedlich (-) manchmal is sie (.) is sie so 64. ganz frEUndlich (.) so sinbad du bist nicht dEr komplizIErteste Mensch der 65. Welt 66. M: <
67. J: Und dann (-) Und Ansonsten kAnn sie dann halt (.) auch rEcht laut werden 68. (.) also <
71. M: wIE der text Genau geht (-) das könn wir uns vielleicht mal (-) im klein 72. EINspieler angucken
Arbeit zitieren:
B.A. Liane Giese, 2004, Nachweis lexikalisch-semantischer Merkmale innerhalb einer Sprache an einem ausgewählten Textbeispiel, München, GRIN Verlag GmbH
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